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Kalahari pur - Kgalagadi Transfrontier Nationalpark

Kalahari pur - Kgalagadi Transfrontier Nationalpark
Kalahari pur - Kgalagadi Transfrontier Nationalpark

Auf unserem Weg vom Pilanesberg und dem trubeligen Sun City ging es im September 2019 weiter in die südafrikanische Provinz Northern Cape. In Upington haben wir Wein probiert, Lebensmittel und Fleisch zum Grillen gekauft, bevor es dann gemeinsam mit Freunden (die via Johannesburg direkt nach Upington geflogen waren) weiter ging in den Kgalagadi Transfrontier Park.

 

Tatsächlich erreicht man den Park (über den ich auch 2013 schon geschrieben hatte) am besten über das südafrikanische Johannesburg mit einem Inlandsflug in den Nordwesten nach Upington. Hier gibt es Mietwagen und man kann auf einer inzwischen gut ausgebauten Straße in das 260 km entfernte Twee Rivieren fahren, das südliche Tor zum Kgalagadi Transfrontier Nationalpark.

 

Oder ihr macht es wie wir und baut euren Roadtrip durchs südliche Afrika so zusammen, dass ihr in Upington vorbeikommt.

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R360 und die Erlkönige

Begrenzung der Geschwindigkeit auf 250 km h für Sonderfahrzeuge auf der R360 in Südafrika
Begrenzung der Geschwindigkeit auf 250 km h für Sonderfahrzeuge auf der R360 in Südafrika

Die R360 verbindet Upington mit dem Kgalagadi Transfrontier Park und der namibischen Grenze. Von Upington geht es zunächst in nordwestlicher Richtung bis Andriesvale und Askham. Danach geht es gute 60 Kilometer in Richtung Norden entlang des Nossob-Flusses (der in Wahrheit nur ein trocken gefallenes Flussbett ist), um den Eingang zu Kgalagadi im Twee Rivieren Rest Camp zu erreichen. Im Park führt die Straße weiter nordwestlich durch den Park entlang der Ufer des Auob (ebenfalls ein trockenes Flussbett) zum Mata Mata Rest Camp.

 

Spannend ist die Strecke nicht unbedingt, sie ist vor allem in ihrem ersten Teil schnurgerade und führt durch die karge Landschaft der Kalahari. Allerdings trifft man auf der R360 in Südafrika immer wieder einmal auf „Erlkönige“, also getarnte Prototypen von Autos. Um die neuen Bauteile und Fahrzeuge unter extremen Witterungsverhältnissen zu testen, finden hier zum Beispiel Hitze- und Staubtests statt. Wir haben schon VW-, BMW- und Mercedes-Teams rund um Upington getroffen, für sie gibt es auf der R360 eine spezielle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 250 km h für Sonderfahrzeuge.

Kgalagadi Transfrontier Nationalpark

Oryx im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark
Oryx im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark

Der Kgalagadi Transfrontier Nationalpark ist ein durch die Zusammenlegung des früheren Kalahari Gemsbok Nationalparks (Südafrika) und des Gemsbok Nationalparks (Botswana) entstandenes, grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet in der Kalahari mit einer Fläche von rund 38.000 Quadratkilometern. Da es sich um einen über Grenzen hinweg reichenden Park handelt, wird er zu den Peace Parks gezählt. Er ist bekannt für seine Löwen, da sie im Gegensatz zu denen im Krüger-Nationalpark von Tuberkulose verschont sind und daher in relativ hoher Dichte vorkommen. Die Landschaft des Parks besteht im Wesentlichen aus ausgedehnten, mit Dünengräsern bewachsenen Dünenfeldern. Sie werden unterbrochen durch die in südöstlicher Richtung verlaufenden Täler der meist trocken gefallenen Flüsse Auob und Nossob.

 

Der quer durch den Park verlaufende Trockenfluss Nossob kann von Besuchern ohne jede Grenzformalitäten in beiden Richtungen überschritten werden. Verlassen kann man den Park grundsätzlich nur zu dem Land hin, aus dem man in den Park hineingefahren ist. Der Kgalagadi Transfrontier Nationalpark grenzt im Westen an Namibia, der Grenzübergang Mata-Mata ist seit Oktober 2007 eröffnet. Zudem gibt es in dem an der botswanisch-südafrikanischen Staatsgrenze gelegenen Camp Twee Rivieren Grenzkontrollposten beider Länder, sodass man hier die Länder wechseln kann.

