Meine 6 Top-Tipps zu einer Reiseroute in West Kanada

Top-Tipps zu einer Reiseroute in West Kanada
Top-Tipps zu einer Reiseroute in West Kanada

Im September 2018 waren wir im Westen von Kanada. Unsere Planung drehte sich natürlich um Fragen wie „wo wollen wir hin“, „was wollen wir sehen“. Aber beim Reisen mit Rollstuhl sieht es dann doch ein wenig anders aus als viele in Blogs und Reiseberichten beschriebene Touren. Bestimmte Aktivitäten fielen für uns aus: keine Wanderungen über holprige Wege, keine Kanutouren zum Whale Watching, kein Rafting usw.

 

Ich habe hier mal einige Fakten zu Kanada ebenso aufgeschrieben wie auch unsere Highlights der Reise durch West Kanada. So gesehen ist das hier also ein Lumpensammler-Post mit den sechs Top-Tipps zu einer Reiseroute in West Kanada, die wir euch auf jeden Fall mitgeben wollen.

 

Kommt ihr mit?

 

Editiert am 01.09.2021*

9 Fakten über Kanada

Moose auf den nächsten 13 km
Moose auf den nächsten 13 km
  1. Rund 10 % des weltweiten Waldbestandes befindet sich im nach Russland zweitgrößten Land der Erde, Kanada hat mehr Seen als alle restlichen Länder der Welt zusammen und die längste Küstenlinie der Welt
  2. Die längste Autobahn der Welt ist der Trans-Canada Highway mit einer Länge von über 4.725 Meilen (ca. 7.604 Kilometer)
  3. Die Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten ist die längste ungeschützte Grenze der Welt und 5.525 Meilen (ca. 8.892 Kilometer) lang
  4. Das Land hat nach Venezuela und Saudi-Arabien die drittgrößten Ölreserven aller Länder dieser Welt
  5. Kanada ist zwar der größte Uranproduzent der Welt, besitzt aber keine Nuklearwaffen und seit 1984 keine Massenvernichtungswaffen
  6. Kanada ist weltweit das Land mit einem der höchsten Bildungsstandards: Über die Hälfte der Bewohner hat einen College (Hochschul-) Abschluss
  7. Hundefutter ist in Kanada steuerlich absetzbar
  8. Kanada hat eine strategische Ahornsirupreserve, um im Notfall die weltweite Versorgung sicherzustellen
  9. In  Churchill (Manitoba) werden Autos nie abgeschlossen, da Menschen so im Falle eines Eisbärenangriffs in ein Auto flüchten können

1. Parks Canada Discovery Pass

Parks Canada Discovery Pass
Parks Canada Discovery Pass

Ihr wollt bei einer Reise durch Kanada natürlich die Natur in den zahlreichen National- und Provincial Parks bestaunen. Die Parks tragen dazu bei, dass die atemberaubenden Landschaften und Lebensräume für die Tierwelt erhalten bleiben. Und natürlich leisten sie ebenfalls einen erheblichen Beitrag, dass die Millionen von Besuchern, die Jahr für Jahr kommen, um diese einzigartige Natur und Tierwelt hautnah zu erleben, sicher und bequem reisen können. Es gibt Ausstellungen und Veranstaltungen über die kanadische Geschichte, Kultur und die First Nations.

 

Zudem gehören unter dem Namen Canadian Rocky Mountain Parks mehrere National- und Provinzparks, nämlich die Nationalparks Banff, Jasper, Kootenay, Yoho sowie die Provinzparks Mount Robson, Mount Assiniboine und Hamber zum Weltnaturerbe der Unesco.

 

Der Parks Canada Discovery Pass ist das Tor zu Geschichte, Natur und Abenteuer von Küste zu Küste in Kanada und für 12 volle Monate ab Kaufdatum gültig. Es gibt diesen Top-Tipp zu einer Reiseroute in West Kanada als Einzel-, Senioren- oder Familien/Gruppen-Ticket.

 

Ach ja, und dann gibt es noch die elektronische Einreisegenehmigung und neu seit dem 21.11.2020 die App: ArriveCAN, um obligatorische Reiseinformationen zur und nach der Einreise nach Kanada bereitzustellen.

2. Vancouver

Vancouver: Stanley Park und Gastown
Vancouver: Stanley Park und Gastown

Unser Kanada Roadtrip mit Rollstuhl hat mit der Landung in Vancouver begonnen und ebenfalls dort ging er mit knapp zwei Tagen Aufenthalt auch zu Ende.

