Irland - ein Roadtrip "round Eire"

Dingle Peninsula
Dingle Peninsula

Fáilte! - Willkommen!

 

Dieses mal möchte ich über ein Land schreiben, in dem ich zur Zeit lebe, Irland. Der westeuropäische Inselstaat gehört zu den kleineren Mitgliedsstaaten der EU und hat mit 4,5 Millionen Einwohnern eine vergleichbar überschaubare Einwohnerzahl. Besonders bekannt ist die Insel für das Guinness Bier, Pubs und Schafe. Obwohl es nur zwei Flugstunden von
Deutschland entfernt liegt, kenne ich nur wenige aus meinem Familien- und Freundeskreis, die diesem schönen Land schon einmal einen Besuch abgestattet haben. Definitiv ein Fehler, denn eine Reise auf die grüne Insel lohnt sich auf jeden Fall. Warum? Lest selbst..

Dublin

Blick auf Dublin von der Gravity Bar im Guinness Storehouse
Blick auf Dublin von der Gravity Bar im Guinness Storehouse

Dublin ist die Hauptstadt von Irland und auch die größte Stadt des Landes. Vor allem berühmt für das Tempel Bar Viertel und das Guinness Storehouse, gibt es weit mehr zu entdecken. Die Innenstadt ist nicht besonders groß und so lässt sich alles recht gut zu Fuß erkunden.

 

In der Gegend um die Mary und O'Connell Street auf der nördlichen Seite der* Liffey und um die Grafton Street auf der Südseite lässt es sich am besten einkaufen. Einige Straßen sind Fußgängerzonen und die meisten Geschäfte für Kleidung, Schuhe, Souvenirs etc. sind hier zu finden.

 

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Temple Bar Viertel mit vielen, gemütlichen Pubs und Souvenirläden. Vor allem die Touristenmassen verschlägt es in diese Ecke und dementsprechend teuer ist es dort. Wer etwas mehr in Kontakt mit Dublinern kommen möchte, trinkt sein Guinness, Cider o.ä. lieber in anderen Pubs der Stadt.

 

Im Osten des Stadtzentrums liegt auf der Südseite des Flusses das Guinness Storehouse. Dieses Museum widmet sich ganz der Geschichte des heimischen Bieres. Die Tickets sind nicht ganz billig, jedoch schließt die Eintrittskarte am Ende der Besichtigung ein Guinness in der Gravity Bar mit einem 360 Grad Blick über die Stadt mit ein. Das Museum liegt in einem eher unbekannten, doch ebenfalls sehenswerten Teil der Stadt, in den Liberties. Dieses historische Viertel zeichnet sich vor allem durch seine kleinen roten Backsteinreihenhäuser aus und es gibt viele kleine Geschäfte. Man kommt bei einem Bummel durch die Straßen schnell auf den Gedanken, in einer Stadt in einer Stadt zu sein.

 

Auf der westlichen Nordseite des Liffey liegt der Phoenix Park. Mit seiner Fläche von 808 Hektar ist er einer der größten Stadtparks der Welt und eignet sich wunderbar für eine Radtour mit anschließendem Einkehren im Parkcafé für Tee und Scones. Am Eingang des Parks können Fahrräder angemietet werden. Auch die kleineren Parkanlagen sollte man in Dublin nicht auslassen. Der Merrion Square (inklusive einer Statue von Oscar Wilde) und St. Stephen's Green sind einen Besuch wert und geben ein bisschen Ruhe und Entspannung vom Stadtleben. Das älteste College des Landes, Trinity College, ist ebenfalls im Stadtzentrum und beherbergt einen großen Schatz, die eigene Bibliothek. Sie ist eine der schönsten der Welt und strahlt eine sehr beeindruckende Atmosphäre aus. Besonders nette Stadtviertel der Stadt sind Ballsbridge und Sandymount. Bei einem Spaziergang entlang des Dublin Canal in Ballsbridge kann man die schönen und eindrucksvollen Häuser bestaunen – zugegeben, nicht gerade günstig – mit seinen bunten gregorianischen Türen. Sandymount liegt direkt am Strand und man kann am Strand entlang spazieren oder zum roten Sandymount Lighthouse laufen. Etwas außerhalb der Stadt und einfach mit dem Zug, hier Dart genannt, zu erreichen sind Dalkey (netter
und teurer Ort im Süden der Stadt – besonders empfehlenswert ist es, den Killiney* Hill hinaufzulaufen für einen tollen Ausblick auf Küste und Stadt), Howth (Halbinsel im Norden – beeindruckend ist der Wanderweg entlang der Klippen – bei schönem Wetter ein Muss) und Malahide (Malahide Castle ist ein irisches Schloss, wie es im Buche steht).