Night Drive ab Twee Rivieren
Night Drive ab Twee Rivieren

Wir wurden bei unserer Ankunft am Park zügig eingecheckt, bekamen unser „permit“ und die damit verbundene Belehrung:

 

Vor jeder Ausfahrt aus den Camps abholen, Fahrtziel nennen und bei Rückkehr bzw. am Zielort wieder abgeben. Durch dieses recht einfache System will man sicherstellen, frühzeitig zu erfahren, wenn Parkbesucher „verloren gehen“.

 

Twee Rivieren ist das einzige Camp, in dem man geführte Game Drives buchen kann. Ansonsten ist der Kgalagadi Transfrontier Nationalpark für Selbstfahrer angelegt. Das haben wir genutzt und sind zu dritt – die Freunde und ich, der Gatte blieb im Camp und bereitete das Abendessen vor – gleich am Ankunftstag zu einem begleiteten Night Drive gestartet. Nett war es, zunächst auch noch einigermaßen hell, dann aber wurde es ganz rasch dunkel. Fotos gibt es also praktisch nicht von unserer Tour. Allzu viel haben wir auch nicht gesehen, Kudus und Oryx Antilopen, eine Eule im Baum. Spannend war es dennoch und später auch ganz schön kalt.

 

Am nächsten Morgen ging es dann auf eigene Faust los, wir verließen Twee Rivieren und machten uns auf den Weg zum Kalahri Tent Camp.  Wir hatten beide als Mietwagen einen normalen Sedan, einen Toyota Corolla. Bevor es losging haben wir an der Tankstelle im Camp unseren Reifendruck heruntergeregelt, hilfreich ist ein Druck von ca. 1,6 bar in den Reifen. Die Straßen im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark sind, zumindest die Hauptwege mit einem normalen PKW machbar. Falls ihr die Möglichkeit habt: ein Auto, in dem man etwas höher sitzt, ist da ganz nützlich. Entlang der Straßen sind nämlich oft links und rechts Wälle aus Sand und Schotter. Das schränkt die Sicht aus einem normalen Kfz ziemlich ein. 

 

Zahlreiche künstlich angelegte Wasserlöcher befinden sich entlang der Trockenflüsse Auob und Nossob. Die beiden Flüsse führen nur alle paar Jahrzehnte mal Wasser. An den Wasserlöchern selbst hat man meist freies Blickfeld auf die Tiere, die hoffentlich dort sind.

Die Kunst des Sandfahrens

Oryx Antilopen am Wasserloch
Oryx Antilopen am Wasserloch

Einen 4×4-Wagen braucht man auf der Strecke von Twee Rivieren nach Mata Mata eigentlich nicht. Auf den Schotter- bzw. Sandpisten kommt man normalerweise auch mit einem PKW problemlos vorwärts. Normalerweise? Ihr merkt schon, das gilt nicht für unsere diesjährige Reise. Tatsächlich haben wir die Strecke zum Kalahari Tented Camp früh angetreten, das Wetter war gut. Unsere erste Pause mit einem Tee und einem kleinen Snack haben wir in Auchterlonie eingelegt. Dann ging es weiter über die recht gut gepflegte, nur mit einigen Schlaglöchern versehene, nicht asphaltierte Schotterpiste zum Picknickplatz Kamqua. Hier haben wir uns erneut kurz die Beine vertreten und die Toiletten benutzt (auch dies ein Tipp: immer wenn es die Möglichkeit gibt, sollte man diese nutzen).

 

Auf dem Stück von Kamqua zum Kalahari Tent Camp wurden wir unterwegs von einer Gruppe, bestehend aus 4 Allradfahrzeugen, überholt. Wir waren den Fahrern in unseren beiden Toyota Corolla Fahrzeugen mit Zweiradantrieb offenbar nicht schnell genug. Einige Zeit später sahen wir dann die gesamte Gruppe auf der Strecke stehen. Zunächst dachten wir, es gäbe Tiere zu sehen. Näher herangekommen stellten wir dann aber fest, dass sich eines der Fahrzeuge im recht tiefen und weichen Sand der Straße festgefahren hatte.

