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Ein Ausflug nach Salzburg in die Brauerei Stiegl {Werbung}

Ein Ausflug nach Salzburg in die Brauerei Stiegl
Ein Ausflug nach Salzburg in die Brauerei Stiegl

Als Original-Münchener sind mir sowohl Salzburg als auch das Stiegl Bier bekannt, jedoch habe ich bisher noch nie bei einem meiner Besuche in der Stadt die Brauerei besichtigt. Das wollte ich  ändern! Sie liegt etwas außerhalb des Zentrums in der Nähe des Flughafens, jedoch immer noch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (etwa 40 Minuten vom Hauptbahnhof).

 

Wenn man das Gelände der Brauerei betritt, ahnt man nicht, wie groß es eigentlich ist. Das hübsche und gelb angestrichene Haupthaus, direkt hinter dem Parkplatz, ist das einzige für Touristen zugängliche Gebäude, da in diesem sowohl die Restaurants als auch das Museum untergebracht

sind. Erst später, während der Erkundung der Ausstellung, wird man an einem Modell des Geländes vorbeikommen und nicht schlecht staunen, wie viele weitere Gebäude noch dazugehören.

 

Zur Anlage gehören mehrere Restaurants, in denen man sich vor oder nach dem Besuch stärken kann. Traditionelle österreichische Spezialitäten sowie die verschiedenen Biervarianten stehen auf der Speisekarte. Neben der Paracelsusstube, dem Bräustüberl, dem Bräugewölbe und dem Biergarten gibt es auch einen Seminarraum für individuelle Anlässe sowie einen Verkostungskeller für all diejenigen, die besonders neugierig auf den Geschmack dieses Salzburger Bieres sind.

Malz ist nicht gleich Malz
Malz ist nicht gleich Malz

Stiegl, eine Privatbrauerei, blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit bereits 525 Jahren (Stand:  2018) produzieren sie originales österreichisches Bier und sind im Laufe der Zeit zum Marktführer geworden. Seit über 120 Jahren befindet sich die Leitung in den Händen der Familie Kiener. Das Unternehmen verfolgt eine besondere Philosophie, die der Nachhaltigkeit. Auf dem eigenen „Biergut“ Gut Wildshut wird das Prinzip der ökologischen Kreislaufwirtschaft gelebt. Da für die Produktion des Bieres der Erde viel entnommen werden muss, wird dort versucht herauszufinden, was getan werden muss, um auch dieser wieder möglichst viel zurückgeben zu können. Von diesem interessanten Konzept erfährt der Besucher bereits zu Beginn der Ausstellung.

 

Nachdem man im Shop die Tickets gekauft hat, geht man zunächst in ein Kino in den Keller, wo ein Einführungsfilm gezeigt wird. Die Liebe zum Detail, die sich durch das ganze Museum zieht, wird hier bereits deutlich. Auf die runden Sitze im Kino sind mit dem Beamer Bierdeckel projiziert und sobald sich jemand setzt, wird das registriert und der Film beginnt. Während den zehn Minuten, die der Film dauert, erfährt man mehr über die Vergangenheit des Betriebes, sowie den Brauprozess und die Unternehmensphilosophie. Man merkt dabei schnell, dass es der Brauerei sehr wichtig ist, nachhaltig und der Natur gegenüber so schonend wie möglich zu produzieren und, dass nicht alles auf Profit abzielt. Anschließend durchläuft man die Kellergewölbe, in denen die einzelnen „Zutaten“ dargestellt werden, ohne die das Bier nicht produziert werden könnte.

 

Spannend war zu sehen, dass es oft auf die Feinheiten ankommt. Die Grundzutaten für ein Bier mögen von Brauerei zu Brauerei nicht besonders variieren, die Art der Zutaten jedoch durchaus. Von unterschiedlichen Malzarten, wie dem Wiener Malz oder dem Münchner Malz, hatte ich zumindest vorher noch nie gehört.

