7 gute Gruende für Kapstadt

Blick auf Kapstadt vom Signal Hill
Blick auf Kapstadt vom Signal Hill

Seit Jahren schon ist unser liebstes Reiseziel Südafrika. Wen wundert’s, wenn ich am Kap auch meine Lieblingsstadt am Meer gefunden habe: die "Mothercity" Kapstadt.

 

Kapstadt liegt im Südwesten der Republik Südafrika unmittelbar an der Tafelbucht des Atlantischen Ozeans und ist nach Johannesburg und Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas. Die Stadt dehnt sich über eine Fläche von 2.455 Quadratkilometern aus und hatte 2007 3,4 Millionen Einwohner. Ihren Namen erhielt sie nach dem Kap der guten Hoffnung, das etwa 45 km südlich liegt und früher eine Hauptgefahr auf dem Seeweg nach Indien darstellte. Als „Mothercity“ wird sie gelegentlich bezeichnet weil Kapstadt die erste Stadtgründung der südafrikanischen Kolonialzeit war.

 

Berühmt ist Kapstadt unter anderem durch sein Wahrzeichen, den Tafelberg. Seine markante, plateau-förmige Oberfläche dominiert zusammen mit Signal Hill, Lion’s Head und Devil’s Peak das gesamte Stadtbild und macht die Skyline weltweit so unverwechselbar. Das Meer an der Kap-Halbinsel ist als unruhig bekannt, was dazu führte, dass das Kap der guten Hoffnung auch unter dem Beinamen „Kap der Stürme“ bekannt wurde.

 

Warum diese Stadt für mich eine der schönsten der Welt und meine liebste Stadt am Meer ist? Das erkennt man am besten am frühen Abend vom Signal Hill. Der Blick von dort ober auf die Stadt in der Dämmerung und später das funkelnde Lichtermeer ist einfach wunderschön. Diese Stadt ist wie ein riesiges Amphitheater.

 

Und wie erkundet man dieses Theater? Am einfachsten, so finde ich, mit dem City Sightseeing Bus. Mit dem Hop on Hop off Bus gelangt man gut und bequem kreuz und quer durch die Stadt zu allen touristischen Höhepunkten. Es gibt zwei verschiedene Routen, die über zwanzig Sehenswürdigkeiten und Ausflugziele Kapstadts anfahren, darunter Kirstenbosch Botanical Gardens, den Tafelberg, die V & A Waterfront, Camps Bay und Sea Point.

 

Und das sind sie, meine 7 guten Gründe für Kapstadt:

1. Der Tafelberg

Tafelberg - ohne "Tischtuch"
Tafelberg - ohne "Tischtuch"

Der Tafelberg gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Südafrika und gilt als eines der 7 neuen Naturwunder. Dort mit der Seilbahn hoch zu fahren ist ein besonderes Erlebnis – eines, das wir nur bei unserem allerersten Kapstadt-Besuch 2001 genießen konnten. Danach hüllte sich der Berg jedes Mal in Wolken, wenn wir in der Stadt waren. Neben einigen Wanderwegen führt seit 1929 eine Seilbahn auf den Tafelberg. Seit 1997 gibt es neue Gondeln direkt aus der Schweiz, die den Spitznamen „Fondue-Topf“ in Kapstadt erhalten haben. Diese modernen Gondeln drehen sich während der 5-minütigen Auffahrt einmal um ihre eigene Achse und erlauben so allen Passagieren eine herrliche Rundsicht auf Kapstadt und die Umgebung. Die Table Mountain Aerial Cableway überwindet einen Höhenunterschied von 700 Metern. Auf der 1200 Meter langen Strecke gibt es keine Stützen. Die Seilbahn kann 900 Personen pro Stunde befördern.

2. Der botanische Garten von Kirstenbosch

Botanischer Garten Kirstenbosch
Botanischer Garten Kirstenbosch

Ebenfalls auf meiner Liste der must-sees in Kapstadt: ein Besuch im botanischen Garten von Kirstenbosch. Er liegt am Osthang des Tafelberges und gilt als einer der schönsten botanischen Gärten der Welt. Er ist mit 36 Hektar der größte von neun Nationalen Botanischen Gärten in Südafrika. Er wurde 1913 gegründet, um die einzigartige Artenvielfalt der Kapregion zu erhalten. Dieser Grundsatz wird auch heute noch beibehalten, indem nur heimische Pflanzen gezeigt werden. So finden sich hier die südafrikanischen Silberbaumgewächse oder Proteen, Heidekräuter und Palmfarne. Daneben gibt es Sukkulenten, den Mathew’s Steingarten, ein Arboretum, eine Nutzpflanzenabteilung, ein Duftbeet und einen Blindenpfad. Auch wird mit dem „water-wise garden“ versucht, wassersparende Pflanzen für Gärten attraktiv zu machen. Das Gewächshaus am Haupteingang zeigt Pflanzen der wichtigsten Vegetationsformen Südafrikas, wie die Karoo, den Fynbos und die Savanne.

