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Neuseeland: 7 Fakten und unsere 6 Highlights

Neuseeland:  7 Fakten und unsere 6 Highlights
Neuseeland: 7 Fakten und unsere 6 Highlights

Typisch Neuseeland? Kiwis, Schafe und Maoris, klar. Auf der anderen Seite der Erde, ewig lange Flugzeit, kalt und Schnee, wenn hier Sommer ist – ist das alles, was Euch zu Neuseeland einfällt?

 

Falls ja, wir hätten hier noch so einiges zu bieten. Ich habe nämlich mal einige skurrile Fakten zu Neuseeland ebenso aufgeschrieben wie auch unsere Highlights der Reise durch das Land der weißen Wolke. So gesehen ist das hier also ein Lumpensammler-Post mit all den Themen, die wir für wichtig halten.

 

Los geht es also!

Neuseelands Fiordland auf der Südinsel
Neuseelands Fiordland auf der Südinsel

Der Südwesten und Westen der Südinsel hat überwiegend nur Flora zu bieten. Dieser Teil Neuseelands ist bestens geeignet für Wanderer, Radfahrer und Adrenalin-Junkies. Auf die abseits der Straßen gelegenen Wanderwege kommen wir nicht. Das Erlebnis Natur ergibt sich für uns nur aus dem Auto heraus links und rechts der Straße. Auch Strände sind für den Gatten mit dem Rollstuhl bzw. uns natürlich völlig ungeeignet. Der Lonely Planet (1406 Seiten starker) Reiseführer weist immer wieder auf die wunderschönen Strände und die zahlreichen Wassersportmöglichkeiten hin. Nichts von alledem ist für uns geeignet.

 

Was wir auch festgestellt haben: dadurch, dass wir zu zweit und im Mietwagen unterwegs waren, haben wir nicht sonderlich viel Kontakt zu anderen Leuten, insbesondere zu den Kiwis, bekommen.  Wir sind mit uns beiden in der Regel unter uns, sprechen Deutsch und haben eigentlich außer dem üblichen „Hallo, guten Morgen, guten Tag und wie geht’s“ keinerlei sprachlichen Kontakt zu den Neuseeländer*Innen (ausgenommen die Bestellung von Essen und Getränken und beim Einkaufen und an der Rezeption). Als Alleinreisender kann man sich womöglich intensiver und besser auf Land und Leute einlassen. Schon zwei sind eine Gruppe und lernen deshalb weniger über die Sitten und Gebräuche des besuchten Landes.


Brokenwood – Mord in Neuseeland

Eine Empfehlung im Fernsehen: von Zeit zu Zeit sendet die ARD einzelne Folgen von Brokenwood – Mord in Neuseeland
(The Brokenwood Mysteries). Eine sehr stimmungsvolle neuseeländische Krimiserie mit bisher 24 Folgen in 6 Staffeln, die pro Folge einen Mordfall in einer scheinbar beschaulichen Kleinstadtidylle behandelt. Inspektor Mike Shepherd kümmert sich mit seinem Team um die Aufklärung der Fälle. Gedreht wurde in den idyllischen Weinanbaugebieten und an der spektakulären Küste nördlich von Auckland. Die Serie ist leider nicht in der Mediathek (die ARD hat keine entsprechenden Rechte bekommen) vorhanden, aber vielleicht schafft Ihr ja die ein oder andere Folge von Brokenwood – Mord in Neuseeland.

7 Fakten über Neuseeland (und ein Extra)

Neuseeland ohne Farne? UNVORSTELLBAR!
Neuseeland ohne Farne? UNVORSTELLBAR!
  1. Neuseeland war mit Ausnahme der Polarregionen die letzte große Landmasse, die besiedelt wurde
  2. Neuseeland war die erste große Nation, die allgemeines Wahlrecht hatte – schon 1893 erhielten alle Neuseeländerinnen und Neuseeländer das Wahlrecht
  3. es gibt keine Atomkraftwerke in Neuseeland
  4. Neuseeland hat, mit Ausnahme der Katipō (und die ist so selten, dass sie nicht wirklich zählt) keine einheimischen gefährlichen oder giftigen Tiere und es gibt keine Schlangen
  5. Fledermäuse sind die einzigen heimischen Landsäugetiere des Landes, der Rest wurde von Maoris und Europäern eingeführt
  6. in Neuseeland hört man das Wort „Kiwi“ ziemlich oft – es gibt den einheimischen flugunfähigen Vogel (der im Übrigen das Wappentier der neuseeländischen Airforce ist) und die Kiwifrucht, auf der anderen Seite bezeichnen sich die Neuseeländer auch selbst so
  7. Neuseeland hat zwei offizielle, gleichrangige Nationalhymnen: God Save the Queen (die englische Nationalhymne) und God Defend New Zealand

