Rom-Spaziergang nach Eat, Pray, Love

rund um die Piazza Navona in Rom
rund um die Piazza Navona in Rom

2006 ist er erschienen, der autobiografische Roman Eat, Pray, Love von Elizabeth Gilbert. Die meisten kennen sicherlich dessen Verfilmung mit Julia Roberts in der Hauptrolle. Worum es in Buch und Film geht?

 

Es geht darum, sich selbst zu finden und die Liebe zu sich selbst. Nach ihrer Scheidung beschließt Elizabeth sich ein Jahr Auszeit zu nehmen. Sie teilt das Jahr in drei Aufenthalte in Ländern, die mit dem Anfangsbuchstaben „ I“ (Italien, Indien, Indonesien) beginnen. Als erstes reist sie nach Italien. An diesem Land liebt sie – genau wie ich – die italienische Sprache und das Essen. In Rom lernt sie Italienisch, sie lernt neue Freunde kennen und sie lernt das „dolce far niente“.

 

Der Film wurde unter anderem in Italien, nämlich in Rom, gedreht. Grund genug für mich, einmal auf den Spuren von Elizabeth (oder Julia Roberts) einen Rundgang durch Rom zu unternehmen. Ehrlicherweise sollte ich zugeben, dass diese Idee nicht allein von mir stammt.

 

Inspiriert dazu hat mich unter anderem Nicole mit ihrem Blogbeitrag „Auf den Spuren von Julia Roberts…“ Danke dafür!

 

Ihr findet unten zwei Google Maps, auf denen Ihr unseren Spaziergang nachverfolgen könnt. Und hier könnt Ihr einen kurzen Blick in den Filmtrailer werfen:

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Piazza Navona bis Via dei Portoghesi

Piazza Navona

Piazza und Sant'Agnese in Agone
Piazza und Sant'Agnese in Agone

An einem nicht gerade besonders freundlichen Tag – es war grau, kühl und feucht, es sollte noch einen richtigen Wolkenbruch geben – starteten wir unseren Rundgang auf der Piazza Navona. Die Piazza ist einer der bekanntesten Plätze in Rom.

 

Ursprünglich, zu Zeiten von Julius Caesar, war hier ein erstes Stadion für sportliche Wettkämpfe in Rom. Eine Kirche wurde später dort errichtet, wo die heilige Agnes der Legende nach ihr Martyrium erlitten hat. Nach und nach entstanden immer mehr Häuser, die Arena wurde zu einem Platz. Die alte Form des Stadions jedoch ist erhalten geblieben.

 

Bekannt ist der Platz vor allem durch seine drei Brunnen. Am bekanntesten und am prägendsten ist der Vierströmebrunnen (Fontana dei Quattro Fiumi), der von Bernini stammt. Vier gewaltige männliche Figuren symbolisieren die größten Ströme der damals bekannten Welt: Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata. Im Süden des Platzes steht die Fontana Del Moro, im Norden der Neptunbrunnen.

 

Früher war die Piazza ein beliebter Platz für Messen, Märkte und Feste. Heute findet nur noch ein italienischer Weihnachtsmarkt statt: die Befana di Piazza Navona. Das ganze Jahr über ist der Platz sehr touristisch geprägt, es gibt zahlreiche Souvenirhändler und (überteuerte) Touristencafés.

Caffe della Pace und Santa Maria della Pace

Kirche Santa Maria della Pace
Kirche Santa Maria della Pace

Wir verließen den Platz im Süden und wandten uns rechts in die  Via di Pasquino in die Via del Governo Vecchio. Hier gibt es zahlreiche Bars, Restaurants und Trattorias. Sie waren allerdings zur Zeit unseres Besuches noch geschlossen. Abends sieht es hier dann aber ganz anders aus.

 

Über die Via di Parione kamen wir zum „Café della Pace“. Diese Bar in Rom war mal ein Ort, an dem alle sein wollten. Inzwischen ist das legendäre Café ein von einem wahren Ungetüm von Baugerüst versteckter Ort, um den sich seit Jahren ein Streit zwischen Betreiber und Eigentümer mit bühnenreifen Zügen dreht.  Elizabeth (Julia Roberts) isst hier in einer Szene des Films mit ihrem attraktiven Italienischlehrer Zucchiblüten.

