Fotos mit dem Smartphone

Porto Garibaldi, geknipst mit dem Smartphone, bearbeitet mit Photoshop Express
Porto Garibaldi, geknipst mit dem Smartphone, bearbeitet mit Photoshop Express

Eigentlich fotografiere ich ja mit meiner „richtigen“ Kamera - also mit DSLR, Wechselobjektiven, Stativ und und… Dann habe ich noch eine kleine Kamera, die ich lange Zeit in meiner Handtasche „immer dabei“ hatte. Die Bildqualität war nicht sooo toll - aber besser als gar kein Foto. Immer öfter aber ertappe ich mich inzwischen dabei, dass ich - wie Millionen Anderer auch - Fotos mit meinem Smartphone mache.

 

Das Fotografieren mit dem Smartphone ist praktisch, weil ich es eigentlich immer dabei habe, in der Hosen- oder Jackentasche. Es hat einige Gimmicks, die beim Fotografieren einfach Spaß machen. Es geht schnell (und meist sogar auch unauffällig). Ich kann sofort sehen, was ich geknipst habe - und das Ergebnis sogar sofort mit Familie oder Freunden teilen. Die beste Kamera ist eben doch die, die ich dabei habe.

 

Die Kamera am Smartphone macht aber leider nicht automatisch gute Bilder. Aber: Mit diversen Apps kann man bereits bei der Aufnahme mehr aus dem Bild herausholen. Und wenn man weiß, wie man die Kamera am Smartphone richtig bedient, können auch hier sehenswerte Fotos gelingen.

Das sind meine Tipps zum Fotografieren mit dem Smartphone:

Rose, geknipst mit dem Smartphone, bearbeitet mit Photoshop Express
Rose, geknipst mit dem Smartphone, bearbeitet mit Photoshop Express

Linse säubern

Ein Smartphone ist ein Alltagsgegenstand, der in der Hosentasche auch schon mal schmutzig wird. Das Objektiv hat meist nur ein paar Millimeter Durchmesser. Die kleinste Unreinlichkeit kann also beim Fotografieren mit dem Smartphone schon stören. Man sollte es sich angewöhnen, vor dem Fotografieren die Linse des Handys zu reinigen. Zum Säubern eignen sich weiche Tücher, feine Mikrofaser-oder Brillenputztücher vom Optiker. Bitte keine Papiertaschentücher, denn die zerkratzen die Optik.

 

Die richtigen Einstellungen

Damit die Fotos später nicht pixelig wirken, sollte das Smartphone immer auf maximale Auflösung und höchste Bildqualität eingestellt sein. Das eröffnet nicht nur mehr Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung, sondern verhindert auch ein böses Erwachen, wenn man seine Fotos vergrößert oder druckt. Und nutzt Euren SD-Speicherkarten-Slot - wäre doch zu blöd, wenn es am Speicher scheitert, wenn ihr mal richtig viel mit dem Smartphone fotografiert.

 

Mehrmals knipsen und hinterher aussortieren

Am besten immer gleich mehrere Fotos machen und später das Beste auswählen. Manche Smartphones oder Foto-Apps bieten auch die Möglichkeit, eine automatische Bilderserie mit einem Knopfdruck aufzunehmen. Das Schöne am Fotografieren mit dem Smartphone ist doch, dass man ohne Mehrkosten herumprobieren und so Fehler ausbügeln kann.

Naturkäserei TegernseerLand, geknipst mit dem Smartphone, bearbeitet mit Photoshop Express
Naturkäserei TegernseerLand, geknipst mit dem Smartphone, bearbeitet mit Photoshop Express

Smartphone mit beiden Händen halten

Man sollte sein Smartphone möglichst mit beiden Händen festhalten. Im Querformat lässt es sich gut so stabilisieren und mit einem Daumen bedienen. Das verringert auch die Gefahr verwackelter Fotos. Ist es euch schon aufgefallen? Der Kamera-Auslöser funktioniert nicht beim Drücken sondern beim Loslassen. Man kann also den Finger auf den Auslösebutton setzen und das Bild gestalten und erst wenn alles ok ist den Finger loslassen.

 

Licht und Kontrast

Beim Fotografieren mit dem Smartphone ist „gutes“ Licht sogar noch wichtiger als sonst. Je weniger Licht, desto körniger das Foto und desto größer die Gefahr von Bildrauschen. Also versucht, die Lichtquelle hinter euch zu haben und das Hauptmotiv gut zu beleuchten. Bei Dunkelheit kann das Restlicht durch den Nachtmodus verstärkt werden. Wenn nur die Personen oder Objekte im Vordergrund wichtig sind, besser ohne Nachtmodus den Aufhellblitz verwenden – der beleuchtet wie eine Taschenlampe das Motiv vor und nach dem Auslösen. Mit einer HDR-App können Android-Smartphones sogar softwaregestützt hohe Bildkontraste ausgleichen. Die App errechnet automatisch aus zwei Fotos ein Bild, was z. B. den sehr hellen Himmel im Hintergrund und das dunklere Gebäude im Vordergrund in Einklang bringt.

