Unsere Washington, DC Highlights

Washington Capitol
Washington Capitol

2014 waren wir zuletzt in den USA. Gestartet bei dieser Reise sind wir in der Hauptstadt, in Washington, DC.

 

Die Stadt ist seit 1800 die Hauptstadt und der Regierungssitz der Vereinigten Staaten. Die Abkürzung D.C. steht für District of Columbia mit dem die Stadt geografisch identisch ist. Der Distrikt ist kein Bundesstaat und gehört zu keinem Bundesstaat. Er ist dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt - deshalb auch der Spruch auf manchem Autokennzeichen "taxation without representation". Ihren Namen verdankt sie natürlich George Washington, dem Oberbefehlshaber im Unabhängigkeitskrieg und ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten.

 

Mit dem Weißen Haus als Amts- und Wohnsitz des Präsidenten und dem Kapitol, das den Kongress (bestehend aus Senat und Repräsentantenhaus) beherbergt, sowie dem Obersten Gerichtshof befinden sich die Spitzen aller drei verfassungsmäßigen Gewalten in der Stadt. Washington ist darüber hinaus auch Sitz des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.

Arlington, Nationalfriedhof und das Pentagon

Arlington National Cemetery
Arlington National Cemetery

Schon am ersten Tag haben wir uns auf den Weg nach Arlington gemacht. Denn bevor eine Besichtigung des Pentagon auf dem Plan stand wollten wir noch dem Nationalfriedhof National Cemetery Arlington einen Besuch abstatten.

 

Im Visitor Center erhielten wir  - gegen Vorzeigen des europäischen Behinderten Parkausweises - eine besondere Einfahrtberechtigung für Menschen mit einer Gehbehinderung. So mussten wir den doch sehr bergigen Friedhof nicht mit dem Rollstuhl erwandern sondern konnten gemütlich (und besonders langsam) mit dem Auto durchfahren und die typischen Besichtigungspunkte ansteuern.

 

Dazu gehören natürlich die Kennedy Grabstätte und das Grabmal des unbekannten Soldaten. Dort findet (im Sommer halbstündlich, im Winter stündlich) eine Wachablösung der Ehrengarde statt. Das Grabmal der Unbekannten wird von Soldaten des 3. US-Infanterieregiments „The Old Guard“ bewacht. Ein eindrucksvolles Schauspiel. Und, wie wir später aus berufenem Munde erfahren: alles echt, auch die Inspektion der ablösenden Soldaten und ihrer Bewaffnung. Es soll tatsächlich vorgekommen sein, dass ein Soldat zum Schuhe putzen zurück gesandt wurde.

 

Klar besuchen wir einen Friedhof, wir sehen bekannte Bilder und erinnern uns auch an Aufnahmen aus Nachrichten und Filmen - dennoch: Arlington ist eine nationale Gedenkstätte und das merkt man. Es ist ein besonderer Ort mit einer sehr speziellen, weihevollen Atmosphäre, er lässt uns nicht unberührt. Der Friedhof wurde 1864 während des Sezessionskrieges errichtet, er ist der zweitgrößte Friedhof der USA. Jährlich finden hier knapp 5400 Beerdigungen statt.

 

Nach knapp zwei Stunden wurde es für uns aber auch schon Zeit, uns zum vereinbarten Treffpunkt für die Pentagon Besichtigung auf zu machen. Wir hatten das Glück, nicht den Haupteingang benutzen zu müssen, sondern kamen durch einen weniger frequentierten Nebeneingang in das bekannte fünfeckige Gebäude. Natürlich gibt es auch hier Security Checks, unsere Pässe werden kontrolliert - aber dann bekommen wir Visitor Badges und können uns mit unserem Gastgeber frei im Gebäude bewegen.

 

Das Pentagon (oder auch übersetzt „Fünfeck“) ist der Hauptsitz des amerikanischen Verteidigungsministeriums bei Washington. Mit einer Bürofläche von etwa 344.280 Quadratmetern und einem Bauvolumen von rund 2 Millionen Kubikmetern gilt es als das neuntgrößte Gebäude der Welt. Die Gesamtlänge aller Korridore beträgt fast 30 km und trotzdem ist jeder Punkt im Bau von jedem anderen Punkt innerhalb des Gebäudes zu Fuß in unter sieben Minuten erreichbar.

 

Von unserer Tour gibt es keine Fotos, aus naheliegenden Gründen. Nur erzählen kann ich. Es ist natürlich ein Bürogebäude, natürlich sieht man zahlreiche Menschen mit und ohne Akten, in Zivil oder Uniform durch die Gänge eilen. Aber das Pentagon ist auch eine Art Museum. Militärgeschichte, Militär in der Kunst, Katastrophenhilfe und natürlich auch 9/11 finden ihren Platz als Exponate in den langen Korridoren.