 

Wir haben mit einigem Abstand dahinter angehalten und uns zunächst einmal angesehen, wie die 4×4-Truppe mit dem Problem umging. Dann kam einer der Fahrer zu uns und bat uns mit unserem 2×4-Fahrzeugen noch ein Stück zurückzufahren, man wolle das Allradfahrzeug rückwärts aus dem Sand ziehen. Das passierte dann auch so und dann … stiegen alle vier in ihre Autos und fuhren davon. Und wir? Wir stellten fest, dass nunmehr wir im Sand feststecken, und zwar vorne der Gatte und ich und etwa 50 m hinter uns die Freunde mit ihrem Toyota. Weit und breit keine Menschenseele in Sicht und beide 2×4-Toyotas festgefahren.

 

Es blieb uns nichts anderes, als geduldig abzuwarten, das irgendwann jemand mit einem Allradfahrzeug vorbeikommen würde und uns aus dem Sand ziehen würde. Es dauerte tatsächlich nur ein Viertelstündchen, dann hielt eine Frau, die gemeinsam mit ihrer Mutter unterwegs war. Sie bot uns sofort ihre Hilfe an. Gemeinsam haben wir die Vorderräder mit bloßen Händen aus dem weichen und sehr heißen Sand gebuddelt und dann vorne am Fahrzeug die Öse für das Abschleppseil befestigt. Inzwischen war auch noch ein Allrad-erfahrener Mann vorbeigekommen. Mit seinen guten Ratschlägen klappte es dann ziemlich schnell und ohne Probleme, zunächst uns und etwas später auch die Freunde aus dem Sand zu ziehen.

 

Tatsächlich war das ganze eine spannende und eigentlich auch positive Erfahrung: Selbst wenn die rasende Allrad-Truppe uns einfach im Sand hat stecken lassen (was wir alle ziemlich gedanken- und rücksichtslos fanden), so hat sich doch gezeigt dass es unter den Parkbesuchern eine verlässliche Hilfsbereitschaft gibt. Angekommen im Camp hat dann der dort Dienst habende Ranger festgestellt, dass sich an einem der beiden Wagen offenbar ein Teil des Unterbodens gelockert hatte. Völlig ohne nachfragen erschien er mit Werkzeug am Zelt und reparierte den Mietwagen. Muss ich tatsächlich betonen dass er keinerlei Bezahlung haben wollte? Wir haben ihm dafür am nächsten Tag aus dem Shop in Mata Mata ein paar Getränke und Süßigkeiten mitgebracht.

Auchterlonie Museum

Auchterlonie Museum
Auchterlonie Museum

Im Kgalagadi Transfrontier Park ist Auchterlonie ein 35 Kilometer Fahrt vom Parkeingang in Twee Rivieren entfernter Picknickplatz am gleichnamigen Wasserloch. Ein schmaler, steiler Weg führt hinauf auf einen Dünenkamm. Oben angekommen gibt es Schattendächer für ein Picknick mit einer tollen Aussicht von oben auf das Tal auf der einen Seite und die Dünen auf der anderen. Natürlich gibt es hier auch Toiletten und direkt gegenüber ein kleines Museum. Außerdem habt ihr hier eine der seltenen Gelegenheiten, euch im Park mal ein wenig die Beine zu vertreten.

 

Auchterlonie ist ein Name schottischen Ursprungs. Träger dieses Namens kommen aus der Region von Othirlony und der Stadt Forfar in Schottland. Man nimmt an, das der Name aus dem Gälischen „Achadh na lon“ stammt, was übersetzt „Das Feld der Elche“oder möglicherweise als „Das Feld der Amseln“ bedeuten könnte.  Hier führt ein Rundweg vorbei an den inzwischen hergerichteten Gebäuden der ehemaligen Siedler. Gleichzeitig erfährt man ein wenig über den Ursprung der umliegenden Ruinen, die man entlang des Auob-Flussbetts sehen kann.

