Streetart in Berlin

entdeckt im Park am Gleisdreieck
entdeckt im Park am Gleisdreieck

Es ist schon eine Weile her. Zwischendurch waren alle Fotos aus Berlin und von unserer Fahrt mit der Brocken Schmalspurbahn weg (bevor mich der PC Crash traf hatte ich, schludrig wie ich manchmal bin, meine Fotos nicht sofort nach dem Herunterladen von der SD-Karte noch einmal extern gesichert... es ist mir eine Lehre! Versprochen. Danke an Bernd für die Rettung all meiner Daten!) - und was für einen Sinn macht ein Blogbeitrag ohne Bilder?

 

Dann beschäftigte mich Südafrika in der Vorbereitung, dann Neuseeland. Aber jetzt hatte ich mir fest vorgenommen, ich schreibe mal auf, was wir in Berlin gesehen haben.

 

Anfang August waren wir nämlich mal wieder in Berlin, dieses Mal zu einem Konzert in der Waldbühne (Sting war es, und er war wirklich richtig gut!). Wir hatten die Fahrräder mitgenommen und haben uns an einem Tag zu einer kleinen Radtour durch Berlin auf den Weg gemacht, das ein oder andere Stückchen Streetart oder Fassadenmalerei zu erkunden.

Unsere Route mit dem Rad zur Streetart in Berlin

Interbrigadas e.V.: Aufstand der Farben

Interbrigadas, Aufstand der Farben
Interbrigadas, Aufstand der Farben

Durch den Park am Gleisdreieck sind wir zu unserem ersten Ziel gefahren, einem 600 Quadratmeter große Wandbild auf der Fassade eines Hotels in Berlin Mitte (Luckenwalder Str. 11). An der Seite befindet sich ein Stützpunkt des gelben Riesen - das hat den Vorteil, dass die gesamte bemalte Wand eigentlich sehr gut zu sehen ist. Und zu sehen gibt es viel auf der Mauer: verschiedenen Kulturen und ganz unterschiedliche Motive kann man entdecken.

 

Typische Berliner Altbauten, vielleicht in Kreuzberg?, im Hintergrund der Fernsehturm, eine mit Graffiti besprühte U-Bahn fehlt ebenfalls nicht. Mittendrin eine bunte Mischung lateinamerikanischer und deutscher Figuren: Karl Marx, ein Azteke, eine Indianerin.

Don John: Hoodie Birds und Shepard Fairey: Make Art Not War

Don John,  Hoodie Birds
Don John, Hoodie Birds

Vom Gleisdreieck ging es weiter, hinein nach Kreuzberg, direkt an den Mehringplatz. Hier gibt es gleich zwei große Wandbilder zu sehen.

 

Don Johns Wandbild zeigt einen jungen Mann, seinen Oberkörper in einer schwarzen Kapuzenjacke, die Hände in den Taschen vergraben. Aus der Kapuze fliegt wie aus einem Nest ein Schwarm bunter Vögel. Die Flecken von roten Farbbeuteln gehören nicht zum ursprünglichen Bild - schade eigentlich, ohne diese "Blutspritzer" wäre das Bild fröhlicher, freundlicher als es jetzt erscheint.

Shepard Fairey, Make Art Not War
Shepard Fairey, Make Art Not War

Direkt gegenüber werden wir aufgefordert "Mach Kunst, nicht Krieg". Dieses Wandbild stammt von dem Streetart-Künstler Shepard Fairey. Nicht viele Farben wurden verwendet, das Bild ist nur rot und schwarz, erinnert mich persönlich ein wenig an amerikanische Zündholzschachteln. Es ist völlig symmetrisch aufgebaut: links und rechts jeweils ein senkrecht stehender Pinsel, in der Mitte der Spruch "Make Art Not War" und eine rote Fläche, auf der eine Rose zu sehen ist. Um ihren dornigen Stiel schließt sich eine Handschelle mit der Aufschrift "Rise Above" ("Erhebe Dich"), daneben steht links "Eyes Open" ("Augen offen") und rechts "Mind Open" ("Geist offen"). Alles in Allem bezieht sich das Gemälde deutlich auf den Protest gegen Kalten Krieg und den Vietnamkrieg in den 60er Jahren und den alten Schlachtruf "Make Love Not War" ("Mach Liebe, nicht Krieg").

