Im Oktober per Hausboot auf der Havel

Im Oktober per Hausboot auf der Havel
Im Oktober per Hausboot auf der Havel

Endlich einmal gibt es hier auf dem Blog einen neuen Reisebeitrag. Ich berichte euch über unsere Hausboottour mit einem Bungalowboot (Bunbo) auf der Havel im Oktober. Dabei waren wir in Brandenburg, zwischen Brandenburg-Plaue und dem nördlichen Havelland, unterwegs.

 

Dieses Mal waren wir nicht allein auf Tour. Wir haben zwei Boote gechartert: eins für den Gatten und mich, ein zweites für Leuchtbiene und ihren Partner. Eine völlig neue Erfahrung für uns - Leuchtbiene & Co haben bereits ähnliche Touren mit seiner Schwester und deren Ehemann gemacht.

Unsere Hausboottour haben wir vollständig (Anreise, Übernachtungen, Einkauf, Essen, Charter usw.) selbst organisiert und bezahlt.

Anreise, Abendessen und Zwischenübernachtung in Braunschweig

Braunschweiger Penta Hotel
Braunschweiger Penta Hotel

Bei Chartern eines Hausbootes gibt es Übergabetermine. Für uns bedeutete dies: samstags ab 14 Uhr würden wir unser Boot übernehmen können. Da die Strecke vom Rhein bis Brandenburg an der Havel sich doch ein wenig zieht und der Gatte alles ist, nur kein Frühaufsteher, haben wir beschlossen, auf dem Hinweg zur Hausboottour auf der Havel Freunde in Braunschweig zu treffen und dort eine Nacht zu bleiben.

 

Was soll ich sagen? Unsere Übernachtung im Braunschweiger Penta Hotel war gut. Das Hotel ist durchaus empfehlenswert und das rollstuhlgerechte Zimmer sehr durchdacht. Es bietet ein barrierefreies und ausreichend großes Bad, natürlich freies (und starkes) WLAN und das Frühstück am Samstagmorgen in der Pentalounge ließ keine Wünsche offen.

Penta Hotel

Auguststraße 6-8

38100 Braunschweig

Germany

Kontakt

+49 (0)531 48140

info.braunschweig@pentahotels.com

 

Am Freitagabend waren wir mit unseren Freunden zum türkischen Essen verabredet. Es war sehr lecker und wir haben uns gut unterhalten. Schön, wenn man sich selten sieht und trotzdem sofort Gesprächsthemen findet. Das Restaurant Tandure  serviert anatolische Spezialitäten aus dem Lehmofen. Wir hatten an diesem Abend drinnen einen entspannten und

genussvollen Aufenthalt, bei dem wir uns sehr wohlgefühlt haben. Der Service war aufmerksam und freundlich.
Restaurant Tandure
Frankfurter Straße 4 (ARTmax)
38122 Braunschweig
0 531 - 89 45 58
info@restaurant-tandure.de

Tipps für den Einkauf

An der Havel bei Briest
An der Havel bei Briest

Am nächsten Morgen sind wir gegen 8 Uhr aufgestanden und haben es tatsächlich geschafft, um 9 Uhr zu frühstücken und noch vor 10 Uhr zu unserer Hausboottour mit einem Bungalowboot (Bunbo) auf der Havel im Oktober abzufahren. Die Autobahn war verhältnismäßig leer, ein wenig mehr Verkehr vor der Elbbrücke bei Magdeburg. Diese wird aktuell saniert und der Verkehr läuft daher nur auf einer Seite der A2.

 

Schon kurz vor 12 Uhr sind wir samstags in Brandenburg-Plaue eingetroffen. Wir haben uns gleich auf dem Weg zum örtlichen Supermarkt gemacht. Hier hatte ich die Möglichkeit der Bestellung über das Internet genutzt: Beim REWE Abholservice konnte ich unseren Supermarkteinkauf nach unserer Einkaufsliste für die Woche auf dem Hausboot bequem schon zu Hause online bestellen (musste also nicht am Anreisetag noch durch die unbekannten Gänge eines fremden Supermarktes irren). Stattdessen konnte ich alles schnell und fertig gepackt auf dem Weg zur Marina am Markt abholen. Es war wirklich bequem: Unser gesamter Einkauf wartete gekühlt und fertig gepackt auf uns.

