Barcelona im März - Gaudi, Boulevards und Markthallen

Katalonien
Flagge von Katalonien

Wir hatten es uns schon bei der Planung unseres Septemberurlaubs 2011 vorgenommen: Barcelona muss sein. Aber in diesen drei Wochen? Nein, da wollten wir die viel gelobte, ja geliebte Stadt dann nicht einbauen. Es traf sich also gut, dass es Sondertarife zu buchen gab: Anfang März 2012 konnten wir Barcelona im März für einige Tage entdecken.

Barcelona

La Sagrada Familia

Auch über die Grenzen Spaniens hinaus zählt Barcelona zu einer der bedeutendsten kulturellen Metropolen. Man kann unzählige Sehenswürdigkeiten besichtigen: Bauwerke verschiedenster Stilrichtungen, zahlreiche Museen oder die malerischen Stadtteile Barcelonas. Die Sehenswürdigkeiten in Barcelona reichen von Ausgrabungen der alten römischen Siedlung Barcino über Bauten der Gotik, des katalanischen Jugendstil und auch der Moderne.

 

Und was wollten wir unbedingt besuchen in Barcelona? Eigentlich klar: Die Sagrada Familia befindet sich auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Sie ist eines der berühmtesten Wahrzeichen von Barcelona und sicher eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Kirche ist in ihren Ausmaßen riesig, weswegen sie oft als "Kathedrale" bezeichnet wird, ohne jedoch einen Bischofssitz zu haben. Am 7.11.2010 wurde die Sagrada Familia von Papst Benedikt XVI. geweiht und damit zur Basilika erhoben. Seit 1882 wird an der Kirche gebaut. 1883 übernahm der katalanische Architekt Antoni Gaudí bis zu seinem Tod 1926 die Führung der Bauarbeiten. Gaudí hat den Bau bis heute maßgeblich geprägt.

Barcelona bei Nacht
Barcelona bei Nacht
Barcelona Souvenirs
Barcelona Souvenirs

Unsere Anreise verlief wunderbar, der Flug war ruhig und bequem - und Lufthansa erkannte das Geburtstagskind an Bord: zum Abschied gab es eine Flasche Wein.

 

Der Weg vom Flughafen Barcelona in die Stadt war ebenfalls bequem: es gibt einen recht schnellen und vor allem barrierefreien Aerobus. Mit ihm gelangt man schnell und im 5-Minuten Takt in das Herz der Stadt.

 

Der Höhepunkt des Tages erwartete uns dann aber bei der Ankunft im Hotel: wir bekamen kein schönes Zimmer...

 

Nein, wir bekamen eine Suite mit sicher mehr als 80 m² im 9. Stock und einem grandiosen Blick über die Stadt, mit Dachterrasse und Whirlpool... da fiel es früh am ersten Morgen fast schon schwer, sich auf den Weg zur Stadterkundung zu machen. Aber: wir sind gestartet die Shopping-Straßen zu entdecken... wer weiß, wie Barcelona mit Ladenöffnungszeiten am Wochenende umgeht.

Gaudi Bauten und schicke Boulevards

Illa de la Discordia (Insel der Zwietracht)
Illa de la Discordia (Insel der Zwietracht)

So haben wir schon an unserem ersten Tag in der Stadt viel gesehen, sind mit der U-Bahn gefahren (die erstaunlich rollstuhlgeeignet ist) und ich habe mir die Füße lahm gewandert. Aber es hat sich definitiv gelohnt.

 

Aber der Reihe nach. Spät aufgestanden und dann bei einer kleinen Bar zwischen Hotel und U-Bahn-Station gefrühstückt - draußen in der Sonne sitzend. Wie schön!

 

Danach haben wir uns auf den Weg gemacht und sind zur Placa de Catalunya gefahren. Dieser Platz ist das Bindeglied zwischen der Altstadt (Barri Gòtic) und der Neustadt (Eixample) und gilt quasi als das Zentrum Barcelonas. Von dort sind wir zuerst über den Passeig de Gràcia, eine breite Prachtstraße, in der sich neben anderen architektonischen Sehenswürdigkeiten auch die Casa Milà und die Casa Batlló, zwei wichtige Werke von Antoni Gaudí, finden, geschlendert. Teure Geschäfte, Touristen, eilige Geschäftsleute mit Handy am Ohr, schick gekleidete Frauen beim Einkaufsbummel.

Les Rambles und Mercat de la Boqueria

Markthallen des Mercat de la Boqueria
Markthallen des Mercat de la Boqueria

Nach einem Kaffee im 9. Stock des Kaufhauses Corte Ingles (mit einem wirklich wunderbaren Blick über die Stadt, das lohnt sich!) sind wir dann in südöstlicher Richtung über die Promenade Les Rambles in Richtung Hafen geschlendert.

