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Das Zeitz MOCAA Museum in Kapstadt

Zeitz MOCAA Museum in Kapstadt
Zeitz MOCAA Museum in Kapstadt

Das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (kurz Zeitz MOCAA) ist ein noch recht neues Kunstmuseum für zeitgenössische afrikanische Kunst in Kapstadt in Südafrika. Es steht auf dem Gelände der V&A Waterfront und gilt als das weltweit größte Museum zeitgenössischer afrikanischer Gegenwartskunst. Die Eröffnung fand am 22. September 2017 statt. Wir hatten es noch nicht besucht und so stand es bei unserem Kapstadt Aufenthalt im September 2019 ganz oben auf der Liste unserer Ziele.

 

Bei unserem letzten Aufenthalt in Kapstadt 2016 war das heutige Museum noch eine riesige Baustelle, wir konnten nicht einmal erahnen, was daraus werden sollte. Dann tauchten Berichte in der Presse auf, die ersten Fotos von Reisebloggern. All das machte uns sehr neugierig!

 

Das Zeitz MOCAA Museum in Kapstadt wurde im Auftrag des deutschen Managers und Kunstsammlers Jochen Zeitz in öffentlich-privater Partnerschaft errichtet. Zeitz präsentiert dort seine umfangreiche Sammlung afrikanischer Kunst, die er seit 2002 aufkauft. Er stellt dem Museum seine Sammlung leihweise zur Verfügung, kommt über die Zeitz Foundation für die laufenden Kosten des Museumsbetriebs auf und finanziert den Etat für Neuanschaffungen. Er kann es sich leisten, war er doch früher als Puma Manager ein sehr gut verdienender Mensch.

Die Architektur des Zeitz MOCAA Museum

Blick in das Atrium des Zeitz MOCAA Museum in Kapstadt
Blick in das Atrium des Zeitz MOCAA Museum in Kapstadt

Bei einem Besuch im Museum erfährt man zum Glück über den Audioguide auch eine Menge über die Architektur des Gebäudes. Das ist durchaus spannend und beeindruckend, wie wir fanden.

 

Mit dem Umbau des alten, riesigen Getreidesilos an der Waterfront zum Zeitz MOCAA Museum in Kapstadt wurde 2014 unter der Leitung des Büros des Londoner Architekten Thomas Heatherwick begonnen. Das Museumsgebäude entstand durch den Umbau des 57 Meter hohen Getreidesilos aus dem Jahr 1921, dabei blieb die äußere Form des Betonbaus weitgehend erhalten. Neben dem quaderförmigen, höheren Teil des Gebäudes stehen imposante 42 zylindrische ehemalige Getreidespeicher, jeweils 30 Meter hoch. Die Silos wurden unterhalb des Daches teilweise angeschnitten (und zwar recht kompliziert, mit zahlreichen GPS Koordinaten für die Schnittlinien, in Form eines Getreidekornes), von außen bleibt ihre alte Form sichtbar. Das Gebäude erhielt im zentralen Bereich ein Glasdach und durch Herausnahme oder Anschnitt einiger Silos ein Atrium, benannt nach dem Sponsor BMW. Die Fensterflächen oberhalb der Ebene des Dachgartens sind leicht konvex gekrümmt und reflektieren so nachts die Lichter der Waterfront wie das Signalfeuer eines Leuchtturmes. Sie sind sehr charakteristisch für das Gebäude.

 

Die Gesamtfläche des neunstöckigen Museums beträgt 9500 m², von denen 6000 m² als Ausstellungsfläche dienen. Dazu kommen ein Skulpturengarten auf dem niedrigeren Teil des Daches sowie ein Restaurant und ein Laden. Der obere Teil des Gebäudes wird als Luxushotel The Silo betrieben, aber dazu später mehr.

Kunst im Zeitz MOCAA Museum

El Anatsui TSIATSIA - searching for connection.

TSIATSIA – searching for connection von dem Künstler El Anatsui
TSIATSIA – searching for connection von dem Künstler El Anatsui

Das auffallendste, größte Kunstwerk im Museum während unseres Besuches war eine Tapisserie des Ghanaers El Anatsui. Er wird für den momentan wohl bedeutendsten Künstler Afrikas gehalten.

