Chesapeake Bay Bridge-Tunnel und Colonial Williamsburg

Bei gutem Wetter verließen wir die Outer Banks und machten uns auf den Weg, Richtung Festland und dann nach Norden. Unser Zwischenziel war der Chesapeake Bay Bridge Tunnel, ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst. Er ist mit 37 km Länge einer der größten Brücken-Tunnel-Bauten der Welt. Er verbindet den Bereich Hampton Roads, Virginia mit der Delmarva-Halbinsel über den US 13.

 

Nachdem diese Fahrt mit einem erheblichen Umweg von mehreren hundert Kilometern um die Chesapeake Bay verbunden war, wurde in der Zeit von 1930 bis 1954 ein Fährverkehr für die direktere, rund 30 km lange Überfahrt eingerichtet. Mit wachsendem Verkehrsaufkommen war diese bald überlastet und auch zeitlich nicht mehr attraktiv. 1954 wurde der Bau einer festen Querung beschlossen. Die Konstruktion besteht aus drei Brückenteilen (zwei à 14,5 km, eines à 5 km) sowie zwei jeweils 1,7 km langen Tunneln. Der Übergang von Brücke-Tunnel wird durch vier aufgeschüttete, künstliche Inseln von je 20.000 m² bewerkstelligt. Der Baubeginn war am 7. September 1960, die Eröffnung fand am 15. April 1964 statt. 1995 bis 1999 wurden die Fahrbahnen verdoppelt.

 

Die Maut beträgt US$ 15.00, dafür kann man hin und zurück fahren, was wir an diesem Tag gemacht haben. Unterwegs gibt es tolle Ausblicke über die Chesapeake Bay, die großen Schiffe, die ein- und ausfahren und sogar ein Restaurant mit Souvenirshop. Alles in allem eine wirklich lohnende Fahrt, wenn man sich für ungewöhnliche Bauwerke interessiert.

Colonial Williamsburg

Von hier ging es weiter zu unserem letzten Ziel der Reise: Williamsburg, VA. 1633 wurde die Stadt mit dem Namen Middle Plantation gegründet. 1699 benannte man sie zu Ehren König Wilhelms III. von Oranien um. Von 1699 bis 1776 diente Williamsburg als Hauptstadt der königlich britischen Kolonie von Virginia. Ab Mai/Juni 1776 wurde die Stadt Hauptstadt des neuen, unabhängigen Commonwealth of Virginia. 1788 wurde sie durch Richmond als Hauptstadt abgelöst.

 

Ein Teil der Stadt wurde als Colonial Williamsburg im Stil des 18. Jahrhunderts restauriert und stehen seit 1931 als Colonial Williamsburg unter Denkmalschutz, weitgehend finanziert durch John D. Rockefeller, Jr., der etwa 60 Millionen Dollar in das Projekt investierte.

 

Viele der kolonialen Strukturen wurden in den 1930er Jahren an ihrem ursprünglichen Standort rekonstruiert, wie z. B. das Capitol, der Governor's Palace sowie das College of William and Mary. Sie stehen für die Epoche der Entstehung der Nation. Einiges wurde auf den baulichen Stand des 18. Jahrhunderts zurückversetzt. Die meisten Gebäude sind für Touristen geöffnet und Colonial Williamsburg wird jedes Jahr von mehr als einer Million Besuchern aus aller Welt besichtigt. Es ist heute ein Living History-Museum, in dem Personen in historischen Kostümen das Leben im 18. Jahrhundert interpretieren.

 

In diesem Freilichtmuseum haben wir fast den gesamten nächsten Tag verbracht, bummelten durch die wirklich schöne, sehenswerte alte Stadt, besuchten Bäcker, Drucker, Schmied, die alte Apotheke mit vielen Naturheilmitteln, tranken Schokolade und Kaffee im Coffee House, besichtigten das Capitol und hörten uns am Nachmittag die Declaration of Independence an, gefolgt von einigen eindrucksvollen Kanonenschüssen. Man kann zu der manchmal etwas kitschigen amerikanischen Art der Wissensvermittlung stehen wie man will - eindrucksvoll ist es schon, von Laien und Schauspielern Geschichte im Enactment nahe gebracht zu bekommen. Und kurzweilig war es auch.

 

Ein Besuch kostet US $ 43.95 pro Person und beinhaltet den Eintritt in die Häuser, einige Museen und die Benutzung des Shuttlebusses. Für bestimmte Veranstaltungen, Konzerte und ähnliches benötigt man eine Reservierung, da lohnen zuvor ein Besuch der Webseite und ein wenig Planung.

Und dann brach er an, der letzte Tag unseres USA Osten Roadtrips. Zum Glück hatte uns das Hotel einen late check out ermöglicht und so konnten wir in Ruhe packen, duschen, ein wenig die Zeit vertrödeln bevor wir uns gegen 14:00 Uhr auf den Weg in Richtung Washington machten. Die letzten 170 Meilen verliefen nahezu ereignislos, rund um Washington, DC wurde es ein wenig voller auf den Straßen - aber wir erreichten unsere Autovermietung wie geplant gegen 18:00 Uhr, erledigten die Formalitäten und wurden sodann im Mietwagen bis vor den Terminal gebracht (ein besonders aufmerksamer Service für Rollstuhlfahrer). Einchecken für den Flug ging rasch und dann hieß es auf durch die Security. Auch das verlief freundlich und ohne Probleme - nur das der Gatte aus irgendeinem Grund die Sonderbehandlung in einer abgetrennten Kabine erhielt und gründlichst an Schuhen, Händen, Rollstuhl auf Kontakt mit Sprengstoff untersucht wurde. Unser Flug nach Heathrow hatte leider Verspätung und so verließen wir die USA nicht wie geplant, sondern erst in den ersten Minuten des nächsten Tages.

 

In Heathrow angekommen machten wir keine sonderlich guten Erfahrungen mit dem von British Airways beauftragten Dienstleister für Rollstuhlfahrer. Nicht zum ersten Mal mussten wir warten, obwohl Rollstuhl und Service angemeldet und auch bestätigt waren. So verzögerte sich der Ausstieg aus dem Flugzeug und noch schlimmer: trotz mehrfacher Erinnerung und auch telefonischer Nachfrage der Dame am Gate erschien man dort mit einer guten Stunde Verspätung, um uns für den Weiterflug nach Düsseldorf einsteigen zu lassen. So lange mussten Maschine und Mitpassagiere auf uns warten. Dafür kamen wir in den Genuss von Sitzplätzen in der ersten Reihe der Business Class, erlebten also einen besonderen Abschluss unserer Tour.

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