 

* editiert/korrigiert am 14.11.2016

Die Route im Überblick

Rundreise

Powerscourt Estate
Powerscourt Estate

Man könnte wochenlang durch Irland fahren und immer wieder etwas neues entdecken. Dieses Land hat einfach viel zu bieten! Ich habe mich bei der Planung meiner Reise dazu entschieden, lieber mehr zu fahren um somit auch mehr zu sehen, anstatt länger an einem Ort zu bleiben.


Bei der Reiseplanung darf man sich von den kurzen Entfernungen zwischen den einzelnen Orte nicht ablenken lassen. Irland ist flächenmäßig nicht groß, jedoch sind die Straßen eng und Autobahnen/ Schnellstraßen gibt es kaum. Für 100 Kilometer über zwei Stunden zu brauchen ist völlig normal.


Verlassen habe ich Dublin in südliche Richtung. Meine erste Tagesetappe führte mich über das Powerscourt Estate, einem wunderschönen Anwesen mit großer Gartenanlage, der kleinen Stadt Wicklow und zwei tollen Stränden in Curracloe und Rosslare nach Waterford. Die Kreisstadt ist sehr nett am Fluss Suir gelegen und bietet sich für einen Spaziergang an der Flusspromenade gut an. Anschließend kann man den ersten Reisetag in einem der Pubs oder Restaurants ausklingen lassen.


Am zweiten Tag ging es zunächst nach Cork, der zweitgrößten Stadt des Landes. Ebenfalls an einem Fluss mit einigen Brücken und einem Hafen gelegen, gibt es ein paar Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen in der Innenstadt. Für Touristen hat die Stadt nicht viel zu bieten, vor allem das Umland, das County Cork ist einen Besuch wert. Ich fuhr anschließend weiter an die Südküste nach Kinsale, einem kleinen Fischerort mit vielen bunten Häusern. Vor allem einen Spaziergang durch den Ort und die Straßen in den kleinen Vierteln auf den Hügeln um den Ortskern herum kann ich sehr empfehlen.

 

Einige Stunden später erreiche ich Mizen Head, die südwestliche Spitze des Landes und ich treffe das erste mal auf den Atlantik. Das Besucherzentrum ist bei weitem nicht überlaufen und man kann einen Weg entlang der Klippen und über eine Brücke zum Leuchtturmwärterhaus laufen. Dort erfährt man in einem kleinen Museum, wie an diesem Ort früher gearbeitet wurde und ist anschließend noch beeindruckter von dem Ausblick auf das große Weltmeer. Einige Kilometer entfernt, in der kleinen Küstenstadt Bantry, übernachte ich und breche am nächsten Tag auf zu meiner schönsten Etappe der Reise.

Cliffs of Moher
Cliffs of Moher

Ich fahre die ca. 180 Kilometer lange Küstenstraße Ring of Kerry entlang und ein Panoramablick auf die Küste folgt auf den nächsten. Einige Strände liegen
ebenfalls auf der Strecke und an den meisten gibt es auch ein Restaurant oder ein Café, wo man eine Pause machen kann. Noch schöner und unter den Iren als Insidertipp bekannt ist die Dingle Peninsula. Eine Freundin beschrieb sie mir einst als magisch. Grund genug, dort auch noch hinzufahren. Mir wurde nicht zu viel versprochen. Die kleinen versteckten Buchten, Strände und Aussichten von der Passstraße auf den Atlantik, die grünen Hügel und Häuser ist fantastisch. Man kann sich gar nicht satt sehen. Nach einer Übernachtung im nahen Tralee ging es mit einer kurzen Pause in Limerick – einer meiner Meinung nach nicht sehr spannenden Stadt – zum Bunratty Castle, einer normannischen Burg und die mit am besten erhaltenste des ganzen Landes.


Bevor ich mein Ziel des Tages, Galway, ansteuerte, ging es noch mit einem kleinen Umweg zu DER Touristenattraktion des Landes, den Cliffs of Moher. Recht unscheinbar und kaum ausgeschildert liegen die Klippen an der Atlantikküste. Ein in den Hügel an der Küste eingebautes Besucherzentrum lässt den Ort nicht zu touristisch erscheinen und die Natur steht im Vordergrund. Man kann hier einige Wege entlang der Klippen gehen und es bieten sich hervorragende Kulissen für schöne Fotos an. Abends erreiche ich Galway, eine kleine, gemütliche Stadt an der irischen Atlantikküste. Nach einem Bummel durch die Fußgängerzone im Stadtzentrum und am Hafen entlang kann man den Abend in einem der Pubs ausklingen lassen.

