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Sicherheit auf Reisen im Süden Afrikas

Sicherheit auf Reisen im Süden Afrikas
Sicherheit auf Reisen im Süden Afrikas

Reisen nach Südafrika sind, so nicht nur unsere Erfahrung, immer mit erstaunten bis entsetzten Ausrufen in Bekannten-, Freundes- oder Familienkreis verbunden. Ist das Reisen im Süden des afrikanischen Kontinents denn nicht viel zu gefährlich?

 

Nun ja, die Kriminalität in Südafrika ist hoch, das steht außer Frage, vor allem in den Großstädten und deren Randgebieten. Der überwiegende Teil der Gewaltkriminalität erfolgt allerdings in den Townships, also dort, wo wir als Reisende eher nicht betroffen sind. Dennoch: wir als Reisende sind im Vergleich zu vielen südafrikanischen Bürgern sicher unglaublich wohlhabend, das reizt natürlich zu Diebstählen oder gar Überfällen.

 

Dennoch, nach annähernd 20 Reisen nach Südafrika, Aufenthalten von 2 bis 6 Wochen, allein und auf eigene Faust unterwegs können wir sagen: es ist uns bisher nichts Gravierendes passiert, im Gegenteil, wir haben die Menschen als freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit erlebt.

 

Aber natürlich gibt es Autoaufbrüche, Diebstähle, Raubüberfälle. Klar, wir nehmen unseren gesunden Menschenverstand mit und lassen Schmuck usw. zu Hause. Haltet Euch an ein paar grundlegende Regeln: keine Wertsachen offen herumzeigen oder sichtbar im Auto liegen haben, seid aufmerksam an Geldautomaten, keine Autofahrten im Dunkeln durch unbekannte/leere Gegenden oder Townships, hört auf Euer Bauchgefühl...  Die Innenstädte solltet ihr nach Geschäftsschluss, an Sonn- und Feiertagen und insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit meiden. Wir haben die Autotüren und -fenster stets ver- und geschlossen. Wir halten bei Stoppschildern oder vor Ampeln immer mit einem gewissen Abstand zum vor uns stehenden Fahrzeug. Handtaschen, Fotoapparat, Mobiltelefon usw. liegen nicht sichtbar im Auto. Wenn dennoch etwas passiert: in diesem Fall sollte man sich nicht wehren, da die Täter bewaffnet sein könnten.  

 

Panne, Autounfall, alles schon gehabt. Den platten Reifen hat uns ein freundlicher Weißer gewechselt, beim Autounfall hatte die schwarze Familie mehr Sorge, uns sei etwas passiert und ein freundlicher Polizist hat uns in unser B&B zurückgefahren (im Streifenwagen). Allerdings: manchmal, so liest man, werden Unfälle auf freier Strecke inszeniert, um Autofahrer zum Anhalten zu bringen und diese dann auszurauben. Dort also besser nicht anhalten, sondern lieber nur per Handy Hilfe rufen oder an der nächsten Polizeistation Bescheid geben.

 

Aber das sind unsere ganz subjektiven Eindrücke zur Sicherheit auf Reisen im Süden Afrikas. Ich habe zusätzlich einige Bloggerkolleg*Innen zu ihren Erfahrungen zum Thema Sicherheit befragt.  Ihr findet hier daher aus reiseerfahrener Feder einiges darüber, wie sicher das Reisen im Süden Afrikas, also in Südafrika, Namibia, Botswana, Moçambique ist, wie sich andere Reisende sich auf ihre Reise vorbereitet haben und wie sie sich unterwegs gefühlt haben.

 

Vielen Dank an Monika von Travel WorldOnline Traveller,  Thomas und Ines von Gin des Lebens, Lisa von Imprintmytravel.com und Liane von DieReiseEule. Sie alle berichten, auf was sie in puncto Sicherheit besonders geachtet haben.

