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Wo zwei Ozeane sich küsssen: Agulhas Nationalpark

Wo zwei Ozeane sich küsssen: Agulhas Nationalpark
Wo zwei Ozeane sich küsssen: Agulhas Nationalpark

Nach den Weinbaugebieten des Western Cape und unserem Ausflug zum wirklich eindrucksvollen Babylonstoren ging es zum südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Und nein, das ist nicht, wie viele irrtümlich glauben, das Kap der Guten Hoffnung. Ganz im Süden ist man erst am Kap Agulhas.

 

Hier haben wir uns, nach der Südafrikareise mit der Schwägerin 2012, nicht zum ersten Mal einquartiert und für ein paar Tage Halt  am Kap Agulhas gemacht. Das Wetter war leider nicht wirklich toll, es war überwiegend grau, hat viel geregnet und vor allem: Es war ziemlich kalt.

 

Danach ging es weiter in Richtung Betty’s Bay zu den Pinguinen. Unterwegs haben wir – welche Überraschung – noch ein wenig Wein verkostet. Aber kommt doch einfach mit und schaut selbst!

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Agulhas National Park

Agulhas Leuchtturm
Agulhas Leuchtturm

Der erste bekannte europäische Seefahrer, der 1488 am Kap Agulhas den südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents erreichte, war der Portugiese Bartolomeu Dias. Vermutlich gaben die Seefahrer dem Kap seinen auf Deutsch etwa Nadelkap lautenden Namen wegen seiner zahlreichen Felsen und Riffe. Eine andere Theorie besagt, dass im 15. Jahrhundert dort die Kompassnadel genau zum geografischen Nordpol zeigte.

 

Spannender aber ist, dass sich am Kap Agulhas die geografische Grenze zwischen Atlantischem und Indischem Ozean befindet. Das Aufeinandertreffen der verschiedenen Meeresströmungen führt oft zu hohem Wellengang, die Gewässer um Kap Agulhas gelten deswegen und wegen der Riffe als sehr gefährlich, sind gleichzeitig aber auch die fischreichsten der südafrikanischen Küste.

 

Der Agulhas National Park, im September 1999 eröffnet, liegt etwa 200 km südöstlich von Kapstadt und reicht von Gansbaai im Westen 72 km bis nach Struisbaai im Osten. Insgesamt hat er eine Fläche von knapp 21.000 Hektar.

 

Der Nationalpark am südlichsten Punkt Afrikas ist einer für Wanderer. Denn die wahren Schätze erkundet man nur, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Es gibt mehrere Wanderwege unterschiedlicher Länge, man kann Vögel beobachten, Wale in der Saison sehen, zum Fischen gehen usw. Mit dem Rollstuhl geht dies ganz überwiegend leider nicht, dennoch gefällt es uns hier sehr. Der Park hat über 2000 verschiedene Pflanzen der Kapflora, viele davon sind endemisch und kommen ausschließlich hier vor.

  • Die Hauptattraktion im Park ist ohne Zweifel die Südspitze Afrikas. Der hier angelegte Bohlenweg führt barrierefrei auch für Rollstuhlfahrer vom Parkplatz bis zur Südspitze.
  • Der Agulhas Leuchtturm, der auch heute noch in Betrieb ist, ist eine weitere beliebte Sehenswürdigkeit im Park. Das Nationaldenkmal von 1848 beherbergt ein Leuchtturmmuseum sowie eine Teestube und einen kleinen Laden. Der Zugang für Besucher im Rollstuhl ist über Teleskoprampen, die extra angelegt werden, möglich. Diese sind allerdings sehr steil und es ist Unterstützung erforderlich.

Agulhas-Touren und -Aktivitäten*

Informationen, Barrierefreiheit, Bier und Wein

Agulhas Rest Camp

Agulhas National Park
Agulhas National Park

Übernachtet haben wir im kleinen Agulhas Rest Camp im Nationalpark am südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Es liegt etwa 10 km westlich des Agulhas Leuchtturms an Pietie-se-Punt, wo ein altes historisches Gehöft restauriert und mit 8 Strohdachhäusern in den Dünen zum Camp ausgebaut wurde. Von allen Häusern hat man wunderbare Ausblicke auf Natur, Meer und in der Saison auch Wale. Den Schlüssel für die Unterkunft holt man an der Main Road im Dort Agulhas ab, dort checkt man am Ende des Aufenthaltes auch wieder aus.

 

Unser Haus hatte ein Schlafzimmer mit zwei Einzelbetten und einem rollstuhlgerechten Duschbad. Die Unterkunft bietet einen offenen Wohn- / Küchenbereich, eine Terrasse und Grillmöglichkeiten. Die Küche ist voll ausgestattet mit einem 2-Plattenherd, Mikrowelle und Kühlschrank.  

 

Der Kühlschrank forderte allerdings am zweiten Abend unseres Aufenthalts die handwerklichen Fähigkeiten des Gatten. Beim Einräumen hatte ich nämlich auf einmal die gesamte Kühlschranktür in der Hand. Nach dem ersten Schreck konnten wir feststellen: Sie war gar nicht angeschraubt gewesen, sondern nur auf die Halterungen geschoben. Ein Wunder, dass sie mir nicht schon am Vortag entgegengefallen war. Aber da der Gatte ja immer sein Werkzeug (für eventuelle Rollstuhlreparaturen) dabei hat, war eine Reparatur kein Problem. Ich denke, alle nach uns kommenden Gäste würden sich darüber freuen, wenn sie davon wüssten.

 

Alternativ gibt es im Park am südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents eine weitere Unterkunft für mobilitätsbehinderte Menschen im Rhenosterkop Camp. Es liegt einige hundert Meter landeinwärts von der Küste.  Beim Umbau wurde die ursprüngliche Architektur beibehalten, die barrierefreie Wohneinheit liegt in einem Hain von Milkwoodbäumen.

 

Das Kap als Südspitze Afrikas ist barrierefrei über einen Bohlenweg für Rollstuhlfahrer vom Parkplatz erreichbar.
Der Agulhas Leuchtturm ist im unteren Bereich über Teleskoprampen, die extra angelegt werden, möglich. Diese sind allerdings sehr steil und es ist Unterstützung erforderlich.

Raka Wine

Weinprobe bei Raka Wine
Weinprobe bei Raka Wine

Vom Kap Agulhas sind wir nach Betty’s Bay weiter gefahren. Unser Weg führte uns dabei über das Gebiet von Kleinriver. Hier liegt an der R326 eines der bekannteren südafrikanischen Weingüter, nämlich Raka Wein.

 

Das traditionelle Wirtschaftsgebäude liegt inmitten der Weinberge zu beiden Seiten des Flusses Klein, der auf dem Weg zum Atlantik in Walkerbay durch das Tal fließt. Dies hat den großen Vorteil für das Weingut, dass es sowohl nach Norden als auch nach Süden ausgerichtete Hänge und sogar einige Weinberge nach Westen gibt. Auch die Bodentypen sind vielfältig: Sandstein, Schiefer und einige sandige Böden entlang der Flussufer. Die Nähe zum Meer sorgt am Nachmittag für eine kühle westliche Meeresbrise von Walker Bay.

 

Das Weingut ist für Rollstuhlfahrer über einen Feldweg an der Seite (rechts) möglich, aber nicht ganz einfach (steil und holprig). Daher habe ich meine kleine Weinprobe hier allein genossen. Was gab es?

