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Ein Tagesausflug nach Aachen und Monschau

Aachener Dom
Aachener Dom

Nachdem im Frühsommer 2014 schon der Urlaub ausgefallen war... ja da war es Zeit mal mindestens für einen Tagesausflug. Und der führte uns in die Kaiserstadt Aachen und von dort weiter in das beschauliche Eifelörtchen Monschau. All dies bei nettem Frühsommerwetter zum Ende des Monats Mai.

Aachen

in Aachen
in Aachen

Aachen liegt im Dreiländereck Deutschland–Belgien–Niederlande, in der Euregio Maas-Rhein am Nordrand der Eifel. Der Dom, das Wahrzeichen der Stadt Aachen, und der Domschatz wurden 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal und zweites Kulturdenkmal weltweit in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Aachen ist Bischofssitz.

 

Für Verdienste um die Europäische Einigung verleiht das Karlspreisdirektorium jährlich den angesehenen Karlspreis zu Aachen. ... Und das erwies sich auch als Handicap bei unserem ungeplanten "Überraschungsbesuch" in der Kaiserstadt.

 

Und das war nicht das einzige… nein, es war ein „Brückentag“ und zudem: 2014 beging Aachen das Karlsjahr 2014 und erinnerte an den Tod Karls des Großen in seiner Aachener Pfalz „Aquispalatium“ am Samstag, den 28. Januar 814. Aus diesem Anlass gab es verschiedene Ausstellungen. Karl war zu diesem Zeitpunkt König der Franken, König der Langobarden und (west-)römischer Kaiser. Seit 794 hatte er sich fast ununterbrochen in Aachen aufgehalten und die heißen Thermalquellen aus gesundheitlichen Gründen genutzt. Gleichzeitig ließ er die Pfalz zu einer monumentalen Palastanlage ausbauen. Die politische Macht hatte sich dadurch an einem einzelnen Ort konzentriert.

 

Das Gebiet um Aachen wurde schon vor langer Zeit besiedelt. Bereits zwischen 3000 und 2500 v. Chr. wurde auf dem Lousberg Feuerstein abgebaut. In der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit war Aachen von Kelten besiedelt, wie Hügelgräber im Aachener Wald und die Ausgrabungen im Aachener Elisengarten beweisen. Nach den Kelten siedelten die Römer an den warmen Quellen. Zeugnisse späterer Besiedlung sind fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert. Der fränkische König Pippin der Jüngere baute in Aachen einen Hof und sorgte 765 für die erste schriftliche Erwähnung Aachens als Aquis villa. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbte das Fränkische Reich und den Aachener Hof. Er wählte ihn zu seiner Residenz und baute ihn zu einer Kaiserpfalz mit Palast und Pfalzkapelle aus. An der Stelle des Palastes befindet sich heute das Rathaus, die Kapelle wurde zum Aachener Dom.

 

In der Stadt war es voll, richtig voll. Zahlreiche Touristen aus den Benelux-Ländern, aus Deutschland, zahlreiche Aachener und Eifler bevölkerten die Innenstadt zum Bummeln, Shoppen, Sightseeing.

Aachener Rathaus

Aachener Rathaus, vom Katschhof aus gesehen
Aachener Rathaus, vom Katschhof aus gesehen

Das Aachener Rathaus wurde 1349 auf Initiative der Aachener Bürgerschaft auf den Resten der baufälligen Königshalle der Kaiserpfalz errichtet. Nachlesen konnten wir, dass sich im ersten Stockwerk der Krönungsfestsaal befindet. Er hat wohl Fresken des Aachener Künstlers Alfred Rethel: sie zeigen Szenen aus dem Leben Karls des Großen. Bei unserem Besuch war der Saal gesperrt: die Karlspreisverleihung stand an. Schade.

 

 

Puppenbrunnen

Stirnberg's Puppenbrunnen
Stirnberg's Puppenbrunnen

Gut gefallen hat mir auf dem Weg zwischen Rathaus und Dom der Puppenbrunnen, eine Schöpfung von Bonifatius Stirnberg. Er spricht den Spieltrieb großer und kleiner Besucher an. Seine Figuren sind beweglich und stellen Marktfrau, Harlekin, Professor, Domherr, Pferd und Hahn dar.