 

Lange aufgehalten haben wir uns in den Markthallen des Mercat de la Boqueria – auch Mercat de Sant Josep oder einfach La Boqueria (der Schlund) genannt – liegen an der (oder den?) Rambla(s) und haben eine Fläche von fast 2.600 m². Sie sind ganz aus Glas und Stahl konstruiert. Die Markthallen gehen auf einen Straßenmarkt zurück, der an der Rambla abgehalten wurde. Es gibt dort alles Mögliche an Lebensmitteln, Obst, Gemüse, Trockenfrüchte, Fisch und Fleisch, Geflügel... und natürlich auch Imbisse und Restaurants. Es duftet und riecht, es ist ein großes Gewusel - einfach schön und spannend zu beobachten.

Plaça Reial

Kathedrale in Barcelona
Kathedrale in Barcelona

Als nächstes sind wir von Les Rambles abgebogen zur Plaça Reial. Das ist ein Platz, der unmittelbar östlich im Barri Gòtic liegt. Ein sehr hübscher, ganz umschlossener Platz auf dem gerade ein junger Pianist an einem echten Flügel ein Konzert gab. Auch wir haben uns eine Weile dort aufgehalten und die Musik genossen. Kaum vorstellbar, dass dieser Platz bis vor einigen Jahren ein Zentrum des Barceloner Drogenhandels gewesen sein soll. Auf der Mitte des Platzes gibt es einen netten Brunnen, den Drei-Grazien-Brunnen, die Laternen stammen von Antonio Gaudí und ein wenig Grün in Gestalt einiger Palmen gibt es auch.

 

Mit der Rambla de Santa Mònica, benannt nach der Patronin des Augustinerordens, welche hier im 17. Jahrhundert einen Konvent errichten ließ, haben wir unsere Tour durch die Stadt im Osten beschlossen. Hier steht, mitten in einem Kreisverkehr, die 68 Meter hohe Kolumbussäule.

Reiselektüre für Barcelona

Blick auf Barcelona vom Montjuic
Blick auf Barcelona vom Montjuic

Und wie sah es mit unserer Reiselektüre aus? Eins ist doch wohl klar, nach Barcelona mussten Krimis mit:

  • Manuel Vázquez Montalbán wurde bei uns bekannt durch die Kriminalromane um den von ihm erfundenen Privatdetektiv Pepe Carvalho. In diesen setzte er sich kritisch mit der spanischen Gesellschaft nach der Franco-Diktatur auseinander. (Und, was ich bisher noch nicht wusste, mein liebster italienischer Krimi-Autor Andrea Camilleri, ein großer Verehrer von Vázquez Montalbán, benannte seinen sizilianischen Kriminalkommissar Commissario Salvo Montalbano, nach Montalbán.)
  • Der englische Autor George Orwell kam 1936 nach Barcelona, um über den Bürgerkrieg zu berichten. In seinem Roman „Mein Katalonien: Bericht über den Spanischen Bürgerkrieg“ beschreibt er seine Erlebnisse und Eindrücke aus dieser Zeit.
  • Ein Tag in Barcelona von Daniel Brühl, erschienen im September 2012. Er erinnert sich an seine Kindheit und Jugend und seine erste Liebe. Eine Hommage an die wunderbare Stadt am Meer.

Barrierefreiheit und weitere Informationen

City|Trip Barcelona
City|Trip Barcelona

Als Reiseführer hat uns der Reise Know-How CityTrip Barcelona: Reiseführer mit Faltplan und kostenloser Web-App von Hans-Jürgen Fründt begleitet. Dieser schmale Band aus der Reise know how Reihe war aktuell vor Ort recherchiert und hatte einige praktische Reisetipps zu Restaurants, öffentlichen Verkehrsmitteln, Preisen und Öffnungszeiten. Schön praktisch: ein kleiner Stadtplan (Faltplan zum Herausnehmen).

 

Viele nützliche Informationen für die Reise mit Rollstuhl fand ich im übrigen auf der Seite AccessibleBarcelona.com, z. B. Informationen zu barrierefreihen Metrolinien oder zum Aerobus, der Flughafen und Innenstadt verbindet.

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Kommentare: 4
  • #1

    Beate (Freitag, 20 Januar 2017 00:12)

    1970 ... meine erste "richtige" Reise. Sie ging nach Spanien an die Costa Dorada. Und wir verbrachten einen großartigen Tag in der "wunderbaren Stadt am Meer", die ich nie vergessen habe und irgendwann wiedersehen möchte.
    Danke fürs Mitnehmen auf den kleinen Rundgang, der so viel Erinnerungen wachrief ...
    LG Beate

  • #2

    Zypresse (Sonntag, 22 Januar 2017 12:44)

    och... es geht in ein paar Tagen noch weiter durch Barcelona. Stay tuned! ;-)

  • #3

    Peggy (Sonntag, 22 Januar 2017 13:38)

    Von Barcelona habe ich schon viel gehört und alle die dort gewesen sind, waren begeistert. Ein wirklich sehr schöner Artikel der Lust daruf macht, die Stadt zu besuchen. Leider steht noch so viel auf meiner Reiseliste, dass es wohl noch etwas dauern wird. :(

    Liebe Grüße
    Peggy

  • #4

    Zypresse (Sonntag, 22 Januar 2017 13:57)

    Das Gute an Barcelona ist: die Stadt ist kompakt und daher ideal auch für einen Kurztrip geeignet. Also mach Dich auf den Weg, liebe Peggy!