Eine Stunde in Dresden

Die Frauenkirche in Dresden
Die Frauenkirche in Dresden

Allzu viel Zeit hatten wir nicht, als wir Anfang des Monats aus beruflichen Gründen in Dresden waren. Für einen kurzen Rundgang durch die Altstadt mit einem Blick auf die wesentlichen Sehenswürdigkeiten bei strahlendem Sonnenschein hat die Zeit dennoch gereicht. Also begleitet uns für eine Stunde in Dresden.

 

Bekannt ist die Landeshauptstadt für ihre  Altstadt mit der Frauenkirche am Neumarkt, der Semperoper und der Hofkirche sowie dem Residenzschloss und dem Zwinger. Dresden wird wegen seiner Kunstsammlungen auch „Elbflorenz“ genannt.

 

Mit gut 540.000 Einwohnern ist Dresden nach Leipzig die zweitgrößte sächsische Stadt. Als Sitz der Sächsischen Staatsregierung und des Sächsischen Landtags sowie zahlreicher Landesbehörden ist die Stadt politisches Zentrum Sachsens. Außerdem sind bedeutende Bildungs- und Kultureinrichtungen des Freistaates hier konzentriert, darunter mehrere Hochschulen. Das bringt viele junge Menschen in das Stadtbild; macht die Stadt moderner als der sächsische Barock zunächst vermuten ließe.

Zwinger

im Dresdner Zwinger
im Dresdner Zwinger

Wir begannen unseren Rundgang am Altmarkt. Dieser ist, nachdem die Baustelle des Kulturpalastes nun endlich abgebaut ist, ein hübsches Kleinod in der Altstadt mit einer spannenden Mischung aus Moderne und Altbauten. Von hier machten wir uns auf den Weg, quasi ums Eck zum Dresdner Zwinger.

 

Dieser Gebäudekomplex mit Gartenanlagen ist schon ein beeindruckendes Barockensemble aus Architektur, Skulpturen und Malerei. Der Zwinger entstand ab 1709 als Orangerie, Garten und als repräsentatives Festareal. Er ist ein opulentes Beispiel der Prachtentfaltung unter August dem Starken: es gibt verzierte Pavillons, Balustraden, Figuren, Vasen, Galerien. August der Starke wollte ihn eigentlich zu einem Schlossneubau erweitern, das hat aber nicht geklappt. Stattdessen wurde er seit dem 18. Jahrhundert als Museumskomplex genutzt. Die Luftangriffe auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 zerstörten den Zwinger schwer. Erst seit den 1950er und 1960er Jahren beherbergt er wieder die Gemäldegalerie Alte Meister, den Mathematisch-Physikalischen Salon und die Porzellansammlung.

Semperoper

Semperoper
Semperoper

Kaum hatten wir den grünen Innenhof des Zwingers verlassen erreichten wir auch schon das nächste bekannte Bauwerk: die aus der Bierwerbung bekannte Semperoper. Auch sie haben wir nur von außen angeschaut und stellten fest: sie sieht fast so aus wie wir sie kennen, ist bei Tag allerdings nicht ganz so festlich imposant wie mit Illuminierung in der Dunkelheit.

 

Was wir nicht wussten und uns erst im Nachhinein angelesen haben: die Semperoper ist nicht so alt wie sie scheint, sie wurde erst von 1977 bis 1985 nach Originalplänen von Gottfried Semper neu gebaut.

Elbufer in Dresden
Elbufer in Dresden

Nur einige Schritte weiter, einmal die Straße überquert und schon standen wir auf der Augustusbrücke. Sie verbindet Altstadt und Dresdner Neustadt, die im Übrigen auch alt ist. Von hier hatten wir einen wunderbaren Blick auf das blaue Band der Elbe, auf das gegenüberliegende Flussufer mit dem Regierungsviertel und die auf unserer Seite befindliche Brühlsche Terrasse.

Fürstenzug

Fürstenzug in Dresden
Fürstenzug in Dresden

Wir sind allerdings nicht am Flussufer entlang weiter spaziert, wir haben die nächste Parallelstraße genommen. Denn dort kann man den Dresdner Fürstenzug betrachten.

