#BloggerfuerFluechtlinge

http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/
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Mich nehmen die Nachrichten und Bilder immer mehr mit. Was ich über die hier ankommenden Flüchtlinge aus Ländern wie Eritrea, Somalia, Afghanistan, Syrien oder dem Irak (und noch vielen anderen) und ihre Situation lese, höre, erschreckt mich. Was ich sehe, macht mich hilflos, wütend und auch traurig.

 

Was ist los in Deutschland, meinem Vaterland, meinem Heimatland, dem Land, in dem ich das Glück hatte, geboren zu werden und in dem ich lebe?

 

Und gleichzeitig habe gerade ich als Bloggerin die Pflicht, jetzt nicht zu schweigen. Nicht still zu sein, wenn unglaubliche Dinge passieren, hier, in meiner Heimat. Denn schließlich schreibe ich über das Reisen und die Welt, freue mich, anderswo zu Gast sein zu dürfen, erfahre immer wieder, wie es ist, von Fremden als Freund begrüßt zu werden.

Die Würde des Menschen ist unantastbar
Die Würde des Menschen ist unantastbar

In immer mehr Ländern dieser Erde werden die Existenzen von Männern, Frauen, Kindern, ganzen Familien zerstört, ihre Häuser in Trümmer gebombt, ihre Heimatstädte unbewohnbar. Frauen, Mädchen Schulkinder werden vergewaltigt, verschleppt und zwangsverheiratet. Eltern fliehen und tragen ihre verängstigten Kinder auf dem Arm, junge Menschen brechen mit den wenigen Habseligkeiten, die sie mitnehmen konnten auf in eine unsichere Zukunft. Im Mittelmeer ertrinken tagtäglich, auf Schlepperschiffen sterben Menschen, an Grenzen setzt man Tränengas und Schlagstöcke gegen sie ein. Allen Flüchtlingen gemeinsam ist ein Menschenrecht: die Hoffnung auf ein Leben ohne Furcht, auf Frieden, auf eine Zukunft, in der sie unversehrt und menschenwürdig leben können.


Diejenigen, die die für uns unvorstellbaren Gefahren und Anstrengungen der Flucht überstehen, kommen irgendwann in Europa und zu einem Teil auch in Deutschland an. Und was passiert hier, in meinem Vaterland? „Besorgte Wutbürger“, rechte, wohlorganisierte Truppen brüllen altbekannte Hetzparolen, schüren Angst und Hass, bedrohen unverhohlen Flüchtlinge, liefern sich Schlachten vor den Unterkünften in Turnhallen oder Baumärkten, stecken geplante Asyle in Brand, drohen auf Facebook mit ihrer medizinischen Ausbildung „keine Angst, bei mir wird keiner überleben“, urinieren in der S-Bahn auf Kinder, verweigern Flüchtlingen eine ärztliche Behandlung.


Und die Politik (#Merkelschweigt) schweigt… ein sozialdemokratischer (!) Politiker will Kinder von Asylbewerbern nicht einschulen… wir diskutieren ernsthaft, warum auch Flüchtlinge ein Recht auf Telefon und Internet haben (müssen)… nach den Krawallen und Ausschreitungen in Heidenau wurde niemand verhaftet…


Ist denn dieser Staat auf dem rechten Auge nach wie vor völlig blind?

Haben wir alle aus der Geschichte nichts gelernt?

Waren nicht gerade Deutsche im vergangenen Jahrhundert immer wieder Flüchtlinge, die froh waren, wenn sie anderswo Aufnahme fanden (und mit einen „Begrüßungsgeld“ in Empfang genommen wurden)?

Was dennoch Hoffnung macht, bundesweit und in Düsseldorf

Erich Kästner Zitat
Erich Kästner Zitat

Hoffnung und Mut machen mir angesichts dieser trostlosen Situation dennoch die zahlreichen Initiativen aus der Gesellschaft heraus, die Bürgerinnen und Bürger, die gerade jetzt helfen wollen, die Flüchtlinge willkommen heißen wollen. Da gibt es Deutschunterricht, gemeinsames Musizieren oder gemeinsamen Sport, es wird gemeinsam gegrillt oder gekocht, da bauen Bürgerinnen Internetzugänge auf, da werden Kleidung, Wäsche, Spielzeug gespendet, finden sich Freiwillige, die beim Aufbau neuer Unterkünfte helfen.


Für Düsseldorf, die Stadt in der ich lebe, koordiniert dies seit Februar 2015 die Flüchtlingsbeauftragte. Sach- und Geldspenden, aber auch ehrenamtliche Arbeit werden von den Wohlfahrtsverbänden koordiniert. Auch im Internet kann man auf der Seite Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf weitere Informationen finden, kann man sehen, wo man sich engagieren kann.

#BloggerfuerFluechtlinge

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#BloggerfuerFluechtlinge ist eine Initiative mehrerer Blogger, denen nicht egal ist, wie mit anderen Menschen umgegangen wird, die helfen wollen. Sie wollen Augen öffnen und die Flüchtlingshilfe unterstützen. Niemand soll mehr wegschauen. Ich als Bloggerin möchte ihre Botschaft hier teilen und auch damit vielleicht dazu beitragen, dass Flüchtlinge in der Mitte unserer Gesellschaft akzeptiert werden.


Die Aktion #BloggerfuerFluechtlinge möchte nicht nur Nähe, Toleranz und Aufmerksamkeit schaffen sondern auch Spenden sammeln für die Menschen, die aktuell vor Krieg und Hunger in unser Land fliehen und unsere Hilfe benötigen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ilona (Donnerstag, 27 August 2015 14:29)

    Bei Rostock-Lichtenhagen war ich noch sehr jung. Ich habe das nur ganz am Rande mitbekommen, was damals ablief, wie das war mit den Flüchtlingen in den 1990ern. Wir hatten auf einmal einen Bosnier in der Klasse, der nicht so gut Deutsch konnte und einige Jahre älter war als wir.

    Ich möchte nichts live und bewusst erleben müssen, was Rostock-Lichtenhagen ähnelt. Und doch sind wir so kurz davor :(

  • #2

    Beate (Donnerstag, 27 August 2015 18:09)

    Mit Tränengas, Schlagstöcken und Stacheldrahtzäunen gegen Mitmenschen vorgehen, die bereits Fürchterliches hinter sich haben zeigt, dass der Mensch als selbsternannte "Krone der Schöpfung" sich nicht anders verhält als ein Dinosaurier: Revierverteidigung von der übelsten Sorte; da dreht es mir den Magen um! Ich befürchte nur, dass diese Sorte "Mensch" im Gegensatz zu den Urzeittieren nie aussterben wird.

    Zum Glück gibt es aber auch genug (?) Menschen, die auf der Stufe der Evolution schon etwas höher gekommen sind, den ganzen Hetzparolen etwas entgegenhalten und aktiv helfen. Das lässt hoffen. Schließen wir uns zusammen!