 

Die Deutschen besetzten 1884 Namibia, das damalige Südwestafrika. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 begann Südafrika eine Reihe von Wasserstellen entlang des Auob-Flusses zu bohren, um die eigenen Truppen auf dem Weg nach Namibia mit Wasser zu versorgen. Um die Wasserlöcher zu schützen und zu pflegen wurden Männer vor allem aus den umliegenden Gemeinden angestellt. Diese Wachen durften neben den Bohrungen mit ihren Familien und Vieh auch siedeln. Sie verwendeten traditionelles Flechtwerk und Lehm oder das Gestein vor Ort, um ihre Häuser und Lager zu bauen. Später wurde der heutige Park vermessen und dann in Farmen aufgeteilt. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen weiße Farmer und später dann auch Farbige. Aber nur wenige Familien konnten dauerhaft auf diesen abgelegenen Farmen mit der harschen  Natur bleiben.

Giraffen in der Kalahari

Giraffe bei Mata Mata
Giraffe bei Mata Mata

Die Giraffen finden sich lediglich im Bereich Mata Mata bis maximal Urikaruus im Süden. Uns hat mal jemand erzählt, das es überhaupt Giraffen hier gibt, ginge auf die folgende Geschichte zurück:

 

Man hat im Park einmal ein Giraffenskelett gefunden und daraus geschlossen, dass die Giraffe hier einmal natürlich vorkam. Also wurden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Angola–Giraffen aus dem namibischen Etosha Nationalpark hierher gebracht und ausgewildert. Man hat dabei ignoriert, dass im Kgalagadi Transfrontier Park eigentlich die Kap-Giraffen aus Südafrika heimisch wären. Allerdings war damals nur die entsprechende Abteilung des Etosha Nationalparks als einzige in der Lage solch einen Tiertransport durchzuführen. Daher also leben hier nun Einwanderer aus dem namibischen Etosha im Kgalagadi Transfrontier Park.

Versorgung, Camps und Barrierefreiheit

Versorgung

Tanken in Askham
Tanken in Askham

Tankstellen findet ihr in Twee Rivieren, Nossob und Mata Mata. Wir haben es bei Aufenthalten im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark allerdings auch mehrfach erlebt, dass es gerade kein Benzin gab. Ist es zu heiß, kann Benzin nur am kühlen Morgen getankt werden. Diesel gibt es den ganzen Tag. Bezahlt wird bar – daher (s. o.) ausreichend Bargeld mitbringen. Und klar, ihr solltet unbedingt vor der Einfahrt in den Park tanken. Das gehört übrigens hier zu den Grundregeln: Man weiß nie, wann und wo der richtige Sprit verfügbar ist, also immer volltanken, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Das geht

  • an der Strecke von Namibia nach Mata Mata in Koes (154 km) oder Gochas (181 km)
  • an der Strecke von Botswana nach Nossob in Richtung Norden in Hukuntsi (311 km) oder in Richtung Südosten in Tshabong (292 km)
  • aus Südafrika kommend in Askham (75 km) oder manchmal auch in Andriesvale (55 km)

Innerhalb des Kgalagadi Transfrontier Nationalparks gibt es Shops nur in den Camps Twee Rivieren, Nossob und Mata Mata, besonders groß und vielfältig ist deren Angebot allerdings nicht. Frisches Obst und Gemüse gibt es meistens gar nicht, Brot ebenso. Fertiggerichte oder Dosen sowie Getränke mit und ohne Alkohol, Milch, Kaffee und ein paar grundlegende Medikamente, das ist es im Wesentlichen. Ich empfehle daher, vorher einen Plan zu machen und die Lebensmittel mitzubringen.

 

In Upington gibt es mehrere große und gut sortierte Supermärkte, so haben wir unsere Versorgung (hier gibt es unsere Einkaufsliste) praktisch komplett erledigt bei

SUPERSPAR Kalahari

Van Riebeeck Street Shop 33

Kalahari Mall C/O Malherbe

  Upington, 8800

 

Fleisch zum Grillen sowie etwas Wurst und Schinken in hervorragender Qualität und für den Transport in Portionen vakuumiert habe ich bereits von zu Hause aus per Mail vorbestellt, das ging völlig problemlos bei

Upington Butchery/Upington Slaghuis

24 Scott St

Upington, 8801

 

Wegen der schlechten Wasserqualität im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark solltet ihr unbedingt euer Trinkwasser selbst in ausreichender Menge (denkt auch ans Kochen, Zähneputzen …) mitbringen und nicht das Wasser aus den Hähnen nutzen.