Und noch ein „Extra“: Hier sagt die Welt „Guten Morgen“. Gisborne ist der erste Ort auf der Welt, der zu Beginn des Jahres die Sonne über dem Horizont aufgehen sieht – die Stadt liegt nur 496,3 Kilometer von der internationalen Datumsgrenze entfernt auf dem 178. Längengrad.

Touren in Neuseeland*

1. Mit dem Zweimaster durch die Bay of Islands segeln

R. Tucker Thompson am Anleger in Russell
R. Tucker Thompson am Anleger in Russell

Ohne Zweifel zählt dieser Tag zu den absoluten Highlights unseres Neuseeland Roadtrips: Mit dem Zweimaster durch die Bay of Islands segeln.

 

Wir waren ein wenig zu früh im Hafen von Russell, der idyllisch an der Bay of Islands liegt, und konnten so die R. Tucker Thompson schon beim Anlegen ausführlich bewundern. Ein wunderschönes und stolzes Schiff, das sich anmutig dem Pier näherte.

 

Die Fahrt mit dem Motorsegler sollte ca. 5 Stunden dauern. Bevor es dann endlich losging, gab der Skipper noch die notwendigen Sicherheitshinweise. Das Wetter war super toll. Die Sonne strahlte vom wieder ein Mal absolut blauen Himmel und nachdem zunächst zwei Segel gesetzt waren, gab es auch ausreichend Schatten, um nicht sofort von der Sonne verbrannt zu werden. Allerdings hat die Crew auch Sonnenschutzcreme verteilt.

 

Die Passagiere waren aufgefordert, beim Segelsetzen zu helfen. Und so haben wir dann, in Erinnerung an unsere Prüfung für den Motorbootführerschein, eine Klampe mit Kopfschlag belegt. Die Segel dienten jedoch zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht der Fortbewegung. Dafür gab es nicht genügend Wind. Darauf hatte auch der Skipper schon hingewiesen. Deshalb schipperten wir vorerst noch mit Motorkraft durch die Bay of Islands über sehr klares und sehr blaues Wasser vorbei an zahlreichen Inseln und Inselchen.

2. Milford Sound

Milford Sound mit Mitre Peak
Milford Sound mit Mitre Peak

Mit dem Milford Sound liegt eines der ganz bekannten Naturwunder Neuseelands im Süden der Südinsel, in einem abgeschiedenen Teil des Fjordlands. Uns hatte sich gleich zu Beginn eines der Highlights der Reise durch Neuseeland der Milford Sound, UNESCO Weltnaturerbe, von seiner allerbesten Seite gezeigt. Das Wetter war wunderbar, der Himmel strahlte blau, die Sonne schien, das Wasser war ruhig und die Temperatur angenehm.

 

Fakten zum Milford Sound

  • Lage: im Südwesten der Südinsel Neuseeland, ca. 120 km von Te Anau
  • beherrscht wird er vom Mitre Peak (Bischofsmütze) mit einer imposanten Höhe von 1.692 Metern
  • Regentage: meist um die 180 Regentage im Jahr mit zwischen 6.000 – 8.000 mm Regen pro Jahr
  • 15 km lang endet er in der Tasman See
  • häufig ist er weniger als 1 km breit
  • an seiner tiefsten Stelle ist das Wasser ca. 287 Meter tief
  • zwei ständig Wasser führende Wasserfälle
    • Lady Bowen Falls (164 Meter), die direkt neben der Abfahrtsstelle der Schiffe liegen, und die
    • Stirling Falls (155 Meter)
auf dem Weg zum Milford Sound
auf dem Weg zum Milford Sound

Aber auch unsere Fahrt zum Milford Sound und zurück nach Te Anau waren ein wunderbares Erlebnis und boten uns Einblicke in die tolle Natur Neuseelands.

