Mal selbst einen A320 fliegen - ohne abzuheben. JetSim in Berlin {Werbung ohne Auftrag}

Mal selbst einen A320 fliegen - JetSim in Berlin
Mal selbst einen A320 fliegen - JetSim in Berlin

Es war toll, es war ein wirklich tolles Erlebnis und hat irre viel Spaß gemacht. Aber von Anfang an.

 

Schon 2016 hatte ich zum Eintritt in den Ruhestand einen Gutschein für 60 Minuten Flugsimulatorzeit bei JetSim in Berlin bekommen. Zunächst konnte ich mit der Idee, mal selbst einen A320 zu fliegen, ohne abzuheben bei JetSim in Berlin, nicht so viel anfangen, da mir die Fantasie fehlte. Der Gutschein war bis Dezember 2018 gültig und aus den verschiedensten, zum Teil sehr traurigen, Gründen haben wir es bis dahin nicht nach  Berlin geschafft. Zum Glück war die Verlängerung des Gutscheins aber ohne weiteres möglich.

 

Und dann waren wir doch mal wieder in der Bundeshauptstadt und ich konnte für den 26. Mai, tatsächlich auch an einem Sonntag, meinen Termin im Flugsimulator vereinbaren. Für Rollstuhlfahrer gibt es eine besondere Anfahrtsbeschreibung, die über den Hof zu einem Aufzug führt, mit dem JetSim, die in der 1. Etage des Gebäudes firmieren, ohne weiteres erreicht werden kann. Oben wurden wir dann sehr freundlich von Daniel Jaeckel, dem Inhaber von JetSim und heute mein Instructor, begrüßt. Neben dem „Piloten“ selbst dürfen nämlich auch noch maximal 4 „Passagiere“ bei der Simulation dabei sein.

Langstrecke oder Start und Landung?

JetSim in Berlin
JetSim in Berlin

Nach einem Begrüßungsdrink ging es auch schon los bei JetSim in Berlin. So musste ich zunächst entscheiden, ob ich lieber eine Langstrecke fliegen oder maximal drei Starts und Landungen absolvieren wollte. Bei der Langstrecke hätten wir dann alles durchgespielt, was bei einem solchen Flug vom Cockpit aus, inklusive Funkverkehr, zu  erledigen ist, neben dem Fliegen versteht sich.  Unter dem „Druck“ der „Passagiere“ habe ich mich für drei Starts und Landungen ohne Funk entschlossen. Angefangen mit New York, über Kapstadt bis zu Kai Tak, dem alten Flughafen von Hongkong. Schließlich blieb noch zu entscheiden, ob ein Video von der gesamten Simulation gedreht werden sollte. Natürlich ja und das war auch gut so, wie sich im Nachhinein gezeigt hat.

... ab ins Cockpit

Ausführliche Einweisung bei JetSim in Berlin
Ausführliche Einweisung bei JetSim in Berlin

Nachdem alles geklärt war, wechselten wir auf den Pilotensitz nebenan. In diesem Raum hat JetSim ein Cockpit des A320 in Originalgröße nachgebaut. Der Sitz auf der rechten Seite war ausgebaut, sodass ich über zwei kleine Rampen gut auf "meinen" Platz rollen konnte. Und dann ging es auch schon los mit dem fliegen.

 

Die Projektion vor den Fenstern des Cockpits bei JetSim in Berlin zeigte, dass wir auf dem Flughafen von La Guardia, New York, an einem Finger standen und Daniel begann mit den Einweisungen für die notwendigen Prozeduren vor dem Start. Nach zahlreichen Checks die Verbindung zu den Tanks öffnen, die zweite Turbine zuerst starten,  weil die einen Generator, der z. B. für die Luftversorgung in der Kabine zuständig ist, versorgt und erst dann die erste Turbine und viele weitere Einzelheiten, die ich aber schon da nicht behalten habe. Schließlich musste ich die Standbremse (einen kleinen T-Griff anheben und drehen) lösen und wir wurden zurückgeschoben.

 

Zwar werden die Bewegungen der Maschine nur über die Bilder vor dem Cockpit angedeutet, aber die Geräusche sind genau so, wie in einem echten Flieger. Zumindest war alles so authentisch, dass einer Mitfliegerin anfangs leicht übel und schwummrig geworden ist. Am Boden wird das Flugzeug mit einem Rädchen, ähnlich einem Wasserabsperrventil im Keller, gesteuert. Die Übertragung der Bewegung am Rädchen auf das Bugrad erfolgt äußerst präzise und unmittelbar. Also sind wir erst ein Mal im Zickzack-Kurs zur Startbahn gerollt. Dort angekommen, musste, nach dem Start einer anderen Maschine, Schub gegeben werden.

 

Ab einer bestimmten Geschwindigkeit kann das Flugzeug nur noch über einen Joystick gesteuert werden, der für links, rechts, hoch und runter zuständig ist. Das allseits bekannte halbe Steuerrad, mit dem man lenken, steigen und sinken kann, gibt es noch bei  Boeing. Der rechte Monitor zeigte mir an, wann die Geschwindigkeit erreicht war, bei der ich den Joystick tunlichst nach hinten ziehen sollte, um vom Boden abzuheben. Dann: Fahrwerk rein, Schub ein wenig zurück, die voreingestellte Höhe erreichen und eine Runde über New York drehen, um den Landeanflug auf JFK vorzubereiten. Heißt: Fahrwerk raus, ab einer bestimmten Annäherung an den Flughafen Landeklappen raus, unmittelbar nach dem Aufsetzen Schubumkehr und bremsen (da das über zwei Pedale erfolgt, hat Daniel das natürlich übernommen, wie auch vieles andere), nach Stillstand Standbremse rein.

