Fliegen und das drumherum

Ich fliege gern. Flugangst kenne ich nicht – zum Glück.

 

Das weiß ich, seit ich einmal, bei recht schlechtem Wetter mit einer Kollegin von Berlin nach Köln fliegen sollte. In Berlin waren wir – oder besser sollte ich wohl sagen die Kollegin – noch guten Mutes. Ihre Unruhe stieg allerdings an, als sich unsere Abflugzeit verzögerte. Dann durften wir endlich einsteigen. Mich bat sie, ihr etwas Nettes zu erzählen, am schlimmsten sei die Flugangst bei Start und Landung. Start? Was für ein Start? Der verzögerte sich noch ein wenig. Der Pilot teilte aus dem Cockpit nur lapidar mit „wegen einiger Überprüfungen“ werde sich der Start noch um einige Minuten verzögern. Nun ja – Zeit genug für die neben mir sitzende Kollegin sich über vieles Sorgen zu machen. Sie wurde blass und blasser, umklammerte die Armlehnen… Aber schließlich hatte unsere Wartezeit ein Ende und es ging endlich los. Der Start verlief unspektakulär, das dachte ich zumindest. Das Wetter allerdings war nicht so gut, starker Wind und Regen machten den Flug unruhig. Die Kollegin litt sichtlich und ich bemühte mich tapfer, immer neue unverfängliche Themen aufzubringen in unserem doch recht einseitigen Gespräch. Das wurde dann von einer Ansage aus dem Cockpit unterbrochen: der Pilot teilte mit, dass wir unplanmäßig eine Zwischenlandung in Hannover machen würden, es müssten weitere Passagiere aufgenommen werden. Also noch eine Landung und ein Start… welche Qual für meine Kollegin. Nach dem erneuten Start in Hannover die Begrüßung der neuen Passagiere: „…wir begrüßen Sie auf unserem heutigen Flug nach Berlin…“ Ein Aufschrei ging durch das gesamte Flugzeug, meine Kollegin sackte in sich zusammen. Welch eine Erleichterung als nach wenigen Augenblicken die Korrektur erfolgte „Entschuldigung, wir fliegen natürlich zunächst nach Köln Bonn“. Auch diese Landung haben wir gut überstanden – aber seither nimmt meine Kollegin, komme was wolle, immer die Deutsche Bahn.

Was wir bei dieser Gelegenheit auch genießen durften war das Sicherheitsbriefing, also die Erklärungen zum Anschnallen, zum Druckabfall und und… das also, dem wir „alte Hasen“ nicht mehr wirklich zuhören sondern stattdessen gelangweilt weiter in unserer Tageszeitung lesen. Das ist offenbar auch Air New Zealand aufgefallen und man hat dort neue Clips zum passenger briefing drehen lassen. Aber seht selbst:

Die Begrüßung, die Sicherheitshinweise – all das ist auch Thema eines Clips, den ich vor einiger Zeit auf you tube gefunden habe. Hier wird zum typischen British Airways Jingle gesungen (und gestikuliert) – und die englische Fluggesellschaft kräftig durch den Kakao gezogen. Schaut es Euch an:

Dem Gatten und mir „gefällt“ ganz besonders die Zeile „you baggage is safe in Terminal Five“ – schließlich hat BA es geschafft, dort anlässlich der Inbetriebnahme nicht nur unser Gepäck sondern auch den Rollstuhl zu verlieren (und erst nach drei Wochen zurück zu geben). Damit haben sie uns 2008 die jährliche Reise nach Südafrika verdorben…

 

Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Gelegentlich möchte ich gern in der Kiste kramen und alte Blogbeiträge wieder neu einstellen - keine Sorge, ich hole nicht alle alten Schätzchen wieder vor - aber das ein oder andere Thema ist sicher wert, nicht in Vergessenheit zu geraten.

 

Dieser Beitrag wurde erstmals am 02.11.2012 veröffentlicht und ist für die Neu-Veröffentlichung nur hinsichtlich der Links (und des neuen Air New Zealand Hobbit-Sicherheitsvideos...) aktualisiert worden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Claudia (Freitag, 02 Januar 2015 11:05)

    Hallo liebe Zypresse ;-) Der Kommentiertag hat mich hergetragen. Ein schöner Blog zum wühlen mit vielen Reisethemen die mir bekannt vorkommen. Herzlichen Dank übrigens für den Link zum Behindertenkompass, den kannte ich nicht. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

  • #2

    Silja (Freitag, 02 Januar 2015 19:53)

    Ganz so schlimm, wie bei deiner Kollegin, ist es bei mir zwar nicht, aber ich versuche auch immer um Flüge drum herum zukommen. Leider gibt es sämtliche Orte, wo das einfach nicht ginge.
    Mein schlimmster Flug war einer nach Island. Drei Stunden lang hatten wir starke Turbolenzen, sodass man die ganze Zeit fröhlich im Sitz herum rutschte und ein Luftloch das andere jagte. Endlich angekommen, schwirrte mir dann noch den restlichen Tag lang der Kopf. Zwar hatte ich keine Angst, dass wir dadurch abstürzen, aber das hilft nicht wirklich dabei, dass man den nächsten Flug lockerer angeht.