 

Tausende plattgedrückte Flaschenkappen und anderen Abfall verarbeitete er zu einem leicht wirkenden und gleichzeitig monumental (15,6 m × 25 m groß) beeindruckenden Kunstwerk. Es trägt den Namen TSIATSIA – searching for connection. Das Material ist für ihn auch eine Erinnerung an die Kolonialzeit. „Drinks verbinden drei Kontinente“, sagt El Anatsui. „Europäer brachten den Alkohol und anderes Zeug nach Afrika, um es gegen afrikanische Waren einzutauschen. Manchmal auch gegen Sklaven, die dann nach Amerika verschleppt wurden, um dort Rum zu produzieren. Der wiederum ging zurück nach Europa und schließlich nach Afrika.“

William Kentridge Why Should I Hesitate: Putting Drawings to Work

Why should I hesitate von William Kentridge
Why should I hesitate von William Kentridge

William Kentridge Why Should I Hesitate: Putting Drawings to Work war eine weitere Ausstellung, die vom 25. August 2019 bis zum 23. März 2020 im Museum zu sehen ist. William Kentridge ist ein südafrikanischer Künstler. Seine Eltern vertraten als Rechtsanwälte vor allem Schwarze in Gerichtsprozessen während der Apartheid. Seine Mutter Felicia Kentridge war Mitbegründerin des Legal Resources Centre, sein Vater Sydney Kentridge unter anderem Verteidiger im Treason Trial. 

 

Die Werkschau bietet einen umfassenden Überblick über Kentridges Arbeiten, einschließlich früherer Arbeiten sowie neuerer Stücke, die zum ersten Mal in Südafrika zu sehen sind. Sie deckt über 40 Jahre künstlerischen Schaffens in den Bereichen Zeichnen, Video, Druck, Skulptur, Tapisserie und großformatige Installation ab.

Barrierefreiheit und weitere Informationen

TSIATSIA – searching for connection von dem Künstler El Anatsui
Blick nach oben im Zeitz MOCAA

Das Zeitz MOCAA Museum ist für Rollstuhlfahrer komplett barrierefrei, alle Ausstellungsbereiche sind gut erschlossen und im Kellergeschoss gibt es eine barrierefreie Toilette. Parken kann man in der Tiefgarage, die Kosten sind überschaubar und es gibt Aufzüge zum Museumseingang.

 

Bei den umfangreichen Eindrücken von Kunst und Architektur haben wir uns zwischendurch auch kurz erfrischt: im 6. Stock gibt es ein Restaurant. Direkt benachbart ist der  Skulpturengarten auf dem Dach des Museums. Von hier oben hat man einen tollen 270-Grad-Blick auf Kapstadt und auf den Tafelberg in der Stadt bietet.

 

geöffnet:

Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr 

Eintritt:

Erwachsene: 200 ZAR

 

Zeitz MOCAA

Silo District

S Arm Road, V&A Waterfont

Cape Town, 8002

SILO Hotel an der V&A Waterfront - Rooftop Bar

Das neue SILO Hotel an der V&A Waterfront liegt nicht nur direkt am neuen Zeitz MOCAA, sondern bietet im 11. Stock eine Rooftop Bar vom Feinsten. Das Silo Rooftop ist der ideale Ort für einen Cocktail bei Sonnenuntergang oder ein ungezwungenes Mittagessen.

 

Das Silo Rooftop bietet seinen Gästen einen spektakulären Panoramablick auf Kapstadt vom höchsten Gebäude in der V&A Waterfront. Der Blick geht auf Hafen und Waterfront, Richtung Signal Hill, Lions Head und Tafelberg. Genießt einen klassischen Cocktail, während die Sonne untergeht. Wir haben dies jedenfalls getan und uns hier sehr wohlgefühlt. Man sitzt entspannt, der Service ist aufmerksam, aber nicht -dringlich und die Preise sind – anders als die Übernachtungspreise im Hotel – in der Rooftop Bar durchaus erschwinglich. Alles in allem: meine dringende Empfehlung, wenn ihr in Kapstadt seid und einen netten abendlichen Aperitif bei toller Aussicht trinken wollt.

 

Das Silo Rooftop ist für Hotelgäste und nur nach vorheriger Reservierung für die andere Gäste zugänglich. Für einen Termin an einem Wochenend-Abend empfiehlt sich eine Reservierung mindestens zehn Tage vor dem Wunschtermin. Wir haben eine Mail geschickt und bekamen ohne Schwierigkeiten und rasch eine positive Rückmeldung. Bestimmte Bereiche, wie um den Pool, sind nur für Hausgäste zugänglich. Es  ist täglich von 12:00 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet (Witterungsabhängig).

 

The Silo Hotel

Silo Square, V&A Waterfront
8001 Cape Town

The Silo Rooftop and Granary Cafe Reservations: +27 (0) 21 670 0500
dining@thesilohotel.com

Ebenfalls besucht hat das Zeitz MOCAA Museum inkl. Sundowner im Silo Hotel Jens vom Overlandtour.de Blog.

 

Unseren Besuch hat das Zeitz MOCAA mit kostenlosen Tickets unterstützt. Dafür und für die umfangreichen Informationen und die nette Begleitung durch Lauren Hess bedanken wir uns herzlich. Unsere Meinung zum Museum hat das nicht beeinflusst. Unseren Besuch in der Rooftop Bar haben wir selbst organisiert und bezahlt.

 

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