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Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig

Gemäldegalerie des Herzog Anton Ulrich-Museums, links: Adam und Eva, Jacopo Palma il Vecchio
Gemäldegalerie des Herzog Anton Ulrich-Museums, links: Adam und Eva, Jacopo Palma il Vecchio

Ihr wisst es ja schon, vor kurzem war ich in Braunschweig.  Und dabei hab ich festgestellt, die Stadt hat neuerdings wieder etwas ganz besonderes zu bieten. Nach 7 Jahren Umbau und Renovierung wurde soeben das Herzog Anton Ulrich-Museum wieder eröffnet.

 

In Zahlen

  • 35,6 Mio Euro Baukosten für Sanierung und Erweiterung
  • 4000 m² Ausstellungsfläche
  • 190.000 Kunstwerke im riesigen Museumsdepot
  • 4.000 Kunstwerke in der ständigen Sammlung ausgestellt

Was gibt es zu sehen? Die pure Verführung zur Kunst, nämlich eine wahre Reminiszenz an eine Liste einzigartiger Künstler: Rubens und Rembrandt, Dürer oder Holbein, Vermeer und Goya, Picasso und Beckmann, um nur ein paar zu nennen.

Das Museum geht zurück auf Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714). Er war ein autokratischer und gleichzeitig ein an Bildung sehr interessierter Herrscher. Seine Sammelleidenschaft war groß und vielseitig, er interessierte sich nicht nur für Kunst und Naturwissenschaften. Herzog Anton Ulrich schrieb selbst Gedichte, Theaterstücke und Romane. Er war der Gründer der Sammlung, nicht jedoch der Gründer des Museums. Erst 1754 wurde das Museum von Herzog Carl I. von Braunschweig-Lüneburg, einem Großneffen Anton Ulrichs, eröffnet. Er machte die Sammlung für alle zugänglich.

Gemäldegalerie des Herzog Anton Ulrich-Museums

Der Tod der Dido, Mattia Preti
Der Tod der Dido, Mattia Preti

Beeindruckend fand ich insbesondere die Gemäldegalerie des Museums, die wirklich wunderbare Exponate frühneuzeitlicher Kunst unglaublich abwechslungsreich und ansprechend präsentiert. Ansprechend meine ich hier im übrigen durchaus im doppelten Sinne: die einzelnen Ausstellungsräume sind anhand inhaltlicher Themen, z. B. Erzählkunst, Familienbilder, Migration oder Privatvergnügen, ausgerichtet.

 

Wie das aussieht? Das sieht man ganz gut an den beiden Bildern unten. Es hängen Bilder zusammen, die in ganz unterschiedliche Szenen und zu unterschiedlichen Zeiten eine Familie, das Familienleben darstellen. Man erkennt Unterschiede in der Herangehensweise der Maler, man erkennt Unterschiede in der gesellschaftlichen Vorstellung der Familie - auch an vielen Kleinigkeiten, die abgebildet werden. So wird das Betrachten einer Ausstellung auf einmal zu einer ganz lebendigen und anschaulichen Darstellung eines universellen Themas im Wandel der Zeit.

Skulpturen und angewandte Kunst im Herzog Anton Ulrich-Museum

Spannend fand ich auch die Präsentation im oberen Stockwerk des Museums. Hier hat man sich bei der Neugestaltung der Präsentation der Skulpturen und der angewandten Kunst von alten Denkweisen verabschiedet. Was heißt das?

 

Nun, zum einen gibt es auch hier Themenräume. Sie wurden sammlungsübergreifend konzipiert. Unter Überschriften wie Lifestyle, Branding oder Tafelkultur findet man die zum jeweiligen Thema passenden Ausstellungsstücke. Im Themenraum „Der Fürst als Marke“ geht es also zum Beispiel um das Image, das dieser von sich zeichnete (oder: zeichnen ließ). Auch sehenswert: ein wie ein Setzkasten gestalteter Raum mit Korallen, Straußeneiern, Steinen, denen man magische Kräfte zutraute oder auch dem Horn eines Einhorns (in Wirklichkeit dem Stoßzahn eines Narwals). Ebenso findet man hier eine unglaubliche Sammlung von Fürstenberg-Porzellan, aber auch ostasiatische oder ethnologische Objekte. Und natürlich eine ganze Reihe antiker Skulpturen.

Barrierefreiheit und weitere Informationen

Das Gebäude ist durch den Seiteneingang barrierefrei erreichbar, der Aufzug ermöglicht das Erreichen aller Stockwerke und der größte Teil der Ausstellungsstücke befindet sich in einer auch für Rollstuhlfahrer ohne Probleme einsehbaren Höhe.

 

Aktuell werden keine Führungen für Menschen mit Mobilitätsbehinderung, Sinnesbehinderungen oder geistigen Behinderungen angeboten. Das liegt allerdings an einer bislang fehlenden Nachfrage bzw. daran, dass oft ein eigener Führer oder Dolmetscher mitgebracht wird. Aber bei Bedarf wird sich sicher eine Lösung finden.

 

Öffnungszeiten des Herzog Anton Ulrich-Museums

Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr

 

Eintrittspreise

Erwachsene/Ermäßigt 9 bzw. 7 Euro

Kinder bis 5 Jahre kostenlos, von 6 – 18 Jahren 2 Euro

Familienkarten (1 oder 2 Erwachsene mit maximal 3 Kindern) 18 Euro

 

Herzog Anton Ulrich-Museum

Museumstraße 1

38100 Braunschweig

www.3landesmuseen.de

Zum Besuch des neu eröffneten Herzog Anton Ulrich-Museums wurde ich mit einigen anderen Blogger*innen vom Stadtmarketing Braunschweig eingeladen. Dies hat meine Meinung über das wirklich toll gewordene, frisch sanierte Museum nicht beeinflusst. Ich bedanke mich herzlich für die Informationen, Gespräche und die prima Stimmung.

 

Mehr zum Museum und zu Braunschweig könnt Ihr auch nachlesen bei

 

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Leona

Melli

 

Jessi

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Sonntag, 27 November 2016 07:33)

    HAUM ... endlich weiß auch ich, was das ist (habe ganz bewusst aufs Googeln verzichtet) und bin sehr angetan. Wenn Braunschweig nur nicht so weit weg wäre ...
    Danke fürs Mitnehmen und
    LG, Beate

  • #2

    Zypresse (Sonntag, 27 November 2016 17:25)

    Och Beate, auf dem Weg von oder nach Berlin kann man Braunschweig wunderbar als Zwischenstopp einplanen. Und es gibt dort wirklich einiges zu sehen. Braunschweig überrascht!