  • Raka Sauvignon Blanc* ist ein ganz typischer und trockener Sauvignon Blanc, blass strohfarben mit einem Duft aus Grapefruit, Kumquat und Stachelbeeren
  • Raka Rosé 2020, trockener Rosé aus Merlottrauben mit Aromen von Erdbeeren und Kirschen
  • Raka Biography Shiraz 2017, tiefroter Shiraz mit Geschmack nach Pfeffer und getrockneten Kräutern, feine Tanninen
  • Raka Quinary 2017, der Cabernet Sauvignon duftet nach Gewürzen, reifen Beeren und Brombeeren mit deutlichen Tanninen

 Raka Wine

17 km außerhalb von Stanford an der R326

Western Cape, 7210

+27 28 341 0676

Walker Bay Estate und Birkenhead Brewery

Walker Bay Estate und Birkenhead Brewery
Walker Bay Estate und Birkenhead Brewery

Bei unserer Weiterfahrt vom Kap Agulhas nach Betty's Bay kamen wir wenig später am Walker Bay Estate und Birkenhead Brewery vorbei. Das Landgut beherbergt sowohl das bekannte Weingut wie auch eine Craftbier Brauerei. Die 1998 gegründete Birkenhead Brewery ist eine der ersten Craftbier Brauereien in Südafrika.

 

Der Bau ähnelt einem alten Landgut mitten im Grünen und mit schönen Ausblicken auf die Landschaft. In dem zugehörigen Familienrestaurant im Pub-Stil mit spektakulärem Blick auf die Berge ist alles barrierefrei. Ich habe hier weder Weine noch die Biere probiert, nur ein Glas Sauvignon Blanc zum Mittagsimbiss durfte es sein. Ich habe im Garten ein sehr leckeres Bobotie gegessen. Auch sonst stehen auf der Speisekarte traditionelle südafrikanische Gerichte, die zu Bier, Apfelwein und Wein passen.

 

Walker Bay Estate und Birkenhead Brewery

R326

Stanford, 7210

+27283410013

Mehr zum Thema Afrika findet Ihr auch hier:

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Wo zwei Ozeane sich küsssen: Agulhas Nationalpark (Sat, 24 Oct 2020)
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Neuseeland: 7 Fakten und unsere 6 Highlights

Neuseeland:  7 Fakten und unsere 6 Highlights
Neuseeland: 7 Fakten und unsere 6 Highlights

Typisch Neuseeland? Kiwis, Schafe und Maoris, klar. Auf der anderen Seite der Erde, ewig lange Flugzeit, kalt und Schnee, wenn hier Sommer ist – ist das alles, was Euch zu Neuseeland einfällt?

 

Falls ja, wir hätten hier noch so einiges zu bieten. Ich habe nämlich mal einige skurrile Fakten zu Neuseeland ebenso aufgeschrieben wie auch unsere Highlights der Reise durch das Land der weißen Wolke. So gesehen ist das hier also ein Lumpensammler-Post mit all den Themen, die wir für wichtig halten.

 

Los geht es also!

Neuseelands Fiordland auf der Südinsel
Neuseelands Fiordland auf der Südinsel

Der Südwesten und Westen der Südinsel hat überwiegend nur Flora zu bieten. Dieser Teil Neuseelands ist bestens geeignet für Wanderer, Radfahrer und Adrenalin-Junkies. Auf die abseits der Straßen gelegenen Wanderwege kommen wir nicht. Das Erlebnis Natur ergibt sich für uns nur aus dem Auto heraus links und rechts der Straße. Auch Strände sind für den Gatten mit dem Rollstuhl bzw. uns natürlich völlig ungeeignet. Der Lonely Planet (1406 Seiten starker) Reiseführer weist immer wieder auf die wunderschönen Strände und die zahlreichen Wassersportmöglichkeiten hin. Nichts von alledem ist für uns geeignet.

 

Was wir auch festgestellt haben: dadurch, dass wir zu zweit und im Mietwagen unterwegs waren, haben wir nicht sonderlich viel Kontakt zu anderen Leuten, insbesondere zu den Kiwis, bekommen.  Wir sind mit uns beiden in der Regel unter uns, sprechen Deutsch und haben eigentlich außer dem üblichen „Hallo, guten Morgen, guten Tag und wie geht’s“ keinerlei sprachlichen Kontakt zu den Neuseeländer*Innen (ausgenommen die Bestellung von Essen und Getränken und beim Einkaufen und an der Rezeption). Als Alleinreisender kann man sich womöglich intensiver und besser auf Land und Leute einlassen. Schon zwei sind eine Gruppe und lernen deshalb weniger über die Sitten und Gebräuche des besuchten Landes.


Brokenwood – Mord in Neuseeland

Eine Empfehlung im Fernsehen: von Zeit zu Zeit sendet die ARD einzelne Folgen von Brokenwood – Mord in Neuseeland
(The Brokenwood Mysteries). Eine sehr stimmungsvolle neuseeländische Krimiserie mit bisher 24 Folgen in 6 Staffeln, die pro Folge einen Mordfall in einer scheinbar beschaulichen Kleinstadtidylle behandelt. Inspektor Mike Shepherd kümmert sich mit seinem Team um die Aufklärung der Fälle. Gedreht wurde in den idyllischen Weinanbaugebieten und an der spektakulären Küste nördlich von Auckland. Die Serie ist leider nicht in der Mediathek (die ARD hat keine entsprechenden Rechte bekommen) vorhanden, aber vielleicht schafft Ihr ja die ein oder andere Folge von Brokenwood – Mord in Neuseeland.

7 Fakten über Neuseeland (und ein Extra)

Neuseeland ohne Farne? UNVORSTELLBAR!
Neuseeland ohne Farne? UNVORSTELLBAR!
  1. Neuseeland war mit Ausnahme der Polarregionen die letzte große Landmasse, die besiedelt wurde
  2. Neuseeland war die erste große Nation, die allgemeines Wahlrecht hatte – schon 1893 erhielten alle Neuseeländerinnen und Neuseeländer das Wahlrecht
  3. es gibt keine Atomkraftwerke in Neuseeland
  4. Neuseeland hat, mit Ausnahme der Katipō (und die ist so selten, dass sie nicht wirklich zählt) keine einheimischen gefährlichen oder giftigen Tiere und es gibt keine Schlangen
  5. Fledermäuse sind die einzigen heimischen Landsäugetiere des Landes, der Rest wurde von Maoris und Europäern eingeführt
  6. in Neuseeland hört man das Wort „Kiwi“ ziemlich oft – es gibt den einheimischen flugunfähigen Vogel (der im Übrigen das Wappentier der neuseeländischen Airforce ist) und die Kiwifrucht, auf der anderen Seite bezeichnen sich die Neuseeländer auch selbst so
  7. Neuseeland hat zwei offizielle, gleichrangige Nationalhymnen: God Save the Queen (die englische Nationalhymne) und God Defend New Zealand

Und noch ein „Extra“: Hier sagt die Welt „Guten Morgen“. Gisborne ist der erste Ort auf der Welt, der zu Beginn des Jahres die Sonne über dem Horizont aufgehen sieht – die Stadt liegt nur 496,3 Kilometer von der internationalen Datumsgrenze entfernt auf dem 178. Längengrad.

Touren in Neuseeland*

1. Mit dem Zweimaster durch die Bay of Islands segeln

R. Tucker Thompson am Anleger in Russell
R. Tucker Thompson am Anleger in Russell

Ohne Zweifel zählt dieser Tag zu den absoluten Highlights unseres Neuseeland Roadtrips: Mit dem Zweimaster durch die Bay of Islands segeln.

 

Wir waren ein wenig zu früh im Hafen von Russell, der idyllisch an der Bay of Islands liegt, und konnten so die R. Tucker Thompson schon beim Anlegen ausführlich bewundern. Ein wunderschönes und stolzes Schiff, das sich anmutig dem Pier näherte.

 

Die Fahrt mit dem Motorsegler sollte ca. 5 Stunden dauern. Bevor es dann endlich losging, gab der Skipper noch die notwendigen Sicherheitshinweise. Das Wetter war super toll. Die Sonne strahlte vom wieder ein Mal absolut blauen Himmel und nachdem zunächst zwei Segel gesetzt waren, gab es auch ausreichend Schatten, um nicht sofort von der Sonne verbrannt zu werden. Allerdings hat die Crew auch Sonnenschutzcreme verteilt.

