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Australien: Lake Albert und Coorong

Australien: Lake Albert und Coorong
Australien: Lake Albert und Coorong

Nach dem Besuch von Adelaide und der ausführlichen Erkundung der Weingüter der Adelaide Hills ging es für uns weiter in Richtung Küste.

 

Auf dem Weg zur Great Ocean Road verbrachten wir einige Tage in Meningie am Lake Albert und besuchten von dort auch einen kleinen Teil des Coorong-Nationalparks. Die westliche Grenze des 467 km² großen Parks liegt bei der Mündung des Murray River. Teil des Parks ist die Younghusband Peninsula, eine 145 km lange, schmale, parallel zur Küste verlaufende Halbinsel, die mit Dünen und Lagunen den Charakter des Parks bestimmt.

Coorong Nationalpark und Meningie am Lake Albert

Sonnenuntergang am Lake Albert in Meningie
Sonnenuntergang am Lake Albert in Meningie

Archäologische Funde  weisen auf eine jahrtausendelange Nutzung der Region des Coorong Nationalparks durch Menschen hin. Der Begriff „Coorong“ hat seinen Ursprung in der Sprache der Ngarrindjeri-Aborigines und bedeutet so viel wie langer Hals. Der Park wurde 1966 als Natur- und Tierschutzgebiet vor allem für Vögel und Fische gegründet. Zugvögel nützen die Region als Station auf ihren Wanderungen. Unter anderem befindet sich hier die größte Brutkolonie von australischen Pelikanen.

 

Im Coorong Nationalpark selbst kann man nur campen, es gibt kaum Versorgungsmöglichkeiten. So haben wir eine Unterkunft in Meningie gefunden. Der Ort hat knapp unter 1.000 Einwohner. Er liegt auf der Südost-Seite des Lake Albert. Touristen besuchen die Stadt vor allem im Sommer, um zu schwimmen, zu fischen und Wassersport zu betreiben. Für Touristen und Einwohner der Stadt gibt mehrere Hotels, Ferienwohnungen, einen Campingplatz, einen 18-Loch-Golfplatz und das Meningie Cheese Factory Museum, das die Geschichte der Käseherstellung aus der Gegend zeigt.

 

Wir haben uns in dem ruhigen Örtchen recht wohlgefühlt und auch eine Rundfahrt um den Lake Albert unternommen.

Touren im Coorong Nationalpark*

Einmal rund um Lake Albert

Narrung Ferry

Narrung Ferry
Narrung Ferry

Tatsächlich haben wir den See Lake Albert einmal komplett umrundet. Die Strecke ist gut ausgebaut und sie war leer, sehr leer. Man könnte auch sagen: einsam. Herausragendes Erlebnis für uns, neben viel Natur, Landwirtschaft und einsamer Landschaft, war die Fähre in Narrung. Fähren sind in Südaustralien ein kostenloser 24-Stunden-Service, der einige Fahrzeuge aufnehmen kann und nicht voraus gebucht werden muss. Die Narrung Ferry verkehrt 6-mal stündlich zwischen Point Malcolm Lighthouse und dem Narrung Lakeside Reserve. Wir mussten nicht lang warten, kaum hatten wir angehalten kam die Fähre bereits vom anderen Ufer angefahren.

 

Vom Fähranleger konnten wir den Point Malcolm Leuchtturm sehen (ihr findet ihn oben in der Bildergalerie, mittlere Reihe, mittleres und rechtes Foto), er wurde 1878 an der Ostseite der Enge zwischen dem Lake Alexandria und dem Lake Albert gegenüber von Narrung, der kleinen Aborigine-Gemeinde, erbaut. Die Bedeutung des Handels mit dem Murray River und die zunehmenden Exporte über Victor Harbor waren für den Bau ausschlaggebend. Er sollte Schiffen helfen, die auf ihrem Weg zum Lake Albert oder zu den Häfen am Murray River durch den Lake Alexandria fuhren. Der Leuchtturm wurde im September 1931 wegen des Rückgangs des Flussverkehrs abgeschaltet. Das Haus des Leuchtturmwärters ist vernagelt und schon recht verfallen. Man kann hier leider nichts besichtigen – ein nettes Fotomotiv ist der Leuchtturm dennoch.

Raukkan

Kirche in Raukkan
Kirche in Raukkan

Westlich von Narrung kamen wir nach Raukkan. Was ist hier besonders? Als wir dort waren, da war es ruhig, ausgestorben – außer einigen Kindern, die in einem Vorgarten spielten, haben wir niemanden gesehen. Alles war geschlossen, schade eigentlich.