 

Auch in der Umgebung findet sich die ein oder andere bemalte Wand, ein gefälliges Stadtpanorama in einem Hausdurchgang, eine gestaltete Brandmauer - leider wohl weniger offiziell und daher habe ich dazu keine Erläuterungen finden können. Falls Ihr etwas darüber wisst, schreibt es mir doch bitte in die Kommentare, ja?

Roa: Nature Morte und Victor Ash: Astronaut/Cosmonaut

Roa, Nature Morte
Roa, Nature Morte

Vom Mehringplatz ging es weiter auf die Oranienstraße der wir erst einmal folgten.

 

 

An der Mariannenstraße ist eines der bekanntesten Berliner Street Art Bilder zu sehen: An die Wand des Wohnhauses Oranienstraße 195 hat Victor Ash den Schatten eines Kosmonauten gemalt. Von Weitem sieht es aus, als schwebe er aus der Wand. Besonders interessant ist das Bild am Abend: gegenüber befindet sich ein Autohaus, vor dem Fahnenmasten stehen. Sie werden bei Dunkelheit von einem Scheinwerfer angestrahlt. Die Schatten neben dem Kosmonauten sehen bei Dunkelheit so aus, als ob er eine Fahne in den Boden stecken würde.

 

Das nächste Wandgemälde folgt rasch, an der Ecke Oranienstraße / Manteuffelstraße. Hier fällt das Bild des Street-Art-Künstlers ROA sofort auf. Es zeigt tote Tiere.

Os Gêmeos: Yellow Man

Os Gêmeos, Yellow Man
Os Gêmeos, Yellow Man

Weiter führte uns unser Weg über die Skalitzer Straße in Richtung der U-Bahn Station Schlesisches Tor. Hier findet man in der Oppelner Straße einen gelben Mann. "The Yellow Man" stammt vom brasilianischen Zwillingspaar Os Gêmeos.

 

Schräg gegenüber ist an einer Brandschutzwand ein Bild des Berliner Künstlers Nomad zu sehen, das zwei verschlungene Menschen zeigt.

 

 

Oberbaumbrücke
Oberbaumbrücke

Wir haben uns von hier aus über die Oberbaumbrücke auf den Weg über die Spree gemacht und sind an der East Side Gallery entlang zurück in die Stadtmitte geradelt.

 

Unterwegs gibt es viele Gelegenheiten, einen Kaffee oder ein Bier zu trinken, vegetarisch, türkisch, vietnamesisch oder einfach nur eine Currywurst zu essen - man ist halt mitten drin im Trubel der Bundeshauptstadt.

 

Das Radfahren in Berlin klappt einfacher, als man zunächst denkt. Immer wieder gibt es die Möglichkeit, in kleine Parks oder Grünanlagen auszuweichen oder es gibt gar Radwege. Die Stadt ist flach und eben, also gut und ohne größere Anstrengungen auch für ungeübte Radfahrer oder Handbike-Nutzer zu befahren. Uns macht es jedenfalls immer wieder großen Spaß, die Stadt mit dem Rad zu entdecken.

Ergänzende Informationen

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Beate (Sonntag, 04 Dezember 2016 19:47)

    Total interessant, diese Tour! Nach dem Bild des Astronauten/Cosmonauten musste ich allerdings erst googeln, denn auch wenn es "eines der bekanntesten Berliner Street Art Bilder" ist, sagte mir der Titel erst einmal nichts.
    Das Graffito sehe ich mir bei meinem nächsten Berlinbesuch an; und dann am Abend! Danke für die Inspiration!