 

Schon bei der Planung hatten wir viel über Vancouver gelesen, zahlreiche Freunde, Bekannte, Blogger hatten begeistert über die Stadt erzählt. Lage, Menschen, Atmosphäre, gutes Essen, viel zu sehen und erleben...

 

Vancouver, ein wichtiges  Reiseziel für Touristen und ein weiterer unserer Top-Tipps zu einer Reiseroute in West Kanada, entstand in den 1860er Jahren als Folge der Einwanderungswelle während des Goldrauschs und entwickelte sich nach der Eröffnung der Eisenbahn von einer kleinen Sägewerkssiedlung zu einer Metropole und einem Dienstleistungszentrum. Der Hafen Vancouver ist heute der größte in Kanada und exportiert mehr Güter als jeder andere Hafen in Nordamerika. Vancouver wird regelmäßig als eine von drei Städten mit der weltweit höchsten Lebensqualität bewertet. Sie ist darüber hinaus der drittwichtigste Standort der nordamerikanischen Filmindustrie.

Die Steam Clock (Dampfuhr), das Wahrzeichen von Gastown, der Altstadt von Vancouver
Die Steam Clock (Dampfuhr), das Wahrzeichen von Gastown, der Altstadt von Vancouver

Ob Gastown wirklich zu den Must-Sees von Vancouver gehört? Wir fanden es nicht unbedingt so besuchenswert, uns gingen hier auch wieder einmal die ungewohnt vielen Menschen und die Unruhe nach drei Wochen Natur und Ruhe in den Weiten Kanadas auf die Nerven.

 

Ich gebe zu: Wir fanden die Stadt nett, aber nach der vielen Natur und der Weite, die wir in den drei Wochen "on the road" erlebt hatten, da war die Großstadt nicht wirklich ein Highlight für uns. Oder lag es vielleicht auch daran, dass sie recht hügelig und damit für einen Rollstuhlfahrer nicht ganz so einfach zu erkunden ist?

 

Vielleicht wäre es also besser, bei der Planung den Besuch von Vancouver an den Anfang der Reise zu legen? Wir merken es uns jedenfalls für eine Wiederholung der Reise so vor.

Sightseeing in Vancouver*

3. Glacier Nationalpark

Kanada: Glacier Nationalpark - Hemlock Grove Boardwalk Trail
Kanada: Glacier Nationalpark - Hemlock Grove Boardwalk Trail

Wir sind bei unserer Rundreise durch Kanada auf dem Weg von Revelstoke nach Golden durch den Glacier Nationalpark gefahren. Es war einer der wenigen Tage auf unserer Kanada Reise, an denen schon früh die Sonne herauskam. Auch wenn es kalt und recht feucht war: die Welt sah gleich ein wenig freundlicher aus.

 

Tatsächlich führte unsere Route uns mitten durch den Top-Tipp zu einer Reiseroute in West Kanada, den Glacier Park, auf dem Trans-Canada-Highway über den Rogers Pass. Auf dem Rogers Pass in 1.327 m Höhe stellt sich die Uhr um und  ihr seid dann nur noch 8 Stunden hinter Deutschland zurück, wenn ihr in Richtung Osten unterwegs seid.

 

Unterwegs den Hemlock Grove Trail zu erkunden war eine Empfehlung des Rangers im Mount Revelstoke Nationalpark gewesen. Er machte uns bei der Rundreise durch Kanada darauf aufmerksam, dass man hier mit dem Rollstuhl wunderbar durch den alten Wald rollen könne.

4. Jasper Nationalpark

Kanada: Jasper Nationalpark
Kanada: Jasper Nationalpark

Der Jasper Nationalpark ist deutlich weniger voll als z. B. der Banff Nationalpark. Und wir fanden ihn bei unserer Rundreise durch Kanada, schon weil er mehr barrierefreie Ziele bietet, ganz klar sehenswerter.

 

Der in Alberta gelegene Jasper National Park wurde 1907 gegründet und ist mit seinen 10.878 km² Fläche der größte Nationalpark in den kanadischen Rocky Mountains. Er gehört zum  UNESCO Welterbe und damit auch zu unseren Top-Tipps zu einer Reiseroute in West Kanada. Seinen Namen hat er von einem Pelzhandelsposten der Hudson’s Bay Company, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts dort war, wo heute der Ort Jasper liegt.