 

Zoomen mit den Beinen

Eine alte Fotografenweisheit lautet: „Zoomen sollte man mit den Beinen“. Sie trifft auch hier zu. Da Smartphones über keinen optischen, sondern einen digitalen Zoom verfügen, verlieren die Bilder oftmals schon bei ein wenig Heranzoomen an Qualität. Wenn ein Motiv zu weit weg ist, sollte man also beim Fotografieren mit dem Smartphone nach Möglichkeit näher ran. Vom eingebauten digitalen Zoom am besten ganz die Finger lassen, denn dieser bringt nichts, weil die Aufnahmen nur hochgerechnet und dadurch pixeliger werden.

*editiert am 09.01.2014

wegen der zahlreichen Hinweise auf verschiedene Apps in den Kommentaren stelle ich in der folgenden Galerie einmal Bilder ein, die ich unmittelbar hintereinander weg mit dem Smartphone (und geputzter Linse ;-) ) und verschiedenen Apps vom gleichen Motiv geknipst habe. Die Einstellung der Smartphone Kamera war bei ISO 100, kein Blitz, automatischer Weißabgleich und höchstmögliche Qualität. Wenn Ihr mit der Maus über die einzelnen Fotos fahrt sollte sichtbar werden, welche App grad zum Einsatz kam. Ich bin selbst neugierig, wie man die Unterschiede wird erkennen können...

 

Habt Ihr weitere Tipps zum Fotografieren mit dem Smartphone,

könnt Ihr vielleicht Apps ganz besonders empfehlen (und warum?)?

Gelegentlich möchte ich gern in der Kiste kramen und alte Blogbeiträge wieder neu einstellen - keine Sorge, ich hole nicht alle alten Schätzchen wieder vor - aber das ein oder andere Thema ist sicher wert, nicht in Vergessenheit zu geraten.Dieser Beitrag wurde erstmals am 08.01.2014 veröffentlicht.

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Kommentare: 5
  • #1

    Sylwia (Mittwoch, 08 Januar 2014 13:41)

    Huhu...geht mir auch so. Erst über andere gelästert und dann ist sie doch ganz praktisch diese Smartphonekamera.
    Aber ich habe keine geeigneten Apps zur Bearbeitung.
    Welche verwendest Du oder kannst diese empfehlen?

  • #2

    zypresse (Mittwoch, 08 Januar 2014 14:07)

    Hallo Sylwia,

    auf meinem Smartphone sind folgende (kostenlose!) Apps installiert:

    - HDR Camera http://beste-apps.chip.de/android/app/hdr-camera-android-app,com.almalence.hdr/ - nutze ich dann, wenn es um Motive geht, die per HDR besser kommen
    - Instagram http://instagram.com/# ist zwar drauf, nutze ich aber fast nie...
    - Aviary http://www.chip.de/news/Kostenlos-Online-Tool-Aviary-mit-noch-mehr-Features_41495913.html ist simpel zu bedienen und bietet einiges
    - Photoshop Express http://www.chip.de/webapps/Photoshop-Express_44472721.html ganz schön vielseitig, nutze ich recht häufig
    und ausserdem
    - Whats app http://beste-apps.chip.de/android/app/whatsapp-messenger-android-app,com.whatsapp/ zum Teilen mit Familie und Freunden (ein Jahr nach der Installation kostenlos verwendbar, danach rund 1 Euro / Jahr.
    - Dropbox http://www.chip.de/downloads/Dropbox_35425534.html zum Speichern mit Zugriff auch vom heimischen PC (und sonstwo auf der Welt)

    Und vielleicht fällt ja anderen Mit-Lesern auch noch etwas ein??

  • #3

    Janine (Donnerstag, 09 Januar 2014 04:12)

    Vielen Dank für die tollen Tipps. Ich knipse auch ganz gerne mal mit meinem Smartphone - habe aber oft vergessen die Linse zu putzen. Ein wirklich guter Hinweis. Ich benutze meist die Standardkamera des iPhones - mir reicht das bis jetzt. Gute Ergebnisse hat eine Freundin von mir mit der App "Hipstamatic" erzielt. Dort kann man Analogeffekte für die Kamera einstellen. LG Janine

  • #4

    zypresse (Donnerstag, 09 Januar 2014 10:35)

    Danke für den Hinweis, liebe Janine!
    Auch zu Hipstamatic (nur für Apple :-( ) gibt es einen Android-Clone: Die kostenlose App Retro Camera https://play.google.com/store/apps/details?id=org.urbian.android.tools.vintagecam&feature=related_apps ist ähnlich, bietet aber nicht ganz so viele Effekte. Wer sich für Android möglichst viele Foto-Effekte wünscht, kann sich die App Camera 360 Free http://camera360.softonic.de/android ja einmal ansehen.

  • #5

    Beate (Freitag, 10 Januar 2014 06:54)

    … auch mir spricht dieser Beitrag aus der Seele! Schon seit Dezember 2011 fotografiere ich häufig mit meinem iPhone. Ganz ohne irgendwelche Apps und oft mit nur einer Hand, da ich gleichzeitig zwei Leinen mit zwei Hunden dran halten muss. Das Ergebnis ist überzeugend.