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Neues von der größten Insel des Mittelmeeres

Schnee am Ätna
Schnee am Ätna

Eine aktuelle Meldung bin ich meinen treuen (und weniger regelmäßigen) Leserinnen und Lesern ja schuldig. Heute also ein update.

 

Der Frühling auf Sizilien ist eine Diva und ein höchst launische dazu. In den zurückliegenden Tagen haben wir in der Sonne auf unserer Terrasse gesessen, frisch vom Baum gepflückte Orangen geschmaust, Knoten geübt (der nächste Urlaub wirft seine Schatten voraus) und auch einfach nur gelesen. Genauso gut aber sind wir bei unserem Ausflug nach Enna praktisch über unter Wasser stehende Landstraßen geschwommen und konnten die Besichtigung der wirklich spektakulär auf einem Bergrücken liegenden Stadt unter „ins Wasser gefallen“ verbuchen. Gestern haben wir den Ätna (der auf Italienisch im übrigen - weil wohl auch recht kapriziös - weiblichen Geschlechts ist) umrundet. Dabei haben wir nicht nur sehr unterschiedliche Vegetationszonen gesehen - mit Orangen- und Zitronenhainen, mit Pistaziengärten, mit Waldgebieten und erkalteten Lavaströmen - sondern sind bei unserer Fahrt in Richtung Gipfel auch in ein rechtes Schneetreiben mit nur 0 °C geraten.

da wird einfach so der Müll abgeladen...
da wird einfach so der Müll abgeladen...

Was ist uns sonst noch aufgefallen? Man merkt, dass Sizilien nicht zu den „reichen“ Regionen Italiens gehört. Die Straßen sind teilweise in einem schlechten Zustand, die Orte haben zwar eine zum Teil sogar zum Weltkulturerbe zählende Barockarchitektur - aber es ist vieles in einem nicht sehr guten Erhaltungszustand. Es gibt eine toll ausgebaute Autobahn - sobald man allerdings abfährt ist man im Süden Italiens. Und mit der Müllabfuhr - ja da scheint man hier ein ganz besonderes Verhältnis zu pflegen. Selten haben wir an Straßenrändern eine solch große Menge von offenbar planmäßig abgeladenem Müll gesehen. Und dabei ging es nicht etwa um alte Autoreifen, ausgemusterte Kühlschränke - nein, es geht um ganz normalen Haushaltsmüll, Tüten, Abfälle, was halt so anfällt. Schön anzusehen ist das nicht, alles löst sich auf, verteilt sich über die Landschaft… schon ein Grund, diese Insel nicht wirklich von Herzen zu mögen.

Arancino
Arancino

Was aber durchaus eine lobende Erwähnung wert ist, das ist die Küche Siziliens. Einiges haben wir schon probiert in den letzten Tage: Pasta alla Norma zum Beispiel. Eine leckere frische Tomatensoße mit Auberginen - vegetarisch, einfach lecker. Oder der beliebte Snack, zu bekommen in praktisch jeden Café: Arancini. Der Name, der an Orangen erinnert kommt nicht von ungefähr, führt aber dennoch ein wenig in die Irre. Es handelt sich nicht um etwas fruchtig Süßes - nein es sind Reisbällchen (oder -kegel), mit Brotkrumen paniert und ausgebacken und gefüllt mit Ragu, einer Tomaten-Fleisch-Fülle. Quasi eine kleine Mahlzeit, nebenbei und „aus der Hand“ zu essen. Praktisch, nahrhaft, lecker. Oder, von uns heute im Café dell Duomo in Catania mit Appetit verspeist: die berühmten sizilianische Cannoli (sing. Cannolo): Teigrollen, gefüllt mit einer nicht zu süßen Ricottafüllung und garniert mit Pistazien und Obst.

es blüht!
es blüht!

Alles in allem: wir genießen unsere Zeit hier, lassen uns die Laune auch von einigen Wetterkapriolen nicht verdrießen. Es geht uns gut… und mit Schrecken denken wir an unseren in wenigen Tagen schon bevor stehenden Heimflug und die Rückkehr in den Alltag. Aber vorher gibt es noch

  • Grund zu feiern,
  • la festa delle donne,
  • das Wochenende…
  • und hoffentlich eine etwas stabilere Wetterlage.