Helle und offene Ausstellungsräume
Helle und offene Ausstellungsräume

Anschließend verlässt man den Keller und geht mehrere Treppen nach oben, in den dritten Stock. Die Ausstellung ist so konzipiert, dass man sich dann diese drei Etagen bis ins Erdgeschoss „herunter arbeitet“. Oben angekommen, geht es zunächst nochmal um die Geschichte. Bilder von ehemaligen Direktoren, Feiern und dem Fabrikgelände lassen erahnen, wie lange hier bereits Bier produziert wird und welche Bedeutung es für Land und Leute hat. Salzburg erlangte bereits 1900 den Ruf eines Bierlandes mit großer Biertradition und im Laufe der Jahre hat sich ein eigenständiger Salzburger Biertyp entwickelt, ein süffiges, goldgelbes Märzenbier, das etwa zwischen dem klassischen Wiener Typ und dem bayerischen Hellen einzuordnen ist.

 

Ebenfalls erhält man Einblicke, wie das Bier früher transportiert wurde. So ein Bierfass musste auch erstmal hergestellt werden und das war Handarbeit! Ohne Fassbinder konnte kein Bier die Brauerei verlassen und bis 1957 waren auch noch elf in der hauseigenen Fassbinderei angestellt.  Transportiert wurde das Bier anschließend mit Pferde- und Ochsenfuhrwerken. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts kamen dann die LKWs dazu und die Brauerei erhielt sogar ihren eigenen Bahnanschluss, der bis heute in Betrieb ist. Da sich die Brauerei sehr eng mit ihrer Tradition verbunden fühlt, liefern sie noch heute regelmäßig Bier mit Pferden aus. In der nächsten Etage sind die einzelnen Flaschendesigns und Bierdeckel zu sehen. Veränderungen sind bemerkbar, aber im Grunde genommen ist sich die Brauerei bis heute treu geblieben. Ebenfalls zu finden sind große Bierdeckel, die auf einem Teppich vor einem Fernseher liegen, in dem eine Anleitung zu einem Bierdeckelhaus als Video läuft. Gar nicht so einfach, das nachzubauen. Aber eine tolle Idee und es macht Spaß! Im letzten Ausstellungsbereich wird es dann interaktiv und man kann selbst einiges ausprobieren, wie zum Beispiel Gerüche zu erkennen oder zu versuchen, Getreidesorten voneinander zu unterscheiden.

 

Mir hat das Museum sehr gut gefallen, denn es stellt sehr anschaulich dar, wie das Bier produziert wird. Man hat nicht das Gefühl, mit Informationen überschüttet zu werden, sondern man behält den Überblick und kann auch als Fachfremder nachvollziehen, wie aus ein paar Zutaten ein leckeres Bier produziert wird. Wenn man eine Eintrittskarte mit Verkostung hat, kann man im Anschluss gleich verschiedene Sorten ausprobieren. Es gibt so einige (mit und ohne Alkohol) und es ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders positiv aufgefallen ist mir, wie sauber, hell und detailliert die Ausstellung ist. Mein Ausflug ist definitiv weiter zu empfehlen, auch für Nicht-Biertrinker, denn es ist trotzdem interessant, ansprechend dargestellt und das Essen in den Lokalitäten schmeckt auch noch. In diesem Sinne, auf nach Salzburg und Prost!

Dieser Artikel aus dem Salzburger Land ist ein Gastbeitrag. Den Autor kennt Ihr bereits: er hat schon aus und über Neuseeland und über einen Roadtrip durch die USA berichtet. Herzlichen Dank nach München / Paris.

 

Hopfen-Erlebnisse jenseits vom Bier haben Andreas und Milena von teilzeitreisen aufgeschrieben.

 

Unseren Besuch wurde mit kostenlosen Tickets unterstützt. Dafür bedanken wir uns herzlich. Unsere Meinung zur Brauerei Stiegl und ihrem Museum hat das nicht beeinflusst.