Mit dem Schiff unterwegs im Fjordland: auf dem Milford Sound

Milford Sound mit Mitre Peak
Milford Sound mit Mitre Peak

Eines der ganz bekannten Naturwunder Neuseelands liegt im Süden der Südinsel, in einem abgeschiedenen Teil des Fjordlands. Das Wetter dort ist in der Regel feucht, um nicht zu sagen nass, es ist nicht sehr warm und es wimmelt nur so von Sandflies.

 

Uns hat sich gleich zu Beginn unserer Reise der Milford Sound, UNESCO Weltnaturerbe, von seiner allerbesten Seite gezeigt. Das Wetter war wunderbar, der Himmel strahlte blau, die Sonne schien, das Wasser war ruhig, die Temperatur angenehm und die Sandflies waren einfach nicht da.

 

Fakten zum Milford Sound

  • Lage: im Südwesten der Südinsel Neuseeland, ca. 120 km von Te Anau
  • beherrscht wird er vom Mitre Peak (Bischofsmütze) mit einer imposanten Höhe von 1.692 Metern
  • Regentage: meist um die 180 Regentage im Jahr mit zwischen 6.000 – 8.000 mm Regen pro Jahr
  • 15 km lang endet er in der Tasman See
  • häufig ist er weniger als 1 km breit
  • an seiner tiefsten Stelle ist das Wasser ca. 287 Meter tief
  • zwei ständig Wasser führende Wasserfälle
    • Lady Bowen Falls (164 Meter), die direkt neben der Abfahrtsstelle der Schiffe liegen, und die
    • Stirling Falls (155 Meter)
auf dem Weg zum Milford Sound
auf dem Weg zum Milford Sound

Von TeAnau sind es knappe 120 km bis zum Milford Sound, wir mussten also bereits kurz nach sechs aufstehen. Das war allerdings auch nicht sonderlich schwierig, da wir wohl doch noch ein wenig mit der Zeitverschiebung zu kämpfen hatten.

 

Gegen halb acht ging es dann los in Richtung Milford Sound. Die Sonne schien zwar, aber es war ziemlich kühl und überall hing noch Nebel. Ein Teil der Straße führte durch Wald und die Bäume waren über der Straße fast zusammengewachsen. Unterwegs konnten wir dann aber sehr schön sehen, wie die Sonne immer mehr die Konturen heraus arbeitete und der Nebel nach und nach verschwand.

Terminal am Milford Sound
Terminal am Milford Sound

Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrt, auf der wir die Umgebung sehr genossen haben, kamen wir am Anleger an. Parken unmittelbar am Cruise-Terminal war kein Problem, es gibt dort ausgewiesenen Behindertenparkplätze. Und am Schalter von Southern Discoveries bekamen wir sehr schnell unsere Bordpässe.

 

Mit uns gingen zwei relativ große Gruppen von Asiaten unterschiedlicher Herkunft an Bord. Das führte dann anfangs dazu, dass in zwei asiatischen Sprachen gleichzeitig Erklärungen abgegeben wurden. Zum Glück hat sich der Kapitän, der seine Ansagen dann jeweils auf Englisch machte, zu diesem Zeitpunkt noch zurückgehalten. Sonst wäre das Durcheinander perfekt gewesen.

 

Auf dem Schiff gab es zu unserer gebuchten Tour warmes Essen, natürlich gegen Aufpreis. Die Reisegruppen kaperten sofort das Buffet. Wir aber nicht, denn wir hatten uns vorgenommen, nach der Schiffstour an einem schönen Fleckchen ein Picknick zu veranstalten.

Was macht den Milford Sound so besonders?

auf dem Milford Sound
auf dem Milford Sound

Durch das viele Regenwasser haben sich im Milford Sound zwei Wasserschichten gebildet. Das salzhaltige Meerwasser liegt unter einer Süßwasser Schicht. Dieses wird von regelmäßigen und immer in Mengen fallender Wolkenbrüche gespeist. Je nach Regenmenge wächst die Süßwasserschicht an oder wird bei weniger Niederschlägen auch mal dünner. Gleichzeitig wird Sediment, abgestorbene Pflanzenteile usw. in die Süßwasserschicht gespült. Diese wird dadurch getrübt, um nicht zu sagen: dunkel.

 

Durch diese Wasserkonstellation herrschen im Milford Sound Lichtverhältnisse wie in der Tiefsee. Pflanzen- und Tierwelt unter Wasser haben sich entsprechend angepasst. Der Sound ist daher ein wissenschaftliches Paradies. Man findet Tiere, die sonst nur in der Tiefsee vorkommen und es wachsen hier die lichtscheuen roten und schwarzen Korallen.

Die Bootstour durch den Fjord

mit dem Schiff unterwegs auf dem Milford Sound
mit dem Schiff unterwegs auf dem Milford Sound

Die Strecke, die die Ausflugsschiffe im Milford Sound in gut zwei Stunden zurücklegen unterscheidet sich eigentlich nicht. Man startet am Anleger und dann geht es los entlang des süd-westlichen Ufers bis zur Tasmanischen See. Unterwegs hat man immer wieder schöne Ausblicke auf die zahlreichen Wasserfälle, die insbesondere nach Regenfällen sehr beeindruckend sein müssen.

 

Unterwegs gibt es die Gelegenheit, Neuseeländische Seebären (Arctocephalus forsteri) faul auf den Felsen herum liegen zu sehen (aber da muss man schon sehr genau hinschauen, sie passen sich gut getarnt in ihre Umgebung ein). Wir hatte das große Glück, auch eine Delfinschule vorbei schwimmen zu sehen.

