Düsseldorf goes #urbanana

Kaffeetasse, Banane
Kaffeetasse, Banane

Düsseldorf goes #urbanana - ja was um Himmels Willen will sie uns denn damit sagen? Ist Zypresse jetzt ganz und gar Banane?

 

Könnte man fast so sagen. Ein bisschen verrückt ist dieses Projekt nämlich auf jeden Fall.

Tourismus NRW will mit Köln, Düsseldorf und der Metropole Ruhr den Städtetourismus in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen und die Stadträume und ihre Szenen als Reiseziele unter der Marke #urbanana auch international bekannter machen und gemeinsam mit Vertretern kreativer Branchen den Städtetourismus in NRW über den klassischen Besichtigungs- und Shoppingtourismus hinaus erweitern. #urbanana als Projektname bezeichnet mit einem Augenzwinkern gleichzeitig das Gebiet der "Stadtbanane" vom Ruhrgebiet über Düsseldorf bis nach Köln.

 

Die Urbanität, der Austausch mit Künstlern, Machern und Gestaltern vor Ort steht in dem englischsprachigen Projekt im Vordergrund. Englischsprachig, weil zur Zielgruppe vor allem auch internationale Einwohner*Innen, die (zeitweise) in Nordrhein-Westfalen leben, gehören.

 

Zum Wochenbeginn hatte ich die Möglichkeit, an einer Vorstellung von #urbanana in Düsseldorf teilzunehmen. Spannend und interessant war es, viele Aspekte kommen zum Tragen, die wir alle von unseren Reisen kennen. Schließlich reisen wir doch alle am liebsten nicht nur mit dem Reiseführer in der Hand zu den bekannten Sehenswürdigkeiten, uns allen geht es doch immer auch darum, mitzubekommen, wie ein Land, eine Stadt so tickt, wie die "locals" ihr Leben gestalten. Wir möchten nicht mit anderen deutschen Touristen Bier und Schnitzel verkosten, sondern eintauchen in die Lebenswirklichkeit der Menschen, die vor Ort leben.

 

Dass dies ein boomendes Thema ist, merken wir an florierenden Start ups wie Airbnb oder Couchsurfing, an Streetfood Märkten oder Foodie-Touren durch die Städte dieser Welt, an "Meet a local"-Programmen und und und so gesehen war es also wohl nur logisch und folgerichtig, dass auch Tourismus NRW sich diesem Trend zuwendete.

#urbanana in Daten & Fakten

Pressekonferenz zu #urbanana in Düsseldorf
Pressekonferenz zu #urbanana in Düsseldorf
  • gefördert von der EU mit 1,2 Mio. €
  • Laufzeit 3 Jahre
  • Die Großstädte generieren mit rund 22,7 Millionen Übernachtungen rund die Hälfte des gesamten Tourismus-Aufkommens in Nordrhein-Westfalen
  • Themen
    • Festivals
    • Design
    • Urban Art & Kunstszene
    • Musikkultur
    • Digitale Szene und
    • Mode

Düsseldorf und #urbanana

Und bei Trends ist die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen ja immer gern vorn dabei. Kein Wunder also: auch Düsseldorf geht mit bei #urbanana.

 

Und ich persönlich finde das durchaus richtig, ja eigentlich war es überfällig. Schließlich ist die Stadt, in der wir leben, in den ersten Jahren der 2000er immer mehr zu einer schicken, gesichts- und konturlosen, sauberen und geleckten Metropole geworden. Erinnert sich noch jemand an den Charme des Geländes rund um den S-Bahnhof Bilk, welches einem polierten und langweiligen Einkaufszentrum mit Alibi-Pool weichen musste?

 

Düsseldorf wurde umgeplant zu einer Stadt, in der es immer weniger Raum gab für Individualität, für Kreativität, für nicht Normiertes. Dabei machen doch gerade ihre Ecken und Kanten eine Stadt liebens- und auch lebenswert. Zum Glück ist in den letzten Jahren, erst klein und fast im verborgenen, dann aber immer deutlicher, so einiges hier aufgeblüht.