 

Die Passagiere waren aufgefordert, beim Segelsetzen zu helfen. Und so haben wir dann, in Erinnerung an unsere Prüfung für den Motorbootführerschein, eine Klampe mit Kopfschlag belegt. Die Segel dienten jedoch zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht der Fortbewegung. Dafür gab es nicht genügend Wind. Darauf hatte auch der Skipper schon hingewiesen. Deshalb schipperten wir vorerst noch mit Motorkraft durch die Bay of Islands über sehr klares und sehr blaues Wasser vorbei an zahlreichen Inseln und Inselchen.

2. Milford Sound

Milford Sound mit Mitre Peak
Milford Sound mit Mitre Peak

Mit dem Milford Sound liegt eines der ganz bekannten Naturwunder Neuseelands im Süden der Südinsel, in einem abgeschiedenen Teil des Fjordlands. Uns hatte sich gleich zu Beginn eines der Highlights der Reise durch Neuseeland der Milford Sound, UNESCO Weltnaturerbe, von seiner allerbesten Seite gezeigt. Das Wetter war wunderbar, der Himmel strahlte blau, die Sonne schien, das Wasser war ruhig und die Temperatur angenehm.

 

Fakten zum Milford Sound

  • Lage: im Südwesten der Südinsel Neuseeland, ca. 120 km von Te Anau
  • beherrscht wird er vom Mitre Peak (Bischofsmütze) mit einer imposanten Höhe von 1.692 Metern
  • Regentage: meist um die 180 Regentage im Jahr mit zwischen 6.000 – 8.000 mm Regen pro Jahr
  • 15 km lang endet er in der Tasman See
  • häufig ist er weniger als 1 km breit
  • an seiner tiefsten Stelle ist das Wasser ca. 287 Meter tief
  • zwei ständig Wasser führende Wasserfälle
    • Lady Bowen Falls (164 Meter), die direkt neben der Abfahrtsstelle der Schiffe liegen, und die
    • Stirling Falls (155 Meter)
auf dem Weg zum Milford Sound
auf dem Weg zum Milford Sound

Aber auch unsere Fahrt zum Milford Sound und zurück nach Te Anau waren ein wunderbares Erlebnis und boten uns Einblicke in die tolle Natur Neuseelands.

 

Früh aufgestanden sind wir an dem Tag als es in Richtung Milford Sound losging. In Te Anau war es noch ruhig und verschlafen. Der Morgen war ziemlich kühl und überall hing noch Nebel. Kaum hatten wir den Ort verlassen führte die Straße durch einen Wald. Die Bäume waren über der Straße fast zusammengewachsen, man fuhr wie durch einen Tunnel. Die Sonne schien schon, stand allerdings noch relativ tief. Und in Verbindung mit den Bäumen und dem Nebel ergab sich ein fast gespenstisches Bild. Kein Wunder, dass uns dabei Bilder aus dem Herrn der Ringe in den Kopf kamen. Aber je weiter wir kamen, desto mehr konnte die Sonne die Konturen herausarbeiten und der Nebel verschwand nach und nach.

 

Der State Highway 94 heißt Te Anau–Milford Highway oder auch Milford Road. Diese letzten 119 Kilometer Sackgasse bis zum Milford Sound gelten als einer der schönsten Roadtrips der Welt - und das zu Recht! Von Te Anau führt die Straße zunächst am Ufer des Lake Te Anau nach Norden bis Te Anau Downs. Hier biegt sie dann rechts ab in das Tal des Eglington River. Liebliche Wiesen, stille Bergseen und Wälder, Bergrücken an beiden Seiten der Täler, oben von Schneegipfeln gekrönt, immer wieder Blicke auf Flüsse, Bachläufe oder Wasserfälle – ein nicht endendes Panorama an Naturschönheiten zieht an uns vorbei.

3. Orakei Korako

Orakei Korako - See, Thermalgebiet und Empfangsgebäude
Orakei Korako - See, Thermalgebiet und Empfangsgebäude

Eins war klar, als wir unsere Tour durch Neuseeland planten: wir reisen in ein Land mit zahlreichen Vulkanen und viel geothermischer Energie. Orakei Korako - Neuseelands Thermalgebiet mit viel Farben, Geruch und Geblubber musste also unbedingt auf die Liste der zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten. Schließlich gehört die Chance, geothermische und vulkanische Erscheinungen aus der Nähe anschauen zu können zu den wichtigsten Reizen Neuseelands.

 

Auf der Nordinsel war die Zeit dafür dann endlich gekommen, auf dem Weg nach Rotorua hatten wir die erste Gelegenheit dazu. Und tatsächlich: schon als wir auf Taupo zu fuhren, sahen wir die ersten dampfenden Säulen mitten aus dem Wald steigen.

 

Orakei Korako ist ein für den Tourismus erschlossenes Gebiet mit geothermischer Aktivität in Neuseeland,  nördlich von Taupo an den Ufern des Waikato River in der Taupo Volcanic Zone. Orakei Korako ist auch als „Das verborgene Tal“ bekannt.

 

Für uns war Orakei Korako eines der Highlights der Reise durch Neuseeland und hatte zudem den großen Charme, direkt an unserer Fahrtstrecke von Napier nach Rotorua zu liegen, allerdings nicht direkt an der Straße zwischen Taupo und Rotorua. Möglicherweise ein Grund dafür, dass es nur eine erfreulich überschaubare Besucherzahl gab als wir dort waren.

4. Pancake Rocks

Pancake Rocks in Neuseeland
Pancake Rocks in Neuseeland

Mit ein wenig Fantasie ist es wirklich so: wie mehrere Stapel Pfannkuchen sehen diese Felsen an der Westküste der neuseeländischen Südinsel aus. Schmale Rillen durchziehen sie. Daher haben sie jedenfalls ihren englischen Namen: Pancake Rocks.

 

Wir erreichten die markante Felsformation von stapelweise Pfannkuchen – Die Pancake Rocks in Neuseeland

im Paparoa-Nationalpark auf unserer Fahrt die Westküste hoch etwa 40 Kilometer nördlich von Greymouth. Touristisch würde es an diesem Highlight der Reise durch Neuseeland werden, das war uns klar. Mit soviel Andrang hatten wir allerdings nicht gerechnet: riesige Parkplätze, Reisebusse, Reisegruppen mit Reiseleiter*in … Voll war es.

 

Dennoch fanden wir einen nah zum Besucherzentrum und dem Eingang gelegenen Behindertenparkplatz und machten uns neugierig auf den Weg. Würde die Realität den Fotos gerecht werden? Und würden wir hier auch mit dem Rollstuhl etwas zu sehen bekommen?

5. Waitangi

Ausflug in die Geschichte - Waitangi Treaty Grounds
Ausflug in die Geschichte - Waitangi Treaty Grounds

Nicht fehlen darf bei einem Neuseeland Roadtrip die Geschichte, in Gestalt eines Ausfluges in die Geschichte – Waitangi Treaty Grounds.

 

Am 6. Februar 1840 wurde in einem Zelt vor dem „Treaty House“ der Vertrag von Waitangi von Vertretern Großbritanniens und einigen Maoriführern ratifiziert. Durch diesen Staatsvertrag wurde Neuseeland offiziell eine Kolonie und gehörte somit zum Britischen Empire. Dieses Datum wird als „Geburtsstunde“ des modernen Neuseeland gesehen und der Tag seit 1974 als Nationalfeiertag von Neuseeland gefeiert, der Waitangi Day. Neuseelands “Geburtsstätte der Nation“, der Ort Waitangi in Northland, ist von der neuseeländischen Regierung zum “wichtigsten nationalen, kulturellen und historischen Wahrzeichen“ erklärt worden. Der neue offizielle Status unterstreicht die volle Anerkennung Waitangis als Gründungsort Neuseelands.