 

Bekannt ist das winzige Örtchen für die 1869 erbaute Kirche und David Unaipon, den in Raukkan geborenen Erfinder und Autoren. Beides ist auf dem australischen 50-Dollar-Schein abgedruckt.

 

Was uns noch beeindruckt hat, das waren die Murals, Wandgemälde an den Außenwänden der Moorundi Aboriginal Community Controlled Health Service Raukkan clinic. Geschaffen hat diese Künstler Guido van Helten mit dem Ngarrindjeri-Künstler Damien Shen. Die Gesichter sollen die Gemeinschaft widerspiegeln und medizinische Fachkräfte aus Vergangenheit, Gegenwart und möglicherweise der Zukunft zeigen.

Brillenpelikane (Pelecanus conspicillatus)
Brillenpelikane (Pelecanus conspicillatus)

An der Fähre, aber auch und vor allem an der Lagune, haben wir sie gesehen, große Kolonien von Pelikanen. Unverwechselbar und immer wieder beeindruckend sind diese Wasservögel mit ihrer sehr speziellen Gestalt und ihrem dehnbaren Hautsack am 25 bis 47 cm langen Unterschnabel.

 

In Australien sind es Brillenpelikane, überwiegend weiß gefiedert mit kurzen Beinen und einem kurzen Schwanz. Sie erreichen eine Körperlänge zwischen 1,6 und 1,8 Meter, eine Flügelspannweite von bis zu 2 1/2 Meter und wiegen zwischen 4 und 7 Kilogramm. Brillenpelikane ernähren sich überwiegend von Fischen, die sie gemeinschaftlich in einer größeren Gruppe fangen. Mit Flügelschlägen werden die Fische ins flache Wasser getrieben. Dort werden sie mit dem Schnabel, der als Kescher fungiert, aufgenommen und geschluckt.

Essen und Übernachten

Lake Albert Motel

Lake Albert Motel
Lake Albert Motel

Im Lake Albert Motel haben wir unsere barrierefreie Unterkunft in Meningie gefunden. Im Ort auf der Südost-Seite des Lake Albert haben wir uns recht wohlgefühlt. Die Gastgeber sind sehr freundlich und hilfsbereit.

 

Unser ebenerdig erreichbares Familienzimmer für bis zu 5 Personen verfügte über ein Queensize-Bett und weitere drei Einzelbetten. Das private Bad war behindertengerecht und mit Handläufen ausgestattet. Zudem hatte das Zimmer einen Kühlschrank, eine Mikrowelle, Tee- und Kaffeezubehör, kostenloses WLAN und einen Flachbild-TV mit DVD-Player, Tisch und Stühlen, Klimaanlage, Bügeleisen und -brett sowie Haartrockner. Eine Waschmöglichkeit mit Waschmaschinen und Trocknern gibt es gleich nebenan. 

Lake Albert Motel

38 Princes Highway
Meningie South Australia 5264
08 8575 1077

  info@lakealbertmotel.com.au

Coorong Brewing Company Restaurant

Coorong Brewing Company Restaurant
Coorong Brewing Company Restaurant

Richtig gut gegessen (und uns mit einem Biologen aus Hamburg vom Nebentisch auch gut unterhalten – Danke für den Tipp an der Great Ocean Road) haben wir barrierefrei zwei Abende in Folge bei der Coorong Brewing Company. Etwas außerhalb des Ortskerns, im Gebäude des Cheese Factory Museums und direkt gegenüber vom Campingplatz gelegen, gibt es hier selbst gebrautes Bier, eine gute Weinauswahl und natürlich leckeres Essen. Reservierung ist ratsam, voll war es an beiden Abenden.

 

Coorong Brewing Company Restaurant

3 Fiebig Road

Meningie

+61 8 8575 1914

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Beate (Sonntag, 13 September 2020 07:20)

    ferry cross the Murray ... diesen Ohrwurm werde ich heute wohl nicht mehr los :-)
    Danke, dass Du mich mit Deinem Bericht wieder einmal nach Down Under entführt hast
    LG Beate

  • #2

    Zypresse unterwegs (Sonntag, 13 September 2020 09:51)

    Aber Gerry and the Pacemakers haben doch die Fähre über den Mersey in England besungen...

  • #3

    Beate (Sonntag, 13 September 2020 15:01)

    natürlich haben sie das! Ich habe den Song nur leicht abgewandelt, deshalb auch der :-)