3. Die Kaphalbinsel

34° 21′ 25″ S, 18° 28′ 26″ O
34° 21′ 25″ S, 18° 28′ 26″ O

Und dann sollte man unbedingt eine Rundfahrt über die Kaphalbinsel auf dem Programm haben. Die Kap-Halbinsel ist eine rund 35 Kilometer lange Halbinsel südlich von Kapstadt. An ihrem südlichen Ende liegen das Kap der Guten Hoffnung und der Cape Point. Sie besteht aus vorwiegend mit Fynbos-Vegetation bewachsenen Höhenzügen und steinigen Flächen, ein großer Teil gehört zum Table-Mountain Nationalpark.

 

Dabei kann es zunächst nach Constantia gehen, dem vor allem durch seine Weingüter bekannten Vorort Kapstadts. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, besonders die sogenannte Constantia Wine Route, an der die bekannten Weingüter Groot Constantia, Klein Constantia, Buitenverwachting, Constantia Uitsig und Steenberg liegen. Auf Groot Constantia begann Simon van der Stel, der erste Gouverneur der niederländischen Kapkolonie, die ersten Weinstöcke einzupflanzen. Das Weingut ist ein Beispiel für den Baustil der Kapholländer und eine bekannte architektonische Sehenswürdigkeit.

 

Von hier geht es weiter zum Boulder’s Beach. Das ist ein Strandabschnitt in Simon’s Town auf der Kap-Halbinsel, etwa 20 Autominuten von Kapstadt entfernt. Bekannt ist er für seine eine Brillenpinguin-Kolonie. Zwei Stege, die die dortigen ca. 3000 Brillenpinguine vor allem vor den Besuchern schützen sollen, führen zum Strand. Die Brillenpinguine sind die einzigen heute noch in freier Wildbahn lebenden Pinguine Afrikas.

 

Und von dort geht es am Meer entlang und hoch zur Nationalpark-Einfahrt. Der Park ist bekannt für seine reiche, vielfältige und einzigartige Fauna und Flora und die Naturlandschaft mit ihren schroffen Klippen, den steilen Hängen und Sandbänken. Was man gesehen haben muss? Natürlich das Kap der Guten Hoffnung, ein sehr markantes, früher wegen seiner Klippen gefürchtetes Kap nahe der Südspitze Afrikas. Es ist der südwestlichste, nicht der südlichste Punkt Afrikas (das ist das Kap Agulhas), und damit jenes Kap, an dem die afrikanische Küste ihren Schwenk nach Osten beginnt und die Passage in den Indischen Ozean anzeigt. Die auf einem breiten Holzpaneel nahe am Wasser angezeigten geografischen Koordinaten lauten: ♁34° 21′ 25″ S, 18° 28′ 26″ O.

4. Das Two Oceans Aquarium

im Two Oceans Aquarium
im Two Oceans Aquarium

Und wenn es – was tatsächlich vorkommen kann – einmal regnet in Kapstadt? Dann ist das Wetter gerade recht für einen Besuch des Two Oceans Aquarium. Es hat seinen Namen aufgrund der Lage am Atlantischen und Indischen Ozean. Das 1995 eröffnete Aquarium beherbergt in über 30 Becken 300 Fischarten aus beiden Ozeanen, dazu kommen wirbellose Tiere wie Anemonen, Quallen, Röhrenwürmer, Muscheln, Schnecken und Krebse. Besondere Attraktionen sind der 2 Mio. Liter fassende Open Ocean Tank, in dem Haie und Rochen zu sehen sind, und der Living Kelp Forest (Seetang-Wald), der die Tierwelt an der Küste widerspiegelt. An einem Sandstrand mit Pinguinen und Robben werden Ebbe und Flut am Kap simuliert.

5. Der Greenmarket Square

Greenmarket Square
Greenmarket Square

Ein Ort, der in jedem Fall einen Besuch lohnt, ist der Greenmarket Square in Kapstadt. Er gilt als einer der schönsten Plätze der Stadt. Hier findet jeden Tag ein Flohmarkt statt, umgeben von prächtigen Häuserfassaden der alten Gebäude, Cafés und Hotels. Hierher kommen Händler aus den verschiedensten Ländern Afrikas. Der Platz ist voll mit den hölzernen Giraffen, Puppen, bunten Ketten, Steinen und Masken der Souvenirverkäufer. In den Verkaufsständen hängen farbige Shirts und Tücher. Die Atmosphäre ist aufregend: bei den Klängen von afrikanischen Trommeln kann um Textilien, Lederartikel, Schmuck und Kunsthandwerk gefeilscht werden. Zwischen den Ständen beginnen Menschen zu klatschen und zu tanzen, die Zuschauer werden vom Rhythmus in den Bann gezogen. Man kann nicht nur, man muss handeln – sonst sind die Preise zu hoch.

