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Tanken? Nichts leichter als das....

Foto von Billy Hathorn (I took photo with Canon camera in Shamrock, TX, on old Route 66)
Foto von Billy Hathorn (I took photo with Canon camera in Shamrock, TX, on old Route 66)

EO hatte bei seiner Beantwortung der letzten Frage meines Fragebogens „Welche Frage möchtest Du Zypresse unterwegs gern stellen?“ nachgehakt:

 

Du bist in Texas an einer Tankstelle und der Tankwart fragt, ob du in Deutschland immer noch diesen verrückten Kanzler hast. Der Mann scheint gesprächig zu sein und ein „no“ wird nicht reichen. Was antwortest du?

 

... und heute ist es so weit: meine Antwort auf diese Frage gibt es hier.

Tankstelle in der Nähe des Fish River Canyon
Tankstelle in der Nähe des Fish River Canyon

Tanken? Nichts leichter als das.... Doch dann stand ich zum ersten Mal im Leben vor einer amerikanischen Zapfsäule und plötzlich ist nichts mehr leicht. Das (richtige) Tanken zählt, finde ich, mit zu den schwierigsten Aufgaben, die man auf Reisen in den USA zu erledigen hat.

 

Dass man Benzin nicht an einer petrol oder filling station, sondern an einer gas station erwirbt, erscheint banal, denn Benzin ist gas, Gas ist übrigens auch gas. Dass Benzin nicht super oder normal heißt, geschenkt. Der Amerikaner kennt regular, plus & premium, wobei Mietautos im Allgemeinen mit „regular“ vorlieb nehmen. Benzin ist immer bleifrei (unleaded). Diesel findet sich selten, grundsätzlich werden keine Dieselfahrzeuge vermietet. Und dann der Preis. Er bezieht sich immer auf eine US-Gallone Benzin, also 3,785 Liter.

 

Von Europa waren wir bisher gewöhnt, dass sich die Benzinpreise nicht allzu sehr unterscheiden. In den USA sind die Unterschiede groß, an ein und derselben Kreuzung ist eine Preisdifferenz von etlichen Cent je Gallone nichts Ungewöhnliches. Also immer tanken, wenn der Sprit (relativ) billig ist. In menschenleeren Gebieten kann man keine Tankstellen erwarten. Gleiches trifft für die Nacht zu. Je ländlicher die Gegend, desto weniger Tankstellen haben nachts geöffnet. Daher ist es wichtig, rechtzeitig zu tanken. In Nationalparks und abgelegenen Gebieten kann die Gallone deutlich teurer sein als in Großstädten.

"Tankstelle" am Sossusvlei
"Tankstelle" am Sossusvlei

Nun aber zum schwierigsten Teil, der Tankfüllung. Grundsätzlich gibt es hier drei Varianten:

  • Erste Variante: Man fährt zur Tankstelle, tankt und bezahlt. Eine sehr einfache Variante, deren einziger Nachteil darin besteht, dass sie in den USA absolut unüblich ist. Außer in New Jersey und Oregon: in diesen Staaten verbietet ein Gesetz, dass Autofahrer ihre Autos selbst betanken. Folgerichtig ist die Selbstbedienungstankstelle hier (im Gegensatz zu Texas!) noch nicht eingeführt und ein freundlicher (und gesprächiger??) Tankwart leistet den Service.
  • Zweite Variante: Man fährt zur Tankstelle, schätzt, für wie viel Dollar Benzin im Tank Platz finden könnte, zahlt in bar und tankt. Geht mehr in den Tank, als man gedacht hat, bleibt er teilweise leer; passt weniger hinein, so hat man Pech gehabt. Diese Methode ist nur zu empfehlen, wenn man sein Mietauto einigermaßen kennt.
  • Dritte Variante (gemeinerweise mit Untervarianten…): Man fährt zur Tankstelle, schiebt seine Kreditkarte in den Automatenan der oder zwischen den Tanksäulen ein, entnimmt sie wieder und tankt.
    - Aber diese Variante kennt eine erste Untervariante, bei der keine Kreditkarten, sondern nur Karten nach dem Maestro-System (Euroscheckkarten, aber nicht die neuen, sich immer mehr ausbreitenden mit dem VPay-Logo) akzeptiert werden.
    - Und um es vollends kompliziert zu machen kennt die dritte Variante noch eine neue, sich immer mehr ausbreitende Untervariante. Hierbei wird man gebeten, seinen Zip Code, also die Postleitzahl (nicht Pin-Nummer!) einzugeben. Da europäische Karten grundsätzlich keine Postleitzahlen gespeichert haben, endet der Versuch, mit Karte zu tanken an dieser Stelle.