 

Bei der Mündung in die Tasmanische See wurde es ein wenig unruhiger, der Kapitän machte einen kleinen Witz: "von hier könnten wir jetzt ungestört bis Australien schwimmen" und dann ging es auch schon wieder zurück in den Fjord.

auf dem Oberdeck
auf dem Oberdeck

Die Tour zurück führte uns dann entlang der nord-östlichen Uferlinie. Highlight auf dem Rückweg ist ein Stopp bei den Stirling Falls. Hier machen sich die Kapitäne der Ausflugsschiffe einen Spaß daraus, den Bug des Schiffes unter die Gischt der Fälle zu steuern - und je nach Umfang des Wasserfalles kann es dabei recht nass werden.

 

Die beste Rundum-Sicht hat man auf dem zweiten Oberdeck. Dort kann man in nahezu alle Richtungen schauen, fotografieren und Wind, Luft, Sonne genießen.

 

Der Milford Sound, der eigentlich ein Fjord ist, ist einfach atemberaubend. Die Landschaft kann ich eigentlich kaum beschreiben. Es war einfach nur wunderschön und die Sonne tat an diesem Tag ihr allerbestes, um den Milford Sound von seiner schönsten Seite zu zeigen. Keine Wolke am Himmel und ein ganz kleines bisschen Wind. Und keine einzige Sandfly.

 

Ach ja, und wieso nun ein Sound, der eigentlich ein Fjord ist? Kurze Erklärung: ein Fjord wird vom Eis eines Gletschers geschaffen und ein Sound bildet sich beim Zusammenwirken von Meer und einem Fluss an dessen Mündung.

Information und Barrierefreiheit

Schlechte Sicht vom Platz für Rollstuhlfahrer
Schlechte Sicht vom Platz für Rollstuhlfahrer

Die Schiffe von Southern Discoveries sind nicht komplett rollstuhlgerecht - aber die Pride of Milford ist auf dem Hauptdeck mit einer Rampe gut zu erreichen. Es muss eine ca. 20 cm hohe Schwelle überwunden werden. Dafür hat der Veranstalter für Rollstuhlfahrer extra zwei kleine Rampen angefertigt, die dann angelegt werden. Rollstuhlgeeignete Toiletten gibt es an Bord nicht (aber im Cruise-Terminal).

 

Mit dem Rollstuhl kann man den Innenraum des Schiffes leider nicht verlassen. In der Sitzbank am Bug sind allerdings zwei Plätze ausgelassen. Auf diese passt jeweils ein Rollstuhlfahrer. Man hat dann grundsätzlich einen Blick nach draußen, begrenzt durch den Bug und das Oberdeck (Ausnahme: es setzen sich draußen rücksichtslose Mit-Passagiere auf die vor dem Fenster stehende Schwimmwestenkiste und versperren so dem Rollstuhlfahrer den Blick - das haben wir leider erleben müssen).

 

Es gibt zwei Behindertenparkplätze direkt vor dem Cruise-Terminal und weitere etwa zehn Minuten entfernt auf dem allgemeinen Parkplatz.

 

Tanja von Takly on tour war auch auf dem Milford Sound unterwegs.

Unsere Tour durch den Milford Sound haben Southern Discoveries durch einen kleinen Rabatt auf den Ticketpreis unterstützt. Ich bedanke mich herzlich dafür. Meinung und Bewertung bleiben wie immer meine ganz persönliche.

Und zum guten Schluss noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache:

lange Urlaub haben bei Nebenbei-Bloggern zur Folge, dass nach der Heimkehr zunächst der Alltag abgearbeitet werden muss. Seid also bitte geduldig, weitere Neuseeland Beiträge werden folgen - aber wir brauchen einfach noch ein bisschen Zeit. Danke für Euer Verständnis.

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Kommentare: 4
  • #1

    One Million Places (Dienstag, 21 März 2017 13:59)

    Ein schöner Bericht und tolle Eindrücke. Viele der Bilder haben wir auch bei uns im Beitrag von Milford Sound und freuen uns natürlich auch auf einen Gegenbesuch :)

    https://one-million-places.com/reiseberichte/australien-neuseeland/neuseeland/bootsfahrt-milford-sound

    Viele Grüße
    Sandra & Michael

  • #2

    Zypresse (Dienstag, 21 März 2017 14:11)

    Hui, auf Euren Fotos seht Ihr aber doch recht verfroren aus - der Nachteil bei der sehr frühen Tour. Aber dennoch: schöner Bericht und eindrucksvolle Fotos (Ihr hattet wenigstens ein Tele für die Seebären dabei ;-), man kann die ja richtig gut erkennen!)

  • #3

    Beate (Mittwoch, 22 März 2017 21:24)

    Danke für den interessanten Bericht und die wunderbaren Fotos; da hattet Ihr in der Tat riesiges Glück mit dem Wetter. Als wir unsere Bootstour mit der "Milford Haven" machten, regnete es in Strömen, und es wurde neblig. Tagebucheintrag vom 19. Januar 1985: "Muss großartig aussehen, wenn man was sieht!"
    Ich freue mich auf die nächsten Beiträge von Euch "Nebenbei-Bloggern" und warte auch gerne geduldig darauf.
    Welcome back home!
    Beate

  • #4

    Zypresse (Mittwoch, 22 März 2017 21:55)

    Danke, liebe Beate. Und die Reisetagebücher sind ja offenbar bereits ausgepackt, wie ich Deinem Zitat entnehme. Da freue ich mich schon auf die nächsten Zitate, die zu unseren Beiträgen passen!