Rom praktisch: unsere Erfahrungen in der ewigen Stadt - vom Flughafen in die Stadt, schlafen und unterwegs in Rom

Vier-Ströme-Brunnen auf der Piazza Navona in Rom
Vier-Ströme-Brunnen auf der Piazza Navona in Rom

Seit einigen Tagen sind wir zurück aus der ewigen Stadt. Rom hat uns gut gefallen, auch wenn gerade die ersten Tage sehr kühl und vor allem reichlich nass waren. Aber wir haben uns die Laune nicht verderben lassen und unseren Aufenthalt dennoch sehr genossen.

 

Und ich will dann auch nicht lange warten und sie schnell mit Euch teilen, unsere Erfahrungen in Rom, ganz praktisch und immer mit einem Blick auf die Barrierefreiheit:

  • unterwegs in Rom mit dem Rollstuhl.

Vom Flughafen Fiumicino in die Stadt oder zurück

Vom Flughafen Fiumicino in die Stadt Rom und auch bei der Abreise zurück sind wir die rund 35 km mit dem Leonardo Express zum Hauptbahnhof Stazione Termini gefahren. Die Züge fahren alle 30 Minuten und es gibt gesonderte Plätze für Rollstuhlfahrer (man kann sogar ohne Voranmeldung den Zug nahezu ebenerdig besteigen; in Fiumicino besser als in Stazione Termine, dort gibt es eine kleine Stufe von knapp unter 10 cm).

 

Die einfache Fahrt kostet 14,00 €, Tickets gibt es entweder am Schalter, am Automaten im Flughafen-Bahnhof oder man kauft diese bereits vorab online auf der Internetseite der italienischen Bahn.

 

Vom Flughafen Terminal 3 aus ist der Bahnsteig für Rollstuhlfahrer nur mit einem kleinen Umweg zu erreichen (der für Fußgänger geschaffene Tunnel ist nicht mit Rollstuhl zu benutzen). Wir fanden es aber auch recht einfach, die Straße beim Parkhaus D zu überqueren und über mehrere Rampen zum Aufzug zum Bahnsteig zu gelangen, der Weg ist recht gut ausgeschildert. Alternativ kann man am Ende des Terminalgebäudes 3 (in Richtung Terminals 1 und 2) mit dem Aufzug nach oben fahren und durch lange überdachte Gänge, teilweise mit Transportbändern zum Bahnsteig laufen). Einen Flughafenplan zum Download findet Ihr hier.

Schlafen in Rom

Lobby und Rezeption der Villa Maria
Lobby und Rezeption der Villa Maria

Wie bereits geschrieben hatte ich uns in dem viel gelobten Haus Villa Maria - Casa per Ferie ein Zimmer reserviert. Und das haben wir nicht bereut. Villa Maria liegt im Stadteil Monteverde, direkt fuori le mure, also hinter der alten römischen Stadtmauer.

 

Das Haus hat eine angenehme, freundliche und zugewandte Atmosphäre. Es handelt sich um ein Haus mit 84 Betten mit ***-Standard, das zwar von Salvatorianerinnen geführt wird (nebenan liegt auch ein großes, internationales Krankenhaus des Salvator-Ordens), das Personal besteht zum großen Teil allerdings aus zivilen Hotelangestellten. Und der Preis - der ist schon für Rom tatsächlich mega-günstig. Wir zahlten in der Nebensaison für das rollstuhlgerechte Doppelzimmer für zwei Personen inkl. Frühstück 88,00 € pro Nacht. Die Zimmer, insbesondere unser rollstuhlgerechtes Zimmer mit der Nummer 52, sind geräumig; wir hatten ein schönes großes Bad mit einer unterfahrbaren Dusche und Haltestangen.

 

Für italienische Verhältnisse bemerkenswert: zum Frühstück gehören Brötchen, Gebäck, diverse Cerealien, Joghurt, Obst, Wurst und Käse. Da kann man sich für den Tag in der Stadt gut stärken.

 

Die Nachbarschaft ist ruhig, es gibt neuere und ältere Wohnhäuser mit viel Grün und immer wieder Gärten oder Terrassen. Monteverde bedeutet wörtlich "grüner Berg" und der Stadtteil ist wirklich ein schöner Rückzugsort aus dem Trubel Roms. Nahebei finden sich Bars, Bäcker, Geschäfte und Restaurants, also alles, was man so braucht.

 

Erreichbar ist die Villa Maria ziemlich einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln, alle genannten Buslinien haben rollstuhlgerechte Busse im Einsatz.

  • ab/bis Stazione Termini mit Bus 75, zweite Haltestelle auf Via Carini in 35 bis 45 Minuten (dieser Bus fährt auch z. B. am Kolosseum vorbei)
  • ab/bis Piazza Venezia,  mit Bus 44, Haltestelle Via Carini in 20 bis 30 Minuten (die Verbindung führt ins Herz von Rom)
  • ab/bis Petersdom, mit Bus 870, Haltestelle Via Carini in gut 15 Minuten (dieser Bus hält auch auf der Piazzale Garibaldi, dem "Balkon von Rom")

Und wer gut zu Fuß ist, der kann problemlos den Berg hinab wandern in das bekannte Viertel Trastevere.

Unterwegs in Rom

Eines vorweg, vor allem für die Fußgänger unter Euch: man läuft viel in Rom, man macht richtig Strecke. Dabei sind die Straßen keinesfalls immer gut und ebenmäßig asphaltiert; der Untergrund besteht häufig aus Kopfsteinpflaster, ist krumm und schief.