    *editiert am 06.11.2013
    Nicht nur Thomas hat hier im Kommentar darauf hingewiesen, auch per Mail und auf Facebook bekam ich von USA-Reisenden den Hinweis, dass manches Mal die deutsche Postleitzahl durchaus funktioniert. Also testets einfach mal... und zum guten Schluß bleibt ja auch noch der Trick den Thomas verrät: nehmt einfach "90210" - die PLZ von Beverly Hills, bekannt durch die gleichnamige Fernsehserie.*

    Dann bleiben nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder man geht an die Kasse und hinterlegt die Kreditkarte, dann kann man so viel tanken wie man will oder man gibt Bargeld ab (also zurück zur zweiten Variante), dann kann man bis zur abgegebenen Summe tanken.
Warzenschwein an der Total Tankstelle
Warzenschwein an der Total Tankstelle

Versucht man nun nach all diesen Vorüberlegungen Benzin in sein Auto zu füllen, so geschieht in aller Regel - nichts. Fast alle - aber eben nicht alle - Tankstellen erwarten, dass der Tankende vor dem Tanken ein Ding, das „nozzle“ genannt wird, anhebt, also lifted. Der Nozzle kann entweder die Halterung des Füllstutzens oder aber ein Hebel an der Seite der Zapfsäule sein. Nach dem Tankvorgang ist der Nozzle natürlich wieder abzusenken. In jedem Fall steht man immer recht verwirrt an der Tanksäule: welchen der Knöpfe, auf dem deine gewünschte Oktanzahl steht, muss man drücken oder muss man die Halterung, in der der Zapfhahn steckte, nach oben umlegen. Oder nach unten, oder zur Seite. Oder einen Hebel an der Seite der Säule nach oben schieben. Oder.....

 

Ach so… und der Texaner mit dem Bundeskanzler? Dem erzähle ich von der Frau im Bundeskanzleramt und ihren vielen schönen bunten Blazern (googelt einfach mal Merkel+Pantone, dann seht Ihr schon, was ich meine…) das ist fast so verwirrend wie das Tanken in den USA.

 

Schon geantwortet auf meine Fragen haben

Alles und auch meine Antworten auf die Gegenfrage hier nachzulesen.

 

Falls jemand von Euch auch gern meine Fragen beantworten und mir eine Gegenfrage stellen möchte: nur zu, kurze Nachricht genügt! Ich freu mich drauf.

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Kommentare: 3
  • #1

    Die mit dem Bakkie (Sonntag, 27 Oktober 2013 15:37)

    Dankie für die guten Tank Tipps; die werde ich vor unserem nächsten USA-Trip kopieren und ausdrucken. Alternative: ich lasse wie bisher meinen Mann tanken … oder tue das, was mir seit Jahren in fast allen Situationen und überall auf der Welt weiter geholfen hat: ich gebe die freundliche, aber etwas unbeholfene und schusselige Alte (ok; bei Letzterem brauche ich nicht groß spielen *grins*), da finde ich immer mindestens einen total engagierten Helfer; zumal in den Staaten. Man muss nur fragen …

    Deine Tankstellen-Fotos gefallen mir übrigens sehr gut, und auch das mit der Frau und ihren schönen bunten Blazern; das werd' ich mir merken. Und versuche mal rauszubekommen, warum unsere Kanzlerin nie Gelb trägt ;-))))

  • #2

    Thomas (Mittwoch, 06 November 2013 09:23)

    In unseren letzten beiden Urlauben habe ich die Erfahrung gemacht, das komischerweise unsere heimatliche Postleitzahl funktioniert hat. Warum auch immer, die ist definitiv nicht auf meiner betagten Kreditkarte gespeichert. Was man auch probieren kann, ist einfach irgendweine US-Postleitzahl einzugeben. Ich habe immer 90210 (Beverly Hills) genommen und es hat ab und zu funktioniert. Amsonsten... schöner Blog!

  • #3

    zypresse (Mittwoch, 06 November 2013 09:41)

    Danke, Thomas, für Deinen Hinweis. Da Du der Zweite bist, der entsprechend berichtet hoffe ich mal darauf, dass es im kommenden Jahr bei uns so auch funktionieren wird ;-)

    Beate: fragen ist immer gut, da ist auch uns die Hilfe kaum einmal verweigert worden :-)