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Zurück von Sizilien

Air Berlin CTA - DUS
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So, der Alltag hat uns nach einer Woche auf Sizilien wieder. Und damit auch das wahre Frühlingswetter, das uns die Insel im Mittelmeer ja vorenthalten hatte. Hier zu Hause ist der Himmel strahlend blau, die Sonne scheint und das Thermometer zeigt stabile 14° C an. Aber in der Sonne auf der Terrasse lässt es sich für ein Mittagspäuschen schon aushalten.

 

Unsere Rückreise war ohne Probleme, störungsfrei und pünktlich. Nach einem gemütlichen Frühstück in unserem Hotel haben wir uns auf den Weg zum Flughafen von Catania gemacht, das Auto noch einmal vollgetankt und dann wieder beim Vermieter abgeliefert, haben eingecheckt, das Gepäck aufgegeben und auf den pünktlichen Abflug gewartet. In DUS gelandet lief auch alles wie immer, das Servicepersonal holte uns wie üblich als letzte aus der Maschine, war nett und gesprächig - und musste dann noch mal richtig an die Arbeit: ein Aufzug vom Fluggaststeig zur Abflugebene war defekt: da musste der Rollstuhl dann die Treppen hinauf getragen werden. Sonst alles im grünen Bereich, das Gepäck kam gleichzeitig mit uns am Band an und der Taxifahrer hat uns bequem nach Haus gefahren.

Fazit

zum Abschied zeigte sich der Ätna
zum Abschied zeigte sich der Ätna

Unser Fazit nach einer Woche auf Sizilien ist grundsätzlich positiv. Die Insel hat landschaftlich, kulturell und auch kulinarisch einiges zu bieten. Unser Hotel war angenehm, klein, die Gastgeber unglaublich nett, hilfsbereit und freundlich. Die Lage war günstig für einen Urlaub, in dem man viel sehen, also auch mobil in alle Richtungen sein will. Es war ruhig und touristisch keinesfalls überlaufen - an vielen Stellen waren wir (zumindest gefühlt) die einzigen Touristen, ich konnte (musste) immer wieder mein Italienisch üben.

 

Erstaunt hat mich die Größe der Insel, die Strecken, die wir zurückgelegt haben. Keine Frage: meine eigentlichen Planungen, was ich gern sehen möchte, die habe ich schnell eingemottet. Irgendwie hatte ich gedacht, wir wären viel schneller an bedeutenden Orten wie Agrigent oder Palermo. Aber die haben wir uns aufgespart für den nächsten Besuch. Ich lerne: Sizilien macht mehr Sinn, wenn man zwischendurch den Standort wechselt - sonst verbringt man zu viel Zeit am Steuer.

Sizilien mit Rollstuhl

bedauernswert: nasse Schafe auf dem Weg nach Enna
bedauernswert: nasse Schafe auf dem Weg nach Enna

Das Reisewetter war leider nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten. Offenbar war selbst zu Haus mehr vom Frühling zu sehen als auf Sizilien. Wir haben einige heftige Wolkenbrüche erlebt, sind nach Enna mehr geschwommen (so hoch waren die Pfützen, die Seen auf den Straßen). Einige Besichtigungen sind buchstäblich ins Wasser gefallen, einfach weil das Aussteigen aus dem Auto angesichts der Regenmassen kaum Sinn machte. Das uns Frau Ätna mit Schnee und 0° C beglückte hatte ich ja schon geschrieben. Einen Kaffee zu trinken, einen Imbiss zu nehmen erwies sich in den Badeorten an der Küste als schwierig: keine Saison, alles zu - und insgesamt dadurch etwas trostlos anzusehen. Dennoch: wir haben auch einige Stunden auf der Terrasse unseres Hotels verbracht, die Sonne genossen, gelesen, gefaulenzt, Orangen frisch vom Baum und Feigen vom Kaktus geschlemmt, die Blütenpracht bestaunt.

 

Und für Rollstuhlfahrer ist Sizilien ein durchaus herausforderndes Reiseziel. Es gibt relativ wenige Behindertenparkplätze in den Innenstädten (und wenn, dann sind sie personalisiert), das macht das Erreichen der Sehenswürdigkeiten schwierig bis unmöglich (so haben wir in Taormina unseren Besuch abgebrochen: keine Parkmöglichkeiten für das Auto am oberen Ende der Innenstadt, vom Parkhaus aus kein Aufzug, sondern zu Fuß eine steile gepflasterte Gasse hoch - das ist nicht als barrierefrei zu bezeichnen). Selbst dort, wo es einigermaßen flach ist wie in Catania oder Syracus sind die Altstadtstraßen sehr holperig und es gibt immer wieder Hindernisse wie hohe Bordsteinkanten zu überwinden. Dann aber auch: viele selbst kleine Cafés oder urige Trattorias haben zwar vielleicht keinen normgerechten barrierefreien Eingang - aber eine Behindertentoilette. Und die Sizilianer sind hilfsbereit. Man muss nur fragen - oder auch einfach nur hilflos dreinschauen. Es kommt garantiert jemand und bietet Unterstützung an.

 

Wir werden sicher wiederkehren. Es hat uns gut gefallen, wir haben uns erholt, haben Abstand vom Alltag gewonnen. Beim nächsten Mal werden wir ein wenig später im Jahr anreisen (und dann vielleicht auch stabileres Wetter haben) und wir werden zwischendurch unser Hotel wechseln: es gibt noch so viel zu sehen auf der größten Insel des Mittelmeeres!

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Kommentare: 3
  • #1

    Marianne (Mittwoch, 12 März 2014 19:05)

    Hi Uli, wir sind ja auch die absoluten Sizilien-Fans. Allerdings Anfang November - da haben wir schon wunderschöne, warme Herbsttage verbracht. Aber auch den Ätna mit Schnee erlebt. Und letztes Mal einen Ausbruch :-) Fantastisch !!!!

  • #2

    Anneken freihals-bouwer (Donnerstag, 13 März 2014 07:11)

    Danke für dein Bericht. Wir möchten noch immer mal mit unseren Wohnmobil da hin. Aber die fahrt dahin ist lang.
    LG Anneken

  • #3

    Tina (Samstag, 15 März 2014 17:14)

    Hallo Ulli,

    schön, dass dein Fazit, trotz des mäßigen Wetters und der wenig behindertengerechten Ausrichtung, doch so positiv ausfällt. Ich bin immer schnell entnervt, wenn so manches nicht ist, wie erhofft. Du zeigst, wie man doch noch das Beste für sich rausholen kann.Man muß einfach flexibel bleiben, vor allem im Kopf. Danke für diesen Bericht!!