Bundoran Beach
Bundoran Beach

Einen Ort, den ich auf dieser Rundreise auf gar keinen Fall auslassen wollte, war der Giant's
Causeway in Nordirland. Da es mir jedoch zu viel Fahrerei für einen Tag war, entschied ich, mich
dem mit einer Übernachtung anzunähern und die Gegend auf der Strecke zu genießen. So fuhr ich erst mit einem kleinen Umweg nach Clifden und die Sky Road entlang, bis ich durch die Connemara/Mayo Region in Richtung Donegal aufbrach, meiner Station für die Nacht. Unterwegs kam ich am Bundoran Beach vorbei, dem saubersten Strand des Landes und absolut sehenswert. Vom Parkplatz hat man einen fantastischen Blick auf den Strand. Nach einer Übernachtung in dem netten kleinen Ort Donegal (wo ebenfalls ein kleines Schloss besichtigt werden kann) ging es weiter nach Nordirland.

Giant’s Causeway
Giant’s Causeway

Von der Grenze merkt man praktisch nichts. Nur die
Geschwindigkeitsbegrenzungen werden auf einmal in Meilen pro Stunde angezeigt (es empfiehlt sich, vorher die Umrechnungstabelle anzugucken. Die in Irland angemieteten Leihwagen haben einen Tacho mit Kilometer pro Stunde). Nach etwa 90 Minuten nach der Grenzüberfahrt erreiche ich den Giant's Causeway, den Damm des Riesen. Etwa 40.000 Basaltsäulen, die es seit 60 Millionen Jahren gibt und wahrscheinlich bei der Abkühlung von Lava entstanden sind, sind auf einmal vor einem zu sehen, wenn man das Besucherzentrum hinter sich gelassen hat und den Weg zu den Säulen hinunter gelaufen ist (etwa 20 Minuten, ein Bus fährt regelmäßig). Einer Legende nach wurde der Damm einst von einem Riesen bis nach Schottland gebaut, um einen Schotten zu einem Kampf herauszufordern. Der Riese bekam jedoch mit der Zeit Angst vor der Auseinandersetzung und schaffte es durch einen Trick, den Schotten vor dem Kampf wieder aus Nordirland zurück nach Schottland zu vertreiben. Bei dessen Flucht wurde ein Teil des Dammes zerstört.

 

Bevor es zurück nach Dublin ging, wollte ich Belfast noch einen Besuch abstatten. Von vielen hatte ich gehört, dass man das Titanic Museum auf keinen Fall auslassen sollte und so steuerte ich dieses als erstes an. In Belfast wurde das weltbekannte Schiff einst gebaut und das 2012 eröffnete, moderne Museum stellt die Geschichte des Schiffes von Baubeginn bis zum Untergang und den Folgen spannend und interessant dar. Nachbauten einzelner Kabinen und ein Film über die Nachforschungen des Untergangs sowie Unterwasseraufnahmen des Wracks im Atlantik wecken das Interesse an der Geschichte dieses einzigartigen Schiffes besonders. Anschließend bietet sich ein Bummel durch die Einkaufsstraßen von Belfast an. Die Innenstadt ist nicht zu groß und alles ist fußläufig zu erreichen. Einen Tag später ging die Reise dann mit der Fahrt zurück nach Dublin zuende.

Dieser Artikel aus Irland ist ein Gastbeitrag. Den Autor kennt Ihr bereits: er hat schon aus und über Neuseeland sowie über einen Roadtrip in den USA berichtet. Herzlichen Dank nach München / Dublin.

Tipps

Anreise
Aer Lingus, Ryanair und Lufthansa bzw. Eurowings bieten von den größeren deutschen (Ryanair
auch von kleineren) Flughäfen Direktverbindungen in die irische Hauptstadt an. Vom Flughafen in
die Innenstadt kommt man am besten mit dem Aircoach. Alternativ kann man auch den Airlink
nutzen. Dieser Bus braucht jedoch länger in die Stadt, da er öfters unterwegs hält. Taxis vom
Flughafen in die Innenstadt kosten etwa 20 Euro.

 

Auto
Die großen Autovermietungen haben alle eine Niederlassung am Dubliner Flughafen und in
manchen Städten des Landes, ebenso wie an einigen Regionalflughäfen. Das Mindestalter für die Anmietung liegt zwischen 23 und 25, ausgenommen Dan Dooley (Mindestalter 18, LINK).


Reisen im Land
In Irland ist oftmals der Weg das Ziel. An der wunderschönen Landschaft kann man sich gar nicht satt sehen und daher empfiehlt es sich, mit einem Mietwagen das Land zu erkunden um so oft anhalten zu können, wie man möchte. Das Zug- und Busnetz ist ebenfalls zu empfehlen und gut ausgebaut. Viele Attraktionen liegen jedoch so abgeschieden, dass sie nicht von Bussen angesteuert werden. Inlandsflüge gibt es kaum. Die einzigen Verbindungen sind mit Aer Lingus Regional von Dublin nach Kerry bzw. Donegal.


Unterkunft
Unterkünfte in jeder Preisklasse sind in Irland zu finden. Vor allem in Dublin können die Hotels sehr teuer sein. Im Rest des Landes kann man günstige und gute Hotels bzw. B&B's finden.


Zeitverschiebung
Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt minus eine Stunde (GMT).

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