Reiseführer Marken und ein Gespräch mit Sabine Becht

Reiseführer Marken von Sabine Becht* (C) Michael Müller Verlag
Reiseführer Marken von Sabine Becht* (C) Michael Müller Verlag

Für die Planung unseres nächsten Aufenthaltes in den italienischen Marken haben wir schon einen passenden Reiseführer gefunden: der Reiseführer Marken von Sabine Becht aus dem Michael Müller Verlag ist genau der „Richtige“ für uns. Gerade wer wie wir auf eigene Faust unterwegs ist, ist mit diesem Reiseführer gut gerüstet.

 

Ein guter "old school" Reiseführer in ordentlicher Buchform gehört für uns bei der Reisevorbereitung unbedingt immer dazu. Natürlich nutzen wir auch das WWW, Instagram, zahlreiche Blogs oder Reiseforen – aber an einer traditionellen Grundlage zum Stöbern, Nachschlagen und aufs Reisen Lust machen, da kommen wir nicht vorbei.

Ich habe vom Michael Müller Verlag ein Rezensionsexemplar des Buches erhalten. Vielen Dank dafür.

Das hier ist meine persönliche Meinung.

Reiseführer Marken von Sabine Becht

Reiseführer Marken von Sabine Becht* (C) Michael Müller Verlag
Reiseführer Marken von Sabine Becht* (C) Michael Müller Verlag

Sabine Becht hat in ihrem Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag einen bunten und unglaublich vielfältigen Strauß an Informationen, Tipps und Fachwissen handlich und  interessant zusammengestellt.

  • Zunächst: mit knapp 270 Seiten ist er ein wirklich handlicher und praktischer Reisebegleiter, den eine Faltkarte im Maßstab 1:300000 nützlich für die Orientierung ergänzt.
  • Der erste Teil des Reiseführers verschafft Euch eine erste Orientierung in den Marken: zu Natur und Kultur und zum Reisen mit Kindern.
  • Reisepraktisches von A bis Z, Klima, Geschichte, Anreisemöglichkeiten, Bevölkerung usw. findet ihr in der gebotenen Kürze, wohl sortiert und mit allen nötigen Informationen am Ende des Buches.
  • In den verschiedenen Kapiteln finden sich alle wichtigen Informationen, in Kapitel zu den Provinzen der Marken: Pesaro und Urbino, Ancona, Macerata, Fermo und Ascoli Piceno - und natürlich auch zu den teilweise zu Umbrien gehörenden sibillinischen Bergen.
  • Hinweise zu immer noch bestehenden Zerstörungen oder Sperrungen (zona rossa) nach den Erdbeben in Mittelitalien von 2016 findet Ihr immer dann, wenn dies erforderlich ist - es wird aber auch deutlich, dass eine Reise in die Marken dennoch lohnt.
  • Es gibt durch persönliche und durch Lesertipps ergänzte Adressen für Übernachtungen, Aktivitäten, gutes Essen und Trinken. Und natürlich zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten, ihrer Geschichte und kleinen Anekdoten. Alles akribisch aufgeführt mit Preisangaben, Öffnungszeiten, Telefonnummern und Web-Seiten.

Bei einigen Orte, die auch wir gern besucht haben, könnte ich amüsantes nachtragen: so z. B. mehr zu San Giuseppe in Osimo, dem Schutzpatron der Flieger und vor Prüfungen. Die Geschichte des heiligen Hauses in Loreto hat die Autorin offenbar genauso beeindruckt wie uns, ihm ist ein extra Kasten gewidmet. Fabriano mit seinem wirklich sehenswerten Papiermuseum habe ich gefunden, Jesi mit der öffentlichen Geburt des Staufers oder die malerische Altstadt von Ascoli Piceno, selbst unsere Heimat auf Zeit mit Camerino, Matelica, San Severino Marche finden sich auf etlichen Seiten beschrieben.