 

Auf dem Gelände der Waitangi Treaty Grounds steht ein modernes historisches Museum, das am Waitangi Day 2016 eröffnet wurde. Zur Jahrhundertfeier des Vertrages wurde 1940 bereits das Te Whare Runanga, ein traditionelles Versammlungshaus der Maori, errichtet. Ebenfalls ist ein Nachbau von Waka Ngatokimatawhaorua, einem Maori-Kriegs-Kanu, zu sehen, das in einer mit traditionellem Schnitzereien versehenen Bootshalle ausgestellt ist.

6. Whakarewarewa

Torbogen des Gedenkens in Whakarewarewa
Torbogen des Gedenkens in Whakarewarewa

Maori, ja die sieht man. Allerdings, so richtig mit bekommt man kaum, wie sie leben. Denn ihre Wohnstätten sind gesperrt, betreten darf man die nur auf Einladung. Deshalb waren wir auch in Whakarewarewa, The Living Māori Village  - Maori, Dampf und heißes Wasser anschauen.

 

Whakarewarewa, The Living Māori Village wird vom Stamm der Tuhourangi/Ngati Wahiao als eine der bekanntesten touristischen Sehenswürdigkeiten im Raum Rotorua betrieben und kann gegen Eintritt besichtigt werden.

 

Als lebendiges Dorf mit echten Bewohnern wird Whakarewarewa bezeichnet. Tatsächlich leben noch etwa 70 bis 80 Maori im Dorf. Weitere wohnen in und um Rotorua, kommen allerdings regelmäßig in das Dorf und sind dort fest verwurzelt.

 

Der Besuch dort hat uns sehr gut gefallen. Wir fanden es sehr spannend, nicht zuletzt, weil man ansonsten in Neuseeland zwar immer wieder Maori-Siedlungen sieht. Hier findet man den Mittelpunkt der Maori-Kultur, sie und die meisten Häuser sind aber für uns als Touristen nicht zugänglich. Sie sind Orte der Spiritualität und der Lebenskraft, wo Leben und Tod sich verbinden, in dem die Ältesten respektiert und die Sprache gepflegt wird. Von Gästen dürfen sie nur auf Einladung betreten werden. So war Whakarewarewa für uns eine gute Chance, in lebendiger Art und Weise sehen zu können, wie die Maori lebten und leben. Im Mittelpunkt stand aber auch, wie die Thermalenergie der Region schon immer von ihnen genutzt wird.

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Unterwegs mit einem Zweimaster in der Bay of Islands
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Whakarewarewa, The Living Māori Village  - Maori, Dampf und heißes Wasser
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9 mal per Krimi nach Afrika reisen

Per Krimi nach Afrika reisen
Per Krimi nach Afrika reisen

In diesem Jahr läuft ja nun nicht alles so, wie wir es uns vorstellen oder geplant haben. Reisen werden abgebrochen, abgesagt, finden nicht statt, Pläne werden aufgeschoben. Einige Länder sind bzw. waren seit Monaten unerreichbar - weil es keine Flüge gab oder Einreiseverbote.

 

Ich hab mich daher mal daran gemacht, zusammenzustellen, wie man im Kopf, beim Lesen auch in die Ferne, konkret in das von uns so geliebte Südafrika, reisen kann. Und dazu habe ich mir wieder eine leichte Lektüre ausgesucht: Krimis und Thriller.

 

Also lasst euch heute von mir nach Afrika „entführen“. Ich wünsche euch spannende Lesestunden mit den Afrika-Krimis!

 

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Deon Meyer

Der traurige Polizist von Deon Meyer*

 

Deon Meyer, Jahrgang 1958, zählt zu den bekanntesten Krimiautoren Südafrikas und schreibt im Gegensatz zu vielen anderen südafrikanischen Autoren seine Bücher in Afrikaans und nicht auf Englisch. Um die Realität im vielsprachigen Südafrika einzufangen, wechseln seine Dialoge allerdings oft ins Englische, nach Xhosa oder Zulu. Funfact am Rande: Er veröffentlichte neben seinen Romanen auch einen Reiseführer für Motorradfahrer (Dirt Busters) und das Kochbuch Enjoy! Cooking with Anita and Deon Meyer.

 

Worum geht es in diesem Krimi? Seit dem Tod seiner Frau Lara ist Polizist Mat Joubert auf dem Weg nach unten. Er hat Übergewicht, er raucht zuviel, und neuerdings beschweren sich sogar die Kollegen über ihn. Als aus England ein neuer Chef nach Kapstadt kommt, erhält Joubert eine ernste Warnung: Entweder geht er zu einem Psychologen und lässt sich betreuen, oder er muss den Dienst quittieren. Während er noch zögert, was er tun soll, beginnt ein Serienmörder mit einer alten deutschen Pistole sein Unwesen zu treiben – und plötzlich steckt Joubert in seinem schwierigsten Fall. Für die Morde an mehreren weißen Männern gibt es scheinbar kein Motiv.

 

Der Atem des Jägers von Deon Meyer*

 

Während der erste Band der Griessel Reihe noch aus dem Englischen übersetzt wurden (da heißt Bennie auch noch Benny) hat man mit Stefanie Schäfer beim zweiten und den folgenden Krimis aus der Serie (insgesamt sind es 8, alle lesenswert) endlich eine deutsche Übersetzerin aus dem Afrikaans für die Bücher von Deon Meyer gefunden. Und was soll ich sagen: Sie tut den Büchern gut, sie werden authentischer, lebendiger, südafrikanischer.

 

Bennie Griessel war der beste Mann der Polizei Kapstadts – bis er zu trinken begann. Nun ist er am Ende, seine Frau hat ihn hinausgeworfen. Einzig sein Chef glaubt noch an ihn und übergibt ihm seinen größten Fall: Jemand läuft durch die Stadt und tötet Kinderschänder, die vor Gericht freigekommen sind. In der mysteriösen Christine, die ihr Kind bedroht sieht, findet Griessel eine Verbündete. Und dann nimmt der Fall ungeahnte Dimensionen an …

Icarus: Thriller von Deon Meyer*

 

Bennie Griessel war ein trockener Alkoholiker – bis zu dem Tag vor Weihnachten. Er wird zu einem Tatort gerufen, der ihn aus der Fassung bringt. Ein Kollege hat seine Frau, seine zwei Töchter und dann sich selbst erschossen. Da will er nur noch weg – von Alexa, seiner Freundin, von seinen Kindern. Er landet in einer Bar und betrinkt sich, sitzt nach einer Prügelei im Gefängnis.


An einem Strand experimentiert ein Kameramann mit einer Drohne und entdeckt eine erdrosselte Leiche. Ernst Richter galt seit Wochen als vermisst. Prominent wurde er durch seine Internetplattform Alibi. Allen, die eine Affäre haben wollten, versprach er den sorgenfreien Seitensprung.

Und übrigens:

 

Trackers – Rote Spur, eine Thriller-Serie nach dem Roman von Deon Meyer findet ihr aktuell in der Mediathek. Anschauen lohnt sich, die Verfilmung ist nah am Buch und die Landschaftsaufnahmen aus Südafrika sind einfach traumschön.

 

Ein islamistischer Anschlag in Kapstadt, der den südafrikanischen Geheimdienst vor seine größte Herausforderung stellt. Ein Bodyguard, der nur ein Paar seltener Nashörner über die Grenze transportieren will und in eine blutige Auseinandersetzung gerät. Eine Journalistin, die Mann und Kind verlässt und sich in einen falschen CIA-Agenten verliebt. Und eine Diebin, die sich an einer Handvoll Blutdiamanten die Hände verbrennt.

