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Sevilla: Real Alcazar

Real Alcazar Sevilla
Real Alcazar Sevilla

Unser Roadtrip im September 2017 führte uns auch nach Andalusien. Und der Alcázar von Sevilla stand neben der Kathedrale natürlich auf unserem Plan, was zu besichtigen wäre.

 

Der Reales Alcázares de Sevilla ist der mittelalterliche Königspalast von Sevilla. Die Anlage hat eine lange, bis in maurische Zeit zurückreichende Baugeschichte und wird bis heute von der spanischen Königsfamilie, wenn diese sich in Sevilla aufhält, als offizielle Residenz genutzt.

 

Wir hatten zuvor bereits die Kathedrale besichtigt und sind dann durch die Altstadt geschlendert (im Falle des Gatten mit dem Rollstuhl eher: geholpert, denn dort gibt es viel und sehr knubbeliges Kopfsteinpflaster) und haben an einem kleinen Platz (Plaza de la Alianza) einen ohne Zweifel touristischen, dennoch leckeren Mittagsimbiss genossen und etwas Kühles getrunken.

Besichtigung des Alcazar

Real Alcazar Sevilla: König Pedro l. des Grausamen Palast vom Patio de la Monteria aus gesehen
Real Alcazar Sevilla: König Pedro l. des Grausamen Palast vom Patio de la Monteria aus gesehen

Fast gleich ums Eck trafen wir dann auf die lange Schlange derer, die für Tickets zur Besichtigung des Alcázar anstanden. Zuerst haben wir uns in die Schlange eingereiht. Aber dann bin ich einfach mal zur Kasse spaziert und habe wegen der Behindertentickets nachgefragt. Und siehe da: Behinderte wie Rollstuhlfahrer können (mit Begleitung) den Alcázar kostenlos besichtigen und müssen sich auch nicht anstellen. Endlich einmal ein Vorteil für behinderte Menschen!

 

Und so ging es dann rasch hinein in die große Anlage. Der Alcázar war ursprünglich als maurisches Fort angelegt, wurde aber später mehrfach zum Palast erweitert. Die Almohaden errichteten an dieser Stelle einen Palast, den Al-Muwarrak. Ab 1364 wurde der heutige Palast auf den maurischen Ruinen für Pedro l., den Grausamen, gebaut. So entstand eines der am besten erhaltenen Beispiele für die unter christlicher Herrschaft entstandenen Bauten mit islamischem Einfluss. Spätere Monarchen erweiterten den Alcázar, wodurch noch weitere Baustile Eingang in den Komplex fanden. So entstanden z. B. unter den Katholischen Königen, Karl V. und Philipp II. auch Bauten mit gotischen Elementen.

Salón de los Embajadores, der Gesandtensaal

Real Alcazar Sevilla: Salón de Embajadores
Real Alcazar Sevilla: Salón de Embajadores

Es stand schon in unserem Reiseführer und so haben wir es dann auch empfunden: der Salón de los Embajadores, der Gesandtensaal, ist der älteste und mit den arabischen Schriftzeichen und den Azulejos auch der schönste Saal im Alcázar. Hier findet man nicht nur eine prachtvolle Stalaktiten-Kuppel aus Zedernholz und kunstvolle Fliesenteppiche, auch die Wände sind wunderschön mit bunten und vergoldeten Stuckarbeiten, arabischen Ornamenten und Kalligrafie verziert und gestaltet. Christliche Symbole wie die Jakobsmuschel ergänzen die Symbole der islamischen Welt. Kein Wunder, dass Karl V. diesen Raum für seine Vermählung mit Isabella von Portugal als würdig empfand.

Mädchenhof, der Patio de las Doncellas

Real Alcazar Sevilla: Patio de las Doncellas
Real Alcazar Sevilla: Patio de las Doncellas

Ein weiteres Highlight im Alcázar ist der Mädchenhof – der Patio de las Doncellas. Prachtvolle Zackenbogen, von eleganten Zwillingssäulen aus Marmor getragene Oberwände, Verkleidungen von farbenprächtige Azulejos und Stuckornamenten verzauberten uns ein wenig, weil sie so verspielt wirkten. Dass dieser Hof aus maurischer Zeit stammt - keine Frage, wir fühlten uns wie in einem Märchen aus 1001-Nacht.

 

Der Alcázar ist insgesamt sehr imposant und lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Das hätten wir nach der grandiosen Einstimmung durch die Alhambra so nicht erwartet.

Information und Barrierefreiheit

Real Alcazar Sevilla
Real Alcazar Sevilla

Der Alcázar ist mit dem Rollstuhl recht gut zu besuchen. Manchmal muss man zwar Umwege in Kauf nehmen, kleine Rampen nutzen oder benötigt Unterstützung bei Schwellen - grundsätzlich aber kann der Palast gut besichtigt werden. Eine barrierefreie Toilette haben wir nicht gefunden.

 

Behinderte und Begleitperson zahlen keinen Eintritt. Um langes Anstehen für Tickets zu vermeiden, empfiehlt es sich für andere Besucher allerdings, Tickets bereits vorab online zu kaufen.

 

Öffnungszeiten

Oktober bis März: täglich von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr.

April bis September: täglich von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr.

Geschlossen am 1. und 6. Januar, Karfreitag und 25. Dezember

 

Eintrittspreise

Regulärer Eintrittspreis: 11,50 €

Eintritt für Pensionäre, Schüler und Studenten von 17 bis 25 Jahren: 3 €

Eintritt für Menschen mit Behinderung, Jugendliche unter 16 Jahren: Kostenlos

 

Reales Alcázares de Sevilla
Patio de Banderas, s/n
41004 Sevilla

 

Wir sind mit dem Auto nach Sevilla hinein gefahren. Das ist machbar, allerdings sollte man sich auf typischen Großstadtverkehr einstellen. Geparkt haben wir das Auto in einer Tiefgarage unter dem Paseo de Cristobal Colon. Dort gibt es Rollstuhlfahrerparkplätze, einen Aufzug und sogar barrierefreie Toiletten. Von dort aus haben wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Kathedrale und Alcázar gemacht. Die Stadt ist recht eben und auch wenn das Pflaster an manchen Stellen etwas holpert: man kann die Stadt durchaus im Rollstuhl erkunden.

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