Weltreise in Bremerhaven: das Klimahaus

Das Klimahaus in Bremerhaven
Das Klimahaus in Bremerhaven

Wir waren ja vor einiger Zeit in Bremerhaven. Von frischem Fisch habe ich schon berichtet, von weiten Ausblicken oder vom Auswandern konntet ihr lesen. Heute wiederum nehmen wir Euch mit auf eine Weltreise in Bremerhaven. Einmal rund um den Globus geht es nämlich im Klimahaus.

 

Im Klimahaus habt ihr die Möglichkeit mehrere Stationen, die Ausstellungsbereiche Reise, Perspektiven und Chancen, zu entdecken. Auch wenn es an unserem Besuchstag besonders quirlig zuging (es war einer der letzten Ferientage, rund 1500 Kinder waren im Klimahaus unterwegs) fanden wir sie wirklich spannend, unsrer „Reise“ entlang des 8° Längengrades 34´, auf dem sich auch das Klimahaus Bremerhaven befindet.

 

Ihr startet eine interaktive Reise entlang des Längengrades und könnt neun verschiedene Orte

  1. Isenthal in der Schweiz
  2. Sardinien in Italien
  3. Kanak im Niger
  4. Ikenge in Kamerun
  5. Königin-Maud-Land in der Antarktis
  6. Satitoa auf Samoa
  7. Gambell – Alaska
  8. die  Hallig Langeneß in Deutschland
  9. und zurück nach Bremerhaven

entdecken. In jedem Land begrüßt euch eine andere Familie oder Person. Von dem jeweiligen Landsmann, der jeweiligen Landsfrau erfahrt ihr mehr über den jeweiligen Ort, die Kultur und natürlich das Klima. Es gibt jede Menge interaktive Exponate, Filme und Audiobeiträge. Sie erläutern kleinen und großen Besuchern auf spielerische und unterhaltsame Weise die durch die klimatischen Veränderungen hervorgerufenen Probleme jedes Etappenortes. So erfuhren wir z. B. die Erosion auf Sardinien, die extreme Dürre im Niger oder das Abschmelzen des ewigen Eises in der Antarktis.

 

Im Mittelpunkt steht dabei stets das Erleben. Ihr könnt alles anfassen, riechen und die Klimaveränderungen auf der Haut spüren. An einer Station „schrumpft“ ihr beispielsweise auf die Größe einer Ameise. Wer will, kann durch kleine Gänge krabbeln und noch viel mehr entdecken.

Eine Reise entlang des Längengrades 8° 34´ Ost

... aus der Perspektive einer Ameise
... aus der Perspektive einer Ameise

Das Klimahaus wurde mit sehr viel Liebe zum Detail entwickelt. Wir waren rund zwei Stunden vor Ort und hatten trotzdem nicht die Möglichkeit, alles zu erkunden. Für euren Besuch würde ich euch deshalb empfehlen, weit mehr als 2 Stunden einzuplanen. Seht euch alles in Ruhe an, zieht euch in die kleinen Höhlen und Hütten zurück und betrachtet die vielen Videos – es lohnt sich auf jeden Fall!

 

Ihr werdet schwitzen und frieren, staunen und lachen – und vor allem Menschen aus aller Welt treffen, die aus ihrem Alltag erzählen und berichten, wie das vorherrschende Klima ihr Leben beeinflusst.

 

Neu für mich war, dass es sich beim Klimahaus um einen eingetragenen Zoo handelt. Die rund 250 verschiedenen Tiere und Insekten waren in meiner Erinnerung gar nicht mehr so präsent. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut auf meiner „Reise um die Welt“ Schildkröten, Schlangen und kleine Affen zu treffen.

Während unseres Rundganges begleiteten wir den Bremer Architekten Axel Werner und den israelisch-amerikanischen Dokumentarfilmer B.Z. Goldberg. Sie sind 1 1/2 Jahre entlang des Längengrads 8° Ost 34' um die Erde gereist. Dabei galt ihr besonderes Interesse der Frage, welche Veränderungen der Klimawandel mit sich bringt. Ganz nah an den jeweiligen dort lebenden Menschen haben sich die Reisenden mit den Problemen an ihren Stationen auseinandergesetzt.

in der Antarktis
in der Antarktis

Der Weltenbummler im Klimahaus geht nur ein paar Meter – in der Realität rund 10.000 Kilometer – und erlebt dann einen Temperatursturz von mehr als 40 Grad. Das Klima steht in Abhängigkeit zum jeweiligen „Aufenthaltsort“. Die Temperaturen bewegen sich zwischen -5 °C in der Antarktis bis hin zu 38 °C im Niger. In der nigerianische Hitze fällt alle zwölf Minuten ein Tropfen Wasser auf die Akazie, die in dem 200 Quadratmeter großen Raum steht. Das ist genau der Niederschlag, der auch in der Wüste fällt.