  • Also bitte keine falschen Eitelkeiten: zieht bequeme Schuhe an, nehmt Schuhe zum Wechseln (und vielleicht auch Blasenpflaster) mit.
  • Und im Rollstuhl: ordentlich Luft auf den Reifen und sicherheitshalber auch ein Flickset und eine Luftpumpe dabei haben.

Dann führen nicht nur alle Wege nach, nein dann führen Euch auch alle Wege gut durch Rom.

 

Unsere Erfahrungen unterwegs in Rom mit dem Rollstuhl fanden nicht nur zu Fuß bzw. rollend statt - wir haben intensiv den Nahverkehr von ATAC (Azienda Tranvie ed Autobus del Comune di Roma)genutzt.

 

Es gibt unterschiedliche Fahrkarten oder Tagepässe, die man kaufen kann.

 

Wer mindestens drei Tage in Rom bleibt, für den lohnt sich der Erwerb des Roma-Pass. Für 36 Euro erhält man ein 3-Tagesticket für freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln (Alle U-Bahnen und ATAC-Busse sowie die Zugverbindungen nach Ostia und Viterbo)  und  kostenlosen Eintritt in zwei Museen oder Sehenswürdigkeiten. Darüber hinaus bietet der Roma-Pass Ermäßigungen beim Besuch weiterer Museen, Sehenswürdigkeiten und Events, aber nicht für die Vatikanischen Museen. Wir haben nach kurzem Rechnen allerdings keinen Roma-Pass gekauft - da EU-Bürger mit Behinderung und einer notwendigen Begleitperson kostenlosen Eintritt in die Sehenswürdigkeiten erhalten (und ebenso Besucher unter 18 Jahren bzw. über 65 Jahren), waren diese Zusatzleistungen für uns nicht von Interesse. Bei "normalen" Romreisenden sieht das womöglich anders aus.

 

Nur für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bietet ATAC verschiedene Tageskarten, nämlich

  • ROMA 24H HOUR TICKET für € 7,00
  • ROMA 48H HOUR TICKET für € 12,50
  • ROMA 72H HOUR TICKET für € 18,00
  • sowie Einzelfahrscheine BIT - INTEGRATED TIME TICKET (€ 1,50), die jeweils 100 Minuten gültig sind.

Man soll auch die U-Bahn mit dem Rollstuhl nutzen können, zumindest einige Haltestellen sind angeblich mit Aufzügen ausgestattet - da wir allerdings nirgendwo eine zuverlässige Information bekommen konnten haben wir uns auf Busse beschränkt. Und das ging recht gut. Häufig gab es an der mittleren Tür eine ausklappbare Rampe, immer ein oder zwei ausgewiesene Rollstuhlplätze im Bus. Und sonst schaffen wir zu zweit es auch, den manuell betriebenen Rollstuhl samt Gatten die 20 bis 30 cm hohe Stufe in oder aus dem Bus zu rollen. Die Internetseite von ATAC ist nicht besonders nutzerfreundlich, die App ist etwas simpler zu nutzen - aber mit ein paar rudimentären Englisch- oder Italienischkenntnissen sollte das Heraussuchen von Verbindungen doch klappen. Gefahren sind wir unter anderem mit den folgenden rollstuhlgerechten Bussen

  • ab/bis Stazione Termini Bus 75 (dieser Bus fährt auch z. B. am Kolosseum vorbei)
  • ab/bis Piazza Venezia (oder Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II) Bus 44
  • ab/bis Petersdom Bus 870 (dieser Bus hält auch auf der Piazzale Garibaldi, dem "Balkon von Rom")
  • ab/bis Bocca della Verita Bus 83 zur Galleria Borghese
  • und einigen mehr

Übrigens: wenn Ihr auf einen der oben unterstrichen erscheinenden Produktlinks zu Flickset oder Luftpumpe klickt werdet Ihr zu Amazon weitergeleitet. Wenn Ihr dann noch kauft erhalte ich von Amazon dafür eine kleine Provision.

was es alles so gibt: der Papst als Lolli
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In einigen Tagen folgt der nächste Teil zu unseren Erfahrungen in der ewigen Stadt. Dann berichte ich über das leckere Essen, Petersdom und Vatikanische Museen, Galleria Borghese, Kolosseum und Forum Romanum.

 

Und falls Ihr Fragen zu einer Reise nach Rom habt:

immer her damit, gern in den Kommentaren.

Ich werde mich bemühen,

sie nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.

Und falls Ihr mich ergänzen möchtet:

nur zu, auch das nehme ich gern auf!

 

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Beate (Mittwoch, 16 März 2016 06:25)

    willkommen zurück ... und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung Deines Berichts! Übrigens: die bunten Schmetterlinge anstelle von hässlichen schwarzen Balken sind eine hervorragende Idee!
    LG Beate

  • #2

    Sabine (Dienstag, 19 April 2016 16:59)

    Hallo Ulrike
    Danke für den interessanten Rom-Bericht besonders natürlich für die Rolli/ Barrierefreiheit-Tips. Das macht Lust auf ein Rom-Trip
    Liebe Grüße Sabine

  • #3

    Zypresse (Dienstag, 19 April 2016 21:17)

    Ach ja, Sabine, Rom ist in der Tat eine Reise wert. Und eigentlich mit Rollstuhl besser zu erkunden als wir vorher gedacht hätten. Und die römische Küche erst...