Strasse im Auob Tal
Strasse im Auob Tal

Nur in Twee Revieren gibt es einen Geldautomaten, allerdings ist dieser oft leer, hat keine Verbindung oder eine andere Störung. Vergleichbares gilt auch für Kreditkartenzahlungen im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark, die zwar grundsätzlich in Twee Rivieren, Nossob und Mata Mata möglich sind, aber ebenso häufig eben doch nicht funktionieren. Nehmt also bitte ausreichend Bargeld (südafrikanische Rand) – auch für das Tanken – mit.

 

Euer Mobiltelefon findet hoffentlich Netz in Twee Revieren, Two Rivers (dort dann das botswanische Mobilfunknetz) und – so erzählt man sich – als Gast im Wilderness Camp Rooiputs bei der Campsite Nr.5 (Botswana Netz und Südafrika Netz).

Mobiltelefonempfang vom namibischen MTC Netz habt ihr vielleicht bei Mata Mata. Und einen öffentlichen Fernsprecher gibt es in Twee Rivieren.

 

24 Stunden Stromversorgung habt ihr nur in Twee Revieren, deshalb gibt es auch nur dort Klimaanlagen. Lade-Strom für Akkus bekommt ihr vielleicht in Mata Mata an der Rezeption. Keinerlei Lademöglichkeiten gibt es in den Wilderness Camps.

Barrierefreiheit

Kamqua Picknickplatz im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark
Kamqua Picknickplatz im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark

Der Reiz des Kgalagadi Transfrontier Nationalparks liegt sicherlich in seiner Wildnis. Für alle Gäste gibt es nur sehr beschränkten Komfort und Einrichtungen. Barrierefrei zugänglich sind das Raubtierzentrum und die Beobachtungshütte in Nossob und das Informationszentrum in Twee Rivieren.

 

In Nossob und Twee Rivieren gibt es barrierefreie Toiletten in den dortigen Campingbereichen, ebenso findet ihr diese in  Mata Mata, Twee Rivieren und auf den Picknickplätzen Dikbaardskolk und Auchterlonie.

 

Drei Chalets in Twee Rivieren, eine Hütte im nur per 4x4 erreichbaren Camp Bitterpan, ein Zelt im Wilderness Camp Kiliekrankie und zwei Zelte im Kalahari Tented Camp haben Rampen und barrierefreie Bäder mit einer ebenerdigen Dusche. Aber erwartet keine DIN-genormte Barrierefreiheit, alle diese Einheiten haben mit Blick auf die Rollstuhlgerechtigkeit auch ihre Schwächen – aber man kann, mit Unterstützung auf jeden Fall, klarkommen. Urikaruus auf Stelzen und Gharagab auf einer Sanddüne (nur mit 4 × 4 erreichbar) haben keine Einheiten für Rollstuhlfahrer.

Camp Twee Rivieren

Blick vom Camp Twee Rivieren (Südafrika) auf das Camp Two Rivers (Botswana)
Blick vom Camp Twee Rivieren (Südafrika) auf das Camp Two Rivers (Botswana)

Das Camp Twee Rivieren liegt am Südeingang des Kgalagadi Transfrontier Nationalparks, ist das größte Camp und hat  neben einem Nationalpark Informationszentrum sogar ein Restaurant. Sonst gibt es hier Camping-Stellplätze und Chalets, einen kleinen Einkaufsladen und eine Tankstelle.

 

Unser Cottage (FA2Z) hatte ein Schlafzimmer mit 2 Einzelbetten sowie WC und Dusche, es war klimatisiert und hatte in der Küche einen 2-Platten-Kocher und einen großen Kühl-/Gefrierschrank. Mit einer Rampe am Eingang war es problemlos rollstuhlgängig.