Die Farm von Max Annas*

Die Farm von Max Annas*

 

Irgendwo in Südafrika. Eine Farm wird belagert und beschossen. Schützen sind keine zu sehen. Sicher ist nur: Die Angreifer sind zum Äußersten entschlossen. In der Farm verbarrikadieren sich ganz unterschiedliche Menschen: Frauen, Männer und Kinder, Chefs und Angestellte, Schwarze und Weiße, ein Polizist, zufällig Anwesende. Wem gilt der Anschlag? Worum geht es? Politik? Rache? Gier? Drogen? Waffen? Aber wissen die draußen mehr? Die Heckenschützen, die im Dunkeln der Nacht operieren? Wer muss sterben, wer wird überleben? Wer zieht die Strippen, wer an den Drähten? Wer wird gewinnen, wer wird verlieren? Und wie lange können acht Stunden sein?

 

Max Annas ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Redakteur. Inzwischen lebt er wieder in Deutschland, er hat aber lange in Südafrika an der Universität von Fort Hare in East London in der Provinz Ostkap zu südafrikanischem Jazz geforscht. Sein erster Roman Die Farm erreichte beim Deutschen Krimi Preis 2015 den dritten Platz unter den deutschsprachigen Kriminalromanen.

Tod am Kap: Captain Pieter Strauss ermittelt von Joyce Summer*

Tod am Kap: Captain Pieter Strauss ermittelt von Joyce Summer*

 

Die Hamburger Autorin Joyce Summer liebt es, zu reisen und entführt uns in diesem Krimi zu den Ermittlungen des rugbyspielendenCaptain Pieter Strauss der Kapstädter Spezialeinheit „Die Valke“.

 

Drückende Hitze liegt über Südafrika und das Wasser wird knapp. Eine brutale Mordserie erschüttert das Kap der Guten Hoffnung. Mitten im idyllischen Nationalpark wird die Leiche einer jungen Touristin gefunden. Haben die grauenhaften Verbrechen mit dem alten Aberglauben an die Regenkönigin zu tun, die in Dürrezeiten nach Opfern verlangt? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

 

Pieter gerät mit seinem alten Freund Nick in einen Strudel, der sie bis tief in die erbarmungslose Welt der Townships zieht und sie in die Machenschaften skrupelloser Großkonzerne verwickelt. Um das dringend benötigte Trinkwasser entbrennt ein erbitterter Kampf, während der Mörder sein nächstes Opfer jagt.

Ein schöner Ort zu sterben von Malla Nunn*

Ein schöner Ort zu sterben von Malla Nunn*

 

1952 – in einem Dorf an der Grenze zu Mosambik. Die neuen Apartheid-Gesetze sind in Kraft. Kein Weißer darf sich mit einem Schwarzen einlassen. Als Captain Pretorius, ein Bure, erschossen aufgefunden wird, beginnt Detective Emmanuel Cooper, ein Engländer aus Johannesburg, zu ermitteln – allein, ohne jede Unterstützung. Doch schnell gerät die Ermittlung außer Kontrolle. Die Familie des Toten präsentiert ihm sogleich einen Verdächtigen, und eine Spezialeinheit stellt ihn kalt, weil sie Apartheid-Gegner jagen will. Als Cooper von einem schwarzen Mädchen erfährt, dass die Weste des Toten keineswegs so weiß war, wie seine Söhne behaupten, ist er plötzlich selbst in höchster Gefahr. Und da sind noch die Schatten seiner eigenen Vergangenheit, denen er sich stellen muss, will er diesen Fall lösen – und überleben.

 

Malla Nunn wurde in Swasiland geboren und besuchte eine gemischtrassige christliche Schule. In den 1970er-Jahren emigrierte sie mit ihrer Familie nach Australien. Ein schöner Ort zu sterben ist der erste Band einer Serie von Kriminalromanen mit dem Johannesburger Detektiv Emmanuel Cooper vor dem Hintergrund des Apartheid-beherrschten Südafrikas der 1950er-Jahre.

Roger Smith

Leichtes Opfer von Roger Smith*

 

Roger Smith ist wiederum ein südafrikanischer Schriftsteller. Thema seiner Kriminalromane, die in Kapstadt und den Cape Flats spielen, ist die Gewalt in der südafrikanischen Gesellschaft. Er stellt die Kluft zwischen Reich und Arm und die daraus resultierende Gewalt in Südafrika mit einem harten, brutalen Stil dar, der von schnellen Wechseln, kurzen Kapiteln und scharfen Dialogen geprägt ist. Nicht gerade eine leicht verdauliche Kost – aber immer sehr spannend.

 

Kapstadt, Südafrika: Mitten in einer heißen Sommernacht werden Michael Lane und seine Frau Beverly von Schreien aus dem Bett gerissen. Vor dem Poolhaus liegt die Leiche einer jungen Frau. Neben ihr steht ihr Sohn Christopher. Für Beverly Lane steht schnell fest: Sie brauchen einen Schuldigen, der nicht ihr Sohn ist. Und damit beginnt eine hinterhältige Intrige, die das Schicksal zweier Familien auf tragische Weise miteinander verbindet und immer mehr Opfer fordert.

Staubige Hölle von Roger Smith*

 

Robert Dell ist auf der Flucht. Seine Frau und Kinder sind auf grausame Weise umgebracht worden, er selbst steht unter Mordverdacht. Dells einziger Verbündeter ist sein verhasster Vater, ein ehemaliger CIA-Killer und überzeugter Rassist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Gemeinsam machen sie Jagd auf den wirklichen Mörder. Eine wilde Hetzjagd beginnt, quer durch das von Korruption und blutigen Stammesfehden zerrissene Südafrika.

Die Stunde des Schakals von Bernhard Jaumann*

Die Stunde des Schakals von Bernhard Jaumann*

 

Ein sterbenskranker Killer auf der Suche nach Vergeltung. Ein zwanzig Jahre zurückliegendes Verbrechen, das lange Schatten wirft. Eine junge Polizistin zwischen Recht und Gerechtigkeit. Und eine schonungslose Verfolgungsjagd durch Namibia, Botswana und Südafrika: ein Politthriller, der die großen Fragen nach Wahrheit, Schuld und Moral aufwirft.

 

Bernhard Jaumann ist Lehrer und arbeitete unter anderem in Windhoek (Namibia). Während seiner Zeit in Namibia hat er drei in Namibia angesiedelte Kriminalromane verfasst. In seinem Roman Der lange Schatten geht es um die Verbrechen der deutschen Kolonialherrschaft und die staatlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten im heutigen Namibia.

 

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Melbourne - die zweitgrößte Stadt Australiens

Melbourne - die zweitgrößte Stadt Australiens
Melbourne - die zweitgrößte Stadt Australiens

Nach der Great Ocean Road ging es über Melbourne weiter. Hier verbrachten wir ein paar Tage, bevor wir in das Weinbaugebiet des Yarra River weiterfuhren.

 

Melbourne ist die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria und mit 4,3 Millionen Einwohnern nach Sydney die zweitgrößte Stadt Australiens. Das wichtigste wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum war im Gegensatz zu anderen Siedlungen im Südosten Australiens nie eine Strafkolonie, sondern wurde von Anfang an als Wohngebiet mit breiten Straßen und weitläufigen Parks geplant. Die Stadt liegt am Yarra River nahe dessen Mündung in die Port-Phillip-Bucht und ist die südlichste Millionenstadt der Welt.

 

Wir haben die australische Metropole im März 2020 noch vor ihrem ersten Corona-bedingten Lockdown erlebt. Aber auch bei unserem Besuch war schon eine gewisse Verunsicherung zu spüren: Hygienemaßnahmen in Restaurants und Imbissen, ausverkaufte Handdesinfektionsmittel, Hamsterkäufe bei Toilettenpapier, Hinweise auf Handschuhe und Mund-Nasen-Schutz.

 

Aber immerhin: wir konnten uns ungehindert und frei in der Stadt bewegen, die Einschränkungen, mit denen die Bewohner*Innen inzwischen zum zweiten Mal leben müssen, die haben wir nicht mitbekommen.


Exkurs: wie geht Australien mit der Corona Pandemie um?

