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Thai Kochkurs in Bangkok

Chatuchak Markteingang
Chatuchak Markteingang

Hallo liebe Zypressenfans!

 

Zur Abwechslung schreibt hier heute ein Gastautor. Ich bin Lennard, 21 Jahre und der Neffe von Ulrike. Genau wie ihr reise ich für mein Leben gerne und lasse mich (insbesondere) von den kulinarischen Besonderheiten jedes Landes verführen.

 

Vor einigen Wochen bin ich von einer 2-Monatigen Reise durch Thailand zurückgekommen, auf der ich unzählige Erfahrungen gemacht habe. Zu diesen zählt ein traditioneller Thai-Koch-Kurs, um den es in diesem Blogbeitrag gehen soll.

 

Beim Schlendern durch die mit Street Food gepflasterten Straßen Bangkoks fällt einem schnell auf wie unkompliziert das thailändische Essen gehalten ist. Oft befindet sich ein gutes Dutzend an frischen Zutaten vor dem Koch ausgebreitet. Nachdem man auf der Karte, die zwischen vier bis 20 Gerichten umfasst ausgewählt hat, wird das Mahl von Grund auf zubereitet. Öl in die Pfanne, Gemüse und noch ein paar Nudeln drauf und fertig ist das Pad Thai. Bestellt man stattdessen eine Suppe, landen in etwa dieselben Zutaten in einer Suppenschüssel mit etwas Brühe. So entstehen aus einer Grundlage zwei Gerichte, die durch unterschiedliches Würzen am Ende verschieden schmecken.

 

Es kann vorkommen, dass nach der Bestellung Unerwartetes auf den Tisch kommt. Das kann entweder daran liegen, dass man etwas falsch interpretiert hat oder dass die eigenen Thailändisch Kenntnisse noch ausbaufähig sind. Thailändisch ist, nach Chinesisch, eine der weit verbreitetsten Sprachen bei der die Änderung der Stimmlage die Wortbedeutung komplett verändert. So kann eine Silbe in bis zu 5 verschiedenen Tonhöhen ausgesprochen werden und 5 voneinander unabhängige Bedeutungen haben! Mit Deutsch als Muttersprache ist das am Anfang mühselig und erfordert viel Übung, mit der Zeit macht es aber echt Spaß und ich habe mich über die gesangsartigen Melodien der Sprache gefreut.

Kochkurs der “Silom Thai Cooking School”

Insekten gelten als Delikatesse
Insekten gelten als Delikatesse

Zur Vermeidung von Glücksspielen bietet es sich an, selber zu Kochen. Auch wenn ich sagen muss, dass es sich bei den spottbilligen Preisen für Essen in Thailand kaum lohnt. Es gibt eine gigantische Auswahl an Kochkursen. Ich hatte die Qual der Wahl, konnte aber zum Glück nach Vorliebe, Preislage und Umfang die immer noch große Menge reduzieren. Ich entschied mich letzten Endes für einen Kochkurs der “Silom Thai Cooking School”.

 

Was ich Euch empfehlen kann ist, sich von den Köchen vor dem Kochkurs mit auf den Markt nehmen zu lassen. Auf den meisten Webseiten wird explizit darauf verwiesen wo und wann das möglich ist. Thailändische Märkte sind riesig und es gibt alles. Von Grundlagen wie Reis und Nudeln, über exotische Obst- und Gemüsearten bis hin zu lebenden Fischen die vor deinen Augen, sagen wir, mitnahmetauglich gemacht werden.

 

Hier kann man nicht nur schnell die Übersicht verlieren wo man was findet, man kann sich auch ohne Probleme komplett verlieren. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Google bedanken für die Bereitstellung von Kartenmaterial und Navigation. Das war in Thailand ein echter Lebensretter.

Gewürzexperten
Gewürzexperten

Wieder in der Kochschule angekommen, setzt man sich in Gruppen die ca. 10 Kochende umfassen im Kreis um die Zutaten. Wir saßen entspannt im Schneidersitz auf dem Boden. Den soeben zusammengestellten Warenkorb haben wir sorgfältig inspiziert und alle Lebensmittel, Gewürze und Kräuter auf Geruch und Geschmack getestet. Dabei lernt man von seinem Cookingguide allerhand über Herkunft und Verwendung der jeweiligen Kräuter.

 

Typische Thai-Kräuter sind z.B. Thai-Basilikum und Koriander und unter den Gewürzen befindet sich beispielsweise Sojasauce und Currypaste. Außerdem sind die Thailänder echte Fans was Schärfe angeht. Eine ordentliche Portion Chili darf in fast jedem Essen nicht fehlen und mit Knoblauch, Zitronengras und Ingwer wird nicht gegeizt.

