Izu, Japan: Ein Roadtrip

Dorf auf der Halbinsel Izu
Dorf auf der Halbinsel Izu

Dieser Artikel über einen Roadtrip in Japan ist ein Gastbeitrag. Autorin ist die Nichte, von der Ihr schon gehört habt: sie war schon in Japan und hat uns 2016 auch nach Südafrika begleitet. Herzlichen Dank nach Berlin!

 

Nach sechs Monaten Alltag in Tokyo - voll gestopft mit Schule, Arbeit, Menschen und mehr Menschen - stand meinem Freund und mir der Sinn nach Natur und Erholung von der pulsierenden Megametropole.

 

Schnell ist klar: Wir wollen ins Grüne, ans Meer, keinen Stress und irgendwie alleine sein. Wir entscheiden uns ein Auto zu mieten und an der Küste entlang die Halbinsel Izu zu umrunden. Izu ist hier in Japan für ihre heißen Quellen und tolle Landschaft bekannt, in Reiseführern jedoch nur spärlich vertreten. So scheint die Halbinsel also der ultimative Geheimtipp zu sein, um Tokyo zu entfliehen.

Ryokan in Hakone

Ryokan in Hakone
Ryokan in Hakone

Erstes Etappenziel wird die malerisch in den Bergen gelegene Stadt Hakone. Hier haben wir eine Nacht in einem Ryokan - einem traditionellen japanischen Gasthaus - gebucht. Das mehr als 400 Jahre alte Gasthaus ist zwischen einem Fluss und dem Fuß eines Berges gebettet. Verwinkelte Treppen, Tatami-Matten und Schiebetüren verschlagen uns die Sprache.

 

Das Haus verfügt über mehrere Bäder, die alle immerfort mit Wasser direkt aus der heißen Quelle geflutet werden. Das Highlight ist definitiv das Freiluftbad mit Blick auf den Fluss. Gekleidet in Yukatas tauchen wir ein in die jahrhundertalte Tradition des Badens und vergessen jegliche Sorgen.

 

Das mehrgängige, traditionell japanische Abendessen wird auf dem Zimmer gerichtet. Immer wieder kommt die in einem Yukata gekleidete Dame auf unser Zimmer und bringt den nächsten Gang. Das Essen ist unbeschreiblich gut und wirklich eine einzigartige Erfahrung. Anschließend werden dort, wo eben noch unser Dinnertisch stand, zwei Futons für uns gebettet.

Kunst unterwegs auf der Izu Halbinsel

Hakone Open Air Museum
Hakone Open Air Museum

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um den zweiten Tag unserer Reise mit einem Bad zu beginnen. Auf unserem Zimmer sind die Futons schon wieder weggepackt und das Frühstück wird serviert. Wir verlassen das Ryokan und kehren ein wenig wehmütig in die Realität zurück.

 

Auf dem Programm für den Tag: Das Okada Museum of Art und das Hakone Open-Air Museum. Das Okada Museum of Art hat eine umfangreiche Sammlung Asiatischer Kunst - überwiegend Keramikkunst und Malereien - und einen an dem Hang eines Berges gelegenen Garten.

 

Highlight des Tages wird jedoch das Hakone Open-Air Museum. Der Park, gespeist mit Kunstinstallationen und Statuen auf weiter Fläche mit atemberaubender Aussicht auf die umliegende Landschaft, ist das genaue Gegenteil von dunklen verstaubten Museen. Es fühlt sich an wie ein Abenteuer-Spaziergang.

Atami Castle
Atami Castle

Wir fahren weiter und legen einen kurzen Stopp bei Atami Castle ein. Da wir keinen kostenlosen Parkplatz finden, bleiben wir nicht lange. Es ist aber möglich, die Burg von Innen zu besichtigen und die Aussicht von den oberen Stockwerken zu genießen.