 

Mein Fazit:

Der Reiseführer Marken von Sabine Becht ist ein patenter Reisebegleiter für einen Aufenthalt in diesem völlig unterschätzten Stückchen Italien. Er ist handlich und dennoch vollständig, geizt nicht mit Tipps und Hinweisen, er ist gut durchdacht aufgebaut. Daher gibt es von mir heute eine absolute Empfehlung für diesen komprimierten und doch umfassenden Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag.

 

Reiseführer Marken

Sabine Becht

6. Auflage 2021

Michael Müller Verlag

272 Seiten, 143 Fotos, herausnehmbare Karte und 26 Detailkarten

ISBN 978-3-95654-987-8

Die Autorin: Sabine Becht

Die Autorin Sabine Becht (C) Michael Müller Verlag
Die Autorin Sabine Becht (C) Michael Müller Verlag

Was ein Glück für mich, dass mir der Michael Müller Verlag nicht nur ein kostenloses Rezensionsexemplar des Reiseführers Marken von Sabine Becht zur Verfügung gestellt hat, sondern mir zudem Kontakt zur Verfasserin vermittelt hat.

 

Sie ist geboren in Wiesbaden, studierte in Bamberg Amerikanistik und Kommunikationswissenschaft. Schon während des Studiums in ihren Semesterferien war sie für den Michael Müller Verlag in Griechenland unterwegs, bevor sie 1997 mit »Tunesien« ihren ersten eigenen Reiseführer schrieb. Den gibt es zwar nicht mehr, dafür aber neben dem zu den Marken noch mehrere zu Italien (Rom, Piemont, Ligurien, Elba etc.), zu den griechischen Inseln (Kefalonia & Ithaka), zu Mecklenburg-Vorpommern und zu Österreich.

 

Meinen Fragen hat sie sich bereitwillig gestellt – aber das könnt Ihr hier selbst nachlesen. Herzlichen Dank an Sabine Becht für Informationen, Amüsantes und den netten Kontakt!

 

 

Sabine Becht im Gespräch

Ganz typisch: der Briefkasten am Haus
Ganz typisch: der Briefkasten am Haus

1. Die Marken sind ein klar unterschätztes Stück Italien. Wie kamst Du dazu, einen Reiseführer über die Marken zu schreiben?

 

Ich bin  ganz am Anfang meiner Zeit beim Michael Müller Verlag (Mitte der 1990er Jahre) sehr oft zur Recherche nach Griechenland gefahren, mit Abfahrt ab Fährhafen Ancona. Da bin ich auf der Autobahn immer an der Festung Gradara, den schönen Hügeln und mit der Fähre dann ja auch am Monte Conero vorbeigefahren und dachte mir jedes Mal: Diese Gegend Italiens muss ich mir auch mal anschauen. 2001 kamen wir dann überein, einen Marken-Reiseführer zu machen.

 
2. Wenn jemand das erste Mal in die Marken reist, was sollte er sich unbedingt anschauen und erleben?


Unbedingt Urbino und die Riviera del Conero, das sind ja die beiden großen Anziehungspunkte der Region. Wobei die Strände an der Riviera del Conero vor allem im August ziemlich voll sind, aber das ist eben so, wenn es schön ist...

 

3. Was kannst Du bei schlechtem Wetter empfehlen?


Die Grotte di Frasassi, eine atemberaubende, riesige Tropfsteinhöhle mit bizarren Gebilden in der Nähe von Fabriano im Westen der Marken. Und den Palazzo Ducale in Urbino.

 

* Eine Anmerkung von mir: während Urbino und der Palast durchaus auch per Rollstuhl besucht werden können, gilt dies für die Höhlen nicht: definitiv zu viele Stufen!

 

4. Verrätst Du drei Deiner Lieblingsorte in den Marken? Wo trifft man Dich mit Sicherheit an?


Das ist natürlich immer der persönliche Geschmack, aber mir gefällt Senigallia sehr gut. Diese kompakte Altstadt am Meer mit ihren vielen guten Restaurants, Geschäften, Museen, der Rocca, dem Markt und natürlich der schöne, ganz Adria-typische Sandstrand, das ist schon ein netter Ort. Und an Urbino kommt niemand vorbei, da bin ich immer sehr gerne und fahre von dort in die Hügel des Montefeltro. Zum Baden mag ich wie so viele andere auch die kleinen Kieselbuchten an der Riviera del Conero; ein Tipp für alle, die keine Lust auf organisiertes Strandbad haben, ist der Naturstrand an der Tronto-Mündung im Naturreservat "Riserva Naturale Regionale Sentina" bei San Benedetto del Tronto.

