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Australisches Outback: Ikara Flinders Ranges National Park

Australien: Ikara Flinders Ranges National Park
Australien: Ikara Flinders Ranges National Park

Unser Roadtrip im Südosten Australiens startete in Sydney. Nach ein paar Tagen hier ging es mit dem Mietwagen zunächst in die Blue Mountains. Von dort ging es hinein in das australische Outback, nämlich über Dubbo, Cobar und Broken Hill zum Ikara Flinders Ranges National Park.

 

Beim Sortieren dieser Fotos, beim Aufschreiben unserer Tour habe ich mich erneut gefragt, ob ich zur Zeit der Corona Pandemie mit all ihren Gefahren, Risiken, Einschränkungen, mit einer weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes eigentlich einen Beitrag zu einem Roadtrip auf meinem Blog veröffentlichen?

 

Die Antwort bleibt: die Erinnerungen an schöne Reiseerlebnisse in Nah und Fern helfen mir, das Fernweh zu bekämpfen, gegen aufkommenden Lagerkoller im Homeoffice. Und ich bin sicher, es gibt unter Euch den einen oder die andere, die sich genauso über Reiseerinnerungen freuen wie ich. Und schließlich kommt auch wieder eine Zeit, in der wir reisen können - und da findet Ihr hier sicher Anregungen und vor allem auch Tipps zur Barrierefreiheit.

Anreise

Unser Roadtrip ab Sydney führte uns zunächst in die Blue Mountains und dann hinein in das australische Outback, nämlich über Dubbo, Cobar und Broken Hill zum Ikara Flinders Ranges National Park.

 

Die Flinders Ranges sind ein Gebirgszug im Norden des australischen Bundesstaates South Australia, der sich fast 500 km in nordsüdliche Richtung erstreckt. Wir haben im Zentrum den Ikara Flinders Ranges National Park besucht, ein rund 950 km² großes Naturschutzgebiet.

 

Und nicht immer hatten wir auf unserem Weg dorthin ein Wetter, welches zu Unternehmungen einlud. Es gab Regen (gut für die von den Buschfeuern geplagten Landstriche); an einem Morgen so stark, dass wir glatt unsre Abreise ein Stündchen nach hinten geschoben haben. Und zu Mittag hatten wir dann 35° C und Sonnenschein. Unser Weg führte uns über die A32, eine gut ausgebaute, schnurgerade und sehr leere Straße mitten durchs Outback. Unterwegs bekamen wir ausser dem großen Nirgendwo nicht viel zu sehen, gelegentlich einen Bahnübergang, ab und an eine Tankstelle oder eine kleine Ansiedlung, Farmen in riesigen Abständen links und rechts der Straße, manches Mal nur an einem Gatter mit Postbox zu erkennen.

 

Kängurus haben wir unterwegs am Straßenrand gesehen, leider alle Opfer der Roadtrains, die für ein kleines Tier nicht zu bremsen beginnen. An einem Tag haben wir gezählt und beim 50. Tier dann doch ein wenig traurig aufgehört – das deprimierte dann doch zu sehr.

Broken Hill und das Palace Hotel

Broken Hill ist eine Bergbausiedlung im äußersten Westen des australischen Bundesstaats New South Wales 20 Kilometer Luftlinie östlich der Grenze zu South Australia. Die Entfernung nach Sydney beträgt ca. 1200 km in Richtung Osten, Adelaide liegt etwa 500 km südwestlich. Broken Hill ist die älteste noch im Betrieb befindliche Blei-, Zink- und Silberlagerstätte Australiens. Die "Lode", also die Hauptader, erstreckt sich über rund 5 km. Wir kamen dort leider zu spät an, um das Miners Monument zu besichtigen, einen Blick in die Mine zu werfen oder einen Rundgang durch die Stadt zu unternehmen.

 

Es reichte nur für ein Abendessen im Palace Hotel. Dieses  wurde ursprünglich als  Broken Hill Coffee Palace, erbaut. Bekannt ist es wegen zahlreicher Wandbilder von verschiedenen Künstlern.  Der australische Comedy-Drama-Film The Adventures of Priscilla, Königin der Wüste* von 1994, filmte viele seiner Broken Hill-Szenen im Palace Hotel.

