Ein Nachmittag in Magdeburg

Magdeburger Dom - St. Mauritius und Katharina
Magdeburger Dom - St. Mauritius und Katharina

Auf dem Weg an die Havel, wo wir zu unserem diesjährigen BunBo-Törn starten wollten haben wir noch eine Nacht und einen Nachmittag in Magdeburg verbracht. Die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt an der Elbe gelegen war bisher für uns nur eine Abfahrt von der Autobahn, eine von vielen, die wir achtlos an uns vorüber ziehen ließen. Dieses Mal nun wollten wir wenigstens ein wenig von der Stadt sehen: Dom und Hundertwasser waren uns für eine kurze Nachmittags-Stippvisite empfohlen worden.

Magdeburger Dom - St. Mauritius und Katharina

Magdeburger Dom - St. Mauritius und Katharina
Magdeburger Dom - St. Mauritius und Katharina

Der Magdeburger Dom ist der erste gotische Bau einer Kathedrale auf deutschem Boden, einer der größten Kirchenbauten Deutschlands überhaupt und die bekannteste Sehenswürdigkeit der Landeshauptstadt Magdeburg. Seine Ursprünge gehen zurück in das Jahr 937, als Otto I. ein Kloster zu Ehren des Heiligen Mauritius gründete, dessen Kirche er ab 955 erweitern und im Jahr 968 zur Kathedrale erheben ließ. Otto stattete seinen Dom mit italienischen Schmuckstücken aus z. B. Säulen aus Marmor und Granit, die zum großen Teil heute das Innere des Doms bereichern.

 

Im Jahr 1207 wurde der ottonische Dom bei einem Stadtbrand stark zerstört. Erst 1362 konnte der gotische Kathedralbau geweiht werden; die bis zu 104 Meter hohen Westtürme der Kathedrale sind sogar erst im Jahr 1520 vollendet worden.

 

Wir empfanden bei unserem Besuch den Dom als überraschend hell, als imposant großen und sehr harmonischen, stimmigen Raum. Besonders beeindruckend fand ich das mit vielseitigen, individuellen Schnitzarbeiten versehene Chorgestühl der Domherren aus dem 14. Jahrhundert und das Herrscherpaar, welches wohl nicht Otto und seine Frau darstellt - obwohl dies so schön in meine Vorstellung passen würde. Leider nicht gesehen haben wir die berühmten Portalfiguren der klugen und törichten Jungfrauen, die Pforte zum Paradies war leider geschlossen.

 

Was die Barrierefreiheit des Domes angeht: man kann unmittelbar gegenüber dem Eingang auf dem Domplatz  parken, dort gibt es zwei ausgewiesene Behindertenparkplätze. Der Eingang vom Domplatz aus hat eine Stufe, die allerdings mit Hilfe ganz gut zu bewältigen ist. Der zum Kreuzgang führende Seiteneingang hat mehrere, recht unebene Stufen und ist daher für Rollstuhlfahrer eher nicht zu überwinden.

Die Grüne Zitadelle von Magdeburg

Grüne Zitadelle von Magdeburg
Grüne Zitadelle von Magdeburg

Nahe gelegen, nicht weit entfernt vom Dom befindet sich, kaum zu übersehen, eines der letzten architektonischen Werke von Friedensreich Hundertwasser. Am 3. Oktober 2005 wurde die Grüne Zitadelle von Magdeburg, wie Friedensreich Hundertwasser seinen Bau nannte, eingeweiht. Hundertwasser arbeitete noch bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 an den Plänen für Magdeburg. Wie bei einem solchen Bau nicht anders zu erwarten gab es in der Landeshauptstadt heftige Diskussionen. Der Hundertwasser-Entwurf polarisierte die Magdeburger. Bis heute ist die Architektur des Hundertwasser-Hauses nicht unumstritten. Die Grüne Zitadelle ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit 55 Mietwohnungen, Geschäften, Restaurants und Cafés rund um die öffentlich begehbaren Innenhöfe sowie ein Hotel.

 

Mein ganz persönliches Fazit: man muss diese Art von Architektur mögen. Ich persönlich finde es interessant anzusehen, leben möchte ich in einem Hundertwasser-Haus trotz der spannenden Architektur, des vielen Grüns, der verspielten Details nicht. Da bin ich doch eher der Typ für die klaren Linien.

 

Der Eingangsbereich der grünen Zitadelle ist ebenerdig, es gibt ein Behinderten-WC im Innenhof. Wir sind vom Dom herüber gelaufen (bzw. gerollt), es gibt aber auch weitere Behindertenstellplätze am Breiten Weg in unmittelbarer Nähe.

Grüne Zitadelle von Magdeburg
Grüne Zitadelle von Magdeburg

Mehr haben wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit von Magdeburg leider nicht besichtigen können: schon beim Trinken unserer Tasse Kaffee in einem Cafehaus im Hundertwasser-Haus wurden wir auf die Schließung um 18 Uhr hingewiesen. Und die nimmt man hier offenbar noch sehr ernst. Sachsen-Anhalt ist ja schließlich das Land der Frühaufsteher - was man uns bislang verschwieg: man geht dort auch früh zu Bett…

 

Nein, Scherz beiseite, wir bekamen an diesem Abend in einem Vorort auch noch ein schmackhaftes Abendessen und haben unsere Stippvisite in Magdeburg durchaus genossen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Beate (Freitag, 26 Juni 2015 07:49)

    ... und warum heißt das Teil "Grüne Zitadelle", wenn es rosa angestrichen ist? Wegen der drei Bäumchen?
    Nee, hier wohnen möchte ich auch nicht. Wegen der Farbe und vor allem wegen der Touris, die alle auf meinen Balkon und in mein Wohnzimmer knipsen ;-)))
    Danke für den informativen Kurzbesuch!
    Beate