Blick Richtung Meer von Loreto aus
Blick Richtung Meer von Loreto aus

5. Nach welchen Kriterien wählst Du die Inhalte des Reiseführers aus und schreibst Du auch über persönliche Geheimtipps?

 

Das ist immer eine Abwägungssache, ich versuche mir vorzustellen, was den meisten Lesern gefallen könnte. Und auch, was die nächsten drei Jahre "überleben" wird: Wenn ich bei einem Museum o. ä. schon den Eindruck habe, dass es das nicht mehr lange geben wird, lasse ich es lieber raus. Ebenso bei ganz neuen Restaurants, die sich erst etablieren müssen. Das ist in Corona-Zeiten nicht ganz einfach. Und auch beim Essen & Trinken sind die Geschmäcker sehr verschieden, da vertraue ich ein wenig auf die Erfahrung, dass ich nach über 20 Jahren Italien-Recherche einigermaßen beurteilen kann, was eine gute Pizza ist.

Zum Thema Geheimtipp: Na klar verrate ich auch persönliche "Geheimtipps", sonst hätte ich meinen Beruf verfehlt!

6. Nach welchen Kriterien entscheidest Du, welche Themen und Regionen in den Reiseführer aufgenommen werden?


Über manche Themen stolpert man einfach so vor Ort. Vieles ist auch historisch, manches sind Kuriositäten, die man nicht weglassen kann. Wir hatten z. B. mal einen ganz besonderen Schnapsbrenner im Buch, der dann jedoch irgendwann in Rente gegangen ist. Manche Sachen verschwinden auch im Lauf der Zeit. Bei den Regionen/Gebieten lasse ich weg oder fasse sehr kurz, wenn etwas von wirklich überhaupt keinem touristischen Interesse ist. In den Marken gibt es um die großen Flussmündungen ja sehr zersiedelte, unattraktive Gebiete, die kommen im Buch kaum vor. Und natürlich ist es auch immer eine Frage des Platzes, das Buch soll ja nicht zu dick werden für so ein relativ kleines Gebiet.

 

7. Mit Rollstuhl kommen für uns Wanderungen oder Strandspaziergänge eher nicht in Betracht. Aber welches Naturschauspiel und Landschaftserlebnis würdest Du uns unbedingt ans Herz legen? Gibt es einen besonderen Höhepunkt in der Natur, welches wir auch per Rollstuhl gut erreichen und genießen können?


Ein besonderes Landschaftserlebnis ist die Rundfahrt in den Monti Sibillini ganz im Süden der Marken, die auf einer asphaltierten Straße gut zu befahren ist. Leider hat das Erdbeben von 2016 hier schlimme Schäden angerichtet (das Dorf Castelluccio, eigentlich ein Höhepunkt der Tour, ist schwer beschädigt), unverändert herrlich ist aber die Gebirgslandschaft!

Informationen in Zeiten von Corona

Nützliche Informationen für Reisende zu COVID-19 findet Ihr auf der Seite von ENIT - Italienische Zentrale für Tourismus.

  • Vorlegen müsst Ihr aktuell ein digitales COVID-Zertifikat der EU bei der Einreise. Wer kein EU-Staatsbürger ist, kann das grüne COVID-19-Zertifikat in digitaler oder Papierform vorweisen, das von den Gesundheitsbehörden seines Lands ausgestellt wurde und den Nachweis eines negativen Testergebnisses, der Genesung oder einer durchgeführten Impfung mit einem von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassenen Impfstoff enthält.
  • Wer nach Italien reist, muss derzeit im Vorfeld ein digitales Einreiseformular ausfüllen.
  • Für die Einreise in die autonome Provinz Bozen muss unter Umständen ein eigenes Einreiseformular ausgefüllt werden.

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