 

Noch ein Tipp - dieser aber noch nicht persönlich von uns getestet: Man kann sich das Kochen auf dem Hausboot (Bunbo) auch erleichtern, wenn man eine entsprechende „Kochbox“, also ein Paket mit vorbereiteten Zutaten und passenden Rezepten bei einem bekannten Anbieter bestellt. Der Vorteil:  es sind quasi alle Zutaten und Gewürze dabei, man muss also nicht so viel "Kleinkram" für die Bootsküche mitnehmen.

 

Und klar, eigentlich ist es auch bei uns so: der erste Einkauf am Ferienort, der gehört unbedingt zum Reiseerlebnis dazu. Bei der Übernahme des Hausbootes ist man aber zeitlich ein wenig gebunden, ein Supermarkt in Brandenburg unterscheidet sich nur wenig von dem in NRW und ist daher kaum eine Entdeckungsreise. Nur die Gestaltung der Gänge ist baulich bedingt überall anders. Da geht es tatsächlich nur um das "Abarbeiten" der vorher durchdachten Einkaufsliste. So stand für uns sogar der Speiseplan für 4 Personen auf 2 Booten taggenau fest, ebenso, wer an welchem Tag mit der Essenskocherei dran war.

 

Die Essens- und Einkaufsmöglichkeiten sind - zumindest in der Nebensaison - in Brandenburg auf dem Land vom Boot aus und ohne Auto ohnehin recht beschränkt, die Öffnungszeiten der Dorfsupermärkte eingegrenzt und in Corona-Zeiten war das ganze noch ein wenig kmplizierter, denn viele Gasthäuser haben nicht durchgehalten und gleich ganz geschlossen.

Übernahme des Bootes

samstags in der BunBo-Marina Brandenburg-Plaue
samstags in der BunBo-Marina Brandenburg-Plaue

Weil wir noch reichlich Zeit hatten bis zur Übernahme des Bungalowboots (Bunbo), haben wir dann eine Weile bei Briest mit Blick auf die Havel geparkt, entspannt Radio gehört und haben uns erst gegen 13 Uhr auf den Weg zur Marina gemacht.

 

Hier herrschte schon ein geregeltes Durcheinander. Die Schleuse Bahnitz hat einen Defekt, den ganzen Tag hatte ein Techniker bereits versucht, sie zu reparieren, das hatte aber offenbar nicht geklappt. Nun hingen mehrere Boote vor der Schleuse fest (drei waren es wohl) und kamen nicht zurück nach Hause in die Marina.

 

Leider waren auch Leuchtbiene und Partner betroffen, deren gechartertes Boot liegt am Anleger nördlich vor der Schleuse. Damit wird es schwierig mit einer gemeinsamen Tour: in beide Richtungen ist die defekte Schleuse dazwischen und wir kommen tatsächlich zunächst einmal nicht zusammen.

 

Wir haben uns dann für den Tag zunächst einmal so abgesprochen, dass die beiden ihr Hausboot nördlich der Schleuse übernehmen, sich dort einigermaßen einrichten und dass sie sich dann mit dem Auto auf den Weg wieder hierher zur Marina machen. Wir fahren heute nicht los und ankern nirgendwo, sondern bleiben in der Marina am Anleger. Wir werden gemütlich die bereits zu Hause vorgekochte Gemüsesuppe gemeinsam essen und später fahren der Gatte und ich die beiden wieder nach Bahnitz. Das hat auch den Vorteil, dass beide Autos für die Abgabe der Boote in einer Woche wieder hier an der Marina stehen.

 

Es gibt die Hoffnung, dass die Schleuse ab Montag wieder funktioniert. Also werden wir am Sonntagmorgen nach Norden über die Havel schippern und legen dann südlich der Schleuse an. Dann müssten Leuchtbiene und Partner zu Fuß zu uns rüberkommen können (für den Gatten mit Rollstuhl wäre es durch Feld und Wald wohl ein bisschen holprig). In jedem Fall können wir zum Abendessen gemeinsam grillen. Denn immerhin ist der Wetterbericht für Sonntag sehr positiv. Es ist zwar nicht sehr warm, aber sonnig mit blauem Himmel und nur leichtem Wind.

