Welche drei Gegenstände ich auf eine einsame Insel mitnehme

Spiekeroog
Spiekeroog

Ich gebe es zu… diese Frage "Welche drei Gegenstände ich auf eine einsame Insel mitnehme" ist ja so neu nicht. In etlichen Gesellschafts- und Psychospielchen, im Rahmen von Eignungstests taucht sie so oder ein wenig anders auf. Tatsächlich kann ich mich trotzdem nicht erinnern, dass ich sie bereits beantworten musste. Und jetzt, wo sie mir gestellt ist und ich sie auch noch in einem Blog-Beitrag beantworten will, da fällt mir erst mal nicht sehr viel ein.

 

Spontan denke ich natürlich an den Gatten – den möchte ich unbedingt dabei haben, wenn ich auf eine einsame Insel reisen darf. Schließlich ist er im Alltag wie im Urlaub seit vielen Jahren mein liebster, bester und vielfach erprobter Begleiter.

Welche drei Gegenstände würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Strandkorb auf Spiekeroog
Strandkorb auf Spiekeroog

Aber halt. Es heißt ja ausdrücklich „Gegenstände“…

Der Gegenstand als solcher ist ein sprachlich verwendeter Begriff von einer kognitiven Manifestation, die durch Sinnesreize und durch Denkprozesse ausgelöst wird. Das Erkennen eines Gegenstands ist Ausgangsbedingung für den weiteren Erkenntnisgewinn, für die Anwendung des Gegenstands oder für die Kommunikation über den Gegenstand. Der Begriff kann „alles meinen, wovon überhaupt die Rede ist“. Üblicherweise bezeichnet der Begriff keine Lebewesen.

soviel verrät Wikipedia (und noch mehr). Diese Antwort geht auf die Frage, welche drei Gegenstände ich auf eine einsame Insel mitnehme, also schon einmal nicht.

 

Außerdem: dann wäre die Insel doch nicht mehr einsam!

Dennoch, ich habe ja außer dem Bloggen einen Beruf. Dieser hat mich darauf trainiert, bei Fragen wie der nach den drei Gegenständen, die ich auf eine einsame Insel mitnehme, nachzufragen*:

  • Wie einsam ist die Insel denn genau?
  • Ist sie nur unbesiedelt oder gibt es am Ende keine Fauna?
  • Wo befindet sie sich? Mitten im, na sagen wir mal, Bodensee, in der Antarktis oder in der Südsee?
  • Ist sie felsig, von Sandstränden umsäumt, liegt sie ganz oder teilweise unter einem Gletscher?
  • Wie ist das Klima dort?
  • Was wächst dort?
  • Gibt es dort Gebäude oder ist sie ganz und gar naturbelassen?
  • Und, und, und...

Schließlich wäre es auch nützlich, die Dauer des Aufenthalts zu erfahren. Muss ich nur eine kurze Weile auf der Insel bleiben, wären ein paar Kerzen und ein gut ausgestatteter Picknickkorb der pure und ausreichende Luxus. Dauert der Aufenthalt jedoch lebenslänglich, also nach deutscher Übung, anders als in den Gefängnissen der Niederlande, im Schnitt 15 Jahre, sollte die Auswahl der drei möglichen Dinge schon etwas gewissenhafter erfolgen.

 

* spätestens jetzt habt ihr es alle gemerkt:

im zivilen Leben ist die Verfasserin dieser Zeilen Juristin ;-)

 

Da ich keine Vorgaben habe lasse ich meine Gedanken einmal schweifen und träume mich auf eine sonnige Insel mit üppig grüner Vegetation, wunderbar weißen Sandstränden mit sauberen, klaren Süßwasserquellen und ohne gefährliche Tiere. Ich werde dorthin gebracht und nach einigen Wochen wieder abgeholt (also kein „lebenslänglich“!).

 

Dann kann ich meinen Aufenthalt dort genießen. Rund um die Uhr höre ich das Rauschen der Wellen, die Palmwedel im Wind, Vögel zwitschern, gelegentlich eine Affenfamilie, die durch die frische Früchte tragenden Bäume tobt. Ich schlafe am Strand, stehe auf, wenn es hell wird, gehe schlafen, wenn es dunkel wird – und an manchen Abenden kann ich dem unendlichen Sternenhimmel nicht widerstehen und träume bis weit in die Nacht hinein in das dunkel glitzernde Firmament. Angst vor dem Alleinsein, Angst im Dunkeln – nein, ich glaube, die hätte ich nicht.

 

Im Gegenteil. Ich denke, diese Zeit könnte ich gut allein mit mir sein. So komme ich zur Ruhe, nichts was mich ablenkt, keine ermüdenden Termine, keine Telefonkonferenzen. Endlich einmal Momente nur mit mir selbst, mit Rückblick und Fantasieren, Planen und Nachdenken für die Zukunft, Platz, um zu mir zu finden. All das also, für das in unserem Alltag ja sonst kaum Raum bleibt.

Die praktische Antwort

Spiekeroog
Spiekeroog

Und praktisch wie ich bin beantworte ich die Frage, welche drei Dinge ich auf meine Insel mitnehmen sollte ganz nach den Gesichtspunkt der Nützlichkeit:

 

Ich glaube, ich würde

  1. ein Schweizer Offiziersmesser mitnehmen. Damit kann ich ernten, Holz schneiden, Fische ausnehmen, Krebse knacken. Man muss ja was essen. Und ich will natürlich nicht alles roh verzehren müssen, ein bisschen Lagerfeuer am Abend wäre ebenso schön: also nehme ich auch
  2. einen Feuerstarter und
  3. einen Topf mit.

 

Und wie seht Ihr das? Schreibt mir doch in den Kommentar, ob Ihr auch manchmal davon träumt,

auf einer einsamen Insel zu sein? Hättet Ihr Angst vor dem Alleinsein?

Welche drei Dinge würdet Ihr einpacken?

 

(Alle Fotos auf dieser Seite sind im übrigen

auf "meiner" Insel Spiekeroog entstanden.)

Dieser Blogbeitrag erschien zuerst unter dem Titel "Welche drei Gegenstände würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?" am 26.07.2013 und wurde geringfügig aktualisiert und überarbeitet. Danke an Beate für diese Frage.

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Donnerstag, 16 Juli 2015 06:44)

    Also, ich würde ein Pferd mitnehmen, ein Klavier und Ballettschuhe. Ich wollte schon immer mal Reiten, Klavierspielen und Balletttanzen lernen, und auf der Insel hätte ich endlich Zeit dazu.

  • #2

    Janine (Freitag, 17 Juli 2015 19:48)

    Ja, man erkennt ein wenig die Juristin in Dir ;).
    Das Schweizer Messer würde ich auch mitnehmen. Dazu noch ein großes Strandtuch und einen gut mit Büchern gefüllten Reader. Und morgen entscheide ich mich für 3 andere Dinge...;)