 

Die Nacht verbringen wir in K’s House in Ito. Ein ehemaliges Ryokan, umfunktioniert in ein Backpacker-Hostel. Auch dieses Haus ist wunderschön und ein kleiner Geheimtipp, um für wenig Geld eine Nacht in Japans Vergangenheit eintauchen zu können!

Mt. Omuro und die Kadowakizaki Hängebrücke an der Jogasaki Küste

Blick vom Leuchtturm zum Mt. Omuro
Blick vom Leuchtturm zum Mt. Omuro

Nach einem Bad im hauseigenen Onsen und einem schnellen Frühstück machen wir uns auf den Weg zu Mt. Omuro. Die Spitze des erloschenen Vulkans kann umrundet werden, was eine einmalige 360°-Panorama-Aussicht bietet. Als wir ankommen, ist der Gondellift leider aufgrund schlechter Wetterverhältnisse geschlossen, so machen wir uns direkt auf zu unserem nächsten Ziel: Die Kadowakizaki Hängebrücke an der Jogasaki Küste.

 

Die Hängebrücke ist Teil eines an der Küste entlangführenden Wanderwegs, kann aber von einem nahegelegenen Parkplatz in wenigen Minuten erreicht werden. Kommt man vom Parkplatz führt der Weg vorbei an einem Leuchtturm, der ebenfalls eine fabelhafte Aussicht bietet. Wir sitzen direkt am Wasser und genießen die Aussicht auf Brücke, Küste und Leuchtturm und lassen einfach die Seele baumeln.

 

Der nächste Tag führt uns nach Shimoda. Ziel ist Tsumekizaki, eine kleine sehr unbekannte Bucht. Wir erhielten den Tipp von einem Mitarbeiter in K’s House. Tsumekizaki liegt an der Spitze von Suzaki, einer “Halbinsel” abgehend von Shimoda. Suzaki ist zum Großteil im Besitz der königlichen Familie, wir fahren also entlang eines großen Zauns bis nach Tsumekizaki, wo uns herrliches blaues Wasser erwartet.

Ryugu Sea Cave

Shirahama Beach
Shirahama Beach

Wir verbringen zwei Nächte am Shirahama Beach, dem bekanntesten Strand auf der Halbinsel. Das Wasser ist blau und die Wellen sind sogar zum seichten Surfen geeignet. Snacks und Sonnencreme holen wir uns beim auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegenden 7-eleven. Die Snacks helfen, die Sonnencreme leider nicht - wir holen uns einen Sonnenbrand ;-)

 

Nichtsdestotrotz geht es am nächsten Tag wunderbar erholt wieder ins Auto und weiter. Wir haben die Südspitze Izus bald erreicht.Hier wird die Küste wesentlich felsiger, so führt uns unser Weg zur Ryugu Sea Cave. Die natürlich entstandene Höhle ist offen zum Meer und nach oben zum Himmel. Nachdem sich die Höhle durch Erosion und Wellenbewegungen zum Meer öffnete, fielen Teile des “Daches” hinunter. So kann man auf der Höhle laufen und in sie hineinschauen und erkennen, dass die Höhle wie ein Herz geformt ist.

 

Direkt neben der Höhle befindet sich eine Sandbank. Es können Rutschbretter gemietet und die Sandbank heruntergerutscht werden. Wir sehen einige Familien, die sichtlich Spaß haben, wir fahren jedoch weiter durch die Umgebung und landen im hawaiianischen Café Mellow, wo wir die besten Zwiebelringe essen und Ingwer-Latte trinken - absolut empfehlenswert!

irgendwo auf Izu
irgendwo auf Izu

Am nächsten Morgen stellen wir traurig fest, dass der letzte Tag unserer Reise angebrochen ist. Wir fahren das letzte Stück Westküste hoch nach Ito, wo wir die stillgelegte Ito-Goldmine besuchen. Die Mine ist in ein Museum umfunktioniert - einige der hundertmeterlangen Tunnel sind gesichert und mit Informationstafeln und Animationen bestückt. An vielen Ecken wurden lebensnahe Puppen aufgestellt. Klingt gruselig, zeigt aber absolut anschaulich und spannend für Groß und Klein, wie die Arbeit in einer Mine aussah.