6. Der Neighbourgoods Market in Woodstock

Old Biscuit Mill
Old Biscuit Mill

Und an einem Samstagmorgen zieht es in Kapstadt Jung und Alt zum Neighbourgoods Market nach Woodstock. In der Old Biscuit Mill treffen sich Partygänger, Familien auf Wochenendausflug, Touristen und Trendsetter. Zusammen schlängelt man sich dicht an dicht vorbei an Gemüse vom Biobauern, frischem Brot, Gourmet Sandwiches, exotischem Schinken, Frucht Shakes und Kaffeespezialitäten. Man sollte genügend Zeit und Appetit mitbringen um überall einmal zu kosten. Tiefer im Marktplatz findet man dann ganze Mahlzeiten. Vom Steaksandwich über Rösti mit Eggs Benedict bis hin zu asiatischen Gerichten und Bier aus regionalen Brauereien. Mit einem Teller voll Leckereien kann man sich dann draußen zu einem gemütlichen Plausch in die Sonne setzten. Neben den Marktständen gibt es hier auch permanente Geschäfte (und eines der besten Restaurants Südafrikas). Zwischen antiken Möbeln, hippen Klamotten und allerlei kunstvollen Kleinigkeiten lässt sich gut die eine oder andre Stunden vertrödeln.

7. Der Weinbau am Kap

Weingut "Yonder Hill"
Weingut "Yonder Hill"

Wenn man schon in Kapstadt ist, dann sollte man unbedingt ein oder mehrere Weingüter besuchen, sich den Weinbau am Kap erklären lassen. Und natürlich probieren, schmecken … und einkaufen.

 

„Die alles in allem besten Weine kommen von Weingütern, die um die für südliche Meeresbrisen von der False Bay offene Stadt Stellenbosch oder so hoch in den Bergen liegen, dass sich die Höhe und der kühle Wind auswirken. Die eindrucksvollen Helderberg Mountains nord-östlich von Somerset West bilden in der Weingeographie der Gegend einen wichtigen Faktor, und auf ihrer Westflanke befinden sich viele strebsame Weinerzeuger.“ (Hugh Johnson/Jancis Robinson, Der Weinatlas)

 

Dies war mein Beitrag zur Blogparade "Meine Lieblingsstadt am Meer".

Gelegentlich möchte ich gern in der Kiste kramen und alte Blogbeiträge wieder neu einstellen - keine Sorge, ich hole nicht alle alten Schätzchen wieder vor - aber das ein oder andere Thema ist sicher wert, nicht in Vergessenheit zu geraten. Dieser Beitrag wurde erstmals am 05.06.2013 veröffentlicht und ist für die Neu-Veröffentlichung nur hinsichtlich der Links aktualisiert worden.

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Kommentare: 4
  • #1

    Janett (Mittwoch, 05 Juni 2013 17:53)

    Wow, eine tolle Stadt. ich muss zugeben, das mir Südafrika noch ein weißer Fleck ist, aber es steht auf meiner Bucket/Wunschliste für Orte, die ich noch besuchen muss/will. Allein die Zeit ist immer das Problem.

  • #2

    Clodinchen (Freitag, 07 Juni 2013 05:36)

    Südafrika fasziniert mich schon seit ich ein kleines Mädchen war. Fakt ist, das ist auf meiner Wunschliste ganz oben und teilt sich den Platz mit einer anderen Stadt. Und Kapstadt scheint mehr zu bieten, als ich bisher dachte.

  • #3

    Beate (Samstag, 08 Juni 2013 07:57)

    Sehr gute Tipps, und eine schöne Liebeserklärung an Kapstadt! Ich möchte Deine Gründe für einen Besuch aber noch um einen achten erweitern: für mich stehen die Menschen von Kapstadt an erster Stelle. Bei meinem Besuch 2011 traf ich hier nur auf freundliche und aufgeschlossene Menschen, von der Kellnerin über den kleinen Straßenmusiker und die Kunsthandwerkerin bis zum jugendlichen Rastafari an der Waterfront … eine "Rainbow Nation" im besten Sinne des Wortes.

  • #4

    zypresse (Samstag, 08 Juni 2013 09:12)

    ... da hast Du, liebe Beate, natürich völlig Recht:
    nicht nur in Kapstadt, überall in Südafrika sind die Menschen freundlich, fröhlich, aufgeschlossen, hilfsbereit. Und Mandelas TRaum von der Rainbow Nation - man kann gut erkennen, wie stark alle gemeinsam an dessen Realisierung arbeiten. Nicht der unwichtigste Grund für uns, immer wieder dorthin zurück zu kehren ;-)