 

Das Abendessen dort war typischer australischer Pub-Standard, das Steak entgegen seiner Auszeichnung leider völlig durchgebraten und die Knoblauchsoße zum Fisch eher fade. Alles in allem: der Besuch lohnt sich für Interieur, nicht notwendig für das Essen.

The Palace Hotel

227 Argent Street
Broken Hill, NSW 2880

(08) 8088 1699

info@thepalacehotelbrokenhill.com.au

Aktivitäten in den Flinders Ranges*

Rundflug über Wilpena Pound und die Flinders Ranges

Flugzeuge auf dem Rawnsley Park Airstrip
Flugzeuge auf dem Rawnsley Park Airstrip

Am nächsten Tag ging es dann weiter zu unserem Ziel für die nächsten Tage. Er war bewusst als längerer Aufenthalt geplant, unser Besuch im Outback, dem Ikara Flinders Ranges National Park. Alte und raue Berglandschaften machen den Park zu einem der bekanntesten Ziele Südaustraliens.  Er umfasst ca. 950 km² mit zahlreichen Schluchten und das riesige Amphitheater der Berge, Wilpena Pound. Neben der regionalen Tierwelt, geologischen Besonderheiten und kulturellem Erbe ist der Park ein Eldorado für Wanderer, Mountainbiker, Allradfahrer - leider in der Wildnis für Rollstuhlfahrer aber weniger geeignet. Trotzdem fanden wir, der Besuch hat sich gelohnt. Auch aus dem Auto heraus konnten wir vieles sehen, erlebten die grandiose Landschaft, entdeckten Tiere und konnten die Ruhe und Weite genießen.

 

Ich habe morgens um 8:00 Uhr – zur ersten Orientierung – an einem Rundflug teilgenommen. In einer kleinen Cessna ging es in die Luft, neben dem Piloten ein Schweizer Paar und ich an Bord. Der 60 min Wilpena Pound scenic flight mit Chinta Air ab bis Rawnsley Park Air Strip kostete 375,00 AUD (entsprechen rund 232,00 €). Aber: es hat sich gelohnt!

 

Früh aufgestanden, warm angezogen ging es morgens zum Air Strip. Dort bekamen wir eine Sicherheitseinweisung, mussten das Gewicht angeben und dann durften wir auch schon in die kleine, enge Maschine steigen. Ich hatte das Glück des Platzes direkt neben dem Piloten und konnte ihm „auf die Finger schauen“ (dank des Gatten' Simulatorflug habe ich sogar die ein oder andere Aktivität erkannt!). Nach dem Start ging es zunächst über Wilpena Pound: das Rückgrat der Flinders Ranges. Weiter nach Norden ging es dann entlang der Heysen Range mit ihren zahlreichen Schluchten: Bunyeroo, Brachina and Parachilna Gorges. Wendepunkt war nach dem Überflug von Blinman. Die Kupfermine am nördlichen Ende des Örtchens Blinman gilt in dieser Einsamkeit als touristische Attraktion.

 

Mir hat dieser Rundflug, immerhin der zweite nach dem Helikopterflug über den Victoria Fällen im letzten Jahr richtig Spaß gemacht.

Rundfahrt durch den Ikara Flinders Ranges National Park

Am nächsten Morgen haben wir uns nach dem Frühstück dann mit dem Auto auf den Weg gemacht, den Ikara Flinders Ranges National Park zu erkunden. Viel Auswahl, was die Route angeht, hatten wir nicht und so ging es von Rawnsley Park nach Norden in Richtung Wilpena. Hier gibt es ein kleines Nationalpark Center für Informationen und einen Shop mit Souvenirs sowie kleinen Imbissen und Getränken. Mit dem Rollstuhl ist hier allerdings auch schon wieder Schluss: Alles weitere von hier aus hätten wir nur über holprige, teils steile Wege zu Fuß erreichen können.