 

in der Südsee
in der Südsee

11.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 150 Räume allein in der Ausstellung, große Exponate wie Aquarientanks, die beleuchtet, beheizt oder gekühlt werden müssen: Das Klimahaus verbraucht viel Energie. Doch bis zu 50 Prozent des Bedarfs decken die Betreiber mit regenerativer Energie. So liefert eine Fotovoltaik-Anlage einen Teil des Stroms. In großen Auffangbehältern auf dem Dach wird Regenwasser gesammelt und über ein Rohrsystem im Gebäude verteilt. Dort dient es als WC-Spülung und zur Bewässerung der Pflanzen im Klimahaus. Das Klimahaus bezieht Fernwärme von der Stadt Bremerhaven aus thermischer Abfallverwertung.

 

Festzuhalten bleibt aus meiner Sicht: für jeden Reisenden, der in oder in der Nähe von Bremerhaven verweilt, sollte der Besuch des Klimahauses ein „must do“ sein.

Informationen und Barrierefreiheit

Ampelsystem (rot oder blau) zur Wegweisung für Mobilitätsbehinderte Besucher des Klimahauses
Ampelsystem (rot oder blau) zur Wegweisung für Mobilitätsbehinderte Besucher des Klimahauses

Die Wege durch die Ausstellung sind überwiegend, allerdings nicht 100 % barrierefrei. Dennoch kann man sich als Besucher mit Rollstuhl oder Rollator (oder auch als Besucher mit Kinderwagen) gut durch das Haus bewegen. Manchmal gibt es gesonderte Wege (Zugang zu Aufzügen beispielsweise), diese sind dann gesondert durch das Ampelsystem (rot oder blau) gekennzeichnet.

 

Kostenlose Leihrollstühle sind vorhanden. Begleitpersonen schwerbehinderter Menschen erhalten freien Eintritt, wenn ein entsprechender Vermerk (B) im Schwerbehindertenausweis eingetragen ist.

 

Eintrittspreise

  • Erwachsene 16,00 €
  • Ermäßigt 11,50 €
  • Kinder bis 4 Jahre Frei
  • Familienkarte ab 35,00 €

Öffnungszeiten

  • April bis August
    • Mo - Fr: 9 - 19 Uhr
    • Sa - So: 10 - 19 Uhr
    • Feiertags: 10 - 19 Uhr
  • September bis März
    • Mo - Fr: 10 - 18 Uhr
    • Sa - So: 10 - 18 Uhr
    • Feiertags: 10 - 18 Uhr
    • 24.12. & 25.12., 31.12. & 01.01.: geschlossen

Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost

 Am Längengrad 8

 27568 Bremerhaven

 Tel.: +49-(0)471-902030-0

Und auch sonst ist Bremerhaven eine sehr auf Barrierefreiheit bedachte Stadt. § 8 des „Gesetzes zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen …“ sieht vor, dass bei allen Um- und Erweiterungsbauten im öffentlichen Bereich und beim öffentlichen Personennahverkehr nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu verfahren ist, um eine weitestgehende Barrierefreiheit zu erreichen. Ein Maßnahmenkatalog zum Handlungsfeld Barrierefreie Mobilität wurde 2014 im Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Land Bremen und in Bremerhaven vom Senat beschlossen.

Tanja war auch in Bremerhaven

und ganz neu findet ihr bei Tanja

Janett hat einen ganzen Tag im Fischereihafen verbracht und einen Fisch-Kochkurs besucht.

 

Heiko hat Bremerhaven Sehenswürdigkeiten & City Tipps

 

Marlene war im Auswanderhaus Bremerhaven und hat sich Gedanken über die Suche nach dem Glück gemacht.

 

Gudrun war ebenfalls in Bremerhaven und hat auch das Auswandererhaus besucht.

Unseren Besuch in Bremerhaven hat die Erlebnis Bremerhaven GmbH mit Informationen, Tipps und Tickets unterstützt. Dafür bedanken wir uns herzlich bei Dörte Behrmann. Unsere Meinung zu den besuchten Attraktionen hat das nicht beeinflusst.

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Kommentare: 3
  • #1

    Ulrike (Sonntag, 22 Oktober 2017 10:26)

    Du hast es geschafft! Ich muss jetzt unbedingt in absehbarer Zeit mal nach Bremerhaven! So viel hochinteressantes zu sehen!
    Danke
    LG
    Ulrike

  • #2

    Beate (Sonntag, 22 Oktober 2017 10:47)

    ... dazu jetzt nur 5 Worte:
    Boooah! Da muss ich hin!!!

  • #3

    Zypresse (Sonntag, 22 Oktober 2017 23:12)

    Liebe Ulrike, für dich ist es ja nicht so weit, das schaffst Du!
    Liebe Beate, ja, wir können es wirklich nur empfehlen - und nicht nur Bremerhaven lohnt einen Besuch, auch die Umgebung ist reizvoll!