 

Einer der Terroranschläge am 11. September 2001 galt dem Pentagon. Dabei kamen 125 Menschen ums Leben. Dank der befestigten Bauweise, die ursprünglich für die Lasten der Akten verstärkt ausgeführt wurde, sind nicht mehr Menschen ums Leben gekommen. Auch die Sicherheitsfenster und die Sprinkleranlage retteten vielen Menschen im 1. Stock und in den angrenzenden Blöcken das Leben. An der Stelle, an welcher damals die Maschine in das Gebäude eindrang befindet sich heute eine Kapelle, ein Andachtsraum, ein Platz zum Innehalten. Auch hier merke ich sehr deutlich eine Gänsehaut.

 

Mehr Informationen und auch Fotos zum Pentagon Memorial gibt es bei Janine.

Washington Monument

Blick vom Washington Monument zum US Capitol
Blick vom Washington Monument zum US Capitol

Nach fast zwei extrem spannenden Stunden (deutlich mehr als die „offiziellen“ Pentagon-Touren) blieb uns gerade noch Zeit, im hauseigenen Souvenirshop ein Andenken zu kaufen, dann mussten wir uns schon beeilen und uns wieder auf den Weg machen.

 

Denn schon von zu Haus aus hatten wir online Tickets für die Tour im Washington Monument bestellt. Das Washington Monument ist der weiße Marmorobelisk, der sich auf einem Hügel auf der National Mall befindet. Unterhalb der Spitze liegt eine Besucherebene mit Fenstern. Mit dem gläsernen Aufzug fährt man im Innern des Obelisken nach oben und an zahlreichen, für den Bau gestifteten Steinblöcken vorbei, die teilweise besonders aufwendig gestaltet sind.

 

Die Tour ist barrierefrei - und der Gatte bekommt vom aufmerksamen Ranger ein Periskop, damit auch er den Ausblick aus den Fenstern in alle vier Himmelsrichtungen genießen kann. Die Tour lohnt sich, gerade auch zu Beginn des Aufenthaltes in Washington: man bekommt einen wunderbaren Überblick über die Stadt und ihre wesentlichen Sehenswürdigkeiten. Mehr dazu gibt es auch bei Janine.

 

Mit einem kleinen Spaziergang auf der Mall ist dann aber auch für uns der erste Besichtigungstag der Reise beendet gewesen und wir machten uns - ziemlich ermüdet vom doch ein wenig spürbaren jet-lag - zurück auf den Weg zum Hotel.

United States Capitol & Library of Congress

US Capitol
US Capitol

Am nächsten Tag hieß es pünktlich heraus aus dem Bett, denn wir hatten eine recht frühe Tour des Capitol gebucht. Auch das ging, völlig unproblematisch online, bereits von zu Haus aus. Und natürlich ist auch hier die Tour barrierefrei. Besser noch: wir finden am Fuß des Hügels, auf dem das Capitol liegt, einen Parkplatz. Als wir uns auf den Weg Richtung Eingang machen, kommen wir an einem Pavillon vorbei, vor dem mehrere Golf Carts parken. Und schon kommt eine freundliche Dame heraus und bietet uns einen wheelchair lift zum Eingang des Besucherzentrums an. Angesichts des schwül heißen Wetters sagen wir doch nicht nein!

 

Das United States Capitol ist der Sitz des Kongresses, der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten von Amerika, in Washington, D.C. In ihm finden Sitzungen des Senats und des Repräsentantenhauses statt. Neben den Parlamentskammern beherbergt das klassizistische Bauwerk zahlreiche Kunstwerke zur Geschichte der USA. Es ist mit drei bis fünf Millionen Besuchern im Jahr eines der populärsten Tourismusziele des Landes. Für die Sicherheit ist die United States Capitol Police zuständig. Waren Teile des Gebäudes bis 1969 frei zugänglich, begann der Kongress seitdem, Wachen aufzustellen. Seit dem 11. September 2001 haben auch die Sicherheitsmaßnahmen hier deutlich zugenommen. Entgegen den vorherigen Regeln dürfen Besucher das Gebäude nur noch als Teil einer geführten Gruppe betreten. Das neue Visitor Center soll unter anderem dazu dienen, Besucher sorgfältiger durchsuchen zu können, bevor sie das Capitol betreten. Der Service ist aber auch hier freundlich, hilfsbereit und sehr professionell und rasch können wir das Gebäude betreten. Bis zu unserer Tour bleibt uns noch etwas Zeit und so nutzen wir das Restaurant des Capitol zum Frühstück.