 

Ein riesiger Souvenirshop lädt zum Stöbern ein, wir entscheiden uns jedoch nur für einen mit Goldpuder bestäubten Eiskaffee und machen uns schließlich - nach einer ereignisreichen, aber trotzdem absolut erholsamen Woche - auf den Weg zurück in den Alltag.


Offenlegung: Die Gastautorin hat die Reise um Izu, Unterkunft und Verpflegung aus eigener Tasche bezahlt. Hier ist nichts gesponsert worden. Da wir das Reiseziel, Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels usw. bewerben bzw. einen Besuch dort empfehlen, meinen nun verbraucherschützende Gerichte, wir müssten diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen.

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Kommentare: 5
  • #1

    Nicolas (Samstag, 29 Juli 2017 18:24)

    Das klingt echt spannend und die Fotos finde ich super. Bei einigen würde man eher denken, sie wären in der Mittelmeerregion aufgenommen worden als in Asien. Ich war vor zwei Jahren in Japan und mehr als fasziniert von dem tollen Land. Nach ein paar Tagen Tokio sind wir weiter nach Kyōto gefahren, mein persönliches Highlight! Die Tempelanlagen und ganze Atmosphäre fand ich extrem beeindruckend. Ich hoffe, bald mal wieder nach Japan zu kommen um weitere interessante Orte entdecken zu können. Weiterhin viel Spaß und Grüße aus München. :-)

  • #2

    Beate (Sonntag, 30 Juli 2017 07:37)

    Schön, wenn man Neffen und Nichten hat, die reisefreudig sind, fotografieren und schreiben können! Jetzt also Japan. Ryokan – Yukata – Onsen … für mich ist Japan eine total fremde, exotische Welt, und auch deshalb habe ich diesen Bericht aus erster Hand mit viel Interesse (und einigem Nachschlagen bei Wikipedia *grins*) gelesen. Vielen Dank an die Nichte!

    Ach ja: Deine "Offenlegung" hinterlässt ein Kopfschütteln – und lässt tief in die deutsche Seele blicken, die alles reglementiert haben will.

  • #3

    Nao (Sonntag, 30 Juli 2017 13:31)

    Klasse Beitrag, die Fotos sind ja ein Traum :) ich habe mir ein paar Sachen direkt notiert, danke für die Tipps! Hast du mal inen Anwalt gefragt ob das wirklich korrekt ist mit der Kennzeichnung als Werbung, wenn man alles selbst bezahlt? Dann müsste ja jeder Reisebericht gekennzeichnet werden, ich meine wer schreibt denn nicht rein "Das und das Restaurant war besonders gut". Bekloppt :(

    Lg, Nao

  • #4

    Zypresse (Sonntag, 30 Juli 2017 16:09)

    Hallo Nao,
    Du hast ja im Prinzip Recht (wenn man den gesunden Menschenverstand zu Grunde legen würde), und dennoch. Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen im Influencermarketing kannst Du hier ein Interview anschauen https://drschwenke.de/facebook-live-fragerunde-rechtslage-influencer-marketing-deutschland-oesterreich-schweiz/
    Und da ich keinen Bock auf Abmahnungen habe: better safe than sorry ;-)

  • #5

    Helen (Sonntag, 30 Juli 2017 22:01)

    Hallo Nico, Beate und Nao! Es freut mich sehr doll, dass euch mein Beitrag gefällt! Ich war ja doch etwas aufgeregt, wie er ankommt ;-)
    Japan hält tatsächlich einige Überraschungen bereit, von denen man hier am anderen Ende der Welt nicht viel hört. Vor Allem eben wunderschöne und sehr unberührte Natur. Ich kann es nur immer wieder an jeden empfehlen :)
    Liebe Grüße von Helen !