 

Wir schafften es gerade noch vor einem Wolkenbruch uns unter dem Baugerüst in Sicherheit zu bringen. An einem der hier aufgestellten kleinen Tische warten wir bei einem Espresso das Ende des Gusses ab. Ich nutze eine Regenpause zu einem kurzen Besuch in der Kirche Santa Maria della Pace. Sie ist berühmt für ihre Barockfassade. Bekannt ist auch der daneben liegende Kreuzgang Donato Bramantes. Die erste Kapelle auf der rechten Seite ist die Chigi-Kapelle, er beauftragte den ihm befreundeten Raffael mit der Ausmalung. Dieser malte 1514 die Sibyllen über dem Bogen.

der Garten des Restaurant Lucia
der Garten des Restaurant Lucia

Wir spazierten gemeinsam weiter über die Via Tor di Millana und dann links in die Via Santa Maria dell`Anima. Hier kamen wir an der gleichnamigen deutschen  Kirche in Rom vorbei und später am Restaurant „Lucia“. Bekannt aus dem Film ist es wegen der Szene, in der Elizabeth (Julia Roberts) hier mit ihren italienischen Freunden ausgiebig tafelt und auf Italienisch die Bestellungen aufgibt.

 

St. Apollinaire und zurück zur Piazza Navona

Von hier aus hielten wir uns rechts und gelangten so an den Kopf der Piazza Navona. Hier überquerten wir die Straße zur Piazza di Sant` Appolinare.  Und schlenderten weiter durch das unmittelbare Wohnumfeld von Elizabeth (Julia Roberts) durch eine enge Gasse und rechts in die Via dell`Orso. Weiter spazierten wir geradeaus bis zur Gabelung Via dei Porthogesi und Via dei Pianeralli.

 

Und da war es: wir standen in der Tat direkt vor dem Haus
18 Via dei Portoghesi, in dem sich die Wohnung von Elizabeth (Julia Roberts) befindet. Sogar der kleine Friseurladen aus dem Film ist da.

Unser Weg zurück zur Piazza Navona führte uns zunächst weiter geradeaus bis zur Via Metastasio, dann 2-mal rechts in die Via della Maddelena.  Wegen der Unmenge ausgefallenster Eissorten ist die Gelateria Della Palma beim Bummel durch die Altstadt für Römer eine feste Anlaufstation: über 100 Geschmacksrichtungen von Passionsfrucht bis Lakritze stellen den Kunden vor die Qual der Wahl. Hinter der Gelateria bogen wir ab in die Via delle Copedelle. Die nächste Straße rechts, geradeaus, dann automatisch nach links in die Via degli Spagnoli und über die Via di Sant Agostiono fanden wir unseren Weg zurück auf die Piazza Navona.

 

Das war ein schöner Rundgang durch einen sonst sehr touristischen Teil Roms. Wir hätten in der Nähe der Piazza Navona nicht damit gerechnet, auf doch so viele, ruhige, fast schon provinziell und verschlafen wirkende Straßen und Gassen zu treffen. Teilweise fühlten wir uns in eine italienische Kleinstadt versetzt. Und zwischen Kultur und Geschichte, Weinlokalen und Touristenbars fanden wir immer wieder winzige Handwerksbetriebe und alltägliche Geschäfte. Also eine durchaus lohnende „passegiata“ im Viertel rund um einen der bekanntesten Plätze Roms.

Ergänzende Informationen

Der insgesamt gute zwei Kilometer lange Rundgang startet und endet auf der Piazza Navona. Die gesamte Strecke ist einigermaßen eben und für römische Verhältnisse gut (es gibt viel Kopfsteinpflaster, das auch nicht überall im besten Zustand ist) mit einem Rollstuhl zu befahren. Kalkuliert in jedem Fall mehr als nur ein Stündchen für diesen Stadtspaziergang ein, es gibt viel zu entdecken, man verweilt unterwegs und trinkt sicher auch den ein oder anderen Espresso...

Weitere Informationen findet Ihr auch hier:

Und mehr von mir aus Rom findet Ihr hier

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Dienstag, 29 März 2016 05:35)

    Vor langer Zeit fiel mir das Buch in die Hände, und irgendwann sah ich auch den Film. Ich war enttäuscht von beidem. Vielleicht bin ich zu kritisch, aber meiner Meinung nach hätte man aus dem Thema etwas viel Besseres machen können.
    Auf jeden Fall finde ich es eine hervorragende Idee, auf den Spuren eines Buches durch eine Stadt zu wandern. Du hast das bestens verstanden, und ich danke fürs Mitnehmen; es war eine interessante Erfahrung!

  • #2

    Zypresse (Dienstag, 29 März 2016 12:29)

    Beate, ohne Zweifel: das Buch ist leichte und typisch amerikanische Unterhaltung - für den Film gilt Gleiches. Dennoch war es eine nette Runde im Viertel, die wir sonst ganz sicher nicht gemacht hätten<. wir wären einmal bei den drei Brunnen gewesen und hätten uns dann aauf den Weg zum nächsten Touristen-Highlight gemacht. So haben wir ein wenig gesehen von dem Rom, inn dem auch Römerinnen und Römer leben, arbeiten...