Von Plaue zur Schleuse Bahnitz

Havel talwärts Richtung Pritzerbe
Havel talwärts Richtung Pritzerbe

Am Sonntagmorgen haben wir uns also nach einem geruhsamen Frühstück an Bord von der Marina aus auf den Weg nach Norden gemacht mit unserem Bungalowboot (Bunbo) auf der Havel Richtung Schleuse Bahnitz.

 

Das Wetter war gemischt: Wolken und Sonne. Insgesamt aber ein nettes Erlebnis. Auf der Havel war es recht ruhig, es waren nicht mehr so viele Boote unterwegs. Zahlreiche Zugvögel sind bereits abgeflogen. Dennoch haben wir etliche Wildgänse gesehen.

 

In Pritzerbe haben wir die Fähre gut passiert. Ich weiß auch nicht, irgendwie macht mich die Querung der Fähre immer unruhig. Dabei ist es eigentlich ganz simpel: Augen auf und wenn sie fährt, aufstoppen (so heißt es, wenn man ein Boot abbremst) und der Fähre die Vorfahrt gewähren.

Fähre Pritzerbe

Die Fähre Pritzerbe verbindet den Ortsteil Pritzerbe und den Gemeindeteil Kützkow über die Havel. Eine Fährverbindung bestand seit mindestens 1385. Damals wurden die Fährkähne zunächst über die Havel gestakt. Heutzutage werden in den Sommermonaten mit dem größten Fahrgastaufkommen täglich bis zu 500 Personen und 100 Fahrzeuge übergesetzt.

 

Die Fähre Pritzerbe ist eine nicht frei fahrende Autofähre, sie wird an einer Kette geführt. Seit 1991 wird sie von einem Zweizylinder-Dieselmotor mit 30 PS angetrieben. Dieser Motor wirkt über eine Kupplung auf Kettenräder auf eine lange, quer im Fluss verlegte Kette. Die Fähre zieht sich an dieser Kette über die Havel. Ein Drahtseil dient als Führung und Sicherung.

 

Grundsätzlich haben Fähren immer Vorfahrt. Seilfähren können (auch im Notfall) nicht ausweichen. Deshalb gilt hier für die anderen Boote besondere Vorsicht: warten, bis die Fähre auf einer Uferseite festgemacht hat. Und zudem: nicht auszudenken, wir würden mit dem Hausboot in der Fährkette hängenbleiben. Die sollte schon wieder auf den Grund abgesunken sein.

Bis zur Schleuse in Bahnitz

Abendstimmung südlich der Schleuse Bahnitz
Abendstimmung südlich der Schleuse Bahnitz

An der Schleuse in Bahnitz haben wir dann unmittelbar vor der Einfahrt am  Sportbootlieger anlegen können. Außer uns war ein Kölner Paar mit Hund und einem gecharterten Boot aus Werder dort. Die beiden wussten noch nicht, dass die Schleuse defekt ist, haben dann aber beschlossen, auch für die Nacht liegen zu bleiben.

 

Am Abend haben sich Leuchtbiene und Partner zu Fuß auf den Weg gemacht. Für sie dauerte der Spaziergang mit vogekochten Grillkartoffeln und einem bunten Salat über Feldweg und den schmalen Uferwald etwa zehn Minuten vom Anleger nördlich der Schleuse zu uns südlich der Schleuse.

 

Wir haben wie geplant gemeinsam gegrillt. Das klappte wunderbar und war richtig lecker. Essen konnten wir angesichts der Temperaturen allerdings nicht draußen, das haben wir ins geheizte Innere unseres Bootes verlegt. Die beiden mussten dann mit Taschenlampe im Dunkel zurück, haben aber ihren Weg gefunden.

Schleuse Bahnitz

Ablegen zum Schleusen
Ablegen zum Schleusen

Die Schleuse Bahnitz ist eine Schleppzugschleuse, die 1910 fertiggestellt wurde. Sie hat eine Länge von 215 Metern, eine Kammerbreite von 23 Metern und eine Torweite von 10 Metern. Die Fallhöhe beträgt maximal 0,77 Meter.

endlich vereint: nördlich der Schleuse Bahnitz
endlich vereint: nördlich der Schleuse Bahnitz

Am nächsten Morgen, dem Montag, gab es dann die Information, dass am späten Vormittag eine Probeschleusung bergwärts gemacht würde. Und zu unserem Glück hat es geklappt: Ein Sportboot von Norden kam an uns vorbeigefahren. Und wir bekamen die Ansage: Wir schleusen gleich in Richtung Norden, dauert noch etwa ein Viertelstündchen. Wir haben uns bereitgehalten und konnten dann tatsächlich talwärts schleusen und gemeinsam mit den anderen Beiden unsere Fahrt talwärts fortsetzen.

