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Fettnäpfchenführer Köln

Fettnäpfchenführer Köln
Fettnäpfchenführer Köln

Corona hat unseren Alltag, unser gesamtes Leben im zurückliegenden Jahr bestimmt und durcheinander gebracht. Zu den am stärksten betroffenen Wirtschaftszweigen gehört die Reisebranche. Das gilt für Reiseblogger, aber natürlich noch viel mehr für Reiseführerverlage und Reisebuchautoren. Dennoch geht es weiter und im Conbook Verlag erscheinen neue Reiseführer.

 

Ein guter "old school" Reiseführer in ordentlicher Buchform gehört für uns bei der Reisevorbereitung unbedingt immer dazu. Natürlich nutzen wir auch das WWW, Instagram, zahlreiche Blogs oder Reiseforen – aber an einer traditionellen Grundlage zum Stöbern, Nachschlagen und aufs Reisen Lust machen, da kommen wir nicht vorbei.

 

Während der Gatte ein gebürtiger Rheinländer ist, bin ich eine Westfälin in der rheinischen Diaspora. Vieles hier ist mir auch nach inzwischen mehr als 30 Jahren leben und arbeiten im Rheinland immer noch fremd. Was ich zum Beispiel nie werde nachvollziehen können ist der Abscheu vor der Kölner Schäl Sick (der "falschen" Rheinseite) oder die Animositäten zwischen Köln und dem Dorf an der Düssel. Möglicherweise liegt das nicht nur an meinen westfälischen Genen, sondern auch daran, dass wir mehrere Jahre in Köln gelebt haben, der Gatte bis zur Rente dort gearbeitet hat und wir erst später nach Düsseldorf umgezogen sind?

 

Jedenfalls gibt es viele ungeschriebene Gesetze in Köln, das macht es für die Immis dort manches Mal ein wenig schwierig. Dabei gibt es genau zu diesem Thema einen quasi spezialisierten Reiseführer, nämlich den Fettnäpfchenführer Köln - Überleben zwischen Himmel un Ääd*. Dieser ist kürzlich neu erschienen. Ich habe ihn für Euch gelesen!

Ich habe vom Conbook Verlag ein Rezensionsexemplar des Buches erhalten. Vielen Dank dafür.

Das hier ist meine persönliche Meinung.

Fettnäpfchenführer Köln

Autoren: Dirk Udelhoven und Monika Sandmann

Autoren: Dirk Udelhoven und Monika Sandmann (Fotos (C) Conbook Verlag)
Autoren: Dirk Udelhoven und Monika Sandmann (Fotos (C) Conbook Verlag)

Der Fettnäpfchenführer ist Teamwork, die beiden Autoren sind ein Paar, nicht nur bei der Arbeit, sondern ebenso im Leben. Ist das nicht schön?

 

Er, Dirk Udelhoven, ist Kölner, liebt die Stadt und hat sie aus Überzeugung seit seiner Geburt nur selten verlassen. Er ist schon beim Rosenmontagszug mitgegangen und besitzt ehrlich eine Dauerkarte des 1. FC Kölns.

 

Sie, Monika Sandmann, kommt aus dem Pott, genauer aus Bottrop. Sie kam zum Studium nach Köln. Ob sie vielleicht auch wegen des Kölners geblieben ist?

Worum geht es im Fettnäpfchenführer Köln?

Fettnäpfchenführer Köln (C) Conbook Verlag
Fettnäpfchenführer Köln (C) Conbook Verlag

Es geht - natürlich - um Karneval, den Dom, wenig charmant um Düsseldorf und vieles mehr. Also eigentlich ganz normales Köln. Dennoch, wie auch andere Fettnäpfchenführer ist dies ein etwas anderer Reiseführer.

 

Eine junge Modebloggerin aus dem schleswig-holsteinischen Itzehoe (30.000 Einwohner, norddeutsch kühl) zieht nach Köln (Rheinland, mehr als 1 Mio. Einwohner, notorisch frohsinnig). Auch wenn sie vom Kölner Freund (Anlass ihres Umzugs) einen Eingeborenen an ihrer Seite hat, tritt sie in so manches typisch Kölner Fettnäpfchen.

 

Sie lernt viel in 38 kurzen und unterhaltsamen Kapiteln, etwa dass Kölsch das einzig wahre Bier ist, dass man keinesfalls Alt trinkt. Natürlich ordert sie im Brauhaus einen Halven Hahn und bekommt: ein Käsebrötchen mit Senf. Sie macht Erfahrungen mit der Verlässlichkeit der Kölner Bekanntschaften: Man ist freundlich, offen und spricht gern und lang miteinander - echte Freundschaften aber, die brauchen doch auch in Köln etwas länger. Sie besucht den Dom und ist vom dicken Pitter (der Hauptglocke) verwirrt.

 

Der Kölsche Klüngel wird ebenfalls thematisiert. Dabei geht es um den Grundsatz, man kennt sich, man hilft sich - eigentlich ja etwas Gutes, oder? Problematisch, ja gar rechtswidrig wird es allerdings, wenn Vorteile und  Gewinne im heimlichen Hinterzimmer und für öffentlich geförderte Projekte oder Pöstchen aus"geklüngelt" werden.

 

Und klar geht es auch um die Rivalität der beiden Großstädte am Rhein, Düsseldorf und Köln. Das wird nicht nur amüsant erläutert, nein, historisches Hintergrundwissen dazu findet ihr in den grau unterlegten Infoboxen. Am Ende richtig ist es wohl auch: nicht die Schlacht von Worringen, eher der stinkwütende Adenauer (darüber, dass Düsseldorf zur Landeshauptstadt wurde) ist Urheber der Animositäten zwischen den beiden Großstädten.

 

Mein Fazit:  Der Fettnäpfchenführer hilft sicher Neu-Immis, die Kölner zu verstehen. Ich finde das Buch ganz amüsant, in Teilen ein wenig oberflächlich. Geärgert hat mich - wie auch eine Bloggerkollegin vor mir - dass der Freund die Neu-Kölnerin ungewarnt immer wieder in jedes Fettnäpfchen treten lässt, sie wiederholt ins offene Messer laufen lässt. Nicht sehr nett von ihm, oder? Ich frage mich schon, ob die Beziehung lange halten wird?  Insgesamt komme ich zum Urteil: nett zu lesen, hilfreich für Neu-Kölner, für Rheinländer und die, die schon länger hier leben gibt es allerdings nur wenig Neues.

Monika Sandmann und Dirk Udelhoven

Fettnäpfchenführer Köln

Überleben zwischen Himmel un Ääd

1. Auflage 2020

Gebunden, Flexcover, 256 Seiten

ISBN: 978-3-95889-371-9

was unternehmen in Köln*?

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