Eines vorweg: wer hier bei uns zu Hause in Deutschland von einem Lockdown redet, der sollte sich einmal die viel strengeren Regeln im deutlich dünner besiedelten Australien ansehen. Das ist ein wirklicher Lockdown, wir hingegen hatten und haben demgegenüber noch zahlreiche Möglichkeiten, uns außer Haus zu bewegen, Menschen zu treffen, den Alltag mit Einschränkungen zu leben.

 

Wie also sah/sieht es in Melbourne aus?

 

New South Wales (NSW) und South Australia (SA) haben ihre Grenzen zu Victoria vorübergehend geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) einzudämmen. Die Menschen in Melbourne müssen zu Hause bleiben und dürfen nur zum Einkaufen, zum Sport, zur Arbeit oder für Pflege- und Arztbesuche ihr Haus verlassen. Dabei sind sie auf einen Radius von 5 km beschränkt. Besuche bei der Familie und Freunden sind dadurch kaum möglich. Die Verwendung von Mund-Nasen-Schutz ist in ganz Victoria obligatorisch. Die meisten Menschen halten sich an die Einschränkungen.

 

Auch in Australien ist die Situation in Alten- und Pflegeheimen besonders angespannt. Von den Fällen in Melbourne lassen sich ein gutes Drittel auf Altenheime und auf Mitarbeiter des Gesundheitswesens zurückführen. Ebenfalls schwierig ist der Lockdown für Kinder. Für den Kindergartenbesuch benötigen die Eltern eine offizielle Erlaubnis zur Anwesenheit im Büro für ihre Arbeit. Zudem sind auch die Spielplätze geschlossen. Ein weiterer Punkt, an dem die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich spürbar sind ist die Versorgung mit Lebensmitteln. Viele Lebensmittel werden aus anderen Teilen Australiens importiert, das hat natürlich zu Preissteigerungen geführt. Die Polizei, die deutlich mehr unterwegs ist als normalerweise, ahndet Verstöße gegen die Lockdown-Regeln sehr hart. So liegt das Bußgeld bei einem verbotenen Besuch in einem anderen Haushalt für jede beteiligte Person bei 4.500 AUD.

 

Inzwischen beginnt eine leichte Lockerung der Regeln in Melbourne, so etwa

  • kann man einen Freund oder ein Familienmitglied bis zu 2 Stunden im Freien treffen, auf dem Land können sich bis zu fünf Personen aus maximal zwei Haushalten im Freien treffen und
  • können Alleinlebende oder Alleinerziehende mit einer Person eine „Blase“ bilden, das bedeutet, diese Person darf Hausbesuche machen

In den sogenannten COVID normal Status wird Victoria erst wechseln, wenn im Bundesstaat 28 Tage lang keine neuen und keine aktiven Fälle und in anderen Bundesstaaten keine besorgniserregenden Ausbrüche vorliegen.


Queen Victoria Markt

Queen-Victoria-Markt
Queen-Victoria-Markt

Der Queen Victoria Markt  ist eines der großen touristischen Ziele in Melbourne und mit rund sieben Hektar einer der größten Freiluftmärkte der südlichen Hemisphäre.

Der Markt bietet eine große Vielfalt an Früchten und Gemüsen an. Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchte sind genau so vertreten wie Feinkost und Delikatessen. Darüber hinaus gibt es auch Kleidung, Schuhe, Schmuck, Kunsthandwerk.

 

Wir sind ausführlich über den Markt gebummelt. Das Angebot hat uns wirklich gefallen. Weniger der non-food-Teil des Marktes (das war uns dann doch zu viel Schnickschnack und billiger Tand), aber der Lebensmittelteil war wirklich beeindruckend sortiert. Es gab praktisch nichts, was man nicht hätte kaufen können. So bunt, vielfältig und voller leckerer Gerüche. Zwischendurch gibt es immer wieder Möglichkeiten für einen Kaffee, ein kühles Getränk und natürlich auch einen schmackhaften Imbiss. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

 

Der Markt ist an jedem Wochentag von 6:00 Uhr früh bis 15:00 Uhr, außer montags und mittwochs, bzw. Samstag und Sonntag bis 16:00 Uhr geöffnet. In den Sommermonaten gibt es mittwochabends einen Nacht-Markt, auf dem man nicht nur lecker essen, gemütlich bummeln, sondern auch Live-Unterhaltung genießen kann. Im Moment findet dieser allerdings Coronabedingt nicht statt.

State Library of Victoria

State Library Victoria
State Library Victoria

Nach dem Markt sind wir weiter gewandert zur Staatsbibliothek von Victoria – ja, irgendwie hatten wir es in Südaustralien mit den Bibliotheken. Die State Library of Victoria in Melbourne wurde ab 1854 im viktorianischen Stil erbaut. Sie ist seit 1856 mit damals 3846 Büchern der Öffentlichkeit zugänglich. Heute hat sie einen Bestand von über 2 Millionen Büchern und 16.000 Zeitschriften. Zu den Highlights der Sammlung gehören neben den Tagebüchern der Stadtgründer die Schriften des englischen Kapitäns, Seefahrers, Kartografen und Entdeckers James Cook und aus dem 19. Jahrhundert die Originalrüstung von Ned Kelly, Australiens berühmtestem Bushranger.

 

Aber wir waren weniger zum Lesen, sondern mehr der Architektur wegen hier. Es hatte uns gelockt, uns den Domed Reading Room, der 2003 in LaTrobe Reading Room umbenannt wurde, anzusehen. Der 1913 eröffnete prächtige achteckige Lesesaal ist sechs Stockwerke hoch und bietet Platz für zahllose Bücher und Leser*Innen an seinen Schreibtischen. Die Kuppel war nach Fertigstellung die größte der Welt.

 

Ich kann Euch einen Besuch nur empfehlen. Nicht nur ist der La Trobe-Lesesaal ein ruhiger Ort zum Lernen, Lesen, einfach mal Abschalten vom Trubel der Großstadt. Es gibt selbstverständlich ein kostenloses und leistungsfähiges WLAN und zahlreiche Besucher*Innen saßen an den von den typischen grünen Glaslichtschirmen beleuchteten Lesetischen auf den originalen, antiken Stühlen aus Eiche. 

 

Der La Trobe-Lesesaal kann zu Fuß über Treppen oder barrierefrei  mit verschiedenen Aufzügen erreicht werden. Aufzüge fahren zu den Kuppelgalerien. Eine Aussichtsplattform auf Ebene 6 bietet einen fantastischen Panoramablick auf die Kuppel und den unten liegenden Lesesaal.

State Library Victoria
328 Swanston Street
Melbourne 3000

 

Das Bibliotheksgebäude ist Coronabedingt vorübergehend geschlossen. Normale Öffnungszeiten wären:

Montag bis Donnerstag 10:00 bis 21:00 Uhr
Freitag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr

Melbournes Chinatown

Melbournes Chinatown
Melbournes Chinatown

Und bevor wir zurückgefahren sind in unser Appartment südlich des Yarra River haben wir noch einen Blick auf eine weitere Sehenswürdigkeit Melbournes geworfen: Wir sind durch das chinesische Viertel gebummelt.

 

Fünf Tore mit geschwungenen Ziegeldächern markieren die Eingänge zu Melbournes Chinatown. 1850 mit Beginn des Goldrausches gegründet, zählt dieses Chinatown zu den ältesten weltweit. Hier erlebten wir ein wenig fernöstliches Flair, rochen die Düfte der asiatischen Küche mit ihren zahlreichen Gewürzen. Die Geschäfte bieten chinesische Waren und Lebensmittel an, häufig auch ausschließlich in für uns leider nicht zu entziffernden chinesischen Zeichen beschriftet. Überall hängen rote Laternen, die abends sicher mit den zahlreichen Neonwerbetafeln konkurrieren müssen.