Kalahari Tent Camp

In der Regel bestehen die Wilderness-Camps im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark wie das Kalahari Tent Camp aus wenigen Chalets. Zäune gibt es nicht. Das Kalahari Tent Camp liegt auf einer roten Sanddüne mit Blick auf ein Wasserloch im trockenen Bett des Auob-Flusses. Es ist 3 km vom Mata-Mata-Camp entfernt. Camp und Zufahrtsstraße sind ausschließlich für Übernachtungsgäste bestimmt. Diese müssen eigenes Brennholz oder Holzkohle sowie eigenes Trinkwasser mitbringen.

 

Unser Zwei-Bett-Zelt (DTZ2) war problemlos für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Es bestand aus einem Schlafzimmer mit Deckenventilator, Bad und getrennt davon ein gesondertes Küchenzelt. Jedes Zelt ist mit Besteck, Geschirr, Bettwäsche, Gas-Kühlschrank und Grill ausgestattet, warmes Wasser und Kochen erfolgt über Gas, Licht gibt es über eine Solaranlage, die allerdings nur begrenzte Leistung liefert (föhnen z. B. kann man sich nicht). Im Camp gibt es einen kleinen Swimmingpool. 

 

Dass es keine Zäune gibt bescherte uns im Übrigen am ersten Abend bettelnde Besucher vor unserer Terrasse. Die beiden Schabrackenschakale waren wohl vom Duft unseres Grills angelockt worden. Und nein, wir haben die Tiere natürlich nicht gefüttert.

Diamond T Gift and Coffee Shop in Askham

Askham
Askham

Unterwegs lohnt ein kurzer Stopp im Padstall in Südafrika sich eigentlich immer. Sei es, weil man im Padstall eine willkommene Abwechslung auf langer Strecke hat oder weil man aus anderen Gründen einen Stopp einlegen muss. Selbst wenn man nichts zu trinken oder essen braucht, schaut man sich im Padstall oder Farmstall um und fährt anschließend erfrischt wieder weiter.

 

Zwischen Upington und Twee Rivieren ist der Diamond T Gift and Coffee Shop in Askham zu empfehlen. Das Gebäude wurde ursprünglich von der südafrikanischen Eisenbahn errichtet und diente als Bushaltestelle für die großen roten Diamond T-Busse, die Waren und Passagiere auf den staubigen Strecken transportierten. Heute gibt es hier heiße und kalte Getränke, hausgemachten Backwaren und kleine Mahlzeiten, die frisch zubereitet werden. Der Laden ist auch eine Fundgrube mit örtlichem Kunsthandwerk, Geschenken, Konserven, Zwieback usw.

 

Diamond T Gift and Coffee Shop

Askham, Südafrika

+27824969941

 

 

Weitere Hinweise auf die sogenannten Padstalle in Südafrika habe ich für Euch auf einer Karte zusammengestellt.

Mehr zum Thema Afrika findet Ihr auch hier:

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Kalahari pur - Kgalagadi Transfrontier Nationalpark (Fr, 20 Nov 2020)
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Kommentare

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Saturday, 21 November 2020 06:18)

    Draußen dunkel und -2 Grad, das Reisen weltweit durch ein kleines Virus stillgelegt, aber Du verstehst es, einen in eine andere Welt mitzunehmen, in eine eindrucksvolle Wildnis voller Wärme, Giraffen, Antilopen und Schakale. Was spielt es da für eine Rolle, wenn man mal im Sand steckenbleibt ...? Das gehört zu einer zünftigen Safari dazu und ist das Salz in der Suppe. Das natürlich erst später, und nicht, wenn man gerade in der Situation steckt ;-)
    Danke fürs Mitnehmen und Heia Safari! Irgendwann auch wieder real und nicht nur virtuell.

  • #2

    Zypresse unterwegs (Saturday, 21 November 2020 10:25)

    Guten Morgen, Beate!
    Zum Thema kalt: kaum war der Beitrag gestern online erreichte mich eine Nachricht der Freundin: „Und Du hast wohlweislich auf die Warnung verzichtet, dass es nachts sehr kalt werden kann!“ Recht hat sie, aber nur teilweise: Ich habe es schlicht vergessen. Aber unsere erste Nacht im Kalahari Tent Camp war wirklich sehr, sehr kalt, wir sind während der Nacht immer wieder frierend aufgewacht, trotz zusätzlicher Wolldecke und Leggings im Bett. Damit rechnet man ja nun eigentlich nicht, wenn man nach Afrika reist …