 

Nachdem jeder Teilnehmer zum Gewürzexperten geschult wurde ging es endlich los mit dem Kochen. Ich muss zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits extrem hungrig war. Uns wurde empfohlen, vorher nichts zu essen, wir würden sonst die 5 Gänge nicht schaffen. Ich hätte es (besser) wissen müssen ;)

Tom Yam

Tom Yam
Tom Yam

Den Start machte bei uns das Gericht Tom Yam. Wie soll es anders sein, es gab erst mal eine Suppe. Diese hat es in sich, sie ist sauer-scharf, wobei die Betonung klar auf scharf liegt. Pro Portion landen, neben Tamarinde, Fischsauce und Koriander, fünf ganze Chilischoten in jedem Essen! Beim Kochkurs darf jeder entscheiden wie viel letzten Endes im Essen landen. Wer sich allerdings an die Vorgaben hält, hat nach dem Verzehr ganz sicher keine Probleme mehr mit der Schärfe in den folgenden Gängen.

Papaya Salat

Auch beim nächsten Gang wird an Schärfe nicht gespart. Der Papaya Salat ist einer meiner persönlichen Favoriten. Hierbei wird grüne, frische Papaya in dünne Streifen geschnitten, das Gleiche passiert mit ein paar Mohrrüben. Beides wird in einem großen Mörser zurechtgestampft um (ein wenig) von der Flüssigkeit und den Aromen heraus zu kitzeln. Hinzu kommt Knoblauch, Fischsauce, eine Prise Zucker und die Chili nicht vergessen. Das ganze wird noch mit Erdnüssen verfeinert und kreiert einen herrlich frischen Salat. Lecker!!!

 

Pad Thai

Pad Thai
Pad Thai

Wie man sieht haben wir uns anfangs von Vorspeise zu Vorspeise gehangelt. Das hat meinen Hunger steigen lassen und so freute ich mich, mit dem nächsten Gang etwas Gehaltvolles zwischen die Zähne zu bekommen: das anfangs erwähnte Pad Thai. Dieser echte Klassiker der thailändischen Küche besteht zum größten Teil aus Reisbandnudeln, die zusammen mit Gemüse und Ei in einem Wok angebraten werden. Die zugefügten Sojasprossen runden das Ganze zu einem hervorragenden Essen ab, welches sich in jeder Ecke Thailands zu jeder Zeit findet.

 

Massaman Curry

Massaman Curry
Massaman Curry

Genießer, die Nudeln eher wegschieben und Reis bevorzugen, hat das nächste Gericht einiges zu bieten. Das Massaman Curry ist ebenso ein absoluter Klassiker der Thailändischen Küche. Das Herzstück dieses Currys ist die vor der Zubereitung hergestellte Paste und die nimmt schon fast ein künstlerisches Ausmaß an. Geschmacklich überzeugt das Curry durch seine unglaubliche Vielfalt. Es wird mit Kokosmilch zubereitet wird und schmeckt mild und cremig. Da es allerdings auch eine Fülle von Gewürzen enthält tauchen immer wieder neue Geschmäcker auf der Zunge auf, sehr zu empfehlen.

Mango Sticky Rice

Mango Sticky Rice
Mango Sticky Rice

Auch im Thailändischen schließt man ein Menü gerne mit etwas Süßem ab. Dabei kann man nicht auf seinen Reis verzichten. Dieser wird dampfgegart und im Anschluss mit Kokosmilch und Zucker gemischt. Dadurch entsteht eine wunderbar, klebrig-formbare Masse. Zusammen mit Mango serviert bekommt es den Namen: Mango Sticky Rice. Dieses Dessert ist hervorragend geeignet um durch Schärfe abgestorbene Geschmacksknospen wieder ans Tageslicht zu holen.

 

Nach 5 Stunden in der Küche, in denen 5 verschiedene thailändische Gerichte entstanden sind, kann ich sagen: Thai kochen macht Spaß und das anschließende Essen noch mehr. Immer wieder schaffen es in der Zubereitung simple Speisen durch farbliche und geschmackliche Vielfalt zu überraschen. Zum Zuhause nachkochen hat der Kurs auch angeregt und schon das ein oder andere Mal Freunde und Familie überrascht.

 

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen, vielleicht findet der ein oder andere ein neues Lieblingsessen.

 

 


Ich bin als @zypresse3 bei Instagram.