12 Monate - 12 Städte - was haltet ihr von Meike Winnemuths Reiseprojekt?

Winnemuth Das grosse Los
Winnemuth Das grosse Los

Meike Winnemuth gewann am 11. Oktober 2010 als Kandidatin der Quizshow Wer wird Millionär? 500.000 Euro. Nach ihrem Gewinn reiste sie in zwölf Monaten um die Welt und besuchte zwölf Städte, in denen sie sich jeweils eine Wohnung für einen Monat mietete. Ihre Erlebnisse fasste sie in dem Buch Meike Winnemuth: Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr, ISBN 978-3813505047 zusammen. Es ist meine absolute Leseempfehlung!

 

Aber erwartet keinen Reisebericht. Meike Winnemuth hat während ihrer Reise einen Blog geschrieben, in dem es auch jetzt noch zahlreiche Fotos und ihre regelmäßigen Reiseberichte nachzulesen gibt. Das Buch besteht aus 12 Briefen und ist, finde ich, noch etwas persönlicher. Man erfährt viel über ihr Innenleben, ihre Gefühle und die Veränderungen, die sie während ihrer Reise durchlebt.

 

Sehr fröhlich und positiv, mit Leichtigkeit und Charme lässt Winnemuth ihre LeserInnen an allem teilhaben, selbst wenn die Situation gerade eher zum Verzweifeln ist. Viele ihrer Erleb-, nein besser Erkenntnisse haben auch meinen Alltag bereichert: mit weniger Ballast zurechtkommen oder offener gegenüber Neuem im Allgemeinen und unbekannten Menschen im Besonderen zu sein. Ein bisschen Reisefieber und Fernweh schleicht sich beim Lesen natürlich auch ein.

Ihre Etappen waren:

 

• Sydney

• Buenos Aires

• Mumbai

• Shanghai

• Honolulu

• San Francisco

• London

• Kopenhagen

• Barcelona

• Tel Aviv

• Addis Abeba

• Havanna

 

Die Summe, die sie für ihr Reiseprojekt gebraucht hat, war übrigens überschaubar, denn sie konnte und hat als Journalistin von unterwegs weiter gearbeitet. Sie hatte sich üppige 5.000,00 € Budget pro Monat zugebilligt und zusätzlich noch einmal 20.000,00 € für Unvorhergesehenes – insgesamt also 80.000,00 € fürs Jahr – zurückgekehrt ist sie mit immer noch 40.000,00 € auf dem Reisekonto.

Würde ich mich auch auf ein ähnliches Experiment einlassen?

Kapstadt
Kapstadt

Aber ja, ohne Zweifel.

 

Im ersten Moment habe ich gedacht ja, aber ohne einen wie bei Winnemuth festgelegten Zeitplan und vielleicht ohne im Voraus festzulegen was als nächstes kommt. Aber wahrscheinlich ist ein gewisses Gerüst gar nicht so verkehrt.

 

Gleichzeitig fragte ich mich: will ich allein unterwegs sein oder lieber mit meinem liebsten Reisepartner ... ja, doch, der sollte schon mit! Auch wenn ich weiß, dass man allein vermutlich mehr Kontakte findet, schließlich mehr Raum hat, über sich und das Leben nachzudenken – ein Gegenüber auf Reisen finde ich klasse, jemanden zum Eindrücke teilen, jemanden zum Freuen und Schimpfen, jemanden, der mich auf den Teppich zurückholt oder auch mal mit mir gemeinsam spinnt…

 

Folgende Städte sollten es für mich sein

 

Rom - um mein Italienisch zu üben, üben, üben

Barcelona - ist doch klar, oder?

New York - diese Stadt muss einfach dabei sein!

Kapstadt - to live a dream...

HongKong - meine favourite asian city

Sidney - mal was Neues

Moskau - um meine comfort zone zu verlassen

Marrakech - um zu sehen, wie 1001 Nacht sich im Alltag anfühlt

Kgalagdi
Kgalagdi

Ich finde es spannend, finde es in jedem Fall gut

a. in einer Wohnung zu leben und

b. auch für einen längeren Zeitraum zu bleiben

 

aber nur Großstädte, das wäre nicht mein Plan. Auch die Natur hat ihre Reize, mit sich selbst vergleichsweise allein zu sein ist auch sehr spannend.

 

Für mich sollte also in jedem Fall noch Natur dabei sein, nämlich

 

Kgalagadi - Tiere, Wüste, Einsamkeit

Kruger - und immer wieder neue Entdeckungen

Yosemite - grandiose Landschaft, nur für mich, zum sattsehen

Hausboot auf den Kerala Backwaters - meine Wassererfahrung

 

Könntet ihr euch so etwas vorstellen? Jeweils einen Monats an verschiedenen Orten der Welt eine möblierte Wohnung mieten und dort versuchen in den Alltag einzutauchen? Würdet ihr das machen? Und wenn ja - wie lange, und welche Orte würdet ihr wählen, und warum?

Kommentare: 7 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Mareike (Donnerstag, 22 August 2013 17:30)

    Hi Ulli - wieder ein ganz interessantes Thema, dass Du aufgreifst. Das Buch muss ich mir besorgen!

    Ich würde mich lieber heut als morgen auf den Weg machen, allerdings nicht in der Form.

    Mein liebster Reisepartner müsste mit, Erlebnisse nicht teilen zu können - das geht garnicht! Da der aber kurze schnelle Eindrücke vorzieht, wird das wohl nix mit einem Jahr....

    Auf der anderen Seite bin ich ein echter Gründlichkeits- & Sauberkeitsfanatiket & wohl eher der Typ "Kontrollfreak", der alles durchplant, was planbar ist! Das Leben in möblierten Zimmern für längere Zeiträume passt da eher nicht zu meinem Lebensplan...

    Noch einmal 1 Monat mit der Bahn durch Asien - hoffentlich klappt das bald, das wäre mein Wunsch! Dann aber abends ins Hotel ....

    Liebe Grüße - Mareike

  • #2

    Beate (Donnerstag, 22 August 2013 17:58)

    So positiv wie die meisten sehe ich das "Abenteuer" von Frau Winnemuth (das ich übrigens inkl. der Fernsehshow etwas verfolgt habe) nicht. Weil es ein Abenteuer mit doppeltem Boden und Auffangnetz war: mit festem (Zeit-) Plan, schon länger von ihr gedanklich vorbereitet und voll abgesichert durch ihren Job. Der Gewinn bei Jauch (den ich ihr von Herzen gönne), war da nur ein willkommenes Zubrot. Was ja wohl auch durch die Tatsache bewiesen ist, dass die "Abenteurerin" mit einem satten Überschuss von ihrem Experiment zurückkam. Ich finde es toll, was die Autorin gemacht hat, aber Abenteuer … nee!
    Aber vielleicht war es ja auch nur die Presse, die das Unternehmen als Abenteuer verkaufte, und ich tue Frau Winnemuth Unrecht. Was mir zeigt, dass ich vielleicht doch entgegen meiner ersten Entscheidung ihr Buch lesen sollte …

    Nun zu Deiner Frage, liebe Ulrike: Ich könnte mir trotz meines Alters vorstellen, mich auf ein ähnliches Experiment einzulassen, zumal wenn es finanziell so gut abgesichert ist. Aber vorher alles festlegen … nee! Mein alter und abgegriffener Taschenatlas müsste mitkommen, und ihm würde ich meine jeweils nächste Station entnehmen. Und mich ansonsten von den Geschichten und Erfahrungen der anderen Traveller leiten lassen, die man unterwegs so trifft. Dass dies möglich ist, das habe ich beispielsweise schon 1979 in Peru und Bolivien erlebt.

    Und wenn ich mich denn schon festlegen müsste, dann nicht auf Orte, sondern auf Menschen: ein Monat bei einer indischen Bauernfamilie, ein Monat auf einer Schaffarm in Australien, ein Monat bei einem Rentierzüchter in Lappland oder ein Monat unterwegs mit einem Binnenschiffer …

  • #3

    zypresse (Donnerstag, 22 August 2013 19:12)

    Ja, Beate, Du hast schon Recht: angesichts des finanziellen Polsters war das Jahr kein "Abenteuer" - nein, da war die Autorin schon abgesichert, hatte ein komfortables "Sicherheitsnetz". Und bei dem Beruf - als freiberufliche und offenbar schon damals gut gefragte Journalistin - auch noch nicht einmal ein großes berufliches Wagnis, eher eine Chance, neue Themen zu finden. Anders als bei Verkäuferin, Beamtin, Handwerker... mit festem Arbeitsvertrag.

    Und dennoch: MW verläßt den sicheren Hafen, die bekannte Heimat, die bestehenden Beziehungsgeflechte und läßt sich auf etwas Neues, Unbekanntes ein - das finde ich gut. Und sie beschreibt ihre Erfahrungen lebendig, anschaulich und mutmachend. Aber das solltest Du selbst lesen...

    Bestechend finde ich Deine Idee: zu den Menschen zu reisen, an ihrem Leben teilzuhaben - eine interessante Idee, die die Chance auf tiefergehende Einblicke in sich trägt.

  • #4

    Katrin (Donnerstag, 22 August 2013 23:52)

    Beate, zu Menschen zu reisen - tolle Idee!! Dann müsste bei mir unbedingt ein Monat bei einem Kuhbauern dabei sein, ich liebe Rindviecher :-) Ansonsten wären es eher Natur-Punkte, die ich suchen würde; weniger Städte.
    Für mich würde zu solch einer Reise auch immer ein Reisepartner gehören – allein unterwegs wär mir zu fad. Man will doch mit jemanden die Eindrücke verarbeiten, teilen.
    Das Buch ist absolut lesenswert, sie hat einen wunderbar lockeren Schreibstil, eine wunderbare Art den Leser an allem teilhaben zu lassen, nicht nur an den tollen Situationen. Was mir beim Lesen aber auch die ganze Zeit im Hinterkopf blieb war der "doppelte Boden", dass es eben für jemanden der auch ohne den Gewinn überdurchschnittlich gut verdient VIEL einfacher ist sowas zu machen. Das betont sie aber mehrmals selbst, dass sie ein großteils unverdientes Glück hat, in einem der reichsten Länder zu leben, sicher, eine gute Bildung genossen zu haben – u. nun auch noch gut zu verdienen. Mit Abenteuer meinte sie eher die Tatsache, dass es ein Abenteuer ist, aus unserem geplanten Alltag auszubrechen – u. ich denke, dazu möchte sie die Leser auffordern, dies endlich zu tun, auch im Kleinen. Dich muss sie dazu freilich nicht erst auffordern, das ist schon klar :-) Dennoch: klare Leseempfehlung!!

  • #5

    Tina (Freitag, 23 August 2013 09:18)

    Hallo!!
    Also meiner "ketzerischen" Meinung nach war das von vorne bis hinten ein exakt durchgeplantes event, bei dem Arbeitgeber und Verlag von vorneherein die Finger im Spiel hatten und die Strippen zogen. Dafür habe ich keinerlei Beweise, aber so hat es sich für mich einfach "angefühlt". Frau Winnemut kann unterhaltsam schreiben ( ich habe damals, als sie noch für amica schrieb, ihre Kolumne sehr gerne gelesen) und dabei authentisch wirken.
    Auch bei Jauch kam sie symphathisch rüber und der Gewinn ist sicher kein fake gewesen, aber dass sie dort auf den Stuhl kam, könnte ich mir durchaus als Teil des gesamten Plans denken. Und das Konzept geht ja auch auf: das Buch ist seit Wochen auf den Bestsellerlisten und alle Beteiligten( wer auch immer diese sein möchten) machen Geld :-)
    Ähnlich wie Beate ,sage auch ich: das war mit Sicherheit kein Abenteuer. Und ich gehe noch einen Schritt weiter und sage(vermute!!):Das war eine gekonnte Inszenierung....
    Gruß, Tina

  • #6

    Tina (Freitag, 23 August 2013 09:26)

    Teil 2 meiner Antwort:
    nein, ich kann mir ein solches Experiment nicht vorstellen. Ich würde nicht einen Monat an einem Ort bleiben wollen, noch dazu in einer Wohnung.Ich würde, wenn das Geld da wäre und es jobmäßig klappen würde, auch eine Reise um die Welt wagen. Aber auf keinen Fall alleine. Ich brauche den Austausch, das Miteinander des Reisens, das gemeinsame Erleben und Erkunden. Und ich würde Länder anpeilen, die ich noch nicht kenne. Und ganz ans Ende der Reisezeit käme dann Namibia.Als krönenden Abschluß quasi ;-)
    Aber wozu darüber grübeln?? Weder Geld da noch Gelegenheit....

  • #7

    Ute (Montag, 26 August 2013 16:16)

    oh ja, so etwas kann ich mir vorstellen. Ich träume seit Jahrzehnten davon, ein halbes Jahr oder länger den Westen der USA zu durchstreifen. Bisher reichte es immer nur zu einigen Wochen alle paar Jahre. Einen groben Plan würde ich aufstellen und vor Ort hören, sehen, sprechen - und machen. Alles per Wohnmobil, übernachten auch an ganz abgelegenen Orten. Mit dabei sein sollten mein Freund - mit ihm zu reisen läßt sich kaum toppen - meine Kameraausrüstung und Wanderstiefel. Zu Fuß die Landschaft aufsaugen, ist ein MUß.