Monika von TravelWorldOnline Traveller

Männer in einem Dorf in Lesotho - (c) Monika von TravelWorldOnline Traveller
Männer in einem Dorf in Lesotho - (c) Monika von TravelWorldOnline Traveller

Monika und Petar Fuchs sind auf TravelWorldOnline Traveller auf der Suche nach Reisezielen für Genießer.

 

Da ich jahrelang als Reiseleiterin in Südafrika, Namibia, Zimbabwe und Botswana auf Reisen war, sind meine Erfahrungen in puncto Sicherheit im Süden Afrikas sicher etwas anders als bei Individualreisenden. Ich musste dabei an die Sicherheit der Reisegruppen denken, die ich durchs Land begleitet habe. Bei diesen Reisen gab es immer wieder Stopps, an denen mich meine südafrikanischen Busfahrer auf mögliche gefährliche Situationen aufmerksam machten. Das waren vor allem Orte, an denen sich zahlreiche Menschen aufhielten – z. B. Märkte oder wichtige Sehenswürdigkeiten. Vor allem die Großstädte waren dabei neuralgische Punkte, an denen wir besonders auf unsere Sicherheit achteten. Dies bedeutete gewöhnlich: keine Wertsachen mitzunehmen, diese – wenn möglich – im Safe einzusperren und nur so viel Geld dabei zu haben, wie man es für die aktuelle Situation benötigt. Ich riet meinen Gästen, etwas Geld bei sich zu tragen, das sie einem Angreifer im Falle eines Überfalls geben konnten.

 

Während der vielen Jahren meiner Reiseleitertätigkeit im südlichen Afrika ist jedoch kaum etwas passiert. Nur einmal wurde einem Gast seine Geldbörse aus dem Zimmer gestohlen, die er nicht im Safe aufbewahrt hatte. Mir selbst sind in Namibia einmal die für die Rückreise vorbereiteten warmen Kleidungsstücke entwendet worden. Ich hatte diese im Hotelzimmer auf dem Bett bereitgelegt, um sie vor der Fahrt zum Flughafen anzuziehen. Der Rest der Kleidung war eingepackt im Koffer. Da wir tagsüber noch Besichtigungen machten, blieben diese Kleider offen liegen. Der Fehler lag in diesem Fall bei mir, denn ich hatte vergessen, dass viele Touristen abgelegte Kleidungsstücke auf solche Reisen mitnehmen und sie oft Einheimischen vor der Rückreise schenken. Hier hatte das Zimmermädchen aus der Situation offenbar ebenfalls diesen Schluss gezogen. Nach Rücksprache mit der Hausdame stellte sich rasch heraus, dass die Kleider unter dem Bett „beiseitegelegt“ waren, um sie später mit nach Hause zu nehmen.

 

Erstaunlicherweise fühlte ich mich in den Townships, die wir mit einheimischen Führern besuchten, sicher. Allerdings würde ich niemandem empfehlen, der sich mit den Umständen vor Ort nicht auskennt, sich alleine in eine Township zu begeben. Es gibt genügend Möglichkeiten, ein solches Viertel mit einheimischen Guides zu besuchen. Die können Besuchern außerdem die Hintergründe für ihr Entstehen und die Situation vor Ort erklären. Dies hat auch den Vorteil, dass man einen Ansprechpartner dabeihat, dem man Fragen stellen kann.

Thomas und Ines von Gin des Lebens

Kapstadt - (C) www.gindeslebens.com
Kapstadt - (C) www.gindeslebens.com

Thomas und Ines aus Österreich lieben es, zu Reisen. Reisen ist für die beiden der Gin des Lebens. Auf ihrem Blog www.gindeslebens.com verbinden die beiden ihre Reiselust mit ihrer Ginliebe.

 

Im Februar 2019 waren wir gemeinsam unterwegs mit dem Mietwagen durch Südafrika. Vor der Reise in manche Länder stellt sich die Frage, wie sicher das Land ist. Und ja, das ist auch bei Südafrika ein Thema. Schaut man auf die Seiten des auswärtigen Amtes (Deutschland) oder des Außenministeriums (Österreich) findet man eine Reisewarnung. Besonders in den Townships, den Armenvierteln der schwarzen Bevölkerung, und den Großstädten Johannesburg, Durban, Kapstadt und Pretoria, ist die Kriminalitätsrate hoch.

