Bergische Kaffeetafel im Neanderland

Kürzlich hatte ich das Vergnügen, mal wieder eine richtige Bergische Kaffeetafel genießen zu dürfen. Das Neanderland hatte eingeladen - und wer kann da schon nein sagen? So machte ich mich bei schönem Herbstwetter auf den Weg durch das Neandertal um im Mettmanner Stadtgeschichtshaus mit mehreren anderen Bloggern gemeinsam zu schlemmen, Neues über die Vielfältigkeit des Neanderlands, Freizeit- und Ausflugstipps ebenso wie Kooperationsmöglichkeiten zu erfahren und auch zu netzwerken.


Aber der Reihe nach…

Was ist das Neanderland?

Neanderland
Neanderland

Es gibt, wie fast immer im Leben, eine kurze Antwort. Die lautet ganz simpel „der Kreis Mettmann ist das Neanderland“.


Aber es gibt auch noch eine etwas längere Antwort auf diese Frage. Denn natürlich verbergen sich neben dem Kreis Mettmann auch seine ganz unterschiedlichen kreisangehörigen Städte Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld, Mettmann, Monheim am Rhein, Ratingen, Velbert, und Wülfrath hinter dem Begriff Neanderland. Die Idee, das grüne, bergige Gebiet zwischen Düsseldorf, Rhein, Wuppertal und Ruhrgebiet unter der Marke Neanderland kulturell und touristisch zu vermarkten, entstand schon Ende der 1990er. Und der Name kommt natürlich vom bekanntesten Bewohner, dem Neanderthaler.

Was ist eine bergische Kaffeetafel?

Waffeln, Marmelade ... und das ist längst nich alles
Waffeln, Marmelade ... und das ist längst nich alles

Bei einer gemütlichen Kaffeerunde berichtete Yasmin Hutchins vom neanderland Tourismus uns von den Attraktionen, den großen und kleinen Sehenswürdigkeiten der Region zwischen Ruhrgebiet, Rhein und Wuppertal.


Dass dabei die Kulinarik nicht zu kurz kam, dafür sorgte die Kaffeetafel. Da ich ja am Rande des Bergischen Landes aufgewachsen bin, kannte ich es schon, das „Koffeedrenken met allem dröm un draan“.


Was unbedingt zu einer Bergischen Kaffeetafel gehört, sind neben dem Kaffee aus der Dröppelmina

  • Rosinenstuten (der im obergergischen auch Platz heißt),
  • Schwarz- oder Graubrot,
  • süße Marmelade, Pflaumenmus,
  • Butter,
  • Quark (und im Oberbergischen auch Herzhaftes wie Wurst und Käse zum Belegen).

Ganz sicher dazu gehört auf jeden Fall

  • Milchreis mit Zimt und Zucker

sowie frisch gebackene

  • bergische Waffeln.

Die Kaffeetafel ist eine vollwertige, eine üppige Mahlzeit. Rücksicht auf Kalorien oder Joules sind hier Fehlanzeige.

Gut also, dass es im Neanderland verschiedene Möglichkeiten gibt, das Hüftgold wieder abzutrainieren.

  • Für Wanderfreunde gibt es Routen für jeden Geschmack im Neanderland. Zum Beispiel kann man in der abwechslungsreichen Landschaft zwischen dem Niederbergischen und dem Rhein interessanten Themenrouten folgen: auf den Spuren der Geschichte, auf von internationalen Künstlern gestalteten Kunstwegen oder einfach so. Bekannt ist der Neanderlandsteig, der auf insgesamt rund 243 Kilometern die Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten.  Seine insgesamt 17 Einzeletappen führen vorbei an Badeseen, verlaufen durch Moore, Heidelandschaften, ausgedehnte Forste und passieren Naherholungsgebiete.
  • Erradeln kann man das Gebiet ebenfalls, hier gibt es nämlich den 40 Kilometer langen Panorama Radweg Niederbergbahn zwischen Haan/Solingen und Essen-Kettwig. Er führt als Teil des 300 km langen Bergischen Panoramaradwegenetzes durch Städte mit industrieller Tradition und verbindet Natur und Landschaftsblicke. Die Niederbergbahn wurde in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut und wurde im Jahr 1926 eröffnet. Wegen Unrentabilität stellte man den Personenzugverkehr jedoch bereits im Jahr 1960 wieder ein. Im Jahre 1996 endete auch der Güterverkehr zwischen Heiligenhaus und Velbert. Weite Teile der ehemaligen Trasse fielen in einen Dornröschenschlaf, bis durch ein Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen der Rad- und Wanderweg daraus entstand.
Stuten mit Butter, Marmelade und Milchreis
Stuten mit Butter, Marmelade und Milchreis

Aber zurück zur Bergischen Kaffeetafel.