 

Im Park gibt es zahlreiche große Tierarten, wie Elch, Wapiti, Dickhornschaf, Bergziege, Puma, Schwarzbär und Grizzly, aber auch Wölfe und Kojoten. Die Tiere sind teilweise wenig scheu, besonders die Wapitis laufen ungeniert durch die Ortschaft Jasper, wie wir selbst mehrfach sehen konnten. Aber auch eine unserer Bärenbegegnungen hatten wir am Ortsrand von Jasper, ebenso wie die Sichtung von Kojoten.

5. Yoho Nationalpark

Kanada: Yoho Nationalpark
Kanada: Yoho Nationalpark

Wir fuhren in den Yoho Nationalpark weiter von unserem Besuch im Mount Revelstoke National Park. Es ging Richtung Osten über den sehr gut ausgebauten Trans Canada Highway und an diesem Tag auch einmal mit blauem Himmel und Sonnenschein!

 

Der Yoho Nationalpark ist 1310 km² groß und liegt im Hochgebirge der Rocky Mountains. Quer durch den Yoho Nationalpark führen die Canadian Pacific Railway sowie der Trans Canada Highway, der von Golden über den Kicking Horse Pass nach Lake Louise führt. Die größten Gletscher sind das Waputik- und das Wapta-Icefield im Norden des Parks. Die bekanntesten Bergseen sind der Lake O’Hara und der Emerald Lake. Von den zahlreichen Wasserfällen im Yoho Nationalpark sind die Takakkaw Falls mit einer Höhe von 254 Metern die dritthöchsten Wasserfälle Kanadas.

 

Ein Top-Tipp zu einer Reiseroute in West Kanada lag für uns auf dem Rückweg nach Golden. Ein Muss für alle Eisenbahnfans und uns von einem befreundeten Trainspotter ausdrücklich an Herz gelegt ist bei einer Rundreise durch Kanada der Aussichtspunkt auf die Spiraltunnel, ein absolutes Highlight. Der Spiral Tunnels Lookout liegt am Trans Canada Highway 7 1/2 km östlich von Field. Er ist auch für Rollstuhlfahrer gut zugänglich und lohnt auf jeden Fall einen Stopp. Im Video unten kann man einigermaßen erkennen, wie sich der lange Güterzug mit mehreren Lokomotiven vorn und hinten durch die Berge und den unteren Spiraltunnel schlängelt – die Fotos geben dies naturgemäß nicht so deutlich wieder.

6. Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park auf Vancouver Island

Kanada: Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park
Kanada: Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park

Cathedral Grove ist der Name, unter dem der MacMillan Provincial Park auf Vancouver Island auch bekannt ist. Der 301 ha große Park liegt 16 km östlich von Port Alberni am Highway 4 auf Vancouver Island. In der südlich des Highways gelegenen Hälfte des Parks findet sich Cathedral Grove.

 

Unser Tag fing schon mit Regen an. Wir haben uns davon jedoch nicht entmutigen lassen und sind erst einmal ins Auto gestiegen. Ab in Richtung Port Alberni. An Cathedral Grove sind wir zunächst vorbeigefahren. Es regnete so stark, dass ich definitiv keine Lust hatte, auszusteigen. Und der Gatte sowieso nicht. Das Aussteigen mit dem Rollstuhl dauert ja immer etwas länger, er wäre sofort so nass gewesen, dass  er hätte ausgewrungen werden müssen.

 

Auf dem Rückweg kamen wir natürlich wieder an Cathedral Grove vorbei. Voll war es, die Parkplätze waren belegt, am Highway entlang parkten jede Menge Fahrzeuge. Der Gatte hat auch dieses Mal gekniffen: Er blieb lieber im Auto, da es immer noch so nass war und er anschließend ausgesehen hätte, als hätte ihn jemand durch den Matsch gezogen.

 

Ich fand meinen Rundweg dennoch klasse und beeindruckend: Cathedral Grove ist wirklich ein malerischer Wald auf Vancouver Island. Vor allem die Rotzedern und Douglasien sind eine Attraktion, sind doch die Bäume teilweise bis zu 800 Jahre alt. Auch der Umfang mancher Bäume ist immens: bis zu 9 Meter erreichen manche Baumriesen. Deshalb findet auch dieser Ort seinen Platz auf unserer Liste der Top-Tipps zu einer Reiseroute in West Kanada.

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