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt - (C) www.gindeslebens.com
Blick vom Tafelberg auf Kapstadt - (C) www.gindeslebens.com

Das bedeutet nicht, dass man nicht in das Land reisen kann, aber man sollte vorsichtig sein und vor allem auf Wertgegenstände achtgeben. Wertvolle Gegenstände oder Gepäck sollte man, vor allem nicht über Nacht, im Auto liegen lassen und man sollte bei einem Spaziergang durch die Städte stets gut auf sich und das eigene Hab und Gut aufpassen. Denn, wie sagt man so schön, Gelegenheit macht Diebe. Dies trifft aber wohl heutzutage auf alle (Groß)Städte zu. Wir haben und während unserer Reise nie unsicher gefühlt oder wurden gar bedroht oder bestohlen, aber Vorsicht ist immer besser als Nachsicht.

 

Wenn man sich bei einer Destination unsicher ist oder sich gar unwohl fühlt, dann sollte man sich wohl besser für ein anderes Ziel entscheiden. Uns gegenüber waren die Menschen stets freundlich und hilfsbereit und wir würden jederzeit wieder nach Südafrika reisen.

 

Hier gibt es weitere Tipps zur Sicherheit und zur Reisevorbereitung sowie Reiseberichte zu Südafrika.

Lisa von Imprintmytravel.com

Lisa von Imprintmytravel.co - (C) Imprintmytravel
Lisa von Imprintmytravel.co - (C) Imprintmytravel

Auf ihrem Blog imprintmytravel.com schreibt Lisa über ihre beiden Leidenschaften Reisen und Fotografie und zeigt ihren Lesern, wie sie mit der Kamera die schönsten Orte der Welt entdecken.

 

Kaum ein Kontinent hat mein Herz so berührt, wie Afrika und so ist es kein Wunder, dass ich bereits einige afrikanische Länder bereist habe und es auch kaum erwarten kann wiederzukommen. Da Afrika leider immer noch einen teils sehr schlechten Ruf genießt, möchte ich auch unbedingt meine Erfahrungen zur Sicherheitslage in diesem Round-Up teilen.

 

Gleich vorweg, meine Erfahrungen im südlichen Afrika, egal ob in Südafrika, Namibia oder Botswana waren durchwegs positiv. Ich habe keine einzige kritische Situation erlebt oder mich unwohl gefühlt.

 

Natürlich sollte man aber seinen Hausverstand nicht zu Hause lassen und – wie in vielen anderen Ländern auch - mit Bedacht und Vorsicht walten. Das heißt für mich, dass ich mich im Hotel erkundige, wo ich mich gefahrlos aufhalten kann, dass ich nachts ein Taxi nehme und nicht alleine in abgelegenen Gegenden unterwegs bin.

 

Bei der Wanderung auf den Tafelberg habe ich mich einer geführten Tour in Kleingruppe angeschlossen, um auf Nummer sicher zu gehen. Das hatte auch den Vorteil, dass ich vom einheimischen Guide viel Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt der Kap-Region lernen konnte.

Lisa auf dem Tafelberg - (C) Imprintmytravel
Lisa auf dem Tafelberg - (C) Imprintmytravel

Bei der Wanderung auf den Tafelberg habe ich mich einer geführten Tour in Kleingruppe angeschlossen, um auf Nummer sicher zu gehen. Das hatte auch den Vorteil, dass ich vom einheimischen Guide viel Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt der Kap-Region lernen konnte.

 

Teuren Schmuck und Designerkleidung besitze ich nicht, aber wenn würde ich solche Dinge jedenfalls zu Hause lassen, schon aus Respekt vor den Menschen, die sich so etwas niemals leisten könnten.