Nach New York noch Kapstadt und Hongkong

Landeanflug Kai Tak
Landeanflug Kai Tak

Durch die Änderung der Projektion vor den Cockpitfenstern befanden wir uns dann von jetzt auf gleich in Kapstadt. Nach einer kurzen Diskussion von Kapstadtkennern über die Frage, in welcher Richtung sich der Tafelberg befindet, begannen erneut die Startvorbereitungen. Kaum in der Luft ging es auch schon wieder zurück zur Landebahn. Angeblich soll ich Start und Landung bei diesem Flug ganz allein durchgeführt haben. Wer's glaubt …

 

Zuletzt stand Hongkong auf dem Programm. Start auf dem neuen und Landung auf dem alten, seit Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts aus Kapazitätsgründen geschlossenen Flughafen Kai Tak. Der Start war ruhig und ohne Besonderheiten (?).

 

Die Landung hatte es dafür in sich. Der Anflug erfolgt zwischen zwei Bergen hindurch auf die Mitte der Stadt und deren Wolkenkratzer zu. Dort ist dann plötzlich ein riesiges rot- weißes sog. Checkerboard zu sehen, auf das die Maschine zugesteuert werden muss. Unmittelbar vor Erreichen ist der Flieger in eine scharfe Rechtskurve zu lenken. Erst dann kann die Landebahn gesehen werden, die ins offene Meer führt. Hier war dann Hilfe von Daniel nötig, da ich zu  weit nach rechts abgekommen bin und nicht ausreichend mittig auf der Landebahn aufgesetzt hätte. Dadurch  irritiert habe ich den Joystick dann zurückgezogen, konnte das aber nach einem kurzen und ruhigen Hinweis, „wir wollen nicht wieder starten“ korrigieren.

 

Das abschließende Rollen zum Gate ging dann doch ziemlich gut und war nicht mehr ganz so stark von einem Schlingerkurs geprägt. Am Ende gab es dann ein leichtes „Nicken“ der Maschine und wir standen. Ein letztes Mal musste ich die Standbremse einlegen. Erst nach einem Blick auf die Uhr war ich davon überzeugt, dass tatsächlich schon 60 Minuten vergangen waren.

 

Ein ganz besonderer Dank geht an Daniel Jaeckel, der mit seiner sehr ruhigen und äußerst geduldigen Art sogar mir als wenig technikaffin alles so erklärt hat, dass ich es tatsächlich auch verstehen konnte. Auch, wenn ich es nicht behalten habe. Aber das ist eher eine Frage des Alters.

 

Ach ja. Bleibt noch die Frage zu  beantworten, warum die Bestellung des Videos sehr gut war. Erst im Nachhinein habe ich alles das gesehen, was ich während der Simulation nicht gesehen habe. Ich  war so konzentriert auf die beiden Monitore vor mir und die ganzen Schalter und Hebel rund um mich herum, dass ich die Welt darüber hinaus so gut wie nicht wahrgenommen habe.

 

Außerdem ist auf der rechten Bildseite anfangs immer eine Nase zu sehen. Was in eingeweihten Kreisen inzwischen zu einem geflügelten Wort geführt hat.

Informationen und Barrierefreiheit

Barrierefrei im JetSim
Barrierefrei im JetSim

Der JetSim-Flugsimulator Berlin ist ein tolles Erlebnis, auch mit Handicap, denn das Flugsimulator-Erlebnis ist barrierefrei und rollstuhlzugänglich.  Der Pilotensitz kann durch den eigenen Rollstuhl ersetzt werden. Der sollte vorne aber nicht zu breit sein, um nahe genug an die Bedienelemente kommen zu können. Ein rollstuhlgerechtes WC ist in unmittelbarer Nähe der Firmenräume vorhanden. Bei der Terminvereinbarung solltet Ihr mitteilen, dass Ihr das Erlebnis barrierefrei genießen möchtet und ob der Pilot Links- oder Rechtshänder ist (wegen der Bedienung des Joysticks).

 

 

 

 

JetSim Flightsimulation & Flighttraining – Berlin
Reuchlinstraße 10-11, Aufgang S, 1. OG
10553 Berlin

Tel (030) 34 35 065 - 0 (Mo - Fr 10.00 - 18.00 Uhr)
Fax (030) 34 35 065 - 5
info@jetsim.de

Dieser Artikel über den Simulatorflug ist ein Gastbeitrag. Den Autor kennt Ihr bereits: er hat schon des Öfteren berichtet, schließlich ist es der Gatte. Herzlichen Dank für die Schilderung aus erster Hand.

 

Offenlegung: Den Flug im Flugsimulator von JetSim in Berlin haben wir selbst organisiert und bezahlt. Da wir das Ausflugsziel usw. bewerben bzw. einen Besuch dort empfehlen, meinen nun verbraucherschützende Gerichte, wir müssten diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen.

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