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Reisen zu Hause: essen im Little Tibet, Berlin

Der Potala - Wandmalerei im Little Tibet, Gneisenaustraße 6A, 10961 Berlin
Der Potala - Wandmalerei im Little Tibet, Gneisenaustraße 6A, 10961 Berlin

Da habe ich doch, bei grau-nieseligem Herbstwetter in Berlin mit Blick auf den Potala-Palast gegessen. Wenn das mal nicht ein schöner Anlass ist, über eine kleine Reise zu Haus zu schreiben.

 

Die tibetische Küche ist die Kochtradition  der höchstgelegenen Region der Erde. Neben vielen Gemeinsamkeiten, die sie mit der Küche der direkt benachbarten Länder, z. B.mit Nepal teilt, gibt es auch einige Besonderheiten: im rauen Klima sind die Möglichkeiten der Landwirtschaft beschränkt, die Zahl der Produkte, die es vor Ort gibt ist klein. Basis der Küche bilden Fleisch- und Milch sowie Getreide und verschiedene Gemüse. Klar gibt es auch Buttertee (ich persönlich mag ihn nicht wirklich...) und, klar: Tsampa, ein Vollkornmehl aus gerösteter Gerste. Dieses mit Buttertee angerührt und dann als Brei oder Kugel  nicht wirklich das, was ich mir unter "lecker essen" so vorstelle.

tibetisches Restaurant in Berlin

Momo Nazom
Momo Nazom

In Berlin gibt es - und es hat schon eine wahre Tradition dort - ein tibetisches Restaurant. Endlich hatte ich einmal die Gelegenheit, es zu besuchen. Und das Essen im "Little Tibet" hat mich überzeugt. Es war lecker, frisch, der Service war freundlich und aufmerksam - und das Ambiente erinnerte mich an tibetische Restaurants in Nepal... Nicht nur der Potala schmückt die Räume, es gibt schöne große Fotografien aus Tibet, zahlreiche Gebetsfahnen, eine Bild des Dalai Lama hängt an der Wand und viele nette Kleinigkeiten kann man entdecken, die an das Land auf dem Dach der Welt erinnern.

 

Wir haben uns zu fünft mehrere Vorspeisen geteilt und hatten dabei Frühlingsrollen, Tse Bakle (gefüllter Brotteig mit Spinat-Käse-Füllung) und Tse Pakora (Kartoffeltaschen mit Spinat-Käse-Füllung) sowie eine Dötö-Suppe. Alles kam zeitgleich auf den Tisch und war gut abgeschmeckt.

 

Als Hauptgericht gab es für mich Momo Nazom, eine Platte mit gebratenen und gedämpften Momos mit Salat. Momos werden aus einem nudelähnlichen Teig mit Mehl und Wasser hergestellt. Runde Teigstücke werden dann mit unterschiedlichen Füllungen zu Teigtaschen geformt. Neben vegetarischen Füllungen gibt es auch Fleischfüllungen aus Rind-, Hühner- oder Schweinefleisch. Ich habe sie in Nepal geliebt - und ich wurde auch in Berlin nicht enttäuscht. Momos sind einfach lecker! Und auch die anderen waren angetan, egal ob es Momos gab oder auch ein scharfes Rindfleisch mit Gemüsen.

 

Alles in allem: ein Abend wie eine Reise in den Himalaya, nur nicht so hoch! Denn die Preise sind zivil, der Flaschenwein, ein Grauburgunder war ein guter Tischwein. Der einzige Wermutstropfen: die Desserts waren aus.

 

Dennoch: eine Empfehlung für den nächsten Berlin Besuch ist das "Little Tibet" alle Male!

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Kommentare: 5
  • #1

    Beate (Montag, 20 Oktober 2014 06:08)

    Klingt echt interessant und ist vorgemerkt für meinen nächsten Berlin-Besuch! Aber Grauburgunder in einem tibetischen Lokal …? Ich trinke zwar auch gerne Wein oder Bier und ab und an einen Digestif, aber es stimmt mich schon nachdenklich, dass in unserer Gesellschaft wohl so gut wie niemand mehr ohne Alkohol zum Essen auszukommen scheint.
    ergo bibamus! ;-)))

  • #2

    zypresse (Montag, 20 Oktober 2014 07:10)

    Beate, wir sind einfach eine Weintrinker-Familie... daran wird sich jetzt auch nichts mehr ändern, sind wir mit groß geworden ;-) ...

  • #3

    Beate (Montag, 20 Oktober 2014 14:38)

    nur schnell zur Erklärung: mit "wir" meinte ich die Deutschen, die Europäer ... ganze Nationen halt; keine einzelnen Personen! Außer in veganen Restaurants scheint es zum guten Ton zu gehören, zum Essen ausschließlich etwas Alkoholisches zu bestellen. Das ist es, was mir schon seit Jahren auffällt und zu denken gibt. Jetzt also auch bei den buddhistischen Tibetern (?) Berlins ...

  • #4

    Leuchtbiene (Samstag, 29 November 2014 16:21)

    Kleine Anmerkung aus Berlin: Ich war gestern wieder im Little Tibet und es war wieder ausgesprochen lecker. Allerdings auch proppevoll und ich habe etliche enttäuschte Gruppen wieder von dannen ziehen sehen, weil es keinen Platz mehr gab. Daher mein Tipp: Unbedingt reservieren! Und dann: geniessen (ob mit oder ohne Grauburgunder...).

  • #5

    zypresse (Samstag, 29 November 2014 22:58)

    Danke für den Hinweis nach Berlin! ;-)