 

Wir sind am Montag bis vor Rathenow gekommen und haben ein nettes Ankerplätzchen zwischen km 105 und 106 am rechten Havelufer bergwärts kurz vor Rathenow gefunden. Wir haben die beiden Hausboote Seite an Seite gelegt, so konnten wir abends hinüber auf das Nachbarboot zum Abendessen. Es gab Tagliatelle mit Gemüse, Pesto und Bohnen nach einem Rezept von Jamie Oliver. Lecker hat es geschmeckt.

Weiter bis hinter Rathenow

Am Dienstagmorgen sind wir geruhsam aufgebrochen und haben uns auf den Weg weiter nach Norden gemacht. Auf unserem Weg mussten wir zunächst die Rathenower Stadtschleuse passieren. Die Hauptschleuse in Rathenow war nämlich aktuell ebenfalls wegen eines Defektes geschlossen. Sportboote konnten allerdings die Stadtschleuse nutzen.

 

Es dauerte ein bisschen länger und die Schleuse ist auch nicht sehr komfortabel: vorne anlegen ging ganz gut, hinten hatte ich keine Möglichkeit, die Leine über zu legen. Wichtig nämlich beim Schleusen: das Boot wird nicht festgemacht, es wird lediglich eine Klampe in der Schleuse mit der Leine belegt, das Ende bleibt aber frei und wird je nach Schleusungsvorgang nachgelassen oder angezogen. Schließlich will man ja nicht oben an der Schleusenwand hängen bleiben und das Wasser schwappt tiefer unten. Zum Glück hat der Schleusenwärter mit uns nicht geschimpft, bei den beiden anderen war er etwas säuerlich.

 

Von dort ging es weiter zunächst noch durch die Stadt Rathenow und dann nach Norden auf die offene Havel.

Stadtschleuse Rathenow

Auf dem Weg zur Stadtschleuse Rathenow
Auf dem Weg zur Stadtschleuse Rathenow

Die Stadtschleuse Rathenow hat eine durchschnittliche Fallhöhe von gerade mal 1 m. Die Schleusenkammer ist 71,50 Meter lang und 8,45 Meter breit. Sie hat steile Kammerwände aus Klinkermauerwerk und Sandstein.

 

1732 wurde die erste Stadtschleuse als Kammerschleuse errichtet. Immer wieder, besonders in den Jahren von 1883 bis 1912 fanden umfangreiche Umbau- und Erneuerungsmaßnahmen statt. Bis 1977 hatte die Schleuse Holztore, welche dann durch stählerne Stemmtore ersetzt wurden. 1988 wurden die Stahltore ausgewechselt. Das Betriebsgebäude unmittelbar an der Schleusenbrücke wurde 2006 instandgesetzt und restauriert. 

 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Leistungsfähigkeit der alten Stadtschleuse nicht mehr ausreichend. Das führte dazu, dass ein künstlicher Schifffahrtskanal mit einer 220 Meter langen Schleuse, der Hauptschleuse Rathenow gebaut wurde.

Durch den Hohennauener Kanal in den Hohennauener-Ferchesarer See

Durch den Hohennauener Kanal in den Hohennauener-Ferchesarer See
Durch den Hohennauener Kanal in den Hohennauener-Ferchesarer See

Am Mittwoch haben wir es dann tatsächlich bis zum Hohennauener See geschafft. Es ist ein See, den man durch den recht schmalen und etwa anderthalb bis zwei km langen Hohennauener Kanal erreicht. Den zu durchfahren, war im Übrigen eines der Highlights der zurückgelegten Strecke. Schmal, beschaulich, mitten in der Natur ist der Kanal ein echtes Erlebnis und eine klare Empfehlung!

 

Es war eine wirklich sehr schöne Strecke bei gutem Wetter. Das hat uns, wie auch der See, gut gefallen. Geankert haben wir an diesem Abend im Hohennauener See zwischen km 2 und 3 am Südufer. Wir hatten ein windgeschütztes Ankerplätzchen für die Nacht mit Blick auf Schilf und am nächsten Morgen einen wunderbaren blauen Himmel, Sonne und Zeit, ausführlich auf der Terrasse zu faulenzen.