 

Mein teuerster Besitz ist meine Kameraausrüstung, aber auch damit hatte ich nie Probleme in Afrika. Um Gelegenheitsdieben keine Chance zu geben, verwahre ich die Kamera in einem Rucksack oder einer Tasche auf und nehme sie nur zum Fotografieren heraus. In Hotels nutze ich wo es geht den Safe oder versperre das Equipment zumindest in meinem Koffer. Auch Dokumente bleiben im Safe, ich nehme beim Sightseeing bloß Kopien mit oder speichere Fotos davon in meiner Cloud.

 

Natürlich gibt es im Leben keine Garantie, aber ich würde zusammenfassend behaupten, dass eine Reise ins südliche Afrika nicht viel anders ist als ein Trip nach Südamerika oder Asien. Wer die klassischen Sicherheitsvorkehrungen einhält, sich an die Ratschläge von Einheimischen hält und dem Zielland mit Respekt begegnet, wird keine Probleme haben und einen unvergesslichen Urlaub erleben.

Liane von DieReiseEule

Liane - (C) DieReiseEule
Liane - (C) DieReiseEule

Hinter dem Reiseblog DieReiseEule steckt Liane, Freiberuflerin im Gesundheitswesen. Auf dem Blog schreibt sie über ihre Nah- und Fernreisen, meist im Tagebuchstil. DieReiseEule ist dabei – neben Hut und Koffer – ihr Wegbegleiter.

 

2018 war ich mit meiner Freundin auf Rundreise durch Namibia. Wir hatten uns gegen eine Selbstfahrer- und für eine Gruppenreise entschieden. Unser Guide war gebürtiger Namibier mit deutschen Wurzel, sprach fließend Deutsch, Afrikaans und Englisch. Unterwegs waren wir mit einem Kleinbus.

Namibias Weiten - (C) DieReiseEule
Namibias Weiten - (C) DieReiseEule

Da er in Namibia groß geworden ist, haben wir uns immer sicher und gut betreut gefühlt. Unsere Gruppe bestand aus 4 Frauen und einem Mann. Wir hatten zweimal eine Reifenpanne, bei der wir assistierend halfen, aber unser Guide hätte auch alles ohne uns geschafft. Er wusste, wie und wo er die Reifen repariert bekam.

 

In Namibia muss man sich nicht mehr fürchten als in Deutschland. Weder vor Überfällen noch vor giftigen Tieren. Wer sich an die Warnhinweise hält, wird eine fantastische Zeit in einem Land mit deutscher Vergangenheit haben können.

 

Niemand muss auf eine Reise nach Namibia verzichten. Als alleinreisende Frau kann eine Kleingruppenreise das richtige sein, denn die größten Herausforderungen sind wohl Reifenpannen irgendwo im Nirgendwo.

Immer für Informationen gut: Auswärtiges Amt

Ganz allgemein empfehle ich Euch vor der Reise einen Blick auf die Seiten des Auswärtigen Amtes. Aktuell (August 2019) warnt man dort vor Reisen in folgende Länder bzw. bestimmte Gebiete:

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Algerien
  • Burkina Faso
  • Demokratische Republik Kongo
  • Eritrea
  • Irak
  • Japan
  • Jemen
  • Kamerun
  • Libanon
  • Libyen
  • Mali
  • Mauretanien
  • Niger
  • Nigeria
  • Pakistan
  • Palästinensische Gebiete
  • Philippinen
  • Somalia
  • Südsudan
  • Syrien
  • Tschad
  • Ukraine
  • Zentralafrikanische Republik

Die landesspezifischen Hinweise findet Ihr hier zu

Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

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Kommentare: 1
  • #1

    DieReiseEule (Sunday, 04 August 2019 16:43)

    Hallo Anne,

    das ist ein toller, aufmunternder Bericht geworden. Ich bin froh, dass die anderen Blogger das genauso sehen wie ich: Wenn man die normalen Vorsichtsmaßnahmen einhält, kann man das südliche Afrika meist gefahrlos bereisen.
    Auch Deutschland, Österreich oder andere europäische "Wohlstandsländer" halten Gefahren bereit, wenn man sich entsprechend verhält.

    Liebe Grüße
    Liane