 

Was das ist? Der Fürstenzug ist das überlebensgroße Bild eines Reiterzuges aus Fliesen aus Meißner Porzellan. Das wohl größte Porzellanbild der Welt stellt die Ahnengalerie der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dar. Ganz schön imposant, dieser Fürstenzug. Und in Zahlen ebenfalls:

  • er ist 101,9 m lang und
  • 10,51 m hoch
  • besteht aus ungefähr 23.000 Fliesen
  • und stellt insgesamt 94 Personen dar
  • das Mädchen in der Mitte der Kindergruppe ist die einzige weibliche Figur des Fürstenzuges

Frauenkirche

Frauenkirche
Frauenkirche

Und am Ende der Straße konnten wir sie dann schon sehen: die Frauenkirche. Ohne Zweifel ist sie DAS Wahrzeichen der Stadt.

 

Nach der Zerstörung Dresdens am 13./14. Februar 1945 standen nur zwei Seitenmauern um ihren Trümmerberg. Und so bzw. als gigantisches Puzzle mit zahllosen nummerierten Steinen hatte ich von meinem ersten Besuch in Dresden das Bauwerk in Erinnerung. Aber schon seit 2005 ist alles anders: die Frauenkirche ist wieder aufgebaut. Und seither ist sie nicht nur evangelische Stadtkirche, sie dient als Veranstaltungsort und als „weltweites Symbol für Frieden und Versöhnung“.

 

Das Bauwerk ist eindrucksvoll, allein schon durch die hohe und breite Kuppel und sie schiere Größe beherrscht sie das Stadtbild. Gern hätten wir sie auch von innen besichtigt, leider war sie geschlossen. So werden wir noch einmal zurückkehren müssen um beim nächsten Besuch die Frauenkirche und auch die anderen sehenswerten Orte in Dresden intensiver ansehen zu können. Unser erster und kurzer Rundgang durch einen Teil der Stadt an der Elbe war jedenfalls schon sehr beeindruckend und hat uns deutlich gemacht: Dresden ist ganz sicher einen ausgedehnteren Besuch mit mehr Zeit und Muße wert.

 

Und so werden wir sicher zurückkehren und dann auch Zeit haben für

und vieles mehr.

Information und Barrierefreiheit

Dresden liegt an der Elbe, also an einem Flussufer. Die von uns eroberte Altstadt ist eben, hat allerdings teilweise ein nicht uneingeschränkt rollstuhlfreundliches Kopfsteinpflaster. Wir sind allerdings ohne Probleme unterwegs gewesen.

 

Der Innenhof des Zwingers ist ebenerdig erreichbar, die meisten Dresdner Museen sind ebenfalls barrierefrei zu besuchen.

 

Die Frauenkirche ist mit einem Aufzug über den Eingang "C" für Rollstuhlfahrer erreichbar.

 

Am Abend haben wir im Restaurant Hans im Glück am Altmarkt leckere Burger mit einem frischen Salat gegessen und können dieses Lokal durchaus empfehlen. Eine Tischreservierung ist allerdings ratsam, nicht alle Tische sind rollstuhlgeeignet. Die Toiletten sind nicht barrierefrei.

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Montag, 08 Mai 2017 15:08)

    Bin mittlerweile richtiger Fan Deiner "Eine Stunde in …"-Reihe.
    Dresden kenne ich noch nicht, aber Du hast es hier auf eindrucksvolle Weise vorgestellt. Wenigstens für einen Erstbesuch, denn da gibt es noch viel mehr, was mich interessiert, z. B. wie die modernen Dresdner außerhalb der Barockarchitektur leben, wo und wie sie ihre Freizeit verbringen, einkaufen, essen ...
    Beim Grünen Gewölbe wäre ich jedoch sofort wieder dabei; ich würde so gerne einmal den "Hofstaat zu Delhi" bewundern. Eine Bootstour zum Schloss Pillnitz wäre auch nicht schlecht.

  • #2

    Zypresse (Montag, 08 Mai 2017)

    Ja, Du hast völlig Recht. Genau das alltägliche Leben, Freizeit, Feiern, Arbeit... das hat uns in der kurzen Zeit natürlich gefehlt. Beim nächsten Mal dann...
    Dennoch: schön war es schon, nicht nur Ankommen, Hotel, Termin, Abfahren - sondern tatsächlich noch ein kleiner Einblick in diese wirklich beeindruckende Stadt. Und da kann man in einer Stunde doch schon so einiges entdecken.