 

Und so kann man heute erleichtert feststellen: Düsseldorf hat viele Facetten. Touristische Klassiker wie Kö, Rheinuferpromenade, die Altstadt und die längste Theke der Welt oder moderne Architektur im Medienhafen sind bekannt und beliebt.

 

Weil aber die Interaktion der Reisenden mit den Einwohnern immer mehr an Bedeutung gewinnt sind auch die Düsseldorfer Szene-Viertel und Projekte vor Ort immer wichtiger für die Attraktivität Düsseldorfs als (Kurz-) Reiseziel und ergänzen die bekannten "Klassiker". Dazu gehören zum Beispiel Street-Art, verschiedene Festivals oder auch Galerien und Künstler. Ihr Mix macht eine neue urbane Atmosphäre der Stadt aus, die so viel mehr ist als nur Bling-Bling oder Schickimicki.

 

Kreativität im öffentlichen Raum sieht man in Düsseldorf durch ganz unterschiedliche Street-Art vor allem in Bilk oder Flingern. Durch die Besetzung der Häuser in den 80er Jahren und ihre künstlerische Gestaltung ist besonders die Kiefernstraße bekannt geworden. Ein ganz anderes Beispiel für Kunst in der Stadt, aber ebenso spannend, ist die neue Wehrhahn-Linie. Sie gilt sogar überregional als gelungenes Beispiel für die künstlerische und werbefreie Nutzung des öffentlichen Raumes.

 

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Geschichte in den nächsten Monaten entwickeln wird. Dem ein oder anderen neuen touristischen Tipp werde ich ganz bestimmt einmal folgen.

 

Leider nicht gefolgt bin ich am Ende der eingangs erwähnten Pressekonferenz einer Einladung in den Untergrund unter den Worringer Platz (schon als Kind bin ich ungern in den dunklen Keller gegangen...). Hier ist in einer alten, seit Jahrzehnten ungenutzten Unterführung eine sicher nicht ganz legale aber hoch spannende Galerie mit Street-Art entstanden.

Ergänzende Informationen

Wo kann man #urbanana konkret erleben?

  1. Ab in den Untergrund! Führungen zur Kunst in den Stationen der neuen Wehrhahn-Linie in Düsseldorf
  2. Kulinarisch-Kulturell: Iss' Dich auf einer geführten Tour durch spannende Viertel in Düsseldorf
  3. Führungen aus der Perspektive wohnungloser Menschen werden in Zusammenarbeit mit dem Straßenmagazin fiftyfifty in Düsseldorf angeboten
  4. In ganz Düsseldorf kann man beim Duesseldorf Photo Weekend (3. - 5. Februar 2017) Kunst in kleinen Galerien und großen Häusern entdecken
  5. Das Düsseldorfer Schauspiel wagt sich mit "Faust (to go)" als Roadmovie in den Stadtraum
  6. Dem Zufall eine Chance: jede Stadt kann man neu mit dem "Guide for Getting Lost" der Flaneur Society entdecken - probiert's mal aus

Die Bloggerin Jenna Davis gibt (in englischer Sprache) im Blog "Going #urbanana" Tipps zu besonderen Stadtentdeckungen, Events und Festivals.

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Sonntag, 22 Januar 2017 06:24)

    #urbanana ... noch nie davon gehört! Für mich ein doofer Name, aber ein ausgesprochen gutes Projekt. Schade, jetzt, da ich aus der Umgebung Düsseldorfs wegziehen werde, scheint dieses endlich eine spannende Stadt werden zu wollen.
    Die "eat-the-world"-Touren kann ich nur empfehlen. Letztes Jahr haben wir die erste in Hamburg (St. Pauli) mitgemacht und waren begeistert. Es wird bestimmt nicht die letzte ihrer Art gewesen sein.
    LG Beate

  • #2

    Zypresse (Sonntag, 22 Januar 2017 12:43)

    Liebe Beate, Du kannst ja jederzeit wiederkommen, als Tourist und Freundin bist Du herzlich willkommen!