 

Früh aufgestanden sind wir an dem Tag als es in Richtung Milford Sound losging. In Te Anau war es noch ruhig und verschlafen. Der Morgen war ziemlich kühl und überall hing noch Nebel. Kaum hatten wir den Ort verlassen führte die Straße durch einen Wald. Die Bäume waren über der Straße fast zusammengewachsen, man fuhr wie durch einen Tunnel. Die Sonne schien schon, stand allerdings noch relativ tief. Und in Verbindung mit den Bäumen und dem Nebel ergab sich ein fast gespenstisches Bild. Kein Wunder, dass uns dabei Bilder aus dem Herrn der Ringe in den Kopf kamen. Aber je weiter wir kamen, desto mehr konnte die Sonne die Konturen herausarbeiten und der Nebel verschwand nach und nach.

 

Der State Highway 94 heißt Te Anau–Milford Highway oder auch Milford Road. Diese letzten 119 Kilometer Sackgasse bis zum Milford Sound gelten als einer der schönsten Roadtrips der Welt - und das zu Recht! Von Te Anau führt die Straße zunächst am Ufer des Lake Te Anau nach Norden bis Te Anau Downs. Hier biegt sie dann rechts ab in das Tal des Eglington River. Liebliche Wiesen, stille Bergseen und Wälder, Bergrücken an beiden Seiten der Täler, oben von Schneegipfeln gekrönt, immer wieder Blicke auf Flüsse, Bachläufe oder Wasserfälle – ein nicht endendes Panorama an Naturschönheiten zieht an uns vorbei.

3. Orakei Korako

Orakei Korako - See, Thermalgebiet und Empfangsgebäude
Orakei Korako - See, Thermalgebiet und Empfangsgebäude

Eins war klar, als wir unsere Tour durch Neuseeland planten: wir reisen in ein Land mit zahlreichen Vulkanen und viel geothermischer Energie. Orakei Korako - Neuseelands Thermalgebiet mit viel Farben, Geruch und Geblubber musste also unbedingt auf die Liste der zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten. Schließlich gehört die Chance, geothermische und vulkanische Erscheinungen aus der Nähe anschauen zu können zu den wichtigsten Reizen Neuseelands.

 

Auf der Nordinsel war die Zeit dafür dann endlich gekommen, auf dem Weg nach Rotorua hatten wir die erste Gelegenheit dazu. Und tatsächlich: schon als wir auf Taupo zu fuhren, sahen wir die ersten dampfenden Säulen mitten aus dem Wald steigen.

 

Orakei Korako ist ein für den Tourismus erschlossenes Gebiet mit geothermischer Aktivität in Neuseeland,  nördlich von Taupo an den Ufern des Waikato River in der Taupo Volcanic Zone. Orakei Korako ist auch als „Das verborgene Tal“ bekannt.

 

Für uns war Orakei Korako eines der Highlights der Reise durch Neuseeland und hatte zudem den großen Charme, direkt an unserer Fahrtstrecke von Napier nach Rotorua zu liegen, allerdings nicht direkt an der Straße zwischen Taupo und Rotorua. Möglicherweise ein Grund dafür, dass es nur eine erfreulich überschaubare Besucherzahl gab als wir dort waren.

4. Pancake Rocks

Pancake Rocks in Neuseeland
Pancake Rocks in Neuseeland

Mit ein wenig Fantasie ist es wirklich so: wie mehrere Stapel Pfannkuchen sehen diese Felsen an der Westküste der neuseeländischen Südinsel aus. Schmale Rillen durchziehen sie. Daher haben sie jedenfalls ihren englischen Namen: Pancake Rocks.

 

Wir erreichten die markante Felsformation von stapelweise Pfannkuchen – Die Pancake Rocks in Neuseeland

im Paparoa-Nationalpark auf unserer Fahrt die Westküste hoch etwa 40 Kilometer nördlich von Greymouth. Touristisch würde es an diesem Highlight der Reise durch Neuseeland werden, das war uns klar. Mit soviel Andrang hatten wir allerdings nicht gerechnet: riesige Parkplätze, Reisebusse, Reisegruppen mit Reiseleiter*in … Voll war es.