Wie werden denn all die aufgefahrenen Köstlichkeiten verzehrt? Es gibt keine wirklich festgelegte Ordnung, aber mehrheitlich verspeist man sie in dieser Reihenfolge: Man bestreicht den Stuten mit Butter und Marmelade und türmt darauf den Milchreis, garniert nach Geschmack noch mit Zucker und Zimt. Als nächster Gang folgen die Waffeln. Und zum Abschluss isst man das Schwarzbrot mit Butter und Quark.


Alles in allem eine wirklich reichhaltige und üppige Mahlzeit. Deshalb gibt es hintendran auch einen Korn, der bei der Verdauung helfen soll.

Was bietet das Neanderland sonst noch?

Neanderthal Museum
Neanderthal Museum

Es gibt auch sonst im Neanderland viel zu sehen: ein Highlight ist sicher das Neanderthal Museum. Nahe dem Fundort, an dem vor mehr als 150 Jahren der Neanderthaler entdeckt wurde, steht heute eines der modernsten Museen Europas. Es erzählt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Multimediale Inszenierungen, Hörerlebnisse, aber auch klassische Medien wie Exponate und Lesetexte vermitteln anschaulich die aktuellen Forschungsergebnisse aus Archäologie und Paläoanthropologie. Die Ausstellung ist barrierefrei zugänglich. Ein Aufzug ist vorhanden. 

 

Aber es gibt noch so viel mehr im Neanderland zu erleben: historische Ortskerne, eine Wallfahrtskirche, Burgen, Schlösser, Museen - da ist unser Ausflugsplan für das kommende Jahr schon prall gefüllt.

Ergänzende Informationen

  • Allgemeine Informationen über das Neanderland mit vielen Tipps für Ausflüge, Aufenthalte und sonstige Highlights gibt es auf der Seite neanderland.

 

Vielen Dank an neanderland Tourismus für die Einladung zu diesem informativen und leckeren Nachmittag sowie an Yasmin Hutchins und Julia Wachten für die Betreuung während des Events.

Offenlegung: Zur Bergischen Kaffeetafel wurde ich von neanderland Tourismus eingeladen. Meine Meinung ist ausschließlich meine eigene.

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Kommentare: 4
  • #1

    Nicolas (Mittwoch, 11 November 2015 19:42)

    Das klingt alles sehr gut und vor allem lecker! ;-) Mettmann ist für mich lange eine zweite Heimat gewesen und ich komme heute noch gerne ins Neanderland zurück. Man kann es nur weiter empfehlen.. ;-)

  • #2

    eine Neandertalerin (Donnerstag, 12 November 2015 06:46)

    … da wohne ich nun schon seit 13 Jahren im Kreis Mettmann und kenne die Bergische Kaffeetafel nur in der Theorie. Ich denke, wenn sie statt Rosinenstuten und Waffeln beispielsweise Bratkartoffeln bieten würde und statt Marmelade, Pflaumenmus und Milchreis frisch zubereitete Rühreier mit Kräutern und gegrillte Tomaten, dann würde das anders aussehen :-)
    Das Neanderthal Museum ist übrigens wirklich sehenswert, und wer Weihnachtsmärkte liebt, dem sei der Mettmanner Blotschenmarkt empfohlen, der rund um die alte Kirche stattfindet. Dieses Jahr vom 27. 11. bis zum 13. 12.

  • #3

    Elke (Donnerstag, 12 November 2015 09:16)

    Wunderbar geschrieben. Du hast ein Händchen für die Text/Bildgestaltung, toll gegliedert.

    Vielen Dank fürs Teilhaben lassen und einen lieben Gruß
    Elke

  • #4

    Zypresse (Donnerstag, 12 November 2015 10:26)

    Hola, Ihr Lieben - Danke für Eure Kommentare.
    Und das Du gern da bist, Nicolas, das wissen und schätzen wir, kriegen wir Dich doch meist auch zu Gesicht!
    Danke für den Blotschenmarkt-Tipp, liebe Beate. Mal schauen, ob wir vorbei schauen.
    Elke, Danke für das Lob - von einer Mitbloggerin, die selbst eine so schöne Seite betreibt, bedeutet das was!