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Kathedrale von Sevilla

Kathedrale von Sevilla
Kathedrale von Sevilla

Unser Roadtrip im September führte uns ja auch nach Andalusien. Und da stand natürlich auch Sevilla auf dem Plan.

 

Wir haben die Stadt nur im Rahmen eines Tagesausflugs besucht. Wir hatten also nicht so viel Zeit und das ein oder andere an Sehenswürdigkeiten ist uns sicher entgangen. Besucht haben wir neben dem Real Alcazar (dazu demnächst mehr) auch die Kathedrale von Sevilla. Beides kann man sehr gut und ohne Schwierigkeiten auch mit dem Rollstuhl besuchen. Santa María de la Sede ist die Bischofskirche des Erzbistums Sevilla und die größte gotische Kirche Spaniens. Sie wurde 1401–1519 erbaut, steht seit 1928 unter Denkmalschutz und gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ähnlich wie in Cordoba wurde auch die Kathedrale von Sevilla im Stil der Gotik auf den Überresten der im 12. Jahrhundert errichteten arabischen Mezquita Mayor gebaut.

Capilla Mayor und der Altar

Kathedrale von Sevilla - das goldene Retablo
Kathedrale von Sevilla - das goldene Retablo

Als wir die Kathedrale erreichten fanden wir uns zunächst in einer recht langen Schlange vieler Touristen am Eingang wieder. Ein freundlicher Herr vom Sicherheitspersonal winkte uns allerdings unmittelbar aus der Schlange heraus und geleitete uns zum Ticketschalter. Hier bekamen wir die für Rollstuhlfahrer und Begleitung kostenlosen Tickets und konnten uns rasch auf den Weg zur Besichtigung der angenehm kühlen Kathedrale machen.  Diese ist schon einfach wegen ihrer Ausmaße einen Besuch wert.

 

Ganz besonders eindrucksvoll in der wirklich riesigen Kirche fanden wir die Capilla Mayor. Hier staunt man vor der Wand über das goldene Retablo, ein Hauptwerk der spanischen Holzschnitzgotik. Es ist das größte Altarretabel der Welt. Der Altaraufsatz ist 23 m hoch und 20 m breit und besteht aus 45 prachtvollen, detailreichen Relieffelder mit Szenen aus dem Leben Jesus' und Marias. Unten in der Mitte befindet sich das silberne Bild der Virgen de la Sede, die der Kirche ihren Namen gibt.

Chorgestühl

Chorgestühl in der Kathedrale von Sevilla
Chorgestühl in der Kathedrale von Sevilla

Am Querschiff endet das Chorgestühl von Nufro Sanchez von 1478 befindet. Es ist sehr detailreich geschnitzt und es lohnt, hier einmal genauer die vielen kleinen Figuren in unterschiedlichen Posen zu betrachten. Das Gitter, welches das Chorgestühl abschließt, stammt von dem Kartäusermönch Francisco de Salamanca.

Grabmal für Christoph Kolumbus

Kathedrale von Sevilla - Grabmal für Christoph Kolumbus
Kathedrale von Sevilla - Grabmal für Christoph Kolumbus

Ja und dann befindet sich in der Kathedrale von Sevilla auch das 1902 errichtete Grabmal für Christoph Kolumbus. Dieser italienischer Seefahrer stand im Dienst des Königreichs Kastilien, als er Amerika entdeckte.

 

Kolumbus starb in Valladolid im Alter von etwa 55 Jahren. Sein Leichnam wurde in Sevilla begraben, aber auf Wunsch seines Sohns Diego 1542 nach Santo Domingo überführt. Dort blieben die Gebeine bis 1795; dann wurden die mutmaßlichen Gebeine des Kolumbus nach Kuba gebracht und in der Kathedrale von Havanna beigesetzt. 1898 wurden seine sterblichen Überreste wieder zurück nach Sevilla gebracht und erneut bestattet.

 

Ob das, was dort nun begraben ist wirklich Kolumbus ist? Letztlich kann dies nach den mehrmaligen Atlantiküberquerungen niemand mehr mit absoluter Sicherheit sagen. Sein Grabmal jedenfalls ist eine viel fotografierte Sehenswürdigkeit in der Kathedrale. Es stellt den Sarg mit vier Sargträgern dar, diese verkörpern die Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra.

Orangenhof oder Patio de los Naranjos

Orangenhof oder auch Patio de los Naranjos vor der Westfassade der Kathedrale von Sevilla
Orangenhof oder auch Patio de los Naranjos vor der Westfassade der Kathedrale von Sevilla

Vor der Westfassade der Kathedrale befindet sich der Orangenhof oder auch Patio de los Naranjos, der ehemalige Vorhof der Moschee. Der noch aus westgotischer Zeit stammende Brunnen wurde von den Mauren für rituelle Waschungen genutzt. Das Westportal ist schön anzuschauen, es gibt dort maurische Stilmerkmale und Hufeisenbogen ebenso wie christlicher Kunst.

 

Das Minarett der alten Moschee ist heute der Turm der Kathedrale. Die sogenannte Giralda ist das Wahrzeichen der Stadt. Wir haben den Turm nicht bestiegen (ob das mit einem Rollstuhl machbar wäre haben wir auch nicht versucht, herauszufinden). Unser Reiseführer jedenfalls betonte,  dass man den Turm bis zur Höhe des Glockenstuhles zu Pferde besteigen kann. Statt Treppen gibt es wohl eine breite Rampe. Zu Pferd war man offenbar schneller oben und konnte wichtige Neuigkeiten ausrufen.

 

Auf der Spitze des Turms steht der bronzene Giraldillo, eine weibliche Statue, die den Triumph des christlichen Glaubens darstellen soll.

Information und Barrierefreiheit

Die Kathedrale von Sevilla ist barrierefrei zugänglich, man muss als Rollstuhlfahrer auch nicht anstehen. Es gibt in der Kathedrale ein behindertengerechtes WC.

 

Öffnungszeiten

  • Montag 11:00 bis 15:30 und 16:30 bis 18:00

  • Dienstag bis Samstag 11:00 bis 17:00

  • Sonntag 14:30 bis 18:00

Eintrittspreise

  • Allgemein: 9,-- €
  • Ermäßigter Eintritt: 4,-- €
  • Kinder und Behinderte: Eintritt frei

 

Kathedrale von Sevilla (Santa María de la Sede)

Avenida de la Constitución, s/n.
41004  Sevilla  (Andalusien)

 

Wir sind mit dem Auto nach Sevilla hinein gefahren. Das ist machbar, allerdings sollte man sich auf typischen Großstadtverkehr einstellen. Geparkt haben wir das Auto in einer Tiefgarage unter dem Paseo de Cristobal Colon. Dort gibt es Rollstuhlfahrerparkplätze, einen Aufzug und sogar barrierefreie Toiletten. Von dort aus haben wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Kathedrale und Alcazar gemacht. Die Stadt ist recht eben und auch wenn das Pflaster an manchen Stellen etwas holpert: man kann die Stadt durchaus im Rollstuhl erkunden.

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