 

Rechtzeitig vor unserem Tourbeginn machen wir uns auf den Weg zu den Registrierungsschaltern und werden sogar noch einer etwas früher startenden Tour zugeteilt. Und dann beginnt das Besichtigungsprogramm, geführt von einem vieles erzählenden Tourguide. Das von 1793 bis 1823 erbaute und von 1851 bis 1863 umfassend erweiterte Gebäude besteht aus einer Rotunde mit einer Kuppel, an die die beiden Parlamentsflügel anschließen. Das Kapitol ist 229 Meter lang, bis zu 107 Meter breit und an seiner höchsten Stelle 88 Meter hoch. Es war nach dem Weißen Haus das erste größere Bauwerk in Washington, D.C., um das die Stadt herum entstand. Zum Komplex des Capitol gehören unter anderem auch die Library of Congress und die Gebäude des Supreme Courts. Leider wird die Rotunde aktuell saniert, sodass wir den imposanten Blick nach oben nicht so wie sonst genießen können. Ausführlich erklärt bekommen wir die Plastiken in der Rotunde, wo nur Präsidenten stehen dürfen (auf Einladung des Senates, versteht sich). Ausnahmen sind nur eine Büste Martin Luther Kings und ein Denkmal für die US-amerikanische Frauenbewegung. Weiter geht es in die Krypta und dann ist die Führung auch schon vorbei.  Doch eindrucksvoll bleibt das Gebäude allemal, das könnt Ihr auch hier nachlesen.

Hauptlesesaal im Jefferson Building der Library of Congress
Hauptlesesaal im Jefferson Building der Library of Congress

Sehr praktisch ist es, dass das Capitol mit der gegenüberliegenden Library of Congress durch einen Tunnel verbunden ist. Diesen haben wir genutzt, um bequem unser nächstes Besichtigungsziel zu erreichen.

 

Die Library of Congress ist die öffentlich zugängliche Forschungsbibliothek des Kongresses der Vereinigten Staaten. Sie ist auf mehrere Gebäude verteilt und bezogen auf ihren Medienbestand die zweitgrößte, den Bücherbestand die größte und insgesamt eine der bedeutendsten Bibliotheken der Welt. Das Thomas Jefferson Building im italienischen Renaissancestil wurde 1897 eingeweiht und war lange das Hauptgebäude der Bibliothek. Die prachtvolle Eingangshalle besteht aus Marmor. In dem Gebäude liegt der Hauptlesesaal mit seiner imposanten Kuppel. Die Kongressbibliothek zu besuchen lohnt, allein das Gebäude ist sehenswert und der Blick auf die Mainzer und die Gutenberg-Bibel sind ein zusätzliches Schmankerl obenauf. Es kostet keinen Eintritt und es finden regelmäßig Führungen statt, in deren Rahmen man das Gebäude kennenlernen kann (was Ihr auch bei Janine nachlesen könnt). Zudem: die Library of Congress ist barrierefrei (wenn auch mit ein paar - interessanten - Umwegen).

Unser Fazit zu Washington

Alexandria VA Waterfront
Alexandria VA Waterfront

Insgesamt fanden wir die Hauptstadt der USA sehr grün, sehr, fast könnte man sagen: kleinstädtisch vom Erscheinungsbild. Das mag daran liegen, dass es in Washington keine Wolkenkratzer gibt. Es ist eine schöne Stadt. Im Stadtkern sauber und sehr gepflegt - eine echte Visitenkarte eben. Allerdings: gerade an den Ausfallstraßen, in den Vororten haben wir auch anderes gesehen: verfallende Häuser, löchrige Straßen und bettelnde Menschen. Manches ist eben doch nur der schöne Schein.

Weitere Informationen

Viele spannende Informationen und Bilder aus Washington, mit vielen Informationen auch zu Architektur und Geschichte unbekannterer Kleinode, findet Ihr bei Janine im Blog, z. B.

  • Wir waren ein Mal zum Dinner in einem Silver Diner (übrigens eine Empfehlung von Janine). Burger und Sandwich sind lecker, frisch. Dazu gibt es freies Wifi - also die Chance, Nachrichten nach Haus abzusetzen.
  • Ein typisch amerikanisches Frühstück hatten wir in Bob & Edith’s Diner auf der Columbia Pike - klein, voll, laut, mit Blick in die Küche, Männern die an der Theke sitzen und mit den Köchinnen schäkern. Man fühlt sich in eine amerikanische Krimiserie versetzt. Und das Frühstück? Spiegeleier, Omelett mit Chili und Käse… dazu Toast und Jelly und natürlich bottomless Kaffee. Alles hat gut geschmeckt - aber Grits ist eine Erfahrung, die brauchen wir nicht wirklich.

Ich bin als @zypresse3 bei Instagram.

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Kommentare: 1
  • #1

    Janine (Dienstag, 07 Juni 2016 17:24)

    Ach mensch, ist das nun schon wieder zwei Jahre her? Unglaublich!
    Sehr schöner Artikel.
    LG, Janine