Hohennauener Kanal

Im Hohennauener Kanal
Im Hohennauener Kanal

Die Hohennauener Wasserstraße erstreckt sich von Westen nach Osten, sie verbindet die Havel am nördlichen Ufer mit Hohennauen und Wassersuppe, am Südufer mit Semlin, einem Ortsteil der Stadt Rathenow.

 

Sie zweigt als Kanal am Kilometer 111,84 von der Havel ab. Sie besteht aus dem Kanalabschnitt und dem 8,83 Kilometer langen Hohennauener-Ferchesarer See. Für die Schifffahrt hat sie nur noch geringe Bedeutung. Sie wird nur noch von einem kleinen Fahrgastschiff und Sportbooten genutzt.

Hohennauener-Ferchesarer See
Hohennauener-Ferchesarer See

Erst am frühen Nachmittag haben wir uns donnerstags nach einer kleinen Runde durch den Hohennauener See mit dem Boot auf den Weg gemacht. Es ging es über den Kanal wieder zurück in die Havel und dann bergwärts. Diese Fahrtrichtung hatte für uns den Vorteil, dass wir praktisch die ganze Zeit in der Sonne sitzen konnten. So stellt man sich eine Hausboottour doch vor.

 

Unterwegs passierten wir den Truppenübungsplatz Klietz. Im gesamten Gebiet zwischen Rathenow und dem Hohennauener See konnten wir die Übungen der Truppe gut hören: auch am Donnerstagmorgen begann es um 9 Uhr mit Probeschießen.

 

Da für die nächsten Tage deutlicher Wind angesagt ist, haben wir abgesprochen uns zügig auf den Weg zurück in Richtung Brandenburg zu machen. Schließlich müssen wir am Samstag pünktlich die beiden Boote wieder abgeben. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag verbrachten wir zwischen km 79 und 80 bergwärts eingangs Pritzerbe am linken Havelufer.

Truppenübungsplatz Klietz

Truppenübungsplatz Klietz
Truppenübungsplatz Klietz

Dieser Truppenübungsplatz Klietz, wofür wird er eigentlich genutzt? Es ist insgesamt ein über 9000 Hektar großes Übungsgelände. Die Lage zwischen den Flüssen Elbe und Havel ist das Besondere: Sie ermöglicht es den Soldaten, die Überquerung eines Gewässers in den unterschiedlichsten Varianten zu üben. Außerdem verfügt der Platz mit der Schießbahn 13 über eine der längsten Schießbahnen in Deutschland. Hier trainieren Panzerbesatzungen den scharfen Schuss.

 

Der Truppenübungsplatz Klietz ist wichtig als Trainingsgelände für die Bundeswehr, sondern auch als Arbeitgeber für etliche Menschen, die in den Nachbargemeinden leben. Dafür nehmen die Anrainer auch die Lärmbelastung durch Schussgeräusche in Kauf.

Über Pritzerbe in den Tieckowsee

unser Ankerplatz eingangs Pritzerbe am linken Havelufer
unser Ankerplatz eingangs Pritzerbe am linken Havelufer

Schon beim Ankern am späten Nachmittag haben wir es gemerkt: Es wurde windig mit recht kräftigen Böen. Und am Freitag früh, da war es nass, kalt, ungemütlich. Leuchtbiene und Co haben den Kaminofen entzündet, wir haben auf Fleecejacke und Gasheizung gesetzt. Es war gemütlich an Bord, wir haben in aller Ruhe gefrühstückt, ein wenig gelesen, ein wenig geräumt (in Vorbereitung der Bootsabgabe am Samstag) und so den halben Tag verbummelt. Erst nach 14 Uhr haben wir uns auf den Weg Richtung Brandenburg-Plaue gemacht.

 

Und was soll ich sagen? War es beim Ablegen noch recht grau, so klarte es zunehmend auf und recht schnell strahlte die Sonne vom blauen Himmel. So lässt man sich das Schifferdasein doch gefallen.