 

Dennoch fanden wir einen nah zum Besucherzentrum und dem Eingang gelegenen Behindertenparkplatz und machten uns neugierig auf den Weg. Würde die Realität den Fotos gerecht werden? Und würden wir hier auch mit dem Rollstuhl etwas zu sehen bekommen?

5. Waitangi

Ausflug in die Geschichte - Waitangi Treaty Grounds
Ausflug in die Geschichte - Waitangi Treaty Grounds

Nicht fehlen darf bei einem Neuseeland Roadtrip die Geschichte, in Gestalt eines Ausfluges in die Geschichte – Waitangi Treaty Grounds.

 

Am 6. Februar 1840 wurde in einem Zelt vor dem „Treaty House“ der Vertrag von Waitangi von Vertretern Großbritanniens und einigen Maoriführern ratifiziert. Durch diesen Staatsvertrag wurde Neuseeland offiziell eine Kolonie und gehörte somit zum Britischen Empire. Dieses Datum wird als „Geburtsstunde“ des modernen Neuseeland gesehen und der Tag seit 1974 als Nationalfeiertag von Neuseeland gefeiert, der Waitangi Day. Neuseelands “Geburtsstätte der Nation“, der Ort Waitangi in Northland, ist von der neuseeländischen Regierung zum “wichtigsten nationalen, kulturellen und historischen Wahrzeichen“ erklärt worden. Der neue offizielle Status unterstreicht die volle Anerkennung Waitangis als Gründungsort Neuseelands.

 

Auf dem Gelände der Waitangi Treaty Grounds steht ein modernes historisches Museum, das am Waitangi Day 2016 eröffnet wurde. Zur Jahrhundertfeier des Vertrages wurde 1940 bereits das Te Whare Runanga, ein traditionelles Versammlungshaus der Maori, errichtet. Ebenfalls ist ein Nachbau von Waka Ngatokimatawhaorua, einem Maori-Kriegs-Kanu, zu sehen, das in einer mit traditionellem Schnitzereien versehenen Bootshalle ausgestellt ist.

6. Whakarewarewa

Torbogen des Gedenkens in Whakarewarewa
Torbogen des Gedenkens in Whakarewarewa

Maori, ja die sieht man. Allerdings, so richtig mit bekommt man kaum, wie sie leben. Denn ihre Wohnstätten sind gesperrt, betreten darf man die nur auf Einladung. Deshalb waren wir auch in Whakarewarewa, The Living Māori Village  - Maori, Dampf und heißes Wasser anschauen.

 

Whakarewarewa, The Living Māori Village wird vom Stamm der Tuhourangi/Ngati Wahiao als eine der bekanntesten touristischen Sehenswürdigkeiten im Raum Rotorua betrieben und kann gegen Eintritt besichtigt werden.

 

Als lebendiges Dorf mit echten Bewohnern wird Whakarewarewa bezeichnet. Tatsächlich leben noch etwa 70 bis 80 Maori im Dorf. Weitere wohnen in und um Rotorua, kommen allerdings regelmäßig in das Dorf und sind dort fest verwurzelt.

 

Der Besuch dort hat uns sehr gut gefallen. Wir fanden es sehr spannend, nicht zuletzt, weil man ansonsten in Neuseeland zwar immer wieder Maori-Siedlungen sieht. Hier findet man den Mittelpunkt der Maori-Kultur, sie und die meisten Häuser sind aber für uns als Touristen nicht zugänglich. Sie sind Orte der Spiritualität und der Lebenskraft, wo Leben und Tod sich verbinden, in dem die Ältesten respektiert und die Sprache gepflegt wird. Von Gästen dürfen sie nur auf Einladung betreten werden. So war Whakarewarewa für uns eine gute Chance, in lebendiger Art und Weise sehen zu können, wie die Maori lebten und leben. Im Mittelpunkt stand aber auch, wie die Thermalenergie der Region schon immer von ihnen genutzt wird.

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