Dom zu Aachen

Aachener Dom, vom Katschhof aus gesehen
Aachener Dom, vom Katschhof aus gesehen

Der ursprünglich als Pfalzkapelle Karls des Großen errichtete Aachener Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Aachen. Der Kuppelbau wurde etwa im Jahr 800 vollendet und war rund 400 Jahre der größte freischwebende Kuppelbau nördlich der Alpen. Der Marmorthron Karls des Großen steht noch heute im Obergeschoss des Aachener Oktogons, 30 deutsche Könige wurden in der Zeit zwischen 936 und 1531 auf ihm gekrönt.

 

Als ein Meisterwerk gotischer Baukunst gilt der Anbau der Chorhalle aus dem Jahr 1414, deren Fenster mit einer Höhe von 27 Metern die höchsten dieser Bauepoche darstellen und mit ihren über 1000 Quadratmetern Glasfläche dem Bau den Spitznamen Glashaus von Aachen einbrachten. Im Zentrum des Chorpolygons steht der goldene Karlsschrein aus dem Jahr 1215 mit den Gebeinen Karls des Großen.

 

Die Schatzkammer des Aachener Doms birgt den bedeutendsten Kirchenschatz nördlich der Alpen. Neben dem Lotharkreuz (um 1000) und der silbernen, teils vergoldeten Karlsbüste (etwa 1349) wird hier der Marmorsarkophag ausgestellt, in dem Karl der Große 814 vermutlich bestattet wurde.

Monschau

das Rote Haus in Monschau
das Rote Haus in Monschau

Weil Aachen so voll und unsere Besichtigungsmöglichkeiten so eingeschränkt waren haben wir uns - nicht ohne zuvor noch leckere Aachener Printen eingekauft zu haben - auf den Weg in das beschauliche Eifel-Städtchen Monschau gemacht. Die kleine Stadt liegt an der Rur zwischen den Berghängen des Naturparks Hohes Venn-Eifel. Sehenswert ist vor allem das Rote Haus, der ehemalige Stammsitz der Textilindustriellen-Familie Scheibler. Das Rote Haus war sowohl Wohn- als auch zentrales Geschäftshaus. Das Gebäude besteht aus zwei Hälften: Das Wohnhaus trägt den Namen „Zum goldenen Helm“, die rechte Hälfte („Zum Pelikan“) wurde als Kontorhaus und Produktionsstätte genutzt. Im Vergleich zu den umstehenden, deutlich niedrigeren Fachwerkhäusern wirkte das Rote Haus zur Erbauungszeit ungewöhnlich mächtig und monumental. Es wird als eine Art „frühes Hochhaus“ bezeichnet.

 

Monschau bietet eine hübsche, an Fachwerkhäusern reiche Altstadt mit zahlreichen Geschäften und Lokalen, die zum Bummeln wirklich einlädt. Das Kopfsteinpflaster ist allerdings nicht sehr rollstuhlfreundlich.

Klosterhof Knechtsteden

Klosterhof Knechtsteden
Klosterhof Knechtsteden

Und auf dem Weg nach Haus haben wir dann am Abend noch eine lecker-süffige Einkehr in den Klosterhof Knechtsteden gemacht. Dieser wurde 1898 als Gästehaus des Klosters eröffnet. Seitdem wurde er einige Male umgestaltet, heute verfügt er über vier Räume und einen schönen Biergarten unter schattenspendenden Bäumen. Die Küche bietet leckeren Gaumenschmaus und zu trinken gibt es das Knechtstedener Schwarzbier.

 

Der Seiteneingang ist stufenlos und der damit erreichbare Gastraum gemütlich und geräumig genug auch für Gäste im Rollstuhl.

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Kommentare: 2
  • #1

    Maria (Donnerstag, 20 Oktober 2016 21:06)

    Was für ein toller Beitrag! Ich liebe Aachen! Besonders den wunderschönen Dom, der von innen so golden strahlt. Toll! In Monschau war ich ein Mal, aber da hat es geschüttet, wie aus Kübeln, daher war nicht viel mit Besichtigung. Nach deine Bildern zu urteilen, muss ich da unbedingt wieder hin ;-)
    Viele Grüße
    Maria

  • #2

    Zypresse (Donnerstag, 20 Oktober 2016 22:53)

    Ja, Maria, das solltest Du versuchen. Vielleicht ist ja der Monschauer Weihnachtsmarkt an den vier Adventwochenenden (jeweils freitags und samstags von 11.00 bis 21.00 Uhr und sonntags von 11:00 bis 20.00 Uhr) mal ein schöner Anlass für einen Ausflug nach Monschau?