Kalahari im Sturm

Kiliekrankie
Kiliekrankie

Der Kgalagadi Transfrontier Park gehört schon lange zu unseren Favoriten im südlichen Afrika. So waren wir auch im Oktober 2006 dort, zum ersten Mal im Camp Kiliekrankie. Das Camp selbst ist klein, nur vier Zelte in spektakulärer Lage, mitten in der einsamen roten Sandlandschaft der Kalahari, hoch auf einer Düne mit einem wunderbaren Blick auf ein Wasserloch.

 

Am zweiten Nachmittag unseres Aufenthaltes passierte es: ein Sturm kündigte sich an. Zunächst mit einem fernen Grollen, Donnern, das immer näher kam. Es rumpelte, es krachte, es dröhnte. Wolkenformationen zogen auf, zogen immer schneller vorbei, türmten sich immer eindrucksvoller vor uns auf. Die Tiere wurden merklich unruhig, am Wasserloch unten im Tal fehlten die üblichen Besucher, die Sekretärsvögel kamen nicht, der Schabrackenschakal eilte am Hang der gegenüberliegenden Düne in Richtung seines Baus, die Afrikanische Wildkatze rief ihre Kätzchen und trieb sie in die Sicherheit der Höhle hinter dem nächsten Sandhügel. Der Wind kam, zerrte an den Zeltwänden, zunächst noch als Luftzug und angenehme Abkühlung von der Tageshitze empfunden. Aber er wurde böiger, immer kräftiger, bald beunruhigend stark. Wir fühlten uns so klein und machtlos angesichts der Naturgewalten, die um uns brausten.

Kiliekrankie
Kiliekrankie

Das Licht änderte sich schnell wie die Wolken zogen, wurde rötlich, wurde schwefelfarbig, wurde düster dann dunkel. Der Lärm des Donners kam immer näher, Blitze erhellten den Nachmittag und der Sturm toste um uns herum. Wir hatten uns längst in das Zelt zurückgezogen, auf der Terrasse war das Sitzen unmöglich geworden, denn der Wind brachte immer mehr feinen roten Kalaharisand mit. Die Gedanken kreisten: Hält unser Zelt dem Sturm stand? Sind wir hier in Sicherheit?

 

Draußen war es inzwischen ganz finster geworden, die Zeltwände hatten wir allesamt geschlossen und saßen im Kerzenschein in unserem sicheren Hort. Der Donner war nun ganz nah, folgte fast unmittelbar auf den hellen Schein der Blitze.

 

Dann plötzlich war es leise, ganz still, nur für wenige Minuten: kein Wind, kein Donner, kein Geräusch um uns zu hören. Ein magischer Moment, der sich auflöste, als die ersten dicken Regentropfen auf unser Zeltdach klopften, zu einem stetigen Geräusch wurden. Der Wind frischte wieder auf, auch Blitz und Donner waren wieder da.


Der Regen Afrikas, dringend in der trockenen Wüste der Kalahari erwartet, gebraucht, um den Zyklus des Lebens neu anzustoßen, war eine Erlösung. Eine Erlösung für das Land, die Tiere und Pflanzen, aber auch für uns, nahm er doch die Spannung der letzten Stunden von uns.


http://blog.reiseworldtv.de/
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Dies ist mein Beitrag zur Blogparade von ReiseWorld unter dem Titel "Wir suchen eure schönste Reiseerinnerung".

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