 

Geankert haben wir für die Nacht von Freitag auf Samstag im Tieckowsee zwischen km 71 und 70 am linken Ufer bergwärts ca. 1,5 km vor der Marina. Nach einer ruhigen Nacht konnten wir hier gemütlich frühstücken und waren am Samstagvormittag schnell zur Rückgabe der Boote in der Marina.

Fazit

Auf Tour mit dem Bunbo Hausboot
Auf Tour mit dem Bunbo Hausboot

Und unser Fazit nach der diesjährigen Tour mit dem Bunbo Hausboot? Zu den Höhepunkten gehörte der Hohennauener Kanal. Spektakulär waren die Sonnenauf- und untergänge, der weite Himmel und die beeindruckenden Wolkenformationen. Abwechslungsreich war es, immer nur schönes Wetter wäre sicher langweiliger gewesen. Die Natur war im Frühherbst-Modus, es gab noch reichlich Wasservögel und immer wieder stimmungsvollen Dunst über der Havel.

 

Klar, das zum Teil doch recht kalte Wetter hat uns zugesetzt. Besonders in den Nächten war es echt frostig. Nachts kühlte das Boot stark aus, da waren wir froh über unsere mitgebrachten extra Fleece-Decken. Und auch tagsüber haben wir  öfters gefroren, hatten zwischendurch eiskalte Finger. Draußen zu sitzen, um das Boot zu steuern, das war nicht an allen Tagen ein Vergnügen. Dann aber hatten wir, ihr seht es an den Fotos, durchaus auch strahlend blauen Himmel und Sonnenschein, ja sogar angenehme Temperaturen, bei denen man am Nachmittag die Zeit in der Sonne echt genießen konnte. Und wie gut ein heller Sonnentag der Seele tut, das muss ich ja wohl nicht erklären?

 

Von einigen kleineren Missgeschicken abgesehen hat uns die Tour viel Spaß gemacht und sehr gut gefallen. Auch das Problem mit der Schleuse in Bahnitz hat uns nicht wirklich die Stimmung vermiest. Es war rundum interessant und abwechslungsreich. Gemeinsam mit Leuchtbiene und Partner auf zwei Booten unterwegs zu sein, war ebenfalls ein tolles Erlebnis. Koch- und Tankservice, Unterstützung, Gesprächspartner - wir hatten alles dabei. Eine schöne Abwechselung zu den Hausbooturlauben bisher, die wir immer zu zweit allein gemacht hatten.

 

Und ein Hausboot in Corona-Zeiten? Das Infektionsrisiko ist gering, denn man ist ja auf dem Boot quasi in Quarantäne. Ohne Zweifel eine sehr gute Möglichkeit des Urlaubs ohne viele Kontakte. Ähnlich wie bei einer Campertour oder in einer gemieteten Ferienwohnung ist es eigentlich wie zu Haus, nur woanders.

 

Falls Ihr noch mehr über Reisen auf einem gecharterten Hausboot nachlesen wollt: dann schaut doch mal in den anderen Beiträgen der Blog-Kategorie Hausboot nach.

Kommentare: 1
  • #1

    Beate (Grace) O’Malley (Sonntag, 27 Februar 2022 07:46)

    Interessanter Bericht, tolle Fotos, eine wunderschöne Landschaft, traumhaftes Wetter (die Kälte spürt man ja nicht auf den Bildern), aber in dieser entspannenden Umgebung zeigt sich besonders der Nachteil, den wir Blogger aus Datenschutzgründen haben: kein einziger Mensch ist zu sehen, und trotz des netten Matrosenentchens und seiner wilden Kollegen wirkt alles ein bisschen leblos.
    Aber ich habe ja Fantasie und kann sie vor mir sehen, die zusätzlichen persönlichen Fotos, die bestimmt Dein privates Fotobuch beleben: der Gatte am Steuer, gemütliche Mahlzeiten mit Freunden, Ihr zwei beim Faulenzen auf der Terrasse, Du beim Schleusen …
    Im Jahr 1986 haben wir mit vier Freunden eine Bootstour auf den Norfolk Broads unternommen. Ich hatte das Revier ganz bewusst deshalb ausgesucht, weil es dort keine Schleusen gibt. Aber solch' eine Bunbo-Tour möchte ich auch gerne einmal unternehmen. Und dann würde ich mich auch mit der Technik des Schleusens beschäftigen und Klampen mit der Leine belegen ;-)