 

Mit dem Auto sind wir also weiter gefahren, immer auf dem Flinders Ranges Way, durch die Halbwüste, vereinzelte lichte Wäldchen und immer entlang der beeindruckenden Bergketten. An verschiedenen Aussichtspunkten haben wir angehalten und gegen späteren Mittag erreichten wir Blinman, etwa 425 Kilometer nördlich von Adelaide oder 60 Kilometer nördlich von Wilpena Pound. Was gab es hier zu sehen? Nicht viel, das Örtchen war wie ausgestorben. Dabei gibt es hier eine Kneipe, einen Gemischtwarenladen, eine Kirche und ein Café mit Galerie. Es gibt Tennisplätze, einen Golfplatz und einen Cricketplatz - ob diese aber je genutzt werden? Wir haben niemanden gesehen.  

 

Zurück ging es auf der gleichen Straße in umgekehrter Richtung. Lohnend ist eine solche Rundfahrt durch den  Ikara Flinders Ranges National Park auf jeden Fall. Noch eindrucksvoller ist es aber zweifellos für Fußgänger, die zumindest kleine Wege in das Outback zurücklegen können und dabei sicherlich andere Möglichkeiten der Tierbeobachtung haben und der Natur viel näher kommen als wir auf der Straße.

Informationen, Übernachten und Essen

Rawnsley Park Station

Rawnsley Park aus der Luft
Rawnsley Park aus der Luft

Die Rawnsley Park Station mit Blick auf die Südseite des Wilpena Pound war für uns der perfekte Ausgangspunkt, um den Ikara Flinders Ranges National Park in Südaustralien zu erkunden.  Rawnsley Park Station wird seit 1953 inzwischen in der vierten Generation von Tony und Julieanne Smith geführt. Ursprünglich eine Schaffarm, wurden 1968 die ersten Hütten auf Rawnsley Park für Touristen eröffnet und Demonstrationen zur Schafschur begannen.

 

Übernachtet haben wir zwei in einer rollstuhlgerechten und gut ausgestatteten Ferieneinheit mit drei Schlafzimmern. Hier hatten wir nicht nur eine voll ausgestattete Küche, Sitzplätze im Außenbereich, sondern auch Fernseher und DVD-Player sowie eine Klimaanlage. Picknickplätze mit kostenlosem Gasgrill sind vorhanden, ebenso eine Möglichkeit, Wäsche zu waschen. Im Caravan-Park gibt es auch ein Geschäft, Benzin und ein Schwimmbad. Zum Frühstück haben wir uns selbst versorgt, auch für einen Imbiss zwischendurch hatten wir die richtige Ausstattung.

 

Insgesamt haben wir uns auf Rawnsley Park sehr wohlgefühlt. Es gab Ruhe, Natur, Schafe und Kängurus, wir konnten uns einfach nur entspannen und die Zeit genießen.

 

Rawnsley Park Station

Flinders Ranges Way, Hawker SA 5434

+61 8 8648 0700

Woolshed Restaurant

Nur einen kurzen Spaziergang von unserem Häuschen entfernt lag das zu Rawnsley Park gehörende Woolshed Restaurant. Hier haben wir gerne und gut das Abendessen genossen.

 

Untergebracht ist das Restaurant in einem authentischen australischen Wollschuppen. Man serviert wirklich köstliche moderne australische Küche. Sitzen können die Gäste nicht nur an einem Tisch im alten Wollschuppen, sondern auch auf dem Deck, wenn das Wetter gut ist.

 

Die wechselnde Speisekarte bietet lokale Produkte, darunter auch Rawnsleys eigenes Lamm. Das Woolshed Restaurant ist sieben Tage die Woche zum Abendessen geöffnet. Hier hat uns nichts gefehlt und wir haben an allen Abenden begeistert hier gegessen. (Tatsächlich gibt es auch – außer selbst zu kochen - keine Alternative hier draußen).

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Unseren Aufenthalt in den Flinders Ranges und auch meinen Rundflug haben wir selbst organisiert und bezahlt. Nicht nur deshalb bleiben Meinung und Bewertung wie immer meine ganz persönliche. Übrigens: wenn Ihr auf  einen der Produktlinks (erkennbar am *) oben klickt werdet Ihr zu Amazon oder GetYourGuide weitergeleitet. Wenn Ihr dann noch kauft oder bucht, erhalte ich dafür eine kleine Provision ohne dass Ihr mehr bezahlen müsst.

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