{Essen auf Reisen} Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue

Karola in ihrer "Küche" (fotografiert 2014)
Karola in ihrer "Küche" (fotografiert 2014)

Wie schon 2014 verbrachten wir den vorletzten Abend unserer BunBo-Woche an einem ganz besonderen Ort im Brandenburger Vorort Plaue, wo sich auch die BunBo-Marina befindet.

 

Die "Gartenstadt Plaue" wurde zwischen 1915 und 1918 im Auftrag des Reichsamtes des Innern als Werksiedlung für die Facharbeiter der Königlichen Pulverfabrik errichtet. Die von dem Architekten Paul Schmitthenner gebaute Siedlung, ist eine wohl sanierte, geschlossen wirkende Anlage mit eingeschossigen, bunten Reihenhäusern, dazu Stallanbauten und Nutzgärten. Die ursprüngliche Idee einer Gartenstadt stammt von dem Engländer Ebenezer Howard, der im späten 19. Jahrhundert Gartenstädte als Lösung für die Misere der Industriearbeiter sah: er wollte sie raus aus den übervölkerten Vierteln der Industriestädte schaffen und die Arbeiterfamilien in grüne Vorstadtsiedlungen umsiedeln. Von der Gartenstadt auf der grüne Wiese erhoffte man sich einen weiteren Vorzug: die Arbeiter dem sozialdemokratischen Einfluss zu entziehen und an Werk und Vaterland zu binden.

 

Und mitten in dieser Siedlung liegt das „Bräuhaus Kneipe Pur“. Es hat keine Speisekarte, hier kocht Köchin Karola im sommerlichen Blümchenkleid und mit Strohhütchen auf dem Kopf für ihre Gäste. Ihre „Cuisine à la Biere“ verdankt ihr Dasein den Franzosen und Belgiern, zwei Völkern also, die an der geographischen Schnittstelle der Vorlieben für feines Essen und gutes Bier zusammentreffen. Sie tut es großartig und mit Leidenschaft und das schmeckte man: in Bier geschmortes Kassler oder Rind in Rot- und Portwein, Kartoffelstampf, Möhren mit Ingwer, spannend panierte Schnitzelchen, frisches Spargelragout und zum Nachtisch hausgemachten Griespudding mit Beeren - ach, war das gut. Und das ganze gibt es als Portionsgröße und -zusammenstellung nach eigenem Gusto 100gr-weise berechnet - dieses Essen war nicht nur göttlich, es war auch günstig.

Meine Empfehlung: ladet den Teller nicht zu voll, geht lieber öfter - dann könnt ihr gleich mehrere von Karolas Gerichten probieren!

 

Barrierefrei ist das Brauhaus im übrigen nur bedingt: sowohl zum Haupteingang hinein als auch durch die Gartentür gibt es eine bzw. zwei Stufen. Aber mit Unterstützung (und wenn ihr nicht zu zweit seid: man findet diese hier ganz sicher) ist diese Hürde ganz gut zu bewältigen.

die Kneipe
die Kneipe

Nachdem wir uns von Karola beraten am Buffet bedient hatten, ging es zurück in den Garten. Ja, wir hatten Glück und es war einer der Abende, an denen man gut und gern im Freien sitzen und speisen konnte. Falls das Wetter aber einmal nicht so gut ist: auch in der Kneipe sitzt man sehr gemütlich zwischen antiken Gegenständen, alten Fotos und anderen Dekorationen.


Aber das Essen ist es nicht allein. Im Brauhaus Plaue gibt es nämlich auch selbstgebraute Biere, wie ein „normales“ Helles, Porter, Bockbiere aber auch Fruchtbiere von Kirsche oder Himbeere, je nachdem, was dem Braumeister grad so einfällt.


Für uns ist das „Bräuhaus Kneipe Pur“ ein absolutes „muss“.


Aber Achtung, die Öffnungszeiten sind, na sagen wir mal "überschaubar":

Donnerstag, Freitag und Samstag geöffnet ab 17.00 Uhr.

Und dann kann es voll werden; also besser, man reserviert!


Wenn Ihr in der Gegend seid, schaut rein und verbringt einen unvergesslichen Abend. Falls Ihr ein BunBo chartert: verbringt wie wir dort einmal einen Abend. Danach wollt Ihr ganz sicher wiederkommen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Sonntag, 12 Juli 2015 08:53)

    Liebe Ulrike,
    langsam werde ich süchtig nach Deinem Blog. Auch, wenn sie hier fehlt: Deine Frage am Schluss ist für mich dabei immer ein besonderes highlight und ein Anlass, innezuhalten und mich zu erinnern … Danke dafür!
    Was Plaue (bisher kannte ich nur Plauen) und das "Bräuhaus Kneipe Pur" betrifft: diesen Tipp werde ich in einer meiner "to do-Schubladen" im Hirn ablegen. Und hoffentlich daran denken, wenn ich mal wieder in der Gegend bin ;-))
    LG, Beate

  • #2

    Zypresse (Sonntag, 12 Juli 2015 09:20)

    Huch... ich erröte. Danke für das Kompliment, liebe Beate.

    Ja, definitiv lohnt sich der Besuch, auf dem Weg nach oder von Berlin zum Beispiel einfach mal in BRandenburg an der Havel die Autobahn verlassen. Aber Achtung: die Öffnungszeiten sind, na sagen wir mal: überschaubar: Donnerstag, Freitag und Samstag geöffnet ab 17.00 Uhr.