Informationen und Hotel

Touren in Melbourne*

Melbourne Short Stay Apartments MP Deluxe

Blick vom Balkon unseres Apartments bei Melbourne Short Stay Apartments MP Deluxe
Blick vom Balkon unseres Apartments bei Melbourne Short Stay Apartments MP Deluxe

Übernachtet haben wir in Melbourne mal nicht im Hotel, sondern in einem hellen, geräumigen Apartment mit Schlafzimmer, Badezimmer, Küche. Natürlich barrierefrei, mit Parkhaus und Lift im Haus. Leider habe ich das Fotografieren vergessen, nur von unserem Balkon im 33. Stockwerk, da habe ich Fotos gemacht und vom Verkehr auf den Straßen unter uns sogar ein Video gedreht. Das Apartment befand sich in South Bank am Yarra River, in der Nähe gleich einige Sehenswürdigkeiten wie z. B.

  • Crown Entertainment Complex und Melbourne Convention & Exhibition Centre
  • National Gallery of Victoria (NGV)
  • Royal Botanic Gardens

Klar, das es auch unbegrenztes kostenloses WLAN gab und sich im Haus Pool & Fitnessraum fanden.

 

Melbourne Short Stay Apartments MP Deluxe

241 City Road

Southbank, Melbourne, 3006

Telefon: +61 3 82567501

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Bologna übers Wochenende

Bologna
Bologna übers Wochenende

Freitag hin, Montag zurück – die Billigflieger machen es möglich „mal eben“ ein Wochenende in einer fremden Stadt zu verbringen. Wir waren im Jahr 2009 in Bologna.

 

Hinweis: Unseren Bericht über den Aufenthalt in der Metropole der Emilia-Romagna gab es bisher als „statische Seite“ auf meiner Homepage, nun habe ich den Beitrag aktualisiert und veröffentliche ihn als Blogbeitrag.

 

So ist es uns möglich: mal eben fürs Wochenende dem grauen Alltag entfliehen und Urlaubsluft schnuppern. Anfang März 2009 sind wir dem nasskalten Wetter entflohen und verbrachten drei schöne Tage in Bologna.


Der Flughafen von Bologna ist nicht allzu groß und damit sehr überschaubar. Etwa alle 15 Minuten fährt der Aerobus  für 6 Euro in etwa 20 Minuten bis zum Hauptbahnhof – also mitten in die Stadt (man kann auch bereits früher, etwa an der Piazza Maggiore aussteigen). Die Busse sind so ausgestattet, dass sie auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden können.

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Bologna - die Stadt

Türme
Torre Degli Asinelli und Torre Della Garisenda in Bologna

Bologna ist die Hauptstadt der Emilia Romagna. Die Stadt der schönen Künste und mit einem Universitätszentrum ist vor allem auch wegen ihrer ausgezeichneten Küche bekannt. Bologna ist Gastgeberin von Messen und der Name gehört zu den ganz großen, wenn es um Autos und Motoren geht. Ducati, Lamborghini und Maserati wurden alle hier in Bologna geboren und der Firmensitz von Ferrari ist nicht weit weg, in Modena.


Die Italiener klassifizieren Bologna gern als
• „la dotta“ – eine studierte Stadt,
• „la grassa“ – eine fette Stadt und
• „la rossa“ – eine rote Stadt.


Das Etikett der Gelehrtheit bezieht sich auf die älteste Universität der Welt (1088 gegründet). Das Etikett Fett bezieht sich auf das reichhaltige Bologneser Essen, wie Tagliatelle oder Tortellini. Und letztendlich kommt das rote Etikett sowohl von der Farbe der Ziegelhäuser als auch der traditionellen politischen Richtung seiner Stadtverwaltung bis 1999.

 

Bologna ist aber auch eine Stadt mit vielen Arkaden, die sich über rund 38 km im Stadtzentrum erstrecken; auch der einzige wirklich schiefe Turm Italiens, der Garisenda Turm steht hier (der Schiefe Turm von Pisa ist eigentlich ein Campanile, Glockenturm). Die Arkaden erweisen sich womöglich als praktisch, wenn ihr weniger Glück mit dem Wetter habt als wir? So kommt man trockenen Fußes durch die gesamte Stadt, ein Schirm ist eigentlich überflüssig. Wir hatten Anfang März bestes Frühjahrswetter, bei 16 Grad lachte die Sonne vom blauen Himmel und wir verbrachten viel Zeit im Café sitzend und die „belle donne italiane“ vorbeistöckeln sehend.

Palazzo del Podestà in Bologna
Palazzo del Podestà

Als Studentenstadt und Symbol eines guten Lebens ist Bologna für effizienten Service und die Freundlichkeit seiner Bewohner bekannt, die allgemein auch ein bisschen für ihre entspannte Lebensart beneidet werden.

 

Bologna ist aus einer etruskischen Siedlung entstanden und wurde später die römische Stadt Bononia. Während des Mittelalters entwickelte sich die Stadt zu einer Freien Stadt und erreichte den Höhepunkt ihrer Macht im 13. Jahrhundert. Obwohl sie im 16. Jahrhundert den Gesetzen des päpstlichen Staates unterworfen wurde, behielt die Stadt ihre rechtliche und politische Autonomie.

 

Das Stadtzentrum gehört zu den besterhaltenen in Europa (was vielleicht auch ein Grund war, sie mit anderen im Jahr 2000 zur Kulturhauptstadt Europas zu machen?) und ist voll von schönen Plätzen und alten Kirchen. Die Stadt ist voll gepackt mit Kunst, die die kulturelle Bedeutung der Stadt über die Jahrhunderte hinweg bezeugen.


Unser erster Weg führte uns ins Herz der Stadt, unter den Arkaden entlang der Via dell‘ Independenza zur Piazza Maggiore. Das ist der Hauptplatz (so auch die wörtliche Übersetzung seines Namens) von Bologna. Er ist von den bedeutendsten Gebäuden der mittelalterlichen Innenstadt umgeben.


Der Platz wird im Westen vom Palazzo d'Accursio (Palazzo Comunale) begrenzt, das heute als Rathaus der Stadt dient. Es wurde 1290 errichtet und nach einem Brand (1425) vom Architekten Fioravante Fioravanti renoviert: im Gebäude sind die Stadtkunstsammlungen von Bologna und das Museo Morandi untergebracht.

Basilika San Petronio

Meridian
Mittagslinie

An der südlichen Seite, vor dem Palazzo del Podestà, errichtet 1201 und zwischen 1472 und 1484 weitgehend renoviert, ragt die unvollendete Fassade der Basilika San Petronio hoch. Sie ist ein Beispiel für italienische Gotik, das gegen Ende 14. Jahrhunderts begonnen und erst drei Jahrhunderte später beendet aber nicht vollendet wurde. Die Basilika San Petronio ist die Hauptkirche von Bologna. Ihre Fassade beherrscht die Piazza Maggiore. Mit ihren gewaltigen Dimensionen (Länge 132 m, Breite 60 m, Gewölbehöhe 45 m) ist sie die fünftgrößte Kirche der Welt. Bemerkenswert ist das Farbenspiel der Wände und die polychromen Glasfenster.


Dem hl. Petronius, Bischof von Bologna im 5. Jahrhundert und Schutzpatron der Stadt, gewidmet, geht sie auf das Jahr 1390 zurück, als die Stadt Bologna Antonio Di Vincenzo mit dem Bau einer riesigen Kirche im gotischen Stil beauftragte. Ursprünglich sollte sie größer als der Petersdom in Rom werden. Auf Anordnung des Papstes - Bologna gehörte zum Kirchenstaat - wurde diese Absicht jedoch nicht ganz freiwillig aufgegeben. Sie trägt den Titel einer Basilica minor. In der Kirche ist auch der Meridian zu bewundern, der 1655 nach den Plänen des Astronomen Giovanni Domenico Cassini angelegt wurde: mit 66,8 m ist er die längste Mittagslinie der Welt.

Der „Bauch“ von Bologna

Leckereien in Bologna
im "Bauch" von Bologna

Schließlich liegt an der östlichen Seite der Palazzo dei Banchi. Man sieht eigentlich nur eine schlichte Fassade, die zwischen 1565 und 1568 nach dem Vorbild von Giacomo Barozzi auf Anleitung vom Vignola erbaut wurde, um die zuvor dort stehenden bescheideneren Gebäude zu ersetzen. Dort unter dem berühmten Bogengang, den die Bologneser Pavaglione nennen, waren früher Bank- und Wechselstubenangestellte tätig. Der verlängerte Teil des Bogengangs am Palazzo dei Banchi ist der Bogengang vom Archiginnasio, dem mittelalterlichen Sitz der Universität Bologna.


Das Gebiet, das heute als Piazza Maggiore bekannt ist, entstand im 13. Jahrhundert, als die Bologneser einen Raum als Marktplatz verlangten. Im 16. Jahrhundert wurde die gesamte Zone auf Anordnung des Papstes umgestaltet: Die angrenzende Piazza Nettuno wurde nämlich mit dem Neptunbrunnen vom Giambologna und dem Palazzo dell'Archiginnasio bereichert.

 

Heute schlägt hier das Herz der Stadt, die Cafés dienen als Freiluftbüro wichtiger Männer, ewig ihr geliebtes „telefonino“ am Ohr, als Treff- (und „Anbagger“-)Punkt für die vielen auch internationalen Studenten der Stadt (um uns herum ein babylonisches Sprachgewirr, Englisch, Deutsch, Holländisch, Französisch, Spanisch konnte ich unterscheiden), zum Ausführen der neuesten Mode und der „Bambini“, für Jung und Alt als Umschlagplatz von Informationen und sicher auch Klatsch … Wir haben Stunden hier verbracht, um uns herum passierte stetig etwas Neues.


Durch den Bauch von Bologna, durch die engen Gassen hinter dem Palazzo dei Banchi, machten wir uns auf den Weg zu den beiden Türmen der Stadt. Aber es sollte ein Weilchen dauern, bis wir dort ankamen, zu viel gab es zu sehen, zu bestaunen, zu riechen und zu kosten: Obst und Gemüse, frischer Fisch, hausgemachte frische Pasta, Salumerie mit einer unglaublichen Auswahl an Schinken, Würsten, Käsen, Fleischereien mit einem riesigen Angebot frischer Fleischwaren. Dazwischen diskutierende Paare, italienische Mamas, junge Männer, elegante Frauen, Kinder – man merkt sofort, dass Essen und Lebensmittel in Italien einen anderen Stellenwert haben als in Deutschland. Hier dreht sich alles um Feinkost. Es ist die Stadt der Mortadella, der Tortellini und Tortelloni, des Schinkens und des Parmesans. Die Auslagen der Feinkostläden sind voll von riesigen Mortadellawürsten und Parmesanlaiben, dicke Schinkenkeulen hängen von den Decken – ein einziges Schlaraffenland, diese Stadt. Ist das ein Wunder? Die Emilia-Romagna ist schließlich die Heimat von Köstlichkeiten wie Prosciutto, Parmesan, weißem Trüffel und Lambrusco.

Torre Degli Asinelli ,Torre Della Garisenda und Santo Stefano

Spiegel auf dem Flohmarkt
Flohmarkt vor Santo Stefano

Tapfer haben wir uns dann doch noch durchgeschlagen zu Torre Degli Asinelli und Torre Della Garisenda. Diese beiden schiefen Türme aus dem 12. Jahrhundert gehören zu den hauptsächlichen Symbolen Bolognas. Der höhere Turm ist mit 98 m der Torre degli Asinelli. Es dauert eine Weile bis man die vielen Stufen hinauf gestiegen ist, aber die einmalige Aussicht von dort oben soll jede einzelne Stufe wert sein. Das Treppenhaus ist allerdings höllisch eng und dunkel, nichts für Menschen, die unter Beklemmungen leiden

 

Besichtigen wollten wir eigentlich auch Santo Stefano. Unser Reiseführer behauptete, es handele sich um eine prächtige Gebäudeanlage, die aus sieben mittelalterlichen Kirchen besteht. Leider standen wir vor verschlossenen Türen: Mittagspause beim lieben Gott. Dafür fand vor der Kirchenanlage auf dem Katzenkopfpflaster ein netter Flohmarkt statt – dort ein wenig am Sonntagmorgen zu stöbern war auch spannend.

Santo Domenico, die Geburtsstätte des Dominikanerordens

Kircheninneres
Santo Domenico

Mehr Glück hatten wir bei Santo Domenico. Dies ist die Geburtsstätte des Dominikanerordens und die letzte Ruhestätte für die Gebeine seines Gründers. Sie hat eine herrliche romanische Fassade und gotische Kapelle. Der sonntägliche Gottesdienst ging grade zu Ende, mit viel Orgelmusik und schönem Chorgesang, für einen kleinen Rundgang vor dem Abschließen reichte die uns von einem streng dreinblickenden Dominikanerpater zugebilligte Zeit eben noch.

 

Die Bologneser Küche, die der Stadt den Namen „la grassa“ (die Fette) gegeben hat, ist in der ganzen Welt bekannt. Ihr müsst auf jeden Fall Mortadella probieren (die große runde Wurst mit Speckstücken), Tagliatelle al ragù (mit Fleischsauce, bloß nicht nach „Spaghetti Bolognese“ verlangen, das gilt hier offenbar als barbarisch …) und Lasagne verdi alla Bolognese (grüne Lasagne auf Bologneser Art), die in dieser Stadt zum ersten Mal serviert wurden. Die Tagliatelle sollen die langen blonden Haare der Lucrezia Borgia am Tag ihrer Hochzeit mit dem Duca von Ferrara, Alfonso D’Este nachahmen. Besonders berühmt sind die leckeren Tortellini. Die Sage berichtet, dass sie dem Nabel der Venus nachgebildet sind. Ebenfalls delikat und unbedingt zu kosten sind die Passatelli in brodo di carne (Passatelli in Rindsuppe).

 

Wir mussten nach nur drei Tagen diese schöne Stadt wieder verlassen, der Heimflug war gebucht – aber wir kommen sicher einmal zurück – und sei es nur, um bei Santo Stefano nicht mehr vor verschlossenen Türen zu stehen.

Bologna-Touren und -Aktivitäten*

... und sonst in Bologna? Barrierefreiheit, Hotels und Tipps

Bologna Canale delle Moline
Bologna Canale delle Moline

Zum Thema Barrierefreiheit: die Stadt ist recht eben und gut per Rollstuhl bzw. zu Fuß zu erkunden. Espresso kann man draußen sitzend nehmen, wir haben aber auch immer zugängliche Bars und Restaurants gefunden.  Hoteltipps gibt es hier aktuell von uns keine, schließlich ist unser Besuch dort schon 2009 gewesen. Danach waren wir zwar noch in 2013 und 2015 erneut in Bologna, aber die Hotels waren jeweils so lala. Falls von meinen verehrten Leser*Innen jemand einen guten Tipp hat: immer her damit.

 

Vom Flughafen von Bologna aus fährt etwa alle 15 Minuten der Aerobus  für 6 Euro in etwa 20 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Die Busse sind Rollstuhlgeeignet.

 

Und zum Abschluss noch ein Tipp, den ich zumindest nicht im Reiseführer gefunden hatte:

 

Unter der Stadt verläuft ein dichtes Netz an Wasserkanälen und Schleusen, die die Stadt bereits seit dem Mittelalter mit Energie für die Maschinen der Seidenwebereien oder Getreidemühlen versorgten und als Handelswege dienten, z.B. als Verbindung nach Venedig. Dabei liegt Bologna im Inland, d. h. beim Bau der Kanäle wurde das Wasser zweier Flüsse kompliziert umgeleitet. Teile dieses versteckten Kanalsystems im Untergrund von Bologna kann man immer noch entdecken. Genauer beschrieben hat das black dots white spots im Blogbeitrag Die geheimen Kanäle von Bologna.

 

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