Auf Reisen lesen

Lesende, entdeckt auf der Kaphalbinsel 2007
Lesende, entdeckt auf der Kaphalbinsel 2007

Vor kurzem tobte in einem der von mir regelmäßig besuchten Reiseforen eine Diskussion über das Lesen auf Reisen. Kurz gesagt und wenig verwunderlich teilte sich die Welt in zwei Fraktionen: die Leser und die Nicht-Leser. Diejenigen, die im Urlaub nicht lesen begründeten dies damit, sie seien so beschäftigt mit Reisen, Sport, Besichtigungen, Menschen beobachten oder Kommunikation, dass sie in dieser Zeit gar nicht zum Lesen kämen. Land und Leute seien interessant genug. Ein wenig bedauerten sie die Lesefraktion, denn, so klang es mehr oder minder deutlich durch: „Euer Urlaub muss ja so etwas von langweilig sein.“

 

Ich (bzw. wir) gehöre(n) zur lesenden Gruppe von Reisenden. Nicht nur im Alltag, nein auch unterwegs, im Urlaub und auf Reisen begleitet mich Lesestoff. Ohne wäre ich gar nicht glücklich. Ich bin eine Leseratte, buchstabensüchtig.

 

Und nein, meine (unsere) Urlaube sind nicht langweilig, ich denke auch, wir bekommen eine Menge mit von Natur, Tieren, Land, Leuten, Kultur, Politik... aber für mich gehört LESEN unbedingt zum Urlaub. Und ich bin ein Schnellleser (man könnte auch sagen Bücherfresser), daher ist ein Buch am Tag (und in der Nacht) gern mal ausgelesen. Von daher oute ich mich als Vielleser im Urlaub: bei drei Wochen in Südafrika dürfen es gern mal so 15 - 20 Titel sein.

Wann und was lese ich auf Reisen?

Nationalbibliothek Wien, Prunksaal
Nationalbibliothek Wien, Prunksaal

Die Tage sind lang im afrikanischen Busch oder in der Kalahari, kurz nach 5:00 Uhr wird man wach, zwischen 19:00 und 19:30 Uhr schließen die Camptore. Da habe ich auch einige Bücher geschafft. Und wann lese ich die?

  • Morgens, wenn meine bessere Hälfte noch schläft
  • in der Mittagshitze, wenn Tierbeobachtungsfahrten keinen Sinn haben und der Ausblick auf das Restcamp doch auch eher weniger spannend ist. So waren es im Februar in der Kalahari tagsüber an die 40 °C. Da sitzen wir nicht in der Sonne auf der Veranda und schauen auf das leere Wasserloch, da waren wir froh über Schatten im Zelt und den Reader.
  • abends (wenn die Camptore bereits zu sind, das Feuer glüht...) und nachts im Bett.

Und ja, auch ich genieße afrikanische Nächte, den Sternenhimmel, die Gerüche, die Geräusche, nächtliche Besuche von Ginsterkatze, Honigdachs und Co, wir reden auch miteinander (nicht nur im Urlaub, auch sonst...) - aber Zeit mit einem Buch finde ich immer.

 

Und was lese ich? Eigentlich könnte ich sagen: alles, was Buchstaben hat. Tatsächlich aber hat sich durchaus der ein oder andere Schwerpunkt gefunden: Literatur aus dem oder über das Urlaubsland, Krimis, aktuelle Neuerscheinungen. Und klar, auch mal den Reiseführer und den Tier- bzw. Vogelführer (um zu entscheiden, was wir tagsüber gesehen haben, um mehr zu erfahren).

Der eBook-Reader auf Reisen

mein eBook-Reader
mein eBook-Reader

Seit nunmehr schon fast drei Jahren bin ich im Übrigen absolut begeisterte Besitzerin eines eBook-Readers (und froh, dass seither unsere Gewichtsgrenze beim Gepäck nicht mehr ernstlich gefährdet ist - habe ich doch tatsächlich schon einmal ein Paket mit Büchern aus dem Urlaub nach Hause gesandt).

 

Seitdem machen die Leseratte in mir +-160 gr und Hunderte von Büchern glücklich. Das Display ist auch bei Sonne gut lesbar, die Handhabung wirklich gut und einfach, befüllt wird es mit Büchern im EPUB- (oder, weniger komfortabel zu lesen, PDF-) Format. Die Akkuhaltbarkeit, da das Display recht verbrauchsarm ist wirklich ziemlich lange. Ärgerlich: wenn man nicht auf die Anzeige achtet, bleibt man schon mal „mitten im Buch“ stecken - aber das ist ja zu erwarten.

 

Vorteile nach unserer Meinung:

  • viel leichter als zig Bücher
  • auch abends im Bett viel bequemer zu lesen als ein Buch
  • für uns als ältere Brillenträger ist auch wichtig, dass man, z. B. abends bei Ermüdung, die Schriftgröße verändern kann und hat ein um vieles angenehmeres Lesen

Lesestoff bekomme ich im Übrigen bei unserer Stadtbibliothek. Diese hat ein unglaublich umfangreiches Angebot an verschiedensten eBooks und die Entleihe ist über Internet jederzeit und weltweit möglich (und in unserem Jahresbeitrag bereits enthalten).

 

Kleines Schmankerl am Rande: eigentlich sollten (liegt an einer entsprechenden urheberrechtlichen Regelung) die ausgeliehenen eBooks nur für 14 Tage lesbar sein, das ist aber definitiv nicht so, wenn der Kalender des Readers nicht richtig geht…

Gelegentlich möchte ich gern in der Kiste kramen und alte Blogbeiträge wieder neu einstellen - keine Sorge, ich hole nicht alle alten Schätzchen wieder vor - aber das ein oder andere Thema ist sicher wert, nicht in Vergessenheit zu geraten. Dieser Beitrag wurde erstmals am 22.03.2013 veröffentlicht und ist für die Neu